 Von unserem Redaktionsmitglied Bettina Reinhardt
Herzebrock-Clarholz (gl). So viel steht fest: Wäre die heute 94-jährige Ilse Igel nicht gewesen, gäbe es heute keinen frei gelegten Brunnen im frisch renovierten Gewölbekeller des Herzebrocker Klosters.
Die Fertigstellung der Räumlichkeiten unter dem ehemaligen Dormitorium wurde am Donnerstagabend mit den Eigentümern, Sissi Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg und Prinz Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg, Sponsoren, Helfern, Bürgermeister Jürgen Lohmann, Verwaltungsmitarbeitern und den Mitgliedern des Heimatvereins gefeiert.
Jahrelang hatte der Heimatverein mit Wasser in dem Keller zu kämpfen gehabt, bis Ilse Igel im Sommer 1996 bei einem Spaziergang im Klostergarten Hans-Hermann Strickmann ansprach und von der Existenz eines Brunnens berichtete. „Ich selbst habe 1925 daneben gestanden, als mein Vater, ihn mit Steinen zugeschüttet hat“, berichtet die Tochter des ehemaligen fürstlichen Revierförsters Arthur Reichelt, die damals mit ihrer Familie im Klostergebäude lebte. Heute ist der Brunnen das Schmuckstück des Kellers. Angestrahlt und abgedeckt mit einer Glasplatte bildet er einen Blickfang, wenn man die Stufen in das Gewölbe hinuntersteigt. Abgeleitet wird das Wasser über ein natürliches Gefälle von 185 Zentimetern in die Klosterteiche.
Auch die Steine auf dem Fußoden des Gewölbekellers sind eine Besonderheit. Die größte Platte wiegt fast eine Tonne. Die Steine kommen von den Höfen Borgelt, Bexten und Fresch. Nach einem von Hans-Hermann Strickmann und Karlheinz Buddenborg detailliert ausgearbeiteten Plan haben Mitarbeiter des Fürstenhauses die Steine im vergangenen Sommer verlegt.
„Es war eine Maloche“, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins, Dieter Mersmann, und das bezieht sich auf den Brunnen, den Fußboden und den gesamten Keller. Aber das Ergbnis kann sich sehen lassen. Und die Hausherrin, Sissi Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg, spricht am Donnerstagabend allen aus der Seele, als sie sagt: „Es ist so schön geworden. Perfekt. Ganz wunderbar.“
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