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Leserbriefe

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:: Kreis Warendorf: Bodo Matey zur Demonstration ´´Warendorfer für soziale Gerechtigkeit´´.
:: Sendenhorst: Bernhard Daldrup zum Erhalt der WLE
:: Wirtschaft: Richard Leising zu Schufa/Schuldenauskunft
:: Medien: Udo Rosenkranz zur Bezahlung von Leitern öffentlich-rechtlicher Sender
:: Ahlen: SPD entschuldigt sich im Namen der Stadtverwaltung
:: Reinhold Sendker (CDU-MdB) zur Demonstration ´´Warendorfer für soziale Gerechtigkeit´´
:: Kaiser ´´ein guter Trainer, aber schlecht im Rechnen!´´
:: Nein zur Rente mit 67
:: Beckum: Dr. Gerhard Everke schreibt zur Nutzung der Martinskirche
:: Mit Nachtabschaltung auf dem richtigen Weg
:: Beckum: Dr. Frank Röschinger schreibt zur defekten Bahnhofsuhr in Neubeckum
:: Beckum: Klaus Köhler schreibt zum neuen Baugebiet Sachsenstraße
:: Beckum: Andreas Kemper und Angelika Lenz zur Renaturierung in der Roten Erde
:: Sassenberg: Im Wochenendhausgebiet haben Behörden versagt
:: Harsewinkel: Leserbrief zu den Schülerlotsen
:: Ennigerloh: Kritisch mit der Geso auseinandersetzen
:: KreisGütersloh/Kreis Warendorf: Fünf Meter weiter wären wir in den Tod gelaufen
:: Harsewinkel: Leserbrief zur Kindergarten-Situation
:: Kreis Gütersloh/Kreis Warendorf: Reaktion auf Loveparade-Unglück
:: Kreis Gütersloh/Kreis Warendorf: Reaktion auf Loveparade-Unglück
:: Kreis Gütersloh/Kreis Warendorf: Reaktion auf Loveparade-Unglück
:: Kreis Gütersloh/Kreis Warendorf: Reaktion auf Loveparade-Unglück
:: Harsewinkel: Leserbrief zur Kindergartensituation
:: Zeitgeschehen: Hannelore Beyer zur NRW-Schuldebatte
:: Titel: Oda Findorff-Otto zu Entschädigungszahlungen der Bahn
:: Politik: Lucia Tentrop zur NRW-Schuldebatte
:: Ahlen: Hemut Berndt zur Biogasanlage am Bosenberg
:: Sassenberg: Letzte Worte zur Schließung des Rafael-Kindergartens
:: Gütersloh: Pavillon-Café wird jetzt viel zu teuer
:: Lauf in der prallen Sonne war nicht verantwortungsbewusst
:: SG entsetzt über Ratsentschluss
:: Ahlen: Türkische Eltern fordern Erhalt des Projekts Förderturm
:: Politik: Jana Wehrmeyer zu Guantánamo-Häftlingen
:: Politik: Leo Mühlenkamp zum neuen Bundespräsidenten Christian Wulff
:: Gütersloh: Stolz, zu Bertelsmann zu gehören
:: Ahlen: Thorsten Hinz fordert Bürgerentscheid zur Abschaltung der Straßenbeleuchtung
:: Oelde: Andreas Mika zur Sparpolitik
:: Gütersloh: Eltern halten zur Astrid-Lindgren-Schule
:: BMA kritisiert Einstellung der Buslinie und gleichzeitige Imagekampagne der Stadt
:: Warendorf: Clemens Haase zur LGS-bewerbung
:: Verl: William Burghardt zur Rolandstraße
:: Verl: Bernd Tischler zur Ehrenamtskarte
:: Kreis Warendorf: Dietmar Zöller zu Lobbyarbeit
:: Gütersloh: Marion Ernsting zum Gewerbeflächenverbrauch
:: Ahlen: Studenten protestieren gegen Aus für das Projekt Förderturm
:: Ahlen: Anerkanntes Projekt Förderturm muss erhalten bleiben
:: Ahlen: Früher war Gemmericher Straße Herzstück des Ahlener Südens
:: Ahlen: Udo Pahl zu finanziellen Hilfen für Rot-Weiß Ahlen
:: Politik: Sparpaket trifft nur den Normalbürger
:: Politik: Linkspartei hätte Gauck mitwählen sollen
:: Gütersloh: Gegen Szene an der Martin-Luther-Kirche vorgehen
:: Empörung in Ahlen über rechtsradikale Schmierereien an der Christuskirche
:: HarsewinkelHebesätze sind keine heilige Kuh
:: Rheda-Wiedenbrück: Kein Alleinstellungsmerkmal für das St.-Vinzenz-Hospital
:: Ahlen: Martina Jotzeit zur Fusion der Kirchengemeinden
:: Kreis Warendorf: Karl-Heinz Sommer zur Schulpolitik
:: Gütersloh: Dr. Anke Knopp zur Schulpolitik
:: Ahlen: Hat SPD das Wahlergebnis noch nicht verdaut?
:: Politik: Frank Jasperneite zum FDP-Stufenmodell für eine Steuerreform
:: Politik: Hannelore Beyer zur Bildungsdebatte in NRW
:: Politik: Josef Kiffmeyer zur Flugsicherheitsbeeinträchtigung durch Aschewolken
:: Oelde: Harald Weigt zur Griechenland-Krise
:: Politik: Bildungschancen ohne Gleichmacherei
:: Wirtschaft: Bau des Kraftswerks Datteln nach Recht und Gesetz
:: Politik: Griechenland-Hilfe birgt Gefahren
:: Oelde: Francisco Rodriguez zur Schulpolitik in NRW


 Kreis Warendorf: Bodo Matey zur Demonstration ´´Warendorfer für soziale Gerechtigkeit´´.
Bodo Mantey, Landesvorstand der Gewerschaft Komba, antwortet auf den Leserbrief („Zerrbild der Verhältnisse“/28. August auf der Seite ´´Kreis Warendorf´´) des CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhold Sendker:

Wenn Reinhold Sendker von einem Zerrbild der Verhältnisse und inhaltlich unzutreffender Wahrnehmung spricht; dann haben dieser MdB und seine Regierungskoalition wirklich nichts verstanden. Und wir müssen weiter dickste Bretter bohren, weil sie offensichtlich immer noch da sind, worauf diese Politiker stehen, beziehungseise es hat den Anschein, dass manche Bretter noch vor den Köpfen der Politiker hängen und sie deswegen die Menschen nicht verstehen.
Wie sagte doch unser Bürgermeister: Damit Politik wieder bei den Menschen ankommt, die betroffen sind; müssen wir auf die Straße gehen! Genau so ist es. Wenn Reinhold Sendker aber schreibt, die Finanzmittel, die für die erfolgreiche und umfangreiche Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise, wieder ausgeglichen werden müssen; dann aber bitteschön nicht bis 2014 mit jährlich etwa elf elf Milliarden Euro ausschließlich bei den sozial Schwächsten! Dieses muss geändert werden; denn sonst wird es grotesk. Irgendwie hat diese Bundesregierung nicht die Gerechtigkeit verstanden, die unser Volk verdient; denn wer mit staatlichen Hilfen Banken rettet, wer den Finanzkreislauf in Gang hält und den Schutz von Vermögen und Unternehmen aus Steuermitteln finanziert, der hat von Gerechtigkeit keine Ahnung. Gespart wird offensichtlich nur bei den sozial Schwachen und dieses mit voller Absicht! Die wahren Schuldigen haben 2009 schon wieder 20 Milliarden Euro Dividenden ausgeschüttet und verdient! Ich finde die Reichensteuer ist mehr als überfällig. Übrigens, dann stimmt der Satz: Starke Schultern müssen mehr als schwache tragen.
 Sendenhorst: Bernhard Daldrup zum Erhalt der WLE
Zum Bericht „WLE-Erhalt dringend erforderlich“ aus der „Glocke“-Ausgabe vom 26. August schreibt Bernhard Daldrup, Weststraße 27 in Sendenhorst:

„Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll, wenn man den Bericht von Wolfram Opperbeck über den Besuch des Bundestagsabgeordneten Sendker beim Bürgermeister liest. Wer die Kommunalpolitik in Sendenhorst und Albersloh länger als ein Jahrzehnt kennt, fragt sich nämlich, ob es sich beim Bekenntnis des Bürgermeisters zur WLE um einen Scherz handelt. Natürlich, nicht Berthold Streffing, sondern die herrschende CDU hat vor allem in den 90er Jahre alles dafür getan, die WLE gerade nicht zu stärken. Gemeinsam mit der FDP, die dort den Radweg nach Albersloh sah, wurden alle Initiativen zur Wiederaufnahme des Personenverkehrs blockiert; ja diejenigen, die sich dafür engagierten, mussten sich Hohn und Spott gefallen lassen. Selbst für den Güterverkehr wurde die Bahnverbindung in Zweifel gezogen. Auch der damalige Oberkreisdirektor und die Kreis-CDU haben die WLE nicht unterstützt. Die WLE-Befürworter hatten in den 90er Jahren aber nicht nur positive Gutachten, die sie für die Reaktivierung der WLE anführen konnten. Vor allem gab es eine großzügige Unterstützung für Investitions- und Betriebskosten seitens der rot-grünen Landesregierung, die im Kreis Warendorf leichtfertig in den Wind geschlagen wurde. Längst könnte von Sendenhorst nach Münster ein komfortabler Personenverkehr laufen, wäre die CDU damals nicht derartig ignorant gewesen.
Aber Schwamm drüber – wenn Herr Sendker seine Meinung geändert haben sollte, prima. Nur eins sollte von vorneherein klar sein: Wenn die WLE für die Zukunft eine Chance haben soll, wird es nicht reichen, nur zu kalkulieren und bei der Finanzierung allein nach Bund und Land zu rufen. Dann wird sich zeigen, ob die WLE ‚für die Städte an der Schienenverbindung (wirklich) ein bedeutsames Anliegen ist‘, die ‚den Anschluss an das europäische Schienennetz sichert‘, wie dies der Bürgermeister mit großen Worten ankündigt.“
 Wirtschaft: Richard Leising zu Schufa/Schuldenauskunft
Richard Leising, Hüssengarten 11, 33332 Gütersloh, bezieht Stellung zu Berichten über die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa):

Nicht nur bei der Schufa gibt es falsche oder nicht richtige Angaben. Als Gütersloher habe ich kürzlich unangemeldet die örtliche Geschäftsstelle der Creditreform besucht. Höflich distanziert bekam ich nach kurzer Wartezeit einen Ausdruck zu meinen Daten. Nicht nur meine Anschrift war falsch angegeben, die Adresse stammt noch aus dem Jahr 1986. Die einzige richtige Antwort bestand darin, dass ich einen Pkw besitze.

Der Mitarbeiterin sagte ich, sie möge die Daten nicht weitergeben – im Interesse der Creditreform.
 Medien: Udo Rosenkranz zur Bezahlung von Leitern öffentlich-rechtlicher Sender
Udo Rosenkranz, Goethestraße 31, 33330 Gütersloh, äußert sich zu den GEZ-Gebühren und zur Bezahlung von Leitern öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten:

Anscheinend erhalten dutzende Leiter lokaler „Öffentlicher Sender“ Gehälter, die die Vergütungen unserer höchsten politischen Vertreter von Bund und Land weit in den Schatten stellen. Ob hier bei 350 000 Euro pro Jahr nicht schon von „Selbstbedienungsmentalität“ die Rede sein sollte, kann ich nicht beurteilen. Dass die Pensionszahlungen für diese Gruppe noch bei unseren Enkelkindern für leere Staatskassen sorgen werden, davon bin ich überzeugt. Die Gehälter dieser „Elite“ entbehren jeder Verhältnismäßigkeit.

In Australien wurden mit Verlaub Gebühren aus ähnlichen Gründen vor Jahrzehnten durch öffentlichen Druck konsequent abgeschafft! „Da gehnse mal bei zu denken“ - wie man so schön in Westfalen zu sagen pflegt.
 Ahlen: SPD entschuldigt sich im Namen der Stadtverwaltung
Ahlen (at). Zu dem Artikel „Abgabe künftig nur noch am Schadstoffmobil („AT“-Ausgabe vom 27. August) meldet sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Bing zu Wort. Er schreibt:
„Jawohl, kann man da nur sagen, Sondermüll gehört sachgemäß entsorgt und dafür sorgt unter anderem die Stadtverwaltung Ahlen. Wenn es aber nach den maßgeblichen Herrschaften im Rathaus geht, dann nur einmal im Monat und zwar am ersten Dienstag und dann von 11 bis 15 Uhr.
Das, was hier geplant ist, hat mit Bürgerfreundlichkeit nun überhaupt nichts mehr zu tun. Das ist hoch herrschaftliches Denken und dazu geeignet, für noch mehr Unwillen in der Bevölkerung zu sorgen. Nicht nur, dass der überwiegende Teil unserer Bürger, wenn sie denn das Schadstoffmobil nutzen wollen, gezwungen sein wird, sich Urlaub zu nehmen, ist auch das einmalige Abholen im Monat eine absolut unzureichend und entspricht in keinster Weise den Bedürfnissen.
Ich entschuldige mich für dieses Verhalten der Verwaltung und kündige an, dass meine Fraktion entsprechende Schritte einleiten wird, um für Abhilfe zu sorgen. Es wird uns eine besondere Genugtuung sein, notwendige Änderungen zu beantragen und herbeizuführen.“
 Reinhold Sendker (CDU-MdB) zur Demonstration ´´Warendorfer für soziale Gerechtigkeit´´
Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker (Westkirchen) äußert sich nach der Berichterstattung auf der ´´Glocke´´-Titelseite und der ersten Warendorfer Lokalseite in der Ausgabe vom 27. August über die Demonstration ´´Warendorfer für soziale Gerechtigkeit´´:

Aus der Berichterstattung über die Demonstration gegen das Sparprogramm der Bundesregierung kann ich außer „politischen Sprechblasen“ kaum sachliche Argumente erkennen, sondern lese von Trillerpfeifen und davon, dass wie immer bei solchen Anlässen auch die Linken mit dabei waren. Also überwiegend Hetze gegen die Bundesregierung und gegen Angela Merkel! Schon der Aufruf zur Demonstration von SPD, Bündnisgrünen und Gewerkschaftlern gestern in Warendorf zeichnet ein Zerrbild der tatsächlichen Verhältnisse und ist inhaltlich unzutreffend.

Die Finanzmittel, die für die erfolgreiche und umfängliche Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise in Deutschland erforderlich waren, müssen wieder ausgeglichen werden. Diesem Ziel dient das Sparpaket der christlich-liberalen Bundesregierung. Es umfasst ein Volumen von 80,2 Milliarden Euro und weitgehend den Ausgabenbereich des Bundeshaushaltes für die Jahre 2011 bis 2014, erbringt also echte Einsparungen im Gegensatz zu früheren Konsolidierungsbemühungen. Damit leistet die Bundesregierung einen ganz wesentlichen Beitrag für die Stabilität der deutschen Haushalts- und Finanzpolitik und schafft damit Vertrauen in In- und Ausland! Die jetzt diskutierten Eckpunkte werden zur Zeit regierungsintern im Detail abgestimmt. Der Sozialbereich umfasst auf der Ausgabenseite des Bundeshaushaltes 45 Prozent, was weltweit seinesgleichen sucht! Da alle Ressorts von den Einsparungen betroffen sind, ist folglich auch der Sozialetat mit 30,3 Milliarden Euro betroffen. Den Vorwurf, die Einsparungen seien sozial nicht ausgeglichen, weise ich daher zurück.

Dass starke Schultern heute deutlich mehr tragen müssen als die schwachen, bestätigt eindrucksvoll und amtlich das Statistische Bundesamt: Das obere Drittel der Steuerpflichtigen trägt bereits heute rund 80 Prozent der Einkommensteuer. Das untere Drittel der Einkommen, Haushalte die wenig oder gar nicht verdienen, erhalten dagegen fast 60 Prozent aller Transferleistungen (Rente, Sozialhilfe, Kindergeld, Bafög, sonstige Staatshilfe), und zahlen nur rund 5 Prozent der Steuern und Sozialabgaben. Hier von unsolidarischen Verhältnissen zu sprechen, das ist schon starker Tobak! Auch was die von den Demonstranten eingeforderten Finanzmarktregulierungen anbelangt, nebst dem Bemühen um die Einführung der Finanzmarkttransaktionssteuer, sind die unaufhörlichen Initiativen der Bundeskanzlerin in Europa und vor allem mit Blick auf die Verhältnisse in den USA, in England und in Kanada wegweisend!

Widersprüchlich nenne ich auch das Verhalten der Gewerkschaftler der IG-Metall. In Warendorf demonstrieren sie gegen die Politik der Bundesregierung, Tage vorher aber erklären sie, „die Krise war gestern“ und fordern aktuell acht Prozent Lohnzuschlag. Da kann die Bundesregierung jawohl nicht alles falsch gemacht haben! „Deutschland hebt ab“ oder „Deutschland vor XXL-Wachstum“ waren in den letzten Wochen die Headlines unserer Tageszeitungen. Ist eine Politik, die den Rahmen dafür schuf, dass unser Land als eines der ersten Länder der Welt die Krise verlässt, demonstrationswürdig?

Schließlich fordert Warendorfs Bürgermeister Jochen Walter in seinem Grußwort zum Sparen auf, aber der Matador der Veranstaltung, NRWs Arbeitsminister Guntram Schneider, scheint diese Botschaft nicht verstanden zu haben. Statt einzusparen, erklärt uns die SPD geführte Minderheitsregierung am Mittwoch dieser Woche in Düsseldorf, dass sie umgehend mehrere Milliarden Euro neue Schulden machen will? Sparpaket nein, neue Schuldenmachen ja, ist das die Alternative der SPD in NRW? Ich finde, gegen diese Politik sollte demonstriert werden. Denn wenn etwas unsozial ist, dann ist es das Schuldenmachen, weil es die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder gewaltig belastet. Daher empfehle ich den Veranstaltern und Rednern der Warendorfer Demonstration bei der Suche nach dem Dorn im Auge des Anderen, den dicken Balken im eigenen Auge nicht zu vernachlässigen.

 Kaiser ´´ein guter Trainer, aber schlecht im Rechnen!´´
Ahlen (gl). Der Ahlener Lutz Kuligowski, seit zehn Jahren Ratsmitglied in der Wersestadt, äußert sich zur Kritik des früheren ASG-Trainer Holger Kaiser an der Sportförderung der Stadt.

Holger Kaiser, vielen in Ahlen noch als der Macher im sportlichen Bereich der ASG in guter Erinnerung, hat sich unlängst in den örtlichen Medien aus dem fernen Flensburg unter anderem zur Sportförderung in Ahlen geäußert.

Mit Aussagen, die sicherlich nicht nur mir die Zornesröte in Gesicht getrieben haben. Folgende möchte ich zitieren: ´´Es gab nie Unterstützung. Weder für die Fußballer von RW Ahlen, noch für die Ahlener SG. Die Kommune hat sich in den sportlichen Erfolgen ihrer Vereine gesonnt und nie verstanden, was diese beiden Clubs ihr für Chancen geboten hat. Das ist die Politik auf beiden Augen blind, lässt die Vereine als Werbeträger der Stadt allein und hat jegliche Unterstützung verweigert.´´

Dazu zunächst einmal einige wenige Zahlen: Sportförderung für die ASG von 2004 bis 2009 = € 250.000,00, für Rot Weiss Ahlen € 200.000,00, Sondermittel für Rot Weiss Ahlen von € 380.000,00, Landesmittel für den Ausbau des Wersestadions: € 2.500.000,00. Macht in Summe einen Betrag von weit mehr als 3 Millionen Euro. Damit wird die Aussage: ´´Es gab nie Unterstützung.´´ ad absurdum geführt.
Gar nicht zu sprechen davon, dass die Ahlener SG die Infrastruktur der städtischen Hallen kostenfrei hat nutzen können, Anreisen, Spielen, Abreisen. Die vor- und nachbereitenden Arbeiten haben städtische Bedienstete erledigt.

Nun muss man von einem Trainer, der heute als Sportfunktionär tätig ist, nicht erwarten, dass er sich im Detail mit solchen Fragen auseinandersetzt. Aber als jemand, der viele Jahre in dieser Stadt gelebt hat, sollte Holger Kaiser auch folgende Tatsachen zur Kenntnis genommen haben:

Die Stadt hat seit geraumer Zeit enorme finanzielle Probleme. Sie hat schwierige soziale Strukturen und dennoch vieles, was sie lebens- und liebenswert macht. Neben dem Sport, der ganz sicher zu den Aushängeschildern der Stadt gehört, muss sie vielfältige Aufgaben bewältigen.

Das dabei besondere Prioritäten für die Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen gesetzt werden, stellt Ahlen in jüngster Zeit beeindruckend unter Beweis. Und auch auch, dass Sie es verstanden hat, unter den erwähnten schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen Ihre Sportförderung aufrecht zu erhalten. Insgesamt werden den Vereinen der Stadt pro Jahr rund 250.000 Euro unmittelbar zur Verfügung gestellt. Der Lindensportplatz hat einen neuen Kunstrasen, ein weiterer neuer Kunstrasenplatz wird im Sportpark Nord gebaut, viele Hallen in Ahlen wurden mit erheblichem Mitteleinsatz der Stadt saniert und den Erfordernissen der Vereine angepasst.

Natürlich bleibt die Frage, kann, soll, muss und darf die Stadt unter den gegebenen Bedingungen Vereinen Unterstützung gewähren, die als Profivereine tätig sind. Für Städte, und davon gibt es viele in Deutschland (ich erinnere nur an die Diskussion in Bielefeld um die Armina) die sich bereits in der Haushaltssicherung befinden und/oder kurz davor stehen, immer eine Frage mit hohem Konfliktpotential.

Nach meiner festen Überzeugung hat die Stadt Ahlen immer Mittel und Wege gefunden, diesen Konflikten ausgewogen zu begegnen. Das wird Sie in naher Zukunft auch wieder unter Beweis stellen, wenn es darum geht, für die Ahlener SG einen Handballleistungsstützpunkt hier vor Ort zu etablieren. Und auch mit Rot Weiss Ahlen finden zur Zeit Gespräche statt, mit dem Ziel, dem Verein zu helfen.

Lieber Holger Kaiser, das sollte man mit Aussagen, wie Sie von Dir getroffen wurden, nicht leichtfertig aufs Spiel setzen und vor allem als Sportfunktionär sollte man in der Lage sein, zu einer differenzierten Betrachtung zu kommen.


 Nein zur Rente mit 67
„Die Meldung ist ein Lehrstück: Sollen wir uns von den im Artikel zitierten ‚Expertenmeinungen‘ dazu bringen lassen, die Rente mit 67 widerspruchslos zu akzeptieren, damit es nicht noch ärger kommt? Die Rente mit 67 ist ein Ausdruck einer verfehlten Alterssicherungspolitik. Angesichts der Arbeitsmarktlage und der kaum vorhandenen alters- und alternsgerechten Arbeitsbedingungen wird die Rente mit 67 zu Recht von der deutlichen Bevölkerungsmehrheit abgelehnt. Und im Gegensatz zu den sogenannten Experten weiß diese wovon sie spricht.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Rente mit 67 (und erst Recht mit 70) das Rentenniveau so drastisch senken würde, dass dies für viele Menschen Altersarmut bedeutet. Das Nein zur Rente mit 67 wird so zu bekräftigen sein, dass die Politik ein Einsehen hat. Es wäre doch ein schönes Lehrstück für die ‚Experten‘, wenn alle 60- bis 70-jährigen gemeinsam zu den Betrieben und Verwaltungen gehen würden, ihre Arbeitskraft anbieten und einen Arbeitsplatz verlangen würden!“
 Beckum: Dr. Gerhard Everke schreibt zur Nutzung der Martinskirche
Beckum (gl). Zur geplanten Schließung der Martinskirche in Beckum erreichte uns ein Leserbrief von Dr. Gerhard Everke, Freiburg, Sternwaldstraße 45, de wie folgt schreibt:
„Den Abriss eines Gebäudes mit maroder Bausubstanz zu begründen, ist von jeher Ausdruck gewissenloser Praxis. Wem nur möchte man diese Argumentation heutzutage noch weismachen, zumal Stellungnahmen von Politikern und Kirchenleuten jegliche Glaubwürdigkeit vermissen lassen? Wen wundert es, dass bereits Spekulanten Interesse an dem attraktiven Grundstück geäußert haben, auf dem die Beckumer Martinskirche noch steht? Es hat den Anschein, als wüssten weder die Verantwortlichen der Stadt noch die Denkmalbehörde den außerordentlichen Wert dieses Bauwerks richtig einzuschätzen. 1958 wurde die Martinskirche auf Geheiß des verdienstvollen Pfarrdechants und späteren Propstes Oenning ins Leben gerufen. Den ausgeschriebenen Planungswettbewerb gewann das angesehene Architekturbüro Kösters & Balke aus Münster. Mit bereitwillig zur Verfügung gestelltem Zement aus allen Beckumer Werken wurde die Kirche gebaut, die in ihrer originellen architektonischen Gestaltung überzeugt und das Stadtviertel am Westteich städtebaulich aufwertet. Für die Verglasung und Ausgestaltung des Innern gewann man keinen Geringeren als Roland Friedrichsen aus München, obschon auch der große Heinrich Bücker aus Vellern Spuren hinterlassen sollte. Entstanden ist dank all dieser Anstrengungen eine moderne, in ihrer Funktion überzeugende Kirche, deren ausgewogene Schönheit erlebt werden muss, um sie vorurteilsfrei mit der so altehrwürdigen St. Stephanuskirche auf eine Stufe zu stellen. Die St. Martinskirche zu erhalten, sollte nicht nur die Beckumer Einwohnerschaft in die Pflicht nehmen, sondern angesichts ihrer überregionalen Bedeutung auch im Interesse aller umliegenden Städte liegen. Solidarität ist hier gefordert, um die Zerstörungslust in Schranken zu weisen.
 Mit Nachtabschaltung auf dem richtigen Weg
Ahlen (at). Mit der viel diskutierten Nachtabschaltung der Straßenlaternen beschäftigt sich Dieter Bröer, der als Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen im Ausschuss für Umwelt und Bauen mitarbeitet:

„Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung unserer Stadt (fast 5000 Lichtquellen ) auf LED würde circa 2,2 Millionen Euro kosten. Selbst bei günstigen KFW-Krediten und einer zins- und tilgungsfreien Phase von zwei Jahren würde die Amortisation der Investition fast zwölf Jahre dauern. Noch sind die Einstandskosten für LED zu hoch. Im Ausschuss waren wir uns einig, dass das Thema LED nur aufgeschoben, nicht aber aufgehoben ist.

Die jetzt beschlossene und bereits umgesetzte Nachtabschaltung ist eine logische Konsequenz für das Bestreben, den Haushalt eben um 100 000 Euro zu entlasten und gleichzeitig Energie zu sparen. Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde Strom ist ökologisch sinnvoll, eine vernünftige Energiepolitik sollte jeder Energieverschwendung ein Ende setzen.
Mit allen Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket II, die den sparsamen Umgang mit Energie ermöglichen, sind wir auf dem richtigen Weg, auch wenn wir diesen schon viel früher hätten beschreiten müssen, unsere Vorschläge lagen schon seit Jahren auf dem Tisch, wie zum Beispiel Energiemanager oder Energiekonzept.“
 Beckum: Dr. Frank Röschinger schreibt zur defekten Bahnhofsuhr in Neubeckum
Beckum (gl). Zu den Aktionen zum Tag des Denkmals im Neubeckumer Bahnhof erreichte uns ein Leserbrief von Dr. Frank Röschinger, aus Neubeckum, Sunderkamp 43. Er schreibt wie folgt:
„Ich mag den Neubeckumer Bahnhof, unser Tor zur großen weiten Welt. Ich mag die quietschenden Eingangsportale, die düstere Halle, den freundlichen Dackel aus der Bahnhofsbuchhandlung und sogar die immer streng riechende Untertunnelung der Gleise. Am meisten aber mag ich den Uhrturm unseres Bahnhofs. Leider ticken die Bahnhofsuhren seit Monaten nicht mehr richtig. Zuerst habe ich gedacht, das hätte etwas mit einer neuen Zeitrechnung der Bahn zu tun. Dann habe ich mir überlegt, dass wir ja auch in merkwürdigen Zeiten leben und die Bahnhofsuhren im Turm sich danach richten.
Alles falsch, die Uhren sind kaputt! Der Tag des offenen Denkmals naht – der Bahnhof ist der Star – mit Uhren, die machen, was sie wollen. Das geht nicht!
Liebe Beckumer, liebe Verwaltung, ich schlage vor, den Fördertopf zu suchen, mit dessen Hilfe man die Uhren wieder einnordet. Ich habe gelesen, dass es professionelle Fördertopfsucher gibt. Vielleicht könnte man mal im Rathaus nach so einer Person suchen.“
 Beckum: Klaus Köhler schreibt zum neuen Baugebiet Sachsenstraße
Zum ersten Spatenstich im Baugebiet an der Sachsenstraße („Glocke“-Ausgabe vom 4. August) erreichte uns folgender Leserbrief von Klaus Köhler, Holtmarweg 83, in Beckum:
„Nun ist es also soweit. Ein weiteres Baugebiet wird erschlossen, und dies, obwohl es in Beckum noch viele in erschlossenen Baugebieten freie Grundstücke gibt. In einem Verkaufsprospekt zum Baugebiet Sachsenstraße /Holtmarweg (ehemalige Tennishalle) heißt es: ,Bauen Sie in einem Neubaugebiet mit hoher Wohnqualität’. Hier und auch in anderen Gebieten liegen die Grundstücke brach.
Eine Bebauung insbesondere des Baugebiets Sachsenstraße / Holtmarweg erscheint nicht sehr realistisch, schaut man sich die Verkehrsverhältnisse etwas genauer an. Die Sachsenstraße sowie der Holtmarweg ab dem evangelischen Friedhof sind bessere Wirtschaftswege, also für die Mengen an Verkehr nicht ausgebaut und nicht mehr zumutbar.
Da ist die Aussage von Bürgermeister Dr. Strothmann überhaupt nicht mehr nach zu vollziehen. Zitat: ,Die Erschließung erfolgt ausschließlich über den Holtmarweg’. Meiner Meinung nach wird weiterer Verkehr auch über die Sachsenstraße geführt. Die derzeitige Situation beider Straßen ist für die Anwohner bereits jetzt nicht mehr hinnehmbar. Die Lärmbelästigung sowie die Emissionsbelastung sind erheblich.
Die gesamte Situation bedarf einer schnellen und dringenden Überprüfung. Die Geduld der Anwohner geht zu Ende.
Es wäre schön gewesen, wenn sich die Verantwortlichen einmal sachkundig gemacht hätten, denn die Vorgänge sind der Verwaltung bereits seit längerem bekannt.´´
 Beckum: Andreas Kemper und Angelika Lenz zur Renaturierung in der Roten Erde
Stellvertretend für neun Anwohnerfamilien der Ottmachauer Straße in Beckum erreichte uns ein Leserbrief, in dem Andreas Kemper, Ottmachauer Straße 15, und Angelika Lenz, wie folgt schreiben:

„Ein Rückblick zum Mai 2001: Ein heftiges Gewitter setzt viele Gebäude der Roten Erde zum Teil bis unter die Kellerdecke unter Wasser. Die Hochwassergefahr in Zukunft zu bannen hat spätestens seit diesem Tag für Anwohner und Stadt Beckum höchste Priorität.
Zur Gegenwart: An der Sachsenstraße wird wieder gebaut. Ein großes Wohngebiet mit 78 Parzellen wird derzeit erschlossen. Im Zusammenhang damit werden Deipenbach und Völkerbach renaturiert. Bei starkem Hochwasser wird der tiefer verlaufende Deipenbach zusätzlich große Mengen des Völkerbachwassers aufnehmen und durch eine breite, naturnahe Trasse zur Roten erde und dann zunächst westlich, dann nördlich um die Ottmachauer Straße herumführen. Kosten der Maßnahme: 450 000 Euro, davon 90 000 Euro städtischer Eigenanteil.
So weit, so gut: was nun folgt, ist die Kehrseite der Medaille. Eine frühzeitige persönliche Einbeziehung der Anwohner seitens der Stadt, insbesondere in die Detailplanung für den Verlauf entlang unserer Grundstücksgrenzen findet nicht statt – ja sie ist nicht einmal vorgesehen. Mögliche Einwände der Betroffenen werden damit von vornherein ignoriert. Das Restrisiko eines Starkregenereignisses mit dann ausgeweiteten Zuflüssen tragen jedoch wir.
Auf dem 200 Meter langen Stück entlang unserer Grenzen wird nun eine Heckengalerie von beeindruckender Schönheit samt stattlichem Baubestand vernichtet. An ihrer Stelle soll eine fünf Meter breite, schnurgerade und grasbewachsene Abführrinne entstehen. Eine Bepflanzung ist nur spärlich möglich. Ein Refugium für selten gewordene einheimische Tierarten verschwindet unwiederbringlich. Der Wanderweg wird über eine Brücke auf die andere Seite verlegt. Die Kosten dafür sind immens. Sieht so eine gelungene Renaturierung aus?
Nach intensiven Gesprächen unsererseits mit Stadtverwaltung und Eigentümer der benachbarten Ackerfläche wird klar: Man hat sich nicht auf den Erwerb eines sechs bis zehn Meter breiten Streifen Landes einigen können, was auch im Rahmen eines Grundstückstauschs möglich wäre. Mit dieser Fläche ließe sich ein großzügiger Ausbau eines mäandernden Bachlaufs unter Beibehaltung wertvoller Hecken- und Baumbestände erstellen. Bei einer gütlichen Einigung aller Beteiligten und Unterstützung durch die politischen Gremien wäre eine kurzfristige Neuplanung der Trasse in diesem Bereich und eine erhebliche Einsparung von Steuermitteln möglich. Das hat uns die Verwaltung in Aussicht gestellt. Geschieht nichts, rücken ab September die Bagger an! Ignoranz und Prinzipienreiterei führen so zu einer Umweltfarce! Wir appellieren an alle Verantwortlichen, sich nochmals zusammenzusetzen, um diesen Kahlschlag rechtzeitig zu verhindern. Es ist noch nicht zu spät!
 Sassenberg: Im Wochenendhausgebiet haben Behörden versagt
Sassenberg (gl). Zur Thematik des Dauerwohnens in den Wochenendhausgebieten in der Feldmark schreibt Elmar Krüllmann, Feldmark 2 in Sassenberg:
Sicher haben viele Leser durch die Printmedien die Probleme der Bewohner im Sassenberger Wochenendhaus „Waldesruh“ mit dem Kreisbauamt Warendorf verfolgen können. Dies geht einher mit Nutzzungsuntersagungen und Abrissverfügungen. Die volle Bandbreite. Ich selbst bin Betroffener und möchte hier einmal beispielhaft mein (Abenteuer-)Erlebnis mit dem Kreisbauamt erzählen.
Im Jahr 2003 habe ich mein kleines Mobilheim in Treu und Glauben erworben, dass alles in Ordnung sei. Ich habe mich gefreut, dass ich eine kleine Scholle mein Eigen nennen durfte und war zufrieden mit meinen Lebensumständen. Bis ich viele Seiten Post vom Kreisbauamt bekam, jedenfalls. Hintergrund war ein Brand im Wochenendhausgebiet. Meine direkten Nachbarn wurden ebenfalls mit Schreiben der Behörde bedacht. Wir sind aus allen Wolken gefallen. Was macht man in einer solchen Situation? Richtig, man setzt sich mit dem Kreisbauamt auseinander. Und man bekommt auch Antwort: Nehmen Sie sich einen Architekten und versuchen Sie, ihr Mobilheim nachträglich zu legalisieren.
Nebenbei sei angemerkt, dass auf dem Wochenendhausgebie „Waldesruh“ individuell gefertigte Wohnwagen und Mobilheime (im Ernst) einer Baugenehmigung durch das Kreisbauamt bedürfen. Steuerrechtlich werden sie sogar als Einfamilienhaus geführt. Ich bin also stolzer Besitzer eines Einfamilienhauses in „Waldesruh“.
Zurück zum Thema: Man nimmt sich also einen erfahrenen Architekten wie im Falle meines Nachbarn geschehen. Selbiger erarbeitet nun Lösungsvorschläge wie Brandmauern etc. und trägt dies dem Kreisbauamt vor. Irgendwann sind aber auch die Ideen eines Architekten erschöpft und er muss dem Auftraggeber mitteilen, dass er ihm nicht weiterhelfen kann. Das Kreisbauamt lehnt alle seine Vorschläge ab., insbesondere Brandmauern. Gleichzeitig erklärt die Behörde aber, dass an ein Weiterwohnen nicht zu denken ist wegen der Brandgefahr! Die Beauftragung des Architekten ist natürlich mit hohen Gebühren verbunden. Herausgekommen ist dabei jedoch nichts. Für ein solches Schaulaufen bin ich mir zu schade; deshalb habe ich mit einem Nachbarn, der eine Abrissverfügung auf den Tisch bekommen hat, den Klageweg gewählt. Zumindest die Abrissverfügung des Nachbarn ist auf Druck des Gerichts schon einmal vom Bauamt zurückgenommen worden.
Der Richter sprach von einem unfassbaren Konglomerat auf dem Wochenendhausgebiet. Man muss sich an die Sanierung eines Jahrzehnte alten rechtswidrigen Zustands machen. Ich frage mich dann, wie so etwas überhaupt passieren konnte? Die Behörden sind doch ständig bei uns gewesen. Allein im Jahre 2003 ist eine Brandschau gewesen, an der die Stadt Sassenberg, der Kreis Warendorf und die Feuerwehr teilgenommen haben. Entweder sind alle Beteiligten auf beiden Augen blind gewesen oder sie haben ihre hoheitlichen Aufgaben nicht wahrgenommen. Diese Personen sind noch immer in Amt und Würden und reiten auf einem sehr hohen Ross durch die Behördenverwaltungen. Solche Personen sind für den öffentlichen Dienst nicht tragbar. Und für die Privatwirtschaft erst recht nicht.
Ich bin jetzt über 70 Jahre alt und habe diese Republik mit meinen eigenen Händen aufgebaut. Mein ganzes Leben lang habe ich mir nichts zu Schulden kommen lassen. Die letzten zwei Jahre waren die schlimmsten meines Lebens. Ich muss mich als Bürger auf das verlassen können, was Behördenvertreter in Ausübung ihres Amtes machen. Hier haben Behörden schlichtweg versagt. Noch schlimmer scheint mir allerdings, dass sich jetzt ein junger, übereifriger Bauamtsleiter auf Kosten anderer zu profilieren versucht. Vor Gericht argumentiert dieser, er habe sich schon auf einen Mindestabstand zwischen den Häusern von 2,50 Metern herunterhandeln lassen. Ich bin doch nicht auf einem nordafrikanischen Basar, sondern lebe in Deutschland. Eine Brandmauer ist eine Brandmauer. Wenn sie hoch und breit genug ist, kann kein Brand überschlagen. Das ist der Sinn und Zweck einer Brandmauer. Mittlerweile lehnen es selbst erfahrene Architekten ab, im Wochenendhausgebiet „Waldesruh“ tätig zu werden, da das Kreisbauamt alle Lösungsvorschläge abblockt.
Den Glauben an die Gerechtigkeit habe ich immer noch nicht verloren. Der Glaube ist es auch, der mich nicht verzweifeln lässt. Manchmal ist mir aber danach zumute. Ich hoffe, dass mein Heiland alles heilen wird. Allen Lesern sei gedankt für ihre Solidarität mit den Bewohnern in der Feldmark. Vergelts Gott.
 Harsewinkel: Leserbrief zu den Schülerlotsen
Harsewinkel (gl). Einen Leserbrief zum Wegfall von zwei Schülerlotsen-Einsatzorten („Die Glocke“ berichtete) hat der Harsewinkeler Klaus Meyer-Wilmes, Am Rövekamp 19, verfasst. Er schreibt:
Ich habe als Zuhörer an der Haushaltdebatte des Rats Ende Juni teilgenommen. Ich habe erfahren, dass die Haushaltplanung 2011 eine Lücke von 8 Millionen Euro aufweist. Der Vorschlag der Verwaltung, die Steuern zu erhöhen ist von der Mehrheit mit der Begründung zurückgewiesen worden, erst einmal alle Ausgaben auf Einsparungen zu überprüfen und dann erst über Steuerhöhungen zu diskutieren.
Jetzt lese ich von einer Pressekonferenz der Bürgermeisterin, in der sie eine Einsparung von 10 000 Euro bei den Schülerlotsen öffentlich verkündet. Ich fühle mich veralbert. Hat unsere Chefin noch nicht erkannt, dass die Lücke bei 8 Millionen Euro liegt und da wirklich andere Summen eingespart werden müssen?
Als zahlender Bürger erwarte ich wirklich mehr als dies oberflächliche Spiel mit den Haushaltzahlen.
 Ennigerloh: Kritisch mit der Geso auseinandersetzen
Zur ´´Glocke´´-Berichterstattung über das Baugebiet ´´Auf dem Schleeberg´´ nimmt der CDU-Fraktionsvorsitzende Guido Gutsche Stellung:

Anfang Juni beantragte die CDU-Fraktion, sich mit der Gesamtkonzeption der Grundstücksentwicklungsgesellschaft Ennigerloh Süd-Ost (GESO) auseinanderzusetzen. Wir fordern dort drastische Konsequenzen aus dem Entwicklungsstand des Baugebiets Schleeberg. Hintergrund ist die seit Jahren schleppende Grundstücksvermarktung. Wegen Klärung gesellschaftsinterner Fragen haben wir zunächst auf eine Pressemitteilung verzichtet.
Vor diesem Hintergrund bin ich über die Berichterstattung zur GESO und hier insbesondere zum Baugebiet Schleeberg in der Samstagsausgabe der Glocke und die diesbezüglichen Aussagen der Stadtverwaltung schon etwas irritiert. Die bisherigen Verkaufszahlen sprechen eine eindeutige Sprache. 3 Grundstücke in 2007, 2 in 2008 und keines in 2009. Und das bei einer Bilanzsumme von über 8 Millionen Euro. Das ist nichts. Schon gar nicht in Erfüllung des Gesellschaftszwecks, den Wirtschaftsstandort Ennigerloh zu sichern. Die Gesellschaft nimmt seit Jahren Chancen in der Vermarktungspolitik nicht konsequent wahr und das betrifft angesichts des demografischen Drucks auch die Preisgestaltung. Wir müssen uns hier ständig mit unseren Nachbarstädten messen. Das verlangt auch von der GESO ein hohes Maß an Marktnähe und Flexibilität. Leider kann die Stadt innerhalb der GESO nicht alleine agieren, denn sie besitzt nur den halben Gesellschaftsanteil. Große Sorgen bereitet uns daher die Tatsache, dass die meisten Wohnbauentwicklungsflächen Ennigerlohs in dieser Gesellschaft gebunden sind und damit langfristig bei der restriktiven Flächenbevorratungspolitik der Gebietsentwicklungsplanung kaum die Möglichkeit für alternative Wohnbauflächenentwicklung innerhalb des Stadtgebiets gegeben ist. Deshalb will sich die CDU-Fraktion im Interesse unserer Stadt intensiv und kritisch mit den Strukturen und der Geschäftspolitik der GESO auseinandersetzen.
 KreisGütersloh/Kreis Warendorf: Fünf Meter weiter wären wir in den Tod gelaufen
Ingo Remané aus Rheda-Wiedenbrück äußert sich zu den Vorfällen auf der Loveparade:

Seid froh das es ´´nur ´´21 Tote waren !
Ich habe lange überlegt ob ich mich überhaupt äußern soll, aber vielleicht hilft es mir das Erlebte zu verarbeiten
Auch wir waren in dem Tunnel, d.h. meine Frau und ich - Unsere Freunde hatten wir schon am Zugangsgitter
zum Tunnel verloren . Nachdem wir das Chaos am West -Zugang überstanden hatten, ging es erst relativ entspannt in den Tunnel . Das nahende Ziel und die überstandene Drängelei am Zugang hoben die Vorfreude - Endlich geschafft . Je näher wir uns aber der Rampe näherten, desto enger wurde es . Das Gedränge wurde hektischer - Wellen wogten durch Massen . Man wurde hilflos 3-4 m irgendwohin getrieben . Trotzdem ist es uns instiktiv gelungen im Tunnel eher auf der rechten Seite zu bleiben . Das Gedränge wurde noch stärker - die Blicke in der Umgebung ängstlicher - Menschen versuchten an den Rändern über Absperrungen und auf Mauern zu klettern - der Rückweg unmöglich . ´´ Man konnte das Tier schon riechen´´
Die Wellen wurden heftiger - wäre hier jemand gestürzt , er wäre niemals wieder auf die Beine gekommen und hätte seine Umgebung mitgerissen . Uns war spätestens hier klar - Raus hier! Es wird hier Tote geben .
Wir versuchten Jugendliche zu beruhigen ihnen Verhaltensweisen zu zuschreien. So glitten wir halbwegs unverletzt an der Rampe vorbei auf den Osttunnel zu. Was sich auf der linken Seite des Tunnels und an der Rampe abspielte bemerkten wir
wir garnicht. Wir haben - Gott sei Dank - keine Verletzten oder Leichen gesehen, obwohl 8m weiter, Menschen gestorben
sind. Aus der Gegenrichtung - sprich Osten kamen uns relativ wenige Besucher entgegen, sodaß wir einge warnen und zur
Umkehr bewegen konnten. Oben, am nächsten Tunneleingang mußten wir uns erstmal erschöpft hinsetzen. Sanitäter boten
uns Hilfe an und nun fuhren Krankenwagen im Sekundentakt auf. Erst jetzt realisierten wir, wie schlimm es wirklich gewesen
ist.
Wer war Schuld?
Erst im Nachhinein muß man hören, daß diese schmale Rampe der einzige Zugang zum Gelände war. Daß Besucher auch aus der Gegenrichtung auf die Rampe zugeleitet wurden. Daß die Rampe zeitweise gesperrt war, obwohl noch Tausende im
Tunnel der Rampe zustrebten.Ich möchte mir nicht ausmalen, wenn jemand in Partylaune im Tunnel einen Feuerwerkskörper
gezündet hätte - der Supergau!
Die Planung ist in die Hose gegangen -OK, aber leider kann ich auch den Polizisten, die in John- Wayne-Manier kaugummikauend von den Brücken auf uns herabblickten, kein gutes Zeugnis ausstellen. ´´Spähposten´´ im Tunnel
hätten diese Greifbarkeit der Unruhe, der Panik spüren können und evtl. durch beruhigende Lautsprecheransagen eingreifen können. Kein Polizist war greifbar - erst als das Chaos schon losbrach, fuhr ein Mannschaftswagen durch die Menge in den
Tunnel ein, was die Panik aber noch verstärkte.
Abschließend kann ich nur sagen, die Vorgänge im Tunnel haben tiefe Spuren bei uns hinterlassen. Was nur hätte ich unserem 6- jährigem Sohn erzählt, wo denn Mama bleibt, wenn wir 5m weiter links im Tunnel gelaufen wären.
 Harsewinkel: Leserbrief zur Kindergarten-Situation
Harsewinkel (gl). Ein weiterer Leserbrief zur Kindergarten-Situation in Harsewinkel („Die Glocke“ berichtete) hat die Redaktion erreicht. Die Harsewinkelerin Silvia Kolb, Beller Feld 2, schreibt:
Die Problematik, einen Kindergartenplatz zu bekommen, scheint in diesem Jahr in Harsewinkel besonders groß zu sein. Es werden Ü 3-Plätze gekürzt, um U 3-Plätze zu schaffen. Es werden und wurden komplette Gruppen geschlossen. Zahlen, die aus dem Paulus-Kindergarten genannt werden.
Frau Daut als Vorsitzende des Elternbeirats und Herr Wigger als Chef des Ganzen müssten doch beide diese Zahlen, die genannt worden sind, Schwarz auf Weiß vorgelegt bekommen haben. Wie kann es da heißen „nichts richtig ist“, „richtig ist“ oder vermutlich eine Verwechselung“? Diese Zahlen sind doch Fakten. Zahlen, die für sich sprechen.
Ich fühle mich als Mutter eines bald einjährigen Kindes, das ich bereits für das kommende Jahr in einem anderen Kindergarten angemeldet habe, doch leicht veräppelt. Ich hoffe nur, dass die Kindergärten dieses Problem möglichst bald in den Griff bekommen, damit jedes Kind ein Recht auf einen Kindergartenplatz bekommt, egal ob eine Mutter berufstätig ist oder nicht.
Wo soll das denn hinführen, wenn einmal die Kindergartenpflicht eingeführt würde? Welch’ ein Armutszeugnis: Harsewinkel, eine der kinderreichsten Städte des Landes Nordrhein-Westfalen – und nicht genügend Kindergartenplätze!?
 Kreis Gütersloh/Kreis Warendorf: Reaktion auf Loveparade-Unglück
Auch ich war am Wochenende mit meinem Freund auf dieser Loveparade. Es war meine erste und ich hab mir diese Veranstaltung total anders vorgestellt. Mein Freund, der schon öfter Loveparaden besucht hatte, warnte mich noch vorher vor dieser großen Menschenmasse. Aber ich wollte Spaß. Wir waren dann auch in diesem Gedränge. Wir wurden geschubst, hin und her. Aber ich wollte nicht aufgeben. Bis wir Bekanntschaft mit einem jungen Mann aus Hamm machten. Der telefonierte mit seinen Freunden, die er verloren hatte und die sagten, der Zugang (niemand wußte da, dass das sogar ein Tunnel war) abgesperrt sei. Niemand käme da mehr drauf. Der Platz sei voll. Wir wurden weiter geschoben von hinten. Es war so eng, man bekam kauf Luft. Dieser Mann neben mir sagte dann, wenn das jetzt rumgeht, die wollen doch alle auf diesen Platz, die sind angetrunken unter Drogen, wenn hier gleich einer ausrastet, ja dann geht es ab. Dieser Satz löste Panik in mir aus und ich und mein Freund beschlossen, umzukehren, raus aus dieser Menschenmasse. Bloß weg. Ich wollte dann am Rand durch eine Absprerrung, damit ich nicht gegen den Strom anlaufen mußte. Aber dieser Mann von der Security wollte uns nicht durchlassen. Erst als ich sagte, mir sei schlecht geworden, ich wollte so schnell wie möglich raus aus dem Druck, ließ er uns durch. Wir haben dann den Heimweg angetreten und immer die Menschen und Polizisten gewarnt. Da ist alles zu, ein Gedränge, tut euch das nicht an, es geht da nicht weiter. Aber keiner hörte. Wir gingen zum Bahnhof der zu diesem Zeitpunkt gerade geschlossen wurde. Es entstand wieder Chaos. Busse wurden eingesetzt. Busse für so viele, viele enttäuschte Menschen, die aufgaben, die Party machen wollten, die so weit angereist waren und nichts, rein gar nichts gesehen hatten. Wir haben viele gesprochen und viele waren frustriert und verärgert über diese Organisation. Wir auch! Ja und als wir dann in der Straßenbahn nach Bochum saßen, kam die Nachricht durch von dieser Katastophe, der mein Freund und ich wahrscheinlich knapp entkommen sind. Weil wir Angst fühlten und vorher aufgaben.
Diese Bilder, diese Berichterstattungen, ich bin geschockt. Immer noch! Ich habe immer sehr starkes Mitgefühl für andere Menschen, aber es lastet ein Druck hier auf meiner Seele, ich kann nämlich nicht weinen. Ich kann nicht weinen, weil ich diese große Wut fühle, die Wut auf die Verantwortlichen und Fassungslosigkeit über die Bilder, die ich sehe. Filmende Polizisten, während Menschen um ihr Leben kämpfen. Ich fass es nicht.
Es sollte meine erste Loveparade werden, aber ich bin heilfroh, dass so was nie wieder geplant wird. Ich verstehe die Stadt Duisburg und die Veranstalter der Loveparade nicht. Wie kann man so viele Menschen durch so einen Tunnel schicken, den auch noch absperren, die Menschen zwei Stunden darin einferchen. Da muß man schon allein beim Einfühlen eine Panik bekommen. Und wie kann man einen Platz dafür auslegen, auf denn vielleicht ein paar hunderttausend Menschen Platz haben, aber mit über 1.000.000 Besuchern gerechnet wird. Dass die doch alle schauen möchten, ist doch wohl logisch, oder?
Ich kann es nicht verstehen, einfach nicht verstehen. Können die nicht rechnen????? Haben die im Mathematikunterricht gefehlt?
Ich hoffe für mich, dass meine Schleuse bald geöffnet wird. Dass ich hier weinen kann, über diese Menschen, über das, was dort passiert ist. Und darüber, welch großes Glück mein Freund und ich doch hatten.
Zu Ihren Fragen, wen hier die Schuld trifft? Na, die das organisiert haben natürlich. Jeder normale Mensch kann sich doch ausrechnen, dass das nicht gut gehen konnte. Ich hab mich leider zuwenig vorher informiert. Ich hatte einfach eine andere Vorstellung, ein anderes Bild von einer Loveparade und was ganz anderes erwartet.
Und diese Menschen, die sich jetzt herausreden, damit, dass sie sagen, ach die Jungendlichen wollten doch nur schneller auf das Gelände kommen und sind leichsinnig die Wände hochgeklettert. Ich war empört, einfach empört, darüber, wie die sich jetzt herausreden oder gar nichts mehr sagen. Man kann Mist bauen, dann soll man aber auch dazu stehen. Das find ich. Aber ich denke, die fühlen auch große Angst. Dann aber wenigstens mal ein wenig Mitgefühl zeigen, liebe Herren da oben in Duisburg. Eine Entschuldigung vielleicht??????? Schlimm, wirklich schlimm!

Name der Redaktion bekannt.
 Kreis Gütersloh/Kreis Warendorf: Reaktion auf Loveparade-Unglück
Es ist schon erschütternd, dass 20 junge Menschen sterben müssen, nur weil die Macher der Loveparade ihr Handwerk nicht verstehen und alle Risiken die aufgezeigt wurden, einfach vom Tisch wischen. Das Gelände war für 300 000 Menschen ausgelegt.Angereist sind aber deutlich mehr. Dann noch der Zugang durch den engen Flaschenhals (Tunnel). Ein junger Mann teilte einem WDR-Kameramann mit, das er umgeworfen wurde, die nachfolgenden Menschen auf ihn herumtrampelten, er sich mit letzter Kraft wieder hochgezogen habe und eine Person ebenfalls hochgeholfen habe. Daraufhin habe er zwei Polizisten auf das Chaos hingewiesen, diese aber abgewunken haben, sie seien dafür nicht zu ständig. Gegen 18 Uhr meldete der gleiche Sender, das 15 Menschen von den Nachrückern im Tunnel zu Tode getrampelt wurden. Auf der Pressekonferenz am 25.07.2010 teilte der Oberbürgermeister von Duisburg mit, er könne zu dem Fall nichts sagen, die Staatsanwalt habe sich eingeschaltet. Gleiches vom Polizeipräsidenten, aber er machte noch die Bemerkung, die Toten hätten alle an der Absperrungsmauer gelegen. Frage: Wer hat Sie dort hingeschafft? Keine Entschuldigung von den leitenden Personen, bis heute. Ist denen das Gewissen schon abhanden gekommen? Alle Personen vom Oberbürgermeister, über dem Polizeipäsidenten und seinen Einsatzleiter sowie die Macher der Loveparade gehören vor Gericht, zu einer längeren Haftstrafe verurteilt und dann hinter Gitter. Ebenso muss diesen Personen die Pensionierung aberkannt werden.

Jana Wehrmeyer, Rheda-Wiedenbrück
 Kreis Gütersloh/Kreis Warendorf: Reaktion auf Loveparade-Unglück
Während meiner aktiven Dienstzeit als Polizeibeamter, war ich in verschiedenen Funktionen bei Großeinsätzen bzw. Veranstaltungen an Sicherheitskonzepten maßgeblich beteiligt.

Sollten sich die bislang vorliegenden Presseberichte und die Beiträge der Medien verifizieren, unterstelle ich den Verantwortlichen, an der Spitze der OB, nicht nur einen erheblichen Mangel an Verantwortungsbewusstsein während der Planungsphase. Die Übernahme der Verantwortung und damit verbunden ein Rücktritt, macht 20 Tote nicht wieder lebendig und mehrere Hundert Verletzte nicht ungeschehen.

Mit Rücksichtnahme auf die trauernden Angehörigen und sämtlichen beteiligten Einsatzkräfte, würde das Eingeständnis von Fehlern und die Übernahme von Verantwortung von einer gesunden moralischen Einstellung zeugen. Die scheint allerdings hier zu fehlen.

Roland Sommer, Langenberg
 Kreis Gütersloh/Kreis Warendorf: Reaktion auf Loveparade-Unglück
Allem vorab möchte ich mein tiefes Mitgefühl und die Bestürzung über dieses tragische Ereignis ausdrücken. Eigentlich unvorstellbar das in unserem organisierten und technologisch hoch entwickelten Staat so etwas überhaupt noch möglich ist.

Ich möchte mich aber auch deutlich davon distanzieren vorab Menschen oder Institutionen zu verurteilen. Ich denke hier ist es Aufgabe der Ermittlungsbehörden entsprechende Schritte zu unternehmen.

Als selbstständiger Sicherheitsdienstleister, mit vielen durchgeführten Veranstaltungen, kommt man allerdings unweigerlich nicht drum herum Fragen zu stellen, Fragen im Bezug auf das ein oder andere Detail zu der Veranstaltung.

- Warum wird eine solche Veranstaltung auf einem so kleinen Gelände geplant? In einer recht außerhalb gelegenen Stadt wie Berlin mit begrenztem, direktem Einzugsgebiet kommen mehrere hunderttausend Zuschauer bis zu 1,5 Millionen. In einer Stadt wie Duisburg mit einem mehrfachen an Einzugsgebiet wird ein geschlossener Platz mit 250.000qm zur Verfügung gestellt. Nur von einer Seite begehbar.

- Der Tunnel ist nach einer Aussage von Herrn Prof. Schreckenberg dazu geeignet 20.000 Personen pro Stunde zu befördern. Die Veranstaltung beginnt um 14:00 Uhr, da ist natürlich davon auszugehen, dass ein großer Teil der Teilnehmer pünktlich erscheint, oder zumindest zeitnah. Selbst bei einer „geplanten“ Anzahl von 250.000 Zuschauern muss es bedeutet das es ein rein rechnerischer Anlauf von über zehn Stunden erfolgt!!! Dafür muss ich nicht studiert haben. Gar nicht von 500.000 oder 1.400.000 Personen zu sprechen.

- Sollten tatsächlich die eingesetzten Ordner von Sicherheitsdiensten Taschen- und Personenkontrollen durchgeführt haben, frage ich mich wofür? Damit die Teilnehmer keine eigenen Getränke mit herein bringen und somit den Getränkeumsatz des Veranstalters schmälern? Wer will denn bei einem Zugang mindestens 250.000 Personen auf Waffen und Drogen kontrollieren?

- Bei jedem Schützenfest, bei jeder öffentlichen Veranstaltung werden bei uns in NRW hohe Auflagen sowohl für die Veranstalter, als auch für die Sicherheitsdienstleister gemacht. Wurden hier die Dienstleister vorab kontrolliert? Ausbildungsstand der Mitarbeiter? Einsatz und Verhalten von Subunternehmern? Einweisung der Sicherheitsmitarbeiter?

- Warum wurde bei der Stauung von Personen nicht einfach der Zugang zum Gelände geöffnet um einen Abfluss der Personen zu erleichtern?

Natürlich basieren diese Fragen auf den Meldungen die seit dem Unglück durch die Medien gehen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Viel Fragen, wahrscheinlich sogar noch sehr wenige in Anbetracht der Tragödie.
 Harsewinkel: Leserbrief zur Kindergartensituation
Harsewinkel (gl). Einen Leserbrief zur Kindergartensituation in Harsewinkel („Die Glocke“ berichtete) hat jetzt Pfarrdechant Wim Wigger, Dechant-Budde-Weg 2, verfasst. Er schreibt:
Es ist der Initiative der Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide und der Leiterin des Mini-Maxi, Gudrun Greve, zu danken, dass eine Spielgruppe für maximal zwölf Kinder mit fachlich ausgebildetem pädagogischen Personal angeboten werden konnte. Auch die anderen Kindertageseinrichtungen haben zusätzliche Kinder aufgenommen, teilweise bis an die von der Aufsicht gerade noch verantwortbare Grenze.
Nicht richtig ist die Aussage, dass im Paulus-Kindergarten eine komplette Gruppe mit 25 Plätzen wegfällt. Richtig ist, dass durch die Umwandlung einer weiteren Gruppe in U 3 die Platzzahl um fünf Plätze reduziert wird, weil für die kleineren Kinder eine kleinere Gruppengröße vorgesehen ist. Vermutlich ist dies mit der Tatsache verwechselt worden, dass im Sommer 2009 eine Gruppe geschlossen wurde, weil zu wenig Kinder angemeldet wurden.
 Zeitgeschehen: Hannelore Beyer zur NRW-Schuldebatte
Hannelore Beyer aus Ennigerloh nimmt Stellung zum Interview mit dem NRW-CDU-Fraktionsvorsitzenden Karl-Josef Laumann auf der Seite „Zeitgeschehen“ der „Glocke“ vom 9. Juli.

Im „Glocke-Interview“ erklärt der CDU-Politiker Karl-Josef Laumann zur Schulpolitik: „Beispiel: Kopfnoten: Die sind wichtig – gerade für Schüler, die nicht so gute theoretische Leistungen erbringen.“ Das ist spaßig: Bei einem Schüler, der schlechte Fachnoten hat, steht dann in der Kopfnote „Leistungsbereitschaft“ die Note gut.

Was soll man daraus schließen? „Zuverlässigkeit/Sorgfalt“ und „Sozialverhalten“ sind auch noch im Angebot: Ich jedenfalls war in der langjährigen Praxis als Lehrerin niemals so blöd, durch Klagen gegenüber Eltern oder durch Eintragungen ins Klassenbuch zu dokumentieren, dass ich im Umgang mit weniger pflegeleichten Schülern noch keine Lösung gefunden hatte.

Man sollte mehr auf Gespräche und Hausbesuche setzen: Hat der Schüler einen ruhigen Platz für Hausarbeiten? Gibt es schwerkranke oder hilfsbedürftige Familienangehörige, die gepflegt werden müssen? Als Lehrperson weiß man meistens sehr wenig über das Umfeld eines Schülers.

Schlechte Noten zu verteilen ist kein Kunststück und keine pädagogische Meisterleistung. In einem stimme ich zu: Die Vielfalt der Schulen muss im Interesse unserer Kinder erhalten bleiben. Aber Kopfnoten sind unsinnig.
 Titel: Oda Findorff-Otto zu Entschädigungszahlungen der Bahn
Zu den Entschädigungszahlungen der Bahn wegen des Ausfalls von Klimaanlagen in ICE-Zügen (Titelseite der „Glocke“ vom 23. Juli) äußert sich Oda Findorff-Otto aus Beckum wie folgt:

Anerkannt werden muss das zügige Handeln seitens der Bahn mit einer großzügigen finanziellen Regelung, um den Fahrgästen mit gesundheitlichen Einbußen aufgrund nicht funktionierender Klimaanlagen in ICEs in den letzten Tagen entgegenzukommen.

Allerdings hoffe ich persönlich, dass sich diese Fahrgäste ihrer privilegierten Stellung hierzulande bewusst sind, erstens klimatisierte Züge nutzen zu können und zweitens beim Ausfall dieses Luxus auch noch entschädigt zu werden.

Ein Blick auf ganze Kontinente unseres Erdballs zeigt, dass sich die Mehrheit der Weltbevölkerung nicht einmal eine Fahrkarte in den landesüblichen Zügen leisten kann, geschweige denn in klimatisierten. Daher halte ich es für ein Gebot der Stunde, dass alle von dem kürzlich über sie gekommenen „Leid“ des Ausfalls der Klimatisierung in unseren hochtechnisierten Zügen betroffenen Fahrgäste etwas Abstand gewinnen und überlegen, wie sie die von der Bahn nun versprochene Kompensation als humanitäre Hilfe ihrer Wahl einsetzen.

Mit „geschenkten“ 500 Euro kann man sowohl im eigenen Land wie besonders auch in Hilfsprojekten in Afrika und Asien sehr viel Sinnvolleres bewirken als sich mit diesem Geld vielleicht einen eigenen „Urlaub in der Sonne“ zu gönnen - unter jener Sonne, die einem auf Grund versagender Klimaanlagen dieses Geld beschert hat.
 Politik: Lucia Tentrop zur NRW-Schuldebatte
Lucia Tentrop aus Lippetal schreibt zur geplanten Verlängerung der Grundschulzeit auf sechs Jahre:

„Was kostet den Steuerzahler eigentlich das Hin und Her im Schulsystem? Zur umstrittenen Grundschule mit sechs Jahrgangsstufen habe ich als Lehrerin meine Erfahrungen in Berlin gemacht. Dort war ich jahrelang an Grundschulen mit sechs Jahrgängen tätig. Für mein Empfinden begünstigt diese Schulform die Verrohung der Kinder. Nicht nur auf dem Pausenhof finden die kleineren Kinder in den Grobheiten der 12-jährigen Jungen und ihrem pubertären Gehabe zweifelhafte Vorbilder.

Allein schon aus solchen Gründen würde ich mein Kind niemals in eine Grundschule mit sechs Jahrgängen geben. Die Fünf- und Sechsklässler sind da die ,Großen‘ und spielen sich auf. An einer klassischen Oberschule jeder Art sind sie noch zwei Jahre länger Kinder. Das finde ich besser. Es geht nichts über eine gepflegte Grundschule mit vier Jahrgangsstufen.“
 Ahlen: Hemut Berndt zur Biogasanlage am Bosenberg
Vorhelm (at). Helmut Berndt, Anwohner der Alten Ladestraße, in Vorhelm-Bahnhof äueßrt sich zur geplanten Biogasanlage am Bosenberg:
„Mais ist eine sehr energiereiche Pflanze, aber Mais als Hauptkomponente zur Biogaserzeugung ohne staatliche Förderung geht gar nicht, denn das wäre für den Betreiber der sichere Weg in die Insolvenz.“ Diese eindeutige Aussage wurde am 26. Juni in Münster bei der Veranstaltung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes unter dem Titel „Zwingt Biogas unsere Tierhalter in die Knie?“ gemacht.
Bei der geplanten Biogasanlage Bosenberg ist Mais die Hauptkomponente zur Biogaserzeugung. Die Aussage aus Münster trifft also auch auf die geplante Bosenberg-Biogasanlage zu. Die Investoren haben zugegeben, dass die kleine 500 Kilowatt-Biogasanlage, die auch einmal angedacht war, nicht wirtschaftlich ist. Die 844 Kilowatt-Anlage arbeitet nach den gleichen Voraussetzungen wie die 500 kW-Anlage, also genauso unrentabel ohne staatliche Förderung. Will die Stadt, dass die staatliche Förderung für eine unrentable Anlage für 20 Jahre auf Gedeih und Verderb festgeschrieben wird? Sollen die Gewinne für die Investoren, nach Abzug der Verluste aus der (zu teuren?) Biogaserzeugung, Steuergelder aus leeren Staatskassen sein? Ist das bei der hohen Staatsverschuldung überhaupt verantwortbar?
Am 6. Juli hat der Rat der Stadt Ahlen im Eiltempo über das Bauleitverfahren Bosenberg abgestimmt und für den weiteren Verlauf grünes Licht gegeben. Unser Bürgermeister hatte seinerzeit nach der zweiten Ablehnung des Projektes Nachnutzung Bosenberg versprochen, dass ein dritter Bauantrag bezüglich Bosenberg gerichtsfest sein wird.
Persönliche Meinungen einiger Fraktionschefs des Rates (in der Tageszeitung gab es genug davon zu lesen) über Zumutungen zum Nachteil der Anwohner beim Betrieb der Biogasanlage haben mit zur Zustimmung des Planverfahrens beigetragen. Die Anwohner müssten im Genehmigungsfall der Biogasanlage die daraus resultierenden Nachteile hinnehmen, nur weil man bei einer Absage den Investoren schon wieder vor den Kopf stoßen würde. Diese Meinungen sind weder Gesetze oder Rechtsnormen und somit nicht gerichtsfest. Es wäre interessant, einmal aufzulisten, was nicht nur den Anwohnern, sondern auch dem Rat alles zumutbar ist, nämlich herauszufinden, was die Anwohner schützt, vor einer ohne staatliche Förderung nicht lebensfähigen Biogasanlage sowie vor den Nachteilen für die Anwohner durch den Betrieb der Anlage, und warum Biogasanlagen mit der Hauptkomponente Mais unrentabel sind?
Dem Rat ist dann auch zumutbar, die Gewährung der staatlichen Förderung für eine vielleicht unrentable Biogasanlage zu überdenken. Da gibt es ja auch noch das ungelöste Problem Alte Ladestraße. Diese ist die direkte östliche Grenze eines allgemeinen Wohngebietes mit dem gültigen Lärmorientierungswert von 55 dB(A). Sie ist die einzige Zufahrt für den zusätzlichen Schwerverkehr zum Bosenberg. Auf der Alten Ladestraße erreicht der Straßenlärm dann errechnete 69,4 dB(A) zur Erntezeit. Straßenlärm und Eisenbahnlärm der in unmittelbarer Nähe liegenden Bundesbahn ergeben zusammen errechnete 73 dB(A).
Sehr ungewöhnlich war die Reaktion der Biogasbefürworter bei der Ratssitzung, als Heinrich Artmann (FWG) einen Brief der Firma Herotec einbrachte, der nicht unbedingt für die Biogasanlage sprach. Lutz Kuligowski (CDU) warf Artmann vor, hiermit einen Nebenkriegsschauplatz zu eröffnen. Für uns Zuhörer war dieser Vorwurf CDU-unwürdig. Das Mindeste wäre gewesen, die Echtheit des Briefes zu prüfen. Adressiert soll dieser Brief an alle Fraktionen des Rates gewesen sein.
Es ging darum, dass Herotec eine Garantie von der Stadt haben wollte, dass die Firma als direkter Nachbar vom Bosenberg keine Geruchsbelästigung durch die Biogasanlage zu befürchten hätte. Entsteht aber Geruch, würde Herotec mitsamt seinen 80 Arbeitsplätzen aus Ahlen nach Hamm oder Ennigerloh weggehen. Gibt es bei der geballten Überzeugung des Rates für die Stadt Ahlen vielleicht doch ein Problem, Herotec diese Garantie auszustellen, dass diese Biogasanlage nicht stinkt? Das versucht man doch den Anwohnern des Ortsteils Vorhelm Bahnhof immer wieder einzureden.
Noch seltsamer war, dass für die Zustimmung des Planverfahrens Bosenberg die Lärmberechnung der Bürgerinitiative Bosenberg von 2009 bei der Abstimmung nicht erwähnt wurde. Diese sollte aber laut Antrag von Nobert Bing (SPD) in der Ratssitzung vom 30. März 2009 bei einem dritten Bauantrag Bosenberg auf jeden Fall zu berücksichtigen sein. Das Thema Berechnung kam während der Abstimmung nicht auf den Tisch. Somit konnte diese bei der Abstimmung auch nicht entsprechend gewertet werden.
Die Frage ist hiermit gestellt, ob durch dieses Versäumnis und durch die einseitige Betrachtungsweise des Rates, immer zum Nachteil der Anwohner, die Zustimmung der Stadt zum Bauleitverfahren Bosenberg widerrufen werden müsste? Die Auswertung der Lärmberechnung der Bürgerinitiative Bosenberg könnte entscheidend sein, ob der zusätzliche Schwerverkehr zum Bosenberg über die Alte Ladestraße als einzige Zufahrt zur Biogasanlage überhaupt rechtmäßig ist. Das Problem Alte Ladestraße erledigt sich nicht dadurch von selbst, indem es durch geäußerte, persönliche Meinungen einiger Fraktionschefs des Rates als gelöst betrachtet wird. Diese Meinungen sprechen alle gegen das Wohl der Anwohner und sind zudem auch nicht durch Gesetze oder Rechtsnormen untermauert. Der Eindruck entsteht, als hätte der Rat kein Interesse an einer vom Bürgermeister versprochenen, gerichtsfesten Beurteilung des Projektes Nachnutzung Bosenberg.´´
 Sassenberg: Letzte Worte zur Schließung des Rafael-Kindergartens
Sassenberg (gl). Zur Schließung des Rafael-Kindergartens im Herxfeld erreicht die Redaktion ein Leserbrief von Petra und Franz Wallmeier, Füchtorfer Straße 20, Sassenberg, sowie Anja und Lukas Klein, Grüner Grund 4, Sassenberg
Jetzt war es leider wirklich soweit. Der Kindergarten unserer Kinder wurde geschlossen. Und eigentlich stellen wir uns bis heute die Frage „Warum eigentlich?
Waren es wirklich die fehlenden Anmeldezahlen im letzten Jahr? Hatte es die Kirche nicht vielleicht doch versäumt, nach dem Anbau im Jahr 2001 „Up to date“ zu bleiben, damit der Kindergarten auch weiterhin für Eltern und Kinder interessant bleibt? Verständlicherweise entscheiden sich Eltern eher für einen moderneren und helleren Kindergarten. Dem hätte man frühzeitig durch Investitionen und Erneuerungen entgegentreten müssen.
Aber vermutlich war schon lange klar, dass der St. Rafael-Kindergarten irgendwann ein „Auslaufmodell“ aufgrund seines Alters sein würde und deshalb aus wirtschaftlichen Gründen keine Investitionen getätigt wurden. Augenscheinlich wurden sämtliche Erneuerungen und Investitionen in Gebäude ausschließlich am Johanneskindergarten durchgeführt. Aber das „alte Aussehen“ des Kindergartens hat keineswegs auf die Erziehung unserer Kinder „abgefärbt“.
Wir haben uns bewusst für diesen christlichen Kindergarten entschieden und die Entscheidung war aus unserer Sicht auch im Nachhinein richtig. Unsere Kinder haben sich hier toll entwickelt und waren immer gut betreut und beschäftigt. Durch die Erzieherinnen wurden ihnen christliche Werte vermittelt; das Kirchenjahr mit seinen Festen und Feiertagen wurde gelebt. Auch im naturnahen Außengelände fanden unsere Kinder immer gute Spielmöglichkeiten. Das Projekt mit dem Altenzentrum, wo die Kinder regelmäßige Kontakte zu älteren Menschen erleben durften, war eine schöne Bereicherung für unsere Kinder. Täglich wurde den Kindern im Kindergarten ein frisch zubereitetes, gesundes Frühstücksbüfett gereicht. Hier gehen wirklich Werte verloren.
Nach der Entscheidung, dass der Kindergarten geschlossen werden soll, mussten wir leider die Erfahrung machen, dass der Umgang mit Kirche und Vorstand nicht einfach ist. Allein die Information, dass der Kindergarten geschlossen werden soll, wurde uns über Umwege erst nach dem Anmeldeverfahren bekannt. Wir fanden keinerlei Verständnis für die Interessen der Eltern, Erzieherinnen und vor allem für die dort zu betreuenden und zu erziehenden Kinder. Und dies, obwohl die Familien mit ihren Kindern die Zukunftsträger unserer Gesellschaft und somit auch der Katholischen Kirche sind. Christliche Aspekte blieben hier völlig außen vor. Es gab keinerlei Unterstützung dabei, wie und wo die verbleibenden Kinder ab diesem Sommer betreut werden könnten. Hier war uns lediglich die Aussage aus der Presse bekannt, dass für alle (Kinder und Erzieherinnen) gesorgt sei. Vermutlich wurde davon ausgegangen, dass sich alle für den Johanneskindergarten entscheiden würden.
Wir Eltern haben jedoch unsere Kinder im normalen Verfahren im November in einem anderen Kindergarten angemeldet und bis April gehofft und gebangt, dass unsere Wünsche erfüllt werden. Hierbei ein großes Lob an die Stadt Sassenberg, die nach vorheriger entsprechender Zusage dafür gesorgt hat, dass die betroffenen Kinder dann schlussendlich ab diesem Sommer in den von den Eltern ausgesuchten „Wunschkindergarten“ gehen dürfen.
Zugesagte personelle Unterstützung für die Erzieherinnen im letzten Kindergartenjahr blieb völlig aus. So manches Mal haben wir Eltern unterstützend mitgeholfen, um den Kindern und Erzieherinnen den Tagesablauf einfacher zu gestalten. „Danke“ möchten wir auf diesem Weg den Erzieherinnen sagen, die mit Freude, Engagement und viel Kraft unseren Kindern ein schönes letztes Kindergartenjahr geschenkt haben.
Zum Abschluss waren nun alle Kinder, Eltern, Ehemaligen und der Kirchenvorstand zu einem Abschlussfest mit Gottesdienst und anschließendem Grillen eingeladen. Wie gut, dass die Verantwortlichen zu guter Letzt scheinbar doch wissen, was sich gehört…?!
Leserbriefe sind keine Meinungsäußerung der Redaktion. Wir behalten uns vor, Zuschriften abzulehnen oder zu kürzen. Alle Leserbriefe unter www.die-glocke.de/leserbriefe.
 Gütersloh: Pavillon-Café wird jetzt viel zu teuer
Gütersloh (gl). Zu dem geplanten gläsernen Pavillon auf dem Berliner Platz schreibt Jana Wehrmeyer, Wasserstraße 31, 33378 Rheda-Wiedenbrück:
Es muss endlich einmal gesagt werden, das vor etwa zwei Jahren Herr Peter Roggenkamp die Idee hatte mit einem gläsernen Pavillon als Café mit Außenbetrieb in den Sommermonaten und sonst niemand. Er wollte die trostlose Steinwüste des Berliner Platzes aufwerten. Zu der Zeit schlief die Stadtplanung um Herrn Michael Zirbel. Der Architekt Axel Zumbansen hat einen hervorragenden und preiswerten Entwurf gemacht, der veröffentlicht wurde. Erst danach gab es Bewegung bei den Stadtplanern. Sie haben den Entwurf dann verrissen. Angeblich gebe es keine Toiletten. Das es öffentliche Toiletten auf dem Berliner Platz gibt, wurde von der Stadtplanung untergebuttert. Wo Toiletten sind, gibt es auch Wasser. Dann wurde die großflächige Lagerkapazität bemängelt. Bei einer Bevorratung unter acht Tagen, sind die Einkaufspreise derart schlecht, das kein Gewinn mehr vorhanden ist und das Geschäft innerhalb drei Monaten vor der Pleite steht. Aber von Logistik und Management hat die Stadtplanung wohl keine Ahnung. Diese Leute bekommen pünktlich ihr Gehalt überwiesen, und der Kühlschrank zu Hause ist auch immer voll. Jetzt soll der Pavillon 300 000 Euro und mehr kosten, zuzüglich eine Standmiete von 20 Euro pro Quadratmeter. Unverschämter geht es wohl nicht mehr. Meines Erachtens kann ich Herrn Peter Roggenkamp nur den Rat geben, Abstand von der Sache zu nehmen.
 Lauf in der prallen Sonne war nicht verantwortungsbewusst
Ahlen (at). Zu dem Artikel mit dem Titel „Kollaps beim Sport – Kritik“ („AT“-Ausgabe 15. Juli) schreibt die Mutter einer Schülerin, Birgit Stöwer Chamissostraße 52, in Ahlen:

„Es ist nicht meine Absicht, eine Schule an den Pranger zu stellen, von deren guter Arbeit ich in anderen Bereichen überzeugt bin. Aber als Mutter einer Tochter, die nach den Bundesjugendspielen mit Kreislaufproblemen im Krankenhaus gelandet ist, war ich doch sehr wütend und enttäuscht, als ich die Zeitung aufschlug und den oben genannten Artikel las. Vor allem, da sich Herr Brinkkötter am Mittwoch in einem persönlichen Gespräch mit mir anders geäußert hatte.

Richtig ist sicherlich, dass es am Dienstag nicht ganz so heiß war, wie in den vergangenen Tagen. Auch ich fand es am Morgen vertretbar, mein Kind zu den Bundesjugendspielen zu schicken. Übrigens nach einem ausreichenden Frühstück und mit ausreichend Wasser im Gepäck. Ich bin aber davon ausgegangen, dass sich vor Ort verantwortungsbewusste Lehrer befinden, die die Kinder keinem unnötigen Risiko aussetzen.

Und ich bin ganz sicher nicht davon ausgegangen, dass man die Langstrecke um 11.45 Uhr in der prallen Sonne laufen lässt. Hier hört mein Verständnis vollständig auf. Da war es nämlich nicht mehr 18 Grad warm. Und das man – nachdem die Krankenwagen schon mit vier Kindern unterwegs waren, noch einen weiteren Lauf startete, finde ich dann wirklich nicht mehr verantwortbar.
Da ich über dieses Vorgehen schon sehr entsetzt war, habe ich ein persönliches Gespräch mit Herrn Brinkkötter geführt. Fazit dieses Gespräches war eigentlich, dass Herr Brinkkötter sich für die Entscheidung, die Bundesjugendspiele in der Form durchgeführt zu haben, entschuldigte, von einer fehlerhaften Entscheidung gesprochen hat und mit zugesicherte, dass in einer ähnlichen Situation mit Sicherheit nicht noch einmal so entschieden würde.

Nun schlage ich die Zeitung auf und lese fast das Gegenteil. Da ich Herrn Brinkkötter eigentlich als sehr engagierten Pädagogen kennengelernt habe, dem das Wohl der Kinder sehr wichtig ist, wundere ich mich doch sehr. Die einzig mögliche Erklärung wäre, dass unser Gespräch nach dem Gespräch mit dem Ahlener Tageblatt stattgefunden hat. Ich will mal hoffen, dass die Stellungnahme so zu erklären ist.“

 SG entsetzt über Ratsentschluss
Ennigerloh (gl). Zum „Glocke“-Artikel „SG darf nicht auf Rasen trainieren“ vom 14. Juli schreiben Siggi Darga und Michael Lang, Erster und Zweiter Vorsitzender der SG Ennigerloh, diesen Leserbrief:

Die SG Ennigerloh ist entsetzt über den Ratsbeschluss, der für alle Zeiten der SG Ennigerloh in Ennigerloh das Fußballspielen unmöglich macht. Die Mitglieder der SG Ennigerloh sind nicht Bürger zweiter Klasse. Die Ennigerloher Sportanlagen werden auch von unseren Steuergeldern mitfinanziert. Die Nutzung der Ennigerloher Sportanlagen darf der SG Ennigerloh nicht vorenthalten werden. Für uns ist nicht erklärbar, welche Gründe hinter der Haltung des Rates und der Verwaltung hinter diesen Entscheidungen gegen die SG stehen. Liegt es daran, dass so viele Türken und Deutschrussen bei uns spielen? Liegt der Grund in der Person unseres Vorsitzenden? Oder liegt es daran, dass viele Verwaltungsmitarbeiter Mitglied beim SuS Ennigerloh sind?
Offiziell werden Sachzwänge als Gründe vorgeschoben, die haltlos sind. Das Argument der fehlenden Haftung für Unfälle beim Training auf der Rasenfläche ist ebenfalls haltlos. Kein Vereinssportler ist über die Stadt versichert, wenn es beim Spiel- und Trainingsbetrieb zu Unfällen kommt. Alle Sportler zahlen Mitgliedsbeiträge, damit sie über ihren Verein versichert sind. Das wissen die Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter. Sie versuchen aber, dieses Scheinargument als Ursache für die Vertreibung in den Vordergrund zu stellen. Die SG Ennigerloh wird den Ratsbeschluss nicht so einfach hinnehmen. Am Samstag findet die Jahreshauptversammlung der SG Ennigerloh statt. Dabei wird es auch darum gehen, wie auf diesen Ratsbeschluss reagiert werden soll. Wir brauchen Unterstützung, um den Ratsbeschluss rückgängig zu machen.


Leserbriefe sind keine Meinungsäußerung der Redaktion. Wir behalten uns vor, Zuschriften abzulehnen. Je kürzer Sie sich fassen, umso größer ist die Abdruckchance. Bitte überschreiten Sie die Zahl von 1500 Zeichen nicht. Ihre Zusendung erreicht uns am schnellsten als E-Mail. Geben Sie bitte Name, Adresse und Telefonnummer an. Alle Leserbriefe unter www.die-glocke.de/leserbriefe.
 Ahlen: Türkische Eltern fordern Erhalt des Projekts Förderturm
Ahlen (at). Im Namen der betroffenen Eltern schreibt Hayiye Özan, Dolberger Straße 50, zu dem offenen Brief der SPD an den Bürgermeister wegen der geplanten Schließung des Förderturms im Jugendzentrum Ost:
„Zur Sachlichkeit zurückkehren bedeutet auch, uns ernst zu nehmen. Es entsteht der Eindruck, dass wir türkischen Eltern die Offene Ganztagsschule (OGS) negativ darstellen. Dies war nie unsere Absicht. Wir haben immer gesagt, dass die OGS richtig und wichtig ist. Allerdings haben wir versucht, die Unterschiede zwischen dem Betreuungsprojekt OGS und dem Förderprojekt im JZ Ost deutlich zu machen, nachdem immer wieder von zwei Systemen mit gleichem Inhalt beziehungsweise einem Parallelangebot gesprochen wurde.
Wir haben darauf hingewiesen, dass besonders türkische Kinder eine stärkere Förderung brauchen, so wie sie das JZ Ost leistet. Es geht nicht nur um das Hausaufgaben erledigen oder das Fördern sozialer Kompetenz – das leisten sicherlich beide Projekte. Der entscheidende Punkt ist, dass die gezielte Förderung im JZ Ost ein Schwerpunkt ist! Natürlich will auch das Spielen gelernt sein, doch bekommen unsere Kinder dadurch einen guten Schulabschluss beziehungsweise eine Ausbildung? Und das liegt uns Eltern besonders am Herzen.
Niemand kann uns die Garantie geben, dass ein neues Projekt genauso erfolgreich arbeitet, wie das Bestehende. Beide Einrichtungen haben sicherlich ihre Berechtigung: Für Kinder, die keine besondere Förderung brauchen, und für Kinder, die eine stärkere Förderung dringend benötigen.
Deshalb sollten auch beide Einrichtungen erhalten bleiben und wir Eltern selbst entscheiden dürfen, wo wir unsere Kinder anmelden. Einige Fragen wurden uns von Seiten der Stadt bis heute nicht beantwortet und auch nicht öffentlich diskutiert:
1. Hat die Stadt jemals den Versuch unternommen, Fördermittel zu beantragen (Land, Bund, EU), um das Projekt zu erhalten? 2. Warum hält die Stadt so vehement an der Schließung der Hausaufgabenhilfe im JZ Ost fest, ausschließlich aus Kostengründen? 3. Warum will die Stadt ein über zwei Jahrzehnte erfolgreiches und anerkanntes Projekt schließen, um es an anderer Stelle (OGS) neu aufzubauen? Welchen Sinn macht das? Wir appellieren an alle Politiker der im Ahlener Rat vertretenen Parteien, sich im Interesse unserer Kinder für deren Bildung einzusetzen und die Hausaufgabenhilfe im JZ Ost zu erhalten. Es wäre auch ein positives Zeichen für uns türkischen Mitbürger, dass man es mit der von uns eingeforderten Integration ernst meint.“
 Politik: Jana Wehrmeyer zu Guantánamo-Häftlingen
Jana Wehrmeyer aus Rheda-Wiedenbrück äußert sich zum Artikel „Guantánamo - Deutschland nimmt zwei Häftlinge auf“ vom 8. Juli auf der Titelseite der „Glocke“:

Da kämpft unsere Bundeswehr in Afghanistan gegen die Taliban und El Kaida, und Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat nichts Besseres zu tun, den US-Amerikanern zwei Gefangene aus der Terrorszene abzunehmen. Erhalten wir Dollars von den Amerikanern für die Unterbringung der Häftlinge? Oder darf der deutsche Steuerzahler dafür wieder mal gerade stehen?

Wir sollten die Häftlinge schnellstens in ihre Heimatländer abschieben, da von denen keine Gefahr mehr ausgehen soll. Wenn dem so ist, dann kann US-Präsident Barack Obama doch alle Häftlinge im eigenen Land integrieren. Wo ist da der Haken?
 Politik: Leo Mühlenkamp zum neuen Bundespräsidenten Christian Wulff
Leo Mühlenkamp aus Oelde erhofft sich vom neuen Bundespräsidenten Christian Wulff den Abbau von Privilegien. Er schreibt:

In seiner Antrittsrede nach der Wahl zum Bundespräsidenten hat Christian Wulff kein Wort zu Sparmaßnahmen und Privilegien gesagt, zu denen er sich doch zuvor als Kandidat geäußert hatte. Wulff hatte vorgeschlagen, dass er zur Sanierung der Staatsschulden von 1,7 Billionen Euro einen Beitrag leisten und auf Privilegien verzichten könne – gemäß seinem geleisteten Amtseid, seine Kraft und seine Arbeit zum Wohle des Landes einzusetzen. Die hier und andernorts eingesparten Lohngelder und Altersruhegelder in Milliardenhöhe könnten zur Sanierung der Staatsschulden eingesetzt werden.

Die Bürger erwarten jetzt von Wulff, dass er die Versprechen einlöst und dem Bundestag empfiehlt, Privilegien zu ändern oder sogar abzuschaffen.

In seiner Antrittsrede hat der Bundespräsident den Bürgern geraten, aufeinander zuzugehen, einander aufmerksam zuzuhören und miteinander zu reden. Diesem Rat folge ich seit langem, indem ich meine Meinung in Leserbriefen darlege und zur Diskussion stelle.
 Gütersloh: Stolz, zu Bertelsmann zu gehören
Gütersloh (gl). Zur Feier des 175. Jubiläums von Bertelsmann schreibt Maja Pfeifer, Spreestraße 6 in Rheda-Wiedenbrück:
Seit Jahrzehnten ist mir bewusst, zu welch einer tollen Firma ich gehöre. Sie verlangt einem zwar fast alles ab, ist aber auch sehr fair und großzügig. Es macht stolz, dazuzugehören. Schon das 150. Jubiläum war großartig, auch mit seinen Geschenken für uns Mitarbeiter. Noch heute schlage ich gern das eigens gedruckte Buch auf, um den Werdegang dieses großartigen Unternehmens nachzuschlagen.
Aber was für eine Open-Air-Party nun zum 175-jährigen Bestehen. Ein Wahnsinn, wunderbar umfasst es nicht. Sogar Petrus hatte seine Freude, oder war es gar Reinhard Mohn? Wie auch immer, es war grandios, und ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen „Meckerer“ gibt. Vielen, vielen Dank möchte ich als ehemalige Bertelsmann-Angestellte ausrufen. Danke allen, die mitgewirkt haben, von Beginn der Planungen bis zum Ende der Party. Einfach nur Danke!
 Ahlen: Thorsten Hinz fordert Bürgerentscheid zur Abschaltung der Straßenbeleuchtung
Ahlen (at). Thorsten Hinz, Kastanienweg 45, schreibt zum Thema Abschaltung der Straßenbeleuchtung:
„Nun will die Stadt Ahlen also durch nächtliche Abschaltung ihrer Straßenbeleuchtung Geld sparen. Dieses Vorhaben mag bei vielen Bürgern ein gewisses Unbehagen dahin gehend hervorrufen, inwiefern die nächtliche Verdunklung die Sicherheit beeinträchtigt. Die Stadt Ahlen tritt dem entgegen und beruft sich auf die angeblich guten Erfahrungen, die man in Rheine seit 2005 gesammelt hat.
Wenn der Stadtrat nur durch eine einzige Erfahrungsgrundlage zu der Ansicht kommt, die Durchführung der Abschaltung sei die einzig vertretbare Maßnahme, dann irrt dieser gewaltig. Es lohnt sich nämlich durchaus auch die Kehrseite der Medaille zu betrachten.
Die Stadt Meerbusch beschloss Anfang 2006 jede Nacht zwischen 1.30 und 4 Uhr die komplette öffentliche Beleuchtung abzuschalten, jedoch verbunden mit der Zusage der Kommunalpolitik, die Auswirkungen auf die Kriminalität im Auge zu behalten. Vor wenigen Wochen wurde dort das Ergebnis der polizeilichen Untersuchungen vorgelegt und ist verheerend. Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat sich seit Beginn der nächtlichen Dunkelphasen verdoppelt. Rein statistisch wird in Meerbusch nun jede dritte Nacht wird ein Einbruch verübt. Auch eine Zunahme von Kfz-Aufbrüchen und Überfällen konnte registriert werden. Stellt sich nun die Frage, ob unsere Stadtpolitiker künftig auf Kosten der Sicherheit ihrer Bürger sparen.
Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit hat im Jahr 2004 in einer Studie zum Thema „Sicherheit planen und gestalten“ die Möglichkeiten zur Kriminalprävention in Städten und Gemeinden erarbeiten lassen. Im Rahmen dieser Studie wurde im Kreis Lippe eine repräsentative Bürgerbefragung der Kriminalpolizei zur Verbesserung der Sicherheit durchgeführt. Rund 72 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass immer dann polizeilicher Rat eingeholt werden soll, wenn es unter anderem auch um die Gestaltung beziehungsweise Veränderung der Straßenbeleuchtung geht. Ebendiesen polizeilichen Rat einzuholen hält man in Ahlen für nicht notwendig, eine kaum nachzuvollziehende Überzeugung.
Die Stadt Lingen (Ems) hat ebenfalls im Rahmen der genannten Studie eine Bürgerbefragung zur Kriminalitätsfurcht durchgeführt. 58 Prozent der Befragten sprachen sich auch hier für eine Verbesserung der Straßenbeleuchtung unter Sicherheitsaspekten aus. Eine verbesserte Straßenbeleuchtung bei gleichzeitiger Einsparung muss kein Widerspruch sein. In Dormagen hat man erst kürzlich alle Straßenlaternen einer gründlichen Sanierung unterzogen und dabei ausschließlich energiesparende Leuchtmittel zum Einsatz gebracht, mit dem Ergebnis, dass die jährlichen Stromkosten für die Straßenbeleuchtung um 44 Prozent gesunken sind. Investieren statt abschalten lohnt sich also.
Abschließend ist festzustellen, dass dieser Verdunklungsplan der Stadt alle Bürger betrifft und diese deshalb auch gefragt werden sollten. Ich halte einen Bürgerentscheid in der Angelegenheit für absolut notwendig.“
Leserbriefe sind keine Meinungsäußerung der Redaktion. Wir behalten uns vor, Zuschriften abzulehnen oder zu kürzen. Alle Leserbriefe unter www.die-glocke.de/leserbriefe.
 Oelde: Andreas Mika zur Sparpolitik
Andreas Mika, Schilgeskamp 26 in Oelde, kritisiert die Sparpolitik des Oelder Rates.

Wenn ich lese, dass der Rat eine Ausfallbürgschaft über 20 000 Euro übernimmt, wird mir schlecht. Ein Förderverein, der nicht vernünftig wirtschaften kann, kann also notfalls Geld von der Stadt erhalten? Wie kalkulieren die denn ihre Kosten?

Zudem wird im Rathaus selbst sehr wenig gespart. Da fehlen mir die großen Posten. Dafür gibt es jetzt wieder einen Technischen Beigeordneten. Und das Forum scheint auch gut zu leben. Aber eine gut funktionierende zusätzliche Spielgruppe für Schulkinder (im Kinderhaus an der Friedenskirche, Anmerk. der Red.) wird wegen der Kosten geschlossen, oder waren da zu wenige Ehrenamtliche an der Arbeit?

Da der Rat anscheinend sein Süppchen nach eigenem Rezept köchelt, hoffe ich, dass die Suppe nicht versalzen ist. Dann schmeckt sie keinem. Unser Bürgermeister teilte vor den Bürgermeisterwahlen mit: „Die Unterstützung der Familien werde ich ausbauen . . .“ Weiter im Text hieß es: „Das Wohl des Kindes muss immer im Vordergrund stehen.“ Zitatende. So viel zur Schließung einer Gruppe, die einen höheren Standard hatte als die Offene Ganztagsschule (OGS).
 Gütersloh: Eltern halten zur Astrid-Lindgren-Schule

Metin Aydin, Schulpflegschaftsvorsitzender der Astrid-Lindgren- Schule, schreibt:


Bezugnehmend auf die Berichterstattung zur wahrscheinlich bevorstehenden Schließung der Astrid Lindgren Schule möchte sich die Schulpflegschaft der Astrid Lindgren Schule noch einmal zu Wort melden.

Bedauerlicher Weise gibt es immer wieder Stimmen, dass sich die Eltern gegen die ALS entschieden hätten. Diese trifft so jedoch nicht zu. Tatsache ist, dass sich bis jetzt in jedem Jahr Klassen mit einer für eine Grundschule optimalen Größe von 23 – 26 Kindern ergeben haben, obwohl sich die ALS in direkter Nachbarschaft einer alten, etablierten, kath. Bekenntnisschule, die naturgemäß einen geringen Migrantenanteil besitzt, befindet. Fakt ist jedoch, dass der ALS und ihren Eltern und Kindern seitens der Stadtverwaltung auf übelste Weise mitgespielt wurde. So war zum Beispiel in mehreren Artikeln zu Lesen, dass es sich bei der ALS um eine offensiv beworbene Schule handele. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Man hat uns erst im Februar über die geringen Anmeldezahlen informiert. Und zwar an einem Elternabend, an dem den betreffenden einschulungswilligen Eltern sofort mitgeteilt worden ist, dass sie ihre Kinder innerhalb einer Frist von 14 Tagen an einer anderen Schule anzumelden hätten. An der Grundschule in Verl war die Vorgehensweise der Stadtverwaltung eine andere: Dort wurde man frühzeitig über die Anmeldungssituation informiert, und man hat der Schule und den Eltern eine mehrwöchige Frist bis zu den Osterferien zugestanden, noch Schüler zu rekrutieren (Originalzitat Hr. Zumwinkel). Wo ist hier die allen Schulen zustehende Gleichbehandlung? Nach massiven Protesten der Eltern und Kinder wurde unsrer Schule durch Herrn Martensmeier zugesichert, das Anmeldeverfahren noch einmal zu öffnen, um die für die Gründung einer Eingangsklasse erforderlichen 18 Anmeldungen beizubringen. Leider hatten sich schon aufgrund des an dem Elternabend durch die Stadtverwaltung gemachten massiven Druckes verunsicherte Eltern an den benachbarten Schulen, hier vornehmlich an der Paul Gerhard Schule, angemeldet, so dass uns diese letzten Endes an der magischen Zahl von 18 Schülern gefehlt haben. Herr Martensmeier, Herr Zumwinkel und Frau Dalhoff- Hilbert haben uns jedoch die verbindliche Zusage gegeben, dass wir 2011/12 wieder ein Anmeldeverfahren bekommen würden.

Außerdem sagen die die Zahlen des Schulentwicklungsplans für das betreffende Jahr wieder steigende Schülerzahlen in der Stadt Gütersloh voraus. Warum hat sich Herr Zumwinkel von der Bezirksregierung in Detmold eine Rechtsauskunft geben lassen, die im Schulgesetz von jedem nachzulesen ist, und interpretiert diese nach seinen Vorstellungen zum Nachteil der Schule? Die letztendliche Entscheidung über die Schule trifft allein der Schulträger, und nicht, wie von Herrn Zumwinkel behauptet, die Bezirksregierung. Der als Schließungsgrund angeführte fehlende erste Jahrgang der Eingangsphase hätte sich durch eine Konzept mit der benachbarten Overberg- Schule problemlos realisieren lassen können- wenn man denn gewollt hätte, hätten sich genug Möglichkeiten ergeben.

Dass man es nun eilig hat die Schule zu schließen, könnte auch damit zusammenhängen, dass die neue Landesregierung angekündigt hat, die Schulbezirke wieder einzuführen. Dann wären nämlich die Argumente mit dem angeblich nachlassenden Interesse gegenstandslos. Aber auch ohne Wiedereinführung der Schulbezirke sind wir uns sicher, 2011/12 eine Eingangsklasse bilden zu können, wenn man uns lässt!
 BMA kritisiert Einstellung der Buslinie und gleichzeitige Imagekampagne der Stadt
Ahlen (at). Martina Maury-Thülig, Sachkundige Bürgerin der BMA (Bürgerliche Mitte Ahlen) im Ausschuss für Bauen Umweltfragen und öffentliche Einrichtungen, schreibt einen Leserbrief zur geplanten Einstellung der Buslinie 457:
„Die Tagesordnung des letzten Ausschusses für Bauen, Umweltfragen und öffentliche Einrichtungen, ergänzt durch die Berichterstattung der Medien, erzeugt doch ein Lächeln. Zum einen sollte die Streichung der Buslinie 457 behandelt werden. Am 16. Juni teilte der Bürgermeister acht Familien in Rosendahl mit, dass gut eine Woche später ihre Buslinie, mit denen ihre Kinder sicher die Schule erreichen, aus Kostengründen gestrichen werden soll. Stattdessen sollen die Eltern selbst durch Fahrdienst oder Fahrgemeinschaften das Angebot des Busses ersetzen.
Vor dem Hintergrund, dass es sich bei den Familien um Selbstständige handelt oder die Frauen in Vollzeit mit das Familieneinkommen sichern, ist dies sicherlich kein einfaches Unterfangen. Wenn es den in der Verwaltung arbeitenden Frauen bei großzügigem Chef erlaubt ist, dreimal am Tag während der Arbeitszeit ihre Kinder zur Schule zu bringen und wieder abzuholen, so ist das löblich, stellt sich in anderen Unternehmen aber etwas anders dar, zudem in einem Kleinunternehmen. Die Ehefrau des Chefs leitet dort das Unternehmen Familie und ist gleichzeitig Kämmerin und Vorzimmerdame des Unternehmens.
Da pressieren nicht 1664 Euro Wegstreckenentschädigung, sondern es ist schlichtweg oft unmöglich, die Kinder abzuholen. Das die Streichung der Buslinie mal eben eine Woche vorher blankes Entsetzten hervorruft, ist wohl verständlich, da die ganze Logistik zusammenbricht. Doch gibt es eine Alternative zur Beförderung in Eigenregie: Nein, nicht seitens der Verwaltung kam dieser Alternativvorschlag zum Schulbus, der hätte im Ausschuss diskutiert werden können. Statt dessen haben die betroffenen Eltern innerhalb einer Woche selbst nach Alternativen gesucht und herausgefunden, dass für die Hälfte der 18 000 Euro, die die Buslinie kostet, ein Privatanbieter in der Lage ist, den Transport der Kinder zu übernehmen. Teilt man diese 9000 Euro Kosten durch acht beförderte Kinder, so kommt man auf Kosten pro Kind von 1125 Euro pro Kind. Der Transport der Kinder von Halene mit 1190,48 Euro über Dolberg bis Vorhelm mit 1976,74 Euro pro Kind, kommt teurer zu stehen.
Werden diese Linien als nächstes aus Kostengründen gestrichen? Und müssen hier auch wieder Eltern tätig werden und preiswertere Alternativen suchen, was die Verwaltung nicht vermag oder will? Die eigentliche Slapstick ist aber, dass beschlossen werden sollte, diesen acht Familien, die Gewerbe- und Einkommensteuer zahlen, welche bekanntlich an die Stadt Ahlen gehen und von dieser ausgegeben werden, aufgrund knapper Haushaltsmittel die Buslinie zu streichen.
Im gleichen Ausschuss wird aber eine neue Imagekampagne der Umweltbetriebe, durch eine renommierte Werbeagentur layoutet, präsentiert. Hochglanzbilder mit lächelnden Müllfachwerkern, die demnächst den städtischen Fuhrpark und unsere Mülltonnen zieren. Die Kampagne steht unter dem Motto „Bei Wind und Wetter. Ahlener Umweltbetriebe.“ Unter diesen Umständen kommt meine Postbotin, der Notarzt, die Hebamme, der Pizzablitz auch, bei vorhandener Konkurrenz, die die Ahlener Umweltbetriebe nicht zu fürchten haben und ohne teure Imagekampagne. Denn: Kosten der städtischen Imagekampagne: 15 000 Euro! Na, das nenne ich faires Kürzen von 18 000 Euro für eine Buslinie und Ausgeben von 15 000 Euro für städtische Werbung bei knappen Haushaltsmitteln im Sinne des Bürgers und ich freue mich als Frau auf den Anblick fesch gekleideter und lächelnde Männer der Ahlener Umweltbetriebe auf dem Müllwagen.
Und die Kinder wird der Anblick auch trösten, die im dunklen Winter morgens um 7.30 Uhr in der Bauerschaft diesem begegnen, wenn sie bei Eis und Schnee mit dem Rad auf Ihrem Weg zur Schule sind.“
 Warendorf: Clemens Haase zur LGS-bewerbung
Zur Diskussion um eine Bewerbung für eine Landesgartenschau schreibt Clemens Haase, Freckenhorst Hoetmarer Straße 9:
Seit Wochen wird über eine Landesgartenschau (LGS) in Warendorf spekuliert. Zeit für Kritik. Auch in Warendorf gibt es griechische Verhältnisse. Der Pleitegeier kreist. Ein Blick nach Münster reicht, um die Folgen zu sehen. Alles was dort auf –steuer oder –gebühren endet, soll drastisch angehoben werden, bei gleichzeitig massiver Ausgabenkürzung, was zum Beispiel die Vereine betrifft.
Eine ähnliche Liste der Grausamkeiten ist für Warendorf zu erwarten. Der jüngste Bericht des Gemeindeprüfungsamts empfiehlt für Warendorf eine Gewerbesteuererhöhung. Ich bin gespannt wie viele Bürger unter solchen Umständen noch für eine LGS sind. Telgte und Ahlen wollen ebenfalls die LGS. Auch dort will man Zehntausende Euros für Machbarkeitsstudien ausgeben, trotz Schuldenhöchststände. Die Gutachterbüros werden ihre helle Freude daran haben.
Die für die LGS ins Auge gefasste Emsaue ist in weiten Teilen Naturschutzgebiet. Der FWG-Politiker Dr. Kritzler wies kürzlich zu Recht darauf hin, dass ein LGS-Gelände eingezäunt werden muss, um Einnahmen zu kassieren. Das wäre aber in Bezug auf das Naturschutzgebiet Emsaue bedenklich und schwerlich durchzusetzen. Eingezäunt werden müsste auch das Emssee-Areal, das von den Bürgern nur noch gegen Eintrittsgeld betreten werden dürfte
 Verl: William Burghardt zur Rolandstraße
William Burghardt, Östernkamp 41, schreibt zu den Plänen der Stadt, dem Antrag der Anwohner der Rolandstraße auf Verkehrsberuhigung derselben nicht stattzugeben:


Ich möchte die Anwohner der Rolandstraße darauf hinweisen, sich nicht mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung zur Lösung der Problem zufrieden zugeben. Daraus werde weitere Problemer erwachsen. Die Stadt Verl hat sehr viele Tempo-30-Zonen und Spielstraßen im Stadtgebiet eingerichtet. Vorzugseise in Wohngebieten und vor Kindergärten. Für die dann notwendigen Maßnahmen zur Einhaltung dieser Tempolimite ist die Verwaltung nicht zuständig.

Nach Aussage der hiesigen Polizei gibt es derzeit an 31 Stellen entsprechende Probleme durch Geschwindigkeitsüberschreitungen. Ich zitiere aus einem Schreiben der Verwaltung zu diesem Thema: ´´Geschwingkeitsüberschreitungen dürfen in NRW nur von der Polizei, den Kreisen oder den großen kreisangehörigen Städten verfolgt und bestraft werden. Das kann auch die örtliche Polizei nicht. Wir geben die Beschwerden an die Kreispolizeibehörde weiter! Wir können aber nicht vorschreiben, wo oder wie häufig Kontrollen durchgeführt werden.´´

Zur Lösung wird den Anwohnern angeboten, bei erkannten Fahrer (Kfz-Kennzeichen) diese der Polizei zu melden.
Die örtliche Polizei führt dann eine ´´Gefährdungsansprache´´ durch. Jeder betroffenen Anwohner kann für sich entscheiden wir er mit diesem Problem umgeht. Gelöst wird es so, nach meiner Erfahrung, nicht.
 Verl: Bernd Tischler zur Ehrenamtskarte
Bernd Tischler, der den Antrag auf Einführung einer Ehrenamtskarte in Verl gestellt hat, schreibt zur Reaktion des Haupt- und Finanzausschusses:

Die Äußerung von Sigrid Brandner (SPD), ´´die Ehrenamtskarte sieht nach einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme aus´´, bewegt mich zu diesem Leserbrief.

Die landesweit gültige Ehrenamtskarte so abzutun, wird dem NRW-Projekt Ehrenamtskarte nicht gerecht.

Ziel meiner Ausführungen ist es, die Mitglieder des Verler Stadtrates doch noch in der Sache zu überzeugen.
Es ist nicht die Verwaltung, die über die Ausstellung einer Ehrenamtskarte entscheidet. Die Vorsitzenden der Vereine
und Vereinigungen bescheinigen auf einem Formular im Umfang einer Din-A-4-Seite, wer ehrenamtlich überdurchschnittliche Leistungen in Vereinen und Vereinigungen erbringt. Es geht um die Menschen, die überdurchschnittlich ehrenamtlich engagiert sind.
Es geht nicht um eine weitere Rabattkarte. Die Ehrenamtskarte ist vielmehr eine Auszeichnung,
für die, die in Vereinigungen und Vereinen deutlich mehr leisten, als die anderen Mitglieder.
Mit dem Ok des Vorsitzenden gehen die Anwärter dann zum Rathaus.
Dort wird der Antrag auf Vollständigkeit und auf Unterschrift geprüft und danach freigegeben.
Eine Sachbearbeiterin, die sich mit der Prüfung in einer teilnehmenden Stadt befasst, teilte mir telefonisch mit,
dass die Prüfung bei unter einer Minute liegt. Danach wird der Stempel gesetzt und die Karte beantragt.
Die ersten Karten sind kostenlos, weil sie durch das Land NRW gesponsort werden.

Teilnehmende Städte berichten:

Bonn: ´´Die Ehrenamtskarte wurde letztes Jahr eingeführt, die ersten Karten wurden im feierlichen Rahmen ausgegeben. Aktuell sind 234 Ehrenamtskarten vergeben. Die Kartenvergabe erfolgt auf dem Postweg. Das Projekt stößt auf positive Resonanz.
In der Einführungsphase ist der Aufwand vergleichsweise hoch. Schließlich ist zur Erstausgabe eine größere Zahl von Bewerbungen zu bearbeiten. Nachdem die Karte eingeführt wurde und bei kontinuierlicher Bewerbungsmöglichkeit wird der Aufwand von erfahrenen Kommunen aber als vernachlässigbar bzw. als laufendes Geschäft der Verwaltung bezeichnet (1 Stunde pro Woche). Aktuell wird der Aufwand für die Antragsverarbeitung von einer halben Stelle abgedeckt. Die Arbeit wird dadurch erleichtert, dass Anträge laufend eingereicht werden können.´´

Bonn hat 314.000 Einwohner, Verl zur Zeit rund 25.000.

Bei den Rabatten ist mein Vorschlag, mit der Verler Werbegemeinschaft zusammenzuarbeiten. Letztendlich zählen die Verler Rabatte nicht ausschließlich, weil die Karten in ganz NRW gültig sind. Ehrenamtliche sind oft aktive Menschen und bringen, obwohl sie selbst einen Rabatt in Anspruch genommen haben, häufig eine vollzahlende Begleitung mit. Wir sollten es den privaten Teilnehmern überlassen, wie sie bei der Ehrenamtskarte mitmachen wollen. Gerade im Bereich der Dienstleistungen sind immer Rabatte möglich. Es gibt natürlich auch Bereiche, in denen Rabatte auf Grund von ohnehin nicht vorhandener Margen schlichtweg nicht möglich sind.

Mein Vorschlag ist daher: Eine befristete Einführung der Ehrenamtskarte auf zwei Jahre.
Wie auch die Kfz-Zulassungsstelle kann man dann auch eine solche Einrichtung nach dieser Zeit
erneut auf ihren Nutzen prüfen. In Verl darf die Einführung aus Kostengründen auf Grund der hervorragenden Haushaltslage
meiner Meinung nach nicht scheitern. Selbst Städte in der Haushaltsicherung haben die Ehremamtskarte eingeführt.
 Kreis Warendorf: Dietmar Zöller zu Lobbyarbeit
Dietmar Zöller, Geschäftsführer von Parisozial Warendorf äußert sich zum Artikel „Film zeigt noch nicht die ganze Härte“ in der Ausgabe vom 29. Juni auf der Seite ´´Kreis Warendorf´´ der ´´Glocke´´:

In diesem Artikel wurde auch die Absicht des Kreises angesprochen, bei den Integrationshelfern an der Erich-Kästner-Schule in Oelde zu sparen. Diese Integrationshelfer für schwerstbehinderte Kinder, die von der Lebenshilfe für geistig behinderte Kinder und Parisozial gestellt werden, sichern die Teilnahme am Unterricht und helfen beim Essen und vielen anderen Dingen. In Gesprächen mit dem Kreis konnte die anfangs geplante Kürzung verhindert werden. Unsere Argumente waren überzeugend. Das zeigt, dass durch Gespräche die verantwortungsvolle Arbeit für Behinderte besser wertgeschätzt wird. Dafür bedanken wir uns ausdrücklich. Diese Entwicklung zeigt aber auch, dass gerade solche Filme über die Situation von Familien mit behinderten Kindern und die konkrete Lobbyarbeit wichtig sind. Das werden wir auch in Zukunft machen beziehungsweise sogar verstärken, indem wir die UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen vorantreiben.
 Gütersloh: Marion Ernsting zum Gewerbeflächenverbrauch
Marion Ernsting aus Gütersloh äußert sich zum Gewerbeflächenverbrauch im Kreis Gütersloh:

Die Stadt Gütersloh soll mehr Gewerbeflächen ausweisen. Das wenigstens erwartet die Bezirksregierung Detmold. Darüber beklagen sich immer noch Gütersloher Bürger bei der Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (GNU). Sie sagen, der Widerspruch zwischen Sonntagsreden und Alltagshandeln von Politik und Verwaltung könne nicht größer sein, als beim Umgang mit dem Verbrauch von Boden und unverbauter Landschaft. Sie empören sich zu Recht, denn der bundesweite Flächenverbrauch liegt heute bei 115 ha pro Tag. Das national festgelegte Ziel ist, ihn wenigstens auf 30 ha pro Tag bis 2020 zu verringern. Das Land NRW müsste, den Flächenverbrauch um mehr als
60 % reduzieren!

Diese Zielsetzung verfolgt eigentlich auch die Landesregierung mit ihrer Initiative Allianz für die Fläche in NRW und der Kreis Gütersloh mit dem „Produkt 152“. Wie soll aber dieses Ziel erreicht werden, wenn z.B. das Land NRW gegen jede raumplanerische und ökologische Vernunft das Industriegebiet Marburg für „hochwertige, arbeitsplatzintensive Produktionsbetriebe“ durchsetzt, um es dann in Ermanglung derartiger Betriebe mit Hochregallagern und Dienstleistungsbetrieben aufzufüllen, und obendrein der Großschlachterei Tönnies 18 ha Vorratsfläche zu Verfügung zu stellen.

Nun drängt die Bezirksregierung Detmold auch noch als Sachwalter des Landes NRW die Stadt Gütersloh, neue Gewerbeflächen auszuweisen, da ja das Gelände der Fa. Pfleiderer weggefallen sei.
Das Argument ist nicht stichhaltig, denn das Gelände „Pfleiderer“ ist ja nicht „weggefallen“, also entsiegelt und Grünfläche geworden, sondern es wird weiter als Gewerbegebiet genutzt – nur etwas anders als zuvor.

Man kann der Stadt Gütersloh kaum ernsthaft vorwerfen, sie verbrauche zu wenig freie Landschaft. Im Gegenteil: Während sie 1970 „nur“ ca. 20 % durch Gebäude und Verkehr überbaut hatte, lag der Landschaftsverbrauch 2006 bereits bei 30%. „Die Stadt läuft auseinander.....Tendenz ist der Pfannekuchen“.

Außerdem würde ein Konzept, dass nur die Entwicklung der Gewerbeflächen im Blick hat, nicht nur ökologisch sondern könnte auch wirtschaftlich scheitern.
So stellte der Leiter der Stadtplanung in Gütersloh auf einer Veranstaltung „Stadtentwicklung zwischen Pragmatismus und Vision“ zu Recht die Frage, ´“ob es ausreiche, weiterhin auf die Verlässlichkeit der örtlichen unternehmerischen Entscheidungen zu vertrauen, die ja im internationalen Kontext gefasst würden, oder ob wir nicht rechtzeitig nach Strategien suchen müssten, bevor wirtschaftliche Entwicklungen uns die Fragen stellten“.

In diesem Zusammenhang muss auch Folgendes bedacht werden:
Wie hoch sind die Vorleistungen der Stadt für Infrastruktur und Flächenerwerb etc.
Können die Kommunen zukünftig noch auf Gewerbesteuer bauen? Wieviel Betriebe zahlen überhaupt Gewerbsteuer?
Wie hoch wäre die Beschäftigungswirkung in der Bilanz für Gütersloh und regional bei Neuansiedlung oder Umsiedlung von Betrieben? (Während in OWL 1987 noch 170 m² pro Beschäftigtem ausreichten, waren es 2001 bereits 240 m². Wieviel sind es heute? Während 1950 15 m² Wohnfläche pro Person beansprucht wurden, sind es heute gut 41 m² im Durchschnitt)
Wem ist jetzt welcher Vorwurf zu machen? Der Landesregierung und ihren Anweisungen? Der Bezirksregierung, weil sie auf Grundlage des politisch entschiedenen Regionalplanes Flächenverbrauch erzwingt? Dem Regionalrat, der diesen Regionalplan verabschiedet und damit weitere 12.910 ha Flächenverbrauch bis 2015 im Regierungsbezirk Detmold genehmigt hat? Den miteinander konkurrierenden Kommunen und Unternehmen, die ihren oft überzogenen Bedarf bei der Erarbeitung des Regionalplanes eingebracht haben und immer noch einbringen, siehe Verl?
Dem Anspruch der Bürger nach einem Haus im Grünen? Den Raumplanern, weil sie keine überzeugenden Konzepte für eine nachhaltige Entwicklung vorlegen oder sie gar nicht gefragt sind?

Wir sind seit Jahrzehnten an eine unbeschränkte Ressourcennutzung gewöhnt. Wer angesichts dramatischer Verknappung von Boden und freier Landschaft fordert, dass wir „für unsere Bedürfnisse mit den Flächen auskommen müssen, die wir jetzt dafür in Nutzung haben“, wie Dr. Klaus Töpfer 1996 als Bundesbauminister, der ist oft massiven Vorwürfen aus jedem Lager ausgesetzt oder wird nicht mehr gewählt. Es gehört schon Überzeugung und Mut dazu, eine solche Position durchzuhalten.
Jedoch: Eine weitere Betonierung von Boden und freier Landschaft ist unverantwortlich und für das Wohl der Allgemeinheit schädlich.
Alle Akteure stimmen darin eigentlich überein.
Daraus folgt: Politiker, die angetreten sind, dem Gemeinwohl zu dienen, müssen diese Entwicklung stoppen und verdienen dabei jede Unterstützung.



Marion Ernsting
 Ahlen: Studenten protestieren gegen Aus für das Projekt Förderturm
Ahlen (at). Im Namen von 14 Studenten, die früher des Förderturm besucht haben, schreibt Lale Duman aus Ahlen einen Leserbrief zu der Entscheidung, das „Förderturm-Projekt“ einzustellen:
„Auch wir Studenten besuchten vor vielen Jahren das Projekt „Hausaufgabenbetreuung im Förderturm“ und für uns war das eine große Hilfe. Die Schwierigkeiten, die wir als Schüler in der Grundschule hatten, konnten durch die Schule allein nämlich nicht aufgefangen werden. Wir hatten das Glück, ein Projekt besuchen zu können, wo wir die Hilfe bekamen, die wir als Kinder mit Migrationshintergrund dringend brauchten. Wir haben dort nicht nur unsere Hausaufgaben gemacht, sondern es wurde auch intensiv auf unsere vorhandenen Probleme und Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache eingegangen. Es war eine der Voraussetzungen, das Schulsystem erfolgreich zu durchlaufen. Umso mehr sind wir enttäuscht darüber und können nicht verstehen, dass den Kindern nach uns diese Chance genommen werden soll, die wir bekamen. Aus unserer Sicht war dieses Projekt wichtig und erfolgreich. Wir sind uns sicher, im Namen vieler ehemaliger Schüler zu sprechen, die das Projekt besucht haben und die heute entweder eine Ausbildung machen oder wie wir studieren.
Zu Recht fordert der „Bürgermeister aller Ahlener“ uns immer wieder dazu auf, Deutsch zu lernen. Aber Integration heißt unserer Meinung nach nicht nur fordern, sondern auch fördern.
Wir appellieren deshalb an die Verantwortlichen der Stadt Ahlen, diese Entscheidung zu überdenken und rückgängig zu machen.“
 Ahlen: Anerkanntes Projekt Förderturm muss erhalten bleiben
Ahlen (at). Einen Leserbrief zum Thema “Förderturm – Projekt soll auslaufen“ schreibt Semiha Kemerli, Eckelshof 12:
„Das Projekt „Förderturm“ ist seit über 20 Jahren sowohl in der türkischen Bevölkerung, als auch bei den Lehrern anerkannt. Auch dank des Projektleiters, der hier sehr engagiert ist und früh gesehen hat, dass neben der Hausaufgabenbetreuung eine stärkere Förderung besonders für türkische Kinder erforderlich ist.
Richtig stellen möchte wir zunächst, dass die Einrichtung derzeit nicht von 36, sondern wie jedes Jahr von 48 Kindern besucht wird. Und es gibt mehr Anmeldungen als aufgenommen werden können. Für das Schuljahr 2010/2011 dürfen nun keine Erstklässler mehr aufgenommen werden, sie werden an die OGS verwiesen. Sollten nicht alle Eltern selbst entscheiden dürfen, wo sie ihre Kinder besser gefördert sehen, bzw. anmelden? Wir möchten dass alle Kinder dir Chance erhalten, dieses Projekt besuchen zu können!
Zu den Argumenten für die Schließung des Projekts: 1. Es handele sich um zwei Systeme mit gleichem Angebot Die OGS ist wichtig und richtig, aber für türkische Kinder nicht ausreichend. Die OGS hat allgemeine Schwerpunkte. Spielen, malen. Hausaufgabenbetreuung und AGs, haben dort den gleichen Stellenwert. Im JZ Ost dagegen ist der Schwerpunkt neben der Hausaufgabenbetreuung, die Aufarbeitung von bestehende Defiziten. Nach der Schule noch 2 Stunden zu lernen, ist eine hohe Belastung für die Kinder. Trotzdem gehen sie dort gerne hin, weil sie wissen , dass sie mehr lernen müssen als andere Kinder, um einen guten Schulabschluss zu schaffen. Warum haben Eltern ihre Kinder wieder aus der OGS genommen? Doch nicht, weil die Beiträge im JZ Ost niedriger sind, sondern weil sie unzufrieden waren, sie sehen ihre Kinder dort zu wenig gefördert.
2. Kosten in Höhe von ca. 40000 Euro im Jahr: Diese Kosten für die Hausaufgabenbetreuung wurden auf den Elternabend mit ca. 10 000 Euro angegeben. Demnach müssten sich die 40 000 Euro auf die übrigen Kosten des Jugendzentrums beziehen. Zieht man nun von den 10 000 Euro den Elternbeitrag ab, ist die Gesamtsumme, die die Stadt Ahlen jährlich für die Hausaufgabenbetreuung aufbringen müsste noch geringer.
Alle Studien der letzten Jahre belegen, dass besonders Schüler mit Migrationshintergrund benachteiligt sind und deshalb stärker gefördert werden müssen. Zum Schluss würde uns noch interessieren: Wurde denn überhaupt versucht dieses wichtige Projekt zu retten? Wurde versucht, Fördermittel vom Land, Bund oder von der EU zu bekommen? Oder geht es nur darum, die 820 Euro pro Kind für die OGS mitzunehmen? Diesen Versuch vermissen wir! Es wäre auch ein Zeichen der Stadt, für uns türkische Eltern, dass man es mit der von uns geforderten Integration erst meint. Es gibt viele Projekte für Migranten, die bundesweit gefördert werden, warum nicht auch dieses?“
 Ahlen: Früher war Gemmericher Straße Herzstück des Ahlener Südens
Ahlen (at). Zu dem Bericht über die Evonik-Häuser an der Gemmericher Straße schreibt Ulrike Barth, Fritz-HusemannStraße 51 in Ahlen:
Der Hinweis von Lutz Kuligowski (CDU), dass nicht nur die Entwicklung des Wohnbereichs in Gefahr ist, sondern dass der geplante Abriss der Anfang für weitere Abbruchmaßnahmen sein könnte, muss ernst genommen werden.
Die Gemmericher Straße war einst das Herzstück des Südens (Mexiko), belebt mit zahlreichen Geschäften des täglichen Bedarfs. Welcher ältere Mitbürger erinnert sich nicht gerne an die Hochzeiten: das Milchgeschäft, der Konsum, Bäcker, Metzger, Schreibwaren Eckert, die kleine Post und der A & O Markt (deVries). Diese Glanzzeiten sind vorbei. Heute wird im Süden-Stadtteil das Leben in Moll gespielt. Wo einst reges Treiben herrschte, tritt nun immer öfter eine visuelle Verwahrlosung zutage, unzureichende Instandhaltung mancher Mietobjekte, zudem schlecht gepflegte Begrünung und manchmal fehlt diese völlig.
Der führenden Wohnungsgesellschaft Evonik wie auch der Stadt Ahlen wäre ein Umdenken anzuraten. Ein Mitspracherecht der Mieter und das Einbringen von Eigeninitiative würden nicht nur eine Aufwertung des Wohnumfeldes nach sich ziehen, sondern auch die Sensibilisierung der Menschen für die Belange in ihrem Stadtteil erhöhen. Die Stadt Ahlen könnte zudem – befristet – einen Sozialarbeiter zur Verfügung stellen, der als Koordinationspunkt der Mittler zwischen Stadtteilbewohner und Wohnungsgesellschaft ist und Ideen der Mieter aufgreift und deren Engagement in entsprechende Objekte lenkt.
Ein Abriss der Häuser an der Gemmericher Straße wäre aber wohl die schlechteste Lösung, schon allein aus „pädagogischen Gründen“. Wird hier einmal der Bequemlichkeit nachgegeben, könnte es gerade auch für Nachahmer Schule machen, ungeliebte Mietobjekte investitionslos zu stellen, bis ein Abriss unvermeidlich wird. Wir Mieter im Ahlener Süden können nur hoffen, dass mit Thomas Röttcher, dem neuen Kundendienstleiter von Evonik, jemand an die erste Stelle gerückt ist, der sich um Authentizität bemüht.
 Ahlen: Udo Pahl zu finanziellen Hilfen für Rot-Weiß Ahlen
Ahlen (at). Udo Pahl, Wandmacherstiege 10 in Ahlen schreibt zum Leserbrief von Dietmar Zöller (vom 19. Juni) zum Thema Unterstützung für Rot-Weiß Ahlen:
´´Herr Zöller ist nicht unbedingt prominent, aber er gehört wohl doch zur gehobenen Klasse der Gesellschaft in Ahlen. Das resultiert in erster Linie daraus, dass Herr Zöller der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist; eine Organisaton, die der SPD nahesteht. Deswegen wundert es mich, dass Herr Zöller für den Sportverein Rot-Weiß Ahlen um Geld bettelt. Würde das eine Privatperson dergestalt machen, könnte man wohlwollend davon ausgehen, dass diese Person ein normaler Fan dieses Sportvereines ist. Ein Herr Zöller jedoch ist seinem Job verpflichtet und der Satzung seiner Organisation und kann im öffentlichen Leben niemals diese Privatperson sein, der ich eine solche Bettelei zugestehe!
Unter den Eindrücken des Sparpaketes der Bundesregierung, welches einmal mehr die Armen trifft und unter Berücksichtigung der Haushaltslage der Stadt Ahlen „haut es mich um“, wenn die Person Zöller dafür wirbt, den Verein zu unterstützen.
Ich hätte es mir gefallen lassen, wenn der Herr Zöller sich in dieser Form für die Armen und Schwachen der Gesellschaft einmal mehr spezifisch eingesetzt hätte, denen er aufgrund seines Jobs verpflichtet ist! Und die ganze Sache hat ein ‘G’schmäckle’; denn Frau Zöller ist als „Mitgiederin“ der Partei Die Linke sogenannte sachkundige Person im Kreis-Sportausschuss. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang zurück an das Jahr 2007. Damals war ich auch in dieser Linkspartei, die zu diesem Zeitpunkt noch kein kommunistisch gelenkter Kaderhaufen war. Wir versuchten damals über die Parteigrenzen hinweg, mit einer Aktion zu Weihnachten auch den ‘Paritätischen’ zu bewegen mitzumachen; denn - wie gesagt - die Ehefrau des Geschäftsführers ist Mitglied dieser Linkspartei. Sie war es auch damals schon. Aber diese Art Solidarität kennen und kannten diese Leute nicht! Und ich erinnere mich an eine Spende der Stadt an Rot Weiss Ahlen zu diesem Zeitpunkt. Und damit schliesst sich für mich der Kreis! Es kann nicht sein, dass ein Sportverein gesponsert wird, aber ein umfassendes Sozialticket scheint nicht möglich zu sein. Es kann nicht sein, dass ein Sportverein gesponsert wird, aber im Bereich der Kitas ist es im Argen. Die Liste der Einrichtungen, wo Geld dringend benötigt wird, lässt sich fortsetzen. Ein Sportverein stünde bei mir weit unten auf der Liste in diesen schlechten Zeiten! Und das ist wahrlich ein schwaches, um nicht zu sagen, schwachsinniges Argument ‘pro Kohle’, dass RW dazu beiträgt, wenn der Name der Stadt im Fernsehen genannt wird. Ja, liebe Leut’: Wo sind wir denn eigentlich???´´
 Politik: Sparpaket trifft nur den Normalbürger
Albert Bartmann aus Sendenhorst schreibt zum Sparpaket der Bundesregierung:
Im Angesicht völliger Überschuldung stellt unsere Bundeskanzlerin fest, dass wir alle über unsere Verhältnisse gelebt haben. Wen meint sie damit? Überschuldet sich der „kleine Bürger“, kommt er in den „Schuldenturm“, das heißt, sein Besitztum wird gepfändet. Lebt und arbeitet ein Unternehmer über seine Verhältnisse, klopft die Bank an seiner Haustür, und seine Erwerbnisse, eventuell auch das seiner Vorgängergeneration, fällt an die Bank und er steht nach zig Jahren Arbeit mit buchstäblich nackten Händen da. Bleiben also nur noch unsere Politiker übrig, die vielfach den Wünschen der Wähler nachgaben und zum Teil teure und überflüssige Projekte genehmigten. Anders ausgedrückt, um die eigene Wiederwahl rechtzeitig zu sichern, wurden von unseren Volksvertretern bereitwillig Steuergelder als Vorwahlgeschenke ausgegeben.
Die Höhe der jetzigen Überschuldung zeigt uns allen, dass eine radikale Umkehr zwingend erforderlich ist. Der Aufschrei unserer Politiker, „alles gehört auf den Prüfstand“, ist bundesweit zu vernehmen. Nur haben sie bei der jetzigen Sparorgie nur an den „kleinen Mann“, aber nicht an sich selber gedacht. Da die Politiker die Urheber der Verschuldung sind, sie haben ja selber das Geld ausgegeben, sollten sie mit gutem Beispiel beim Sparen bei sich selber anfangen. Folgende Sparvorschläge könnten sofort umgesetzt werden: Reduzierung der Bundesländer auf nur noch sechs; Verlängerung der Wahlperiode auf sechs Jahre; gewählt wird an einem Tag für alle Wahlen (Kommunal-, Landes- und Bundestagswahl; Verringerung der Anzahl unserer Bundestagsabgeordneten um ein Drittel; Gehälterkürzung bei den Politikern um wenigstens 15 Prozent (ist in der Wirtschaft bei finanzieller Schieflage normal; das Rentenalter von 65 gilt auch für Politiker; im Aufsichtsrat der Parteien wird die Wahlkampfkostenpauschale pro Wählerstimme gestrichen; Politiker, die aus freiem Willen selber zurückgetreten sind, haben mit erheblichen Einbußen zu rechnen. Die jetzige Methode unserer Volksvertreter, Wasser zu predigen und hochwertigen Wein schamlos zu trinken, sollten die Wähler nicht mehr akzeptieren. Da unsere Politiker in den letzten Jahrzehnten bewiesen haben, dass sie wohl nehmen, aber nicht geben können, schlägt jetzt die Stunde der Kommunalpolitiker. Frei nach dem Motto „Gemeinwohl vor Eigennutz“ könnten sie die oben aufgeführten Vorschläge als Petition in den Bundestag eingeben oder aber bei den verschiedenen Parteitagen als Tagesordnungspunkte zur Sprache bringen. Ohne ein neues Denken und Handeln werden wir den Karren sehenden Auges vor die Wand fahren.
 Politik: Linkspartei hätte Gauck mitwählen sollen
Zur Kandidatur von Luc Jochimsen für das Amt der Bundespräsidentin schreibt Jana Wehrmeyer aus Rheda-Wiedenbrück:

„Die Linkspartei kann sich wenden und sich einen anderen Namen geben, letztlich bleibt sie immer noch die SED aus alten DDR-Zeiten. Jetzt hätte sie die Gelegenheit gehabt, ihr negatives Image aufzubessern, indem sie dafür sorgt, dass Joachim Gauck zum Bundespräsidenten gewählt wird. Aber nein, sie bringen Luc Jochimsen, die von vornherein keine Chance hat.“
 Gütersloh: Gegen Szene an der Martin-Luther-Kirche vorgehen
Gütersloh (gl). Eberhard Schlink, Berliner Straße 12, Gütersloh, äußert sich zu einem Vorfall an der Martin-Luther-Kirche. Er schreibt:
Momentaufnahme, Dienstag, 8. Juni, 17 Uhr: Eine Ansammlung Männer mit Bier- und Schnapsflaschen in der Hand. Zwei nicht angeleinte Hunde springen eine alte Dame mit Gehstock und Einkaufsnetz an. Die Frau stürzt, kann nicht mehr aufstehen und bleibt in einer Pfütze von Milch und Quark liegen. Sie klagt über starke Schmerzen in der Hüfte. Ein Krankenwagen wird gerufen, und sie wird auf einer Trage abtransportiert. Ich hole die Polizei. Der Mann mit den Hunden ist verschwunden, alle Umstehenden wissen von nichts. Ich muss mir Sprüche wie: „Sie ist doch versichert“ oder „die Hunde sind eigentlich ganz brav“ anhören. Seit 20 Jahren kämpfen wir Anwohner dafür, dass die Szene an der Kirche aufgelöst wird. Eingaben beim Ordnungsamt, bei der Kirchengemeinde, beim Superintendenten, selbst Unterschriftenlisten, haben nichts genützt. Wir verlangen von der evangelischen Kirchengemeinde nur, dass sie ein striktes Aufenthaltsverbot und ein Verbot von Alkohol- und Drogenkonsum ausspricht, damit die Ordnungskräfte eine Handhabe zum Eingreifen bekommen. Der jetzige Zustand ist für das Ansehen der Kirche und das der Stadt unhaltbar und für alle Anwohner ein tägliches Ärgernis. Stellen Sie sich mal eine solche Szene am Dom zu Paderborn vor. Die Kirchengemeinde sollte sich überlegen, wie viele Mitglieder sie mit dieser Einstellung verlieren wird.
 Empörung in Ahlen über rechtsradikale Schmierereien an der Christuskirche
Ahlen (at). Im Namen des Ehepaarkreises an der Christuskirche hat Heinz Aden, Pfarrer i.R., folgenden Leserbrief verfasst:
Mit Empörung hat der Ehepaarkreis der Christuskirche zur Kenntnis nehmen müssen, dass wieder einmal das Gelände an der Christuskirche missbraucht worden ist durch (einen oder mehrere?) rechtsradikale Täter. Nachdem bereits am 29. Mai auf dem Stromkasten an der Wiese vor der Kirche die verbotene, neofaschistische, vom Verfassungsschutz beobachtete Gruppierung „Autonome Nationalisten Ahlen (ANA)“ ihre Spur hinterlassen hatte, ist derselbe Kasten und auch die Außenwand der Christuskirche erneut Ziel vermutlich derselben Gesinnungstäter geworden.
Im Stadtbild Ahlens ist an mehreren Stellen das Kürzel „ANA“ zu sehen, bzw. zu sehen gewesen. Dass aber nun auch ein Gotteshaus nicht verschont bleibt, ist der Gipfel der unverschämten Respektlosigkeit! Den Urhebern ist offensichtlich nur noch ihre rassistische Ideologie heilig…
Es handelt sich nicht nur um ärgerliche und kostenaufwändige Sachbeschädigungen; es handelt sich auch nicht um übermütigen jugendlichen Vandalismus, sondern es handelt sich um einen Angriff auf das Grundgesetz und die freiheitlich-demokratische Grundordnung unseres Staates. Den Holocaust, also die in deutschem Namen angeordnete und durchgeführte millionenfache Ermordung jüdischer Menschen während der Hitlerdiktatur, zu leugnen und als „Judenschwindel“ zu diffamieren, ist eine verbrecherische Lüge, die die Opfer wieder und wieder schändet. Diese Leugnung ist zu Recht durch das Strafgesetzbuch unter Strafe gestellt und beileibe kein Kavaliersdelikt!
Wir empfehlen den ewiggestrigen und verblendeten Neofaschisten der ANA, einmal nach Auschwitz zu fahren und mit offenen Augen und Herzen die Gedenkstätte im ehemaligen Vernichtungslager auf sich wirken zu lassen. Oder Gespräche mit Betroffenen zu führen, die die Hölle des Holocaust überlebt haben; oder schriftliche Zeugnisse von Opfern zur Kenntnis zu nehmen. Es ist abstrus und jämmerlich zu behaupten, all dies sei inszeniert, übertrieben oder gar eine „Verschwörung des Weltjudentums“, also nur erlogen, um uns Deutschen ein schlechtes Gewissen zu machen und an den internationalen Pranger zu stellen. So propagiert es seit Langem die rechtsradikale Szene…
Die Mitglieder der ANA und anderer rechtsradikaler Gruppierungen nehmen die Freiheits-rechte des Grundgesetzes ohne Skrupel in Anspruch, indem sie öffentlich für ihre Anliegen demonstrieren und agitieren, lehnen aber mit ihrer Ideologie wesentliche demokratische Grundwerte ab. Sie lassen sich von Polizisten beschützen, beschimpfen diese aber als „Bullenschweine“ und Handlanger des verhassten Staates. Sie bekämpfen diesen Staat, bedienen sich aber der Gerichte, um ihre Rechte durchzusetzen. Diese Haltung ist schizophren.
Außerdem halten wir es für feige und hinterhältig, anonym zu bleiben und sich zu verstecken und bei Nacht und Nebel fremdes Eigentum zu beschmieren. Zeigt Euch, stellt Euch der Debatte!
Wir als Christen und als Deutsche schämen uns, dass in unserer Heimatstadt junge Menschen diesen Irrweg gehen. Der Ehepaarkreis und die gesamte Evangelische Kirchengemeinde rufen zur Umkehr auf!

 HarsewinkelHebesätze sind keine heilige Kuh
Einen Leserbrief zum Thema Haushaltssperre in Harsewinkel hat Alt-Bürgermeister Heinrich Hemker, Am Rövekamp 13, verfasst. Er schreibt:

Zwar nicht als geborener, aber als über 50 Jahre in Harsewinkel wohnender Bürger möchte ich der Stadtkasse zur Hilfe kommen. Natürlich müssen zunächst alle Möglichkeiten zum Sparen ergriffen werden. Aber dann brauchen die Hebesätze auch keine heilige Kuh mehr zu sein. Zum Beispiel: Hebesatz Grundsteuer B: Durch das Absenken des Hebesatzes im Jahr 2008 von 290 auf 260 Punkte zahle ich jetzt 95,73 Euro anstatt früher 106,78 Euro im Jahr. Ich habe also einen Vorteil von 11,05 Euro. Soll ich mich darüber freuen? Das kann ich nicht. Ich weiß ja, dass die Stadt mir die 11,05 Euro mit Weniger-Einnahmen von 16,98 Euro erkauft hat, weil sie von dem gar nicht eingenommenen Geld von 11,05 Euro noch 53,62 Prozent Kreisumlage zahlen musste.
Wenn die Stadt den fiktiven Hebesatz von 381 für 2011 beschließen würde, dann müsste ich 44,51 Euro pro Jahr mehr zahlen. Diese 44,51 Euro gehen dann aber als netto direkt in die Stadtkasse. Die Kreisumlage wurde immer dem fiktiven Hebesatz entsprechend gezahlt. Von allen Steuer-Klasse-B-Zahler im Stadtgebiet ergäbe die Hebesatz-Änderung eine Netto-Mehreinnahme von rund 714 000 Euro pro Jahr.
 Rheda-Wiedenbrück: Kein Alleinstellungsmerkmal für das St.-Vinzenz-Hospital
Rheda-Wiedenbrück (gl). Zu neuen Operationsverfahren am St.-Vinzenz-Hospital in Wiedenbrück („Single-Port-Methode´´)nehmen im Folgenden Professor Dr. med. M. Varney vom Klinikum Gütersloh und Dr. med. Eduard Kusch vom St.-Elisabeth-Hospital Gütersloh Stellung.

Dr. W. Grebe als Chefarzt und seinem Team für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am St.-Vinzenz-Hospital in Wiedenbrück gilt es, zum erfolgreichen Einsatz der Single-Port-Operationstechnik zu gratulieren. Im Artikel ganz richtig beschrieben handelt es sich hierbei um ein relativ neues Operationsverfahren der Schlüsselloch-Chirurgie, das typischerweise bei der Gallenblasenentfernung eingesetzt wird.
Werden bei der klassischen minimal-invasiven Methode – stets neben dem immer auch beim Single-Port benötigtem Zugang über den Nabel – zwei weitere (ein ein Zentimeter großer Hauteinschnitt in der Mitte des Oberbauchs und ein fünf Millimeter großer im rechten Oberbauch) zum Einführen der Arbeitsinstrumente benötigt, entfallen diese kleinen Öffnungen bei der im Artikel vorgestellten Methode. Als Ausgleich muss jedoch bei der Single-Port-Technik der Einschnitt im Nabel deutlich vergrößert werden, da der so genannte Single-Port als alleiniger zur Verfügung stehender Zugang in den Bauchraum – sowohl für die benötigten Operationsinstrumente, als auch für die Videokamera – einen Durchmesser von etwa drei Zentimetern besitzt. Der alleinige Vorteil der Single-Port-Technik ist ein kosmetischer: der Verzicht auf zwei, (ein und 0,5 Zentimeter große), ansonsten zusätzlich benötigte Hauteröffnungen.
Ein weiterführender Vorteil ist nicht existent, weder werden hierdurch die Schmerzen nach der Operation vermindert, noch kommt es zu einer schnelleren Erholung des Patienten. Gleichfalls ist auch eine weitere Verkürzung der stationären Behandlungsdauer nicht nachzuweisen, wobei sowohl im St.-Elisabeth-Hospital, als auch auch im Klinikum Gütersloh die Entlassung regelhaft am zweiten oder dritten Tag nach der Operation erfolgt.
Natürlich ist der Einsatz der Single-Port-Technik prinzipiell auch bei weiteren Eingriffen möglich, etwa bei Dickdarmteilentfernungen, dies jedoch ausschließlich bei wenigen gutartigen Erkrankungen, keinesfalls aber bei Tumorerkrankungen. Vorteile im Vergleich zu den etablierten Methoden sind zumindest im Moment auch hierbei nicht nachzuweisen.
Zusammenfassend ist die Single-Port-Technik für ausgesuchte Indikationen längst nicht für alle Patienten geeignet oder sinnvoll, eine weitere ergänzende Methode beim minimal-invasiven Operieren.
Abschließend muss jedoch korrekterweise darauf hingewiesen werden, dass das St.-Vinzenz-Hospital Wiedenbrück hierbei in der Region weder eine „Vorreiterrolle einnimmt“, noch ein „Alleinstellungsmerkmal“ besitzt oder „die Nase vorn“ hat. Sowohl im St.-Elisabeth-Hospital, als auch im Klinikum Gütersloh ist diese Technik nicht nur bekannt, sondern auch schon seit längerer Zeit im Einsatz.
 Ahlen: Martina Jotzeit zur Fusion der Kirchengemeinden
Zu den Aussagen von Wilfried Renk, Leiter der Stabsstelle Gemeindefusion im Bistum Münster, nimmt Martina Jotzeit, Siemensweg 18 b, Ahlen, Stellung. Sie schreibt:
„Seit 1998 bin ich Mitglied des Pfarrgemeinderates St. Gottfried, jetzt St. Bonifatius. Als Gremiumsmitglied habe ich die beiden Sitzungen am 10. Mai in der FBS und am 25. Mai in St. Lambertus aufmerksam verfolgt. In Letzterer war eine große Unzufriedenheit und Zerrissenheit spürbar, genährt durch den Wunsch von Dolberg, einen eigenen Weg außerhalb von irgendwann Gesamt Ahlen zu gehen.
Die Fusion in St. Bonifatius liegt erst zweieinhalb Jahre zurück, und der im November 2009 gewählte Pfarrgemeinderat wollte seine Arbeit mit neuem Schwung aufnehmen. Gebremst von Dolberger Wünschen zur Eigenständigkeit gehen mir als Gremiumsmitglied langsam die Luft und Kraft aus, um effektiv Gemeindearbeit zu leisten.
Die von Herrn Renk vorgeschlagene weitere Konzepterstellung seitens der Gemeinde wurde kritisch hinterfragt und als Hinhalten auf Zeit empfunden. Um zu wissen, woran wir tatsächlich sind, haben wir Herrn Renk gebeten, bis zu den Sommerferien die Position des Bistums zu klären. Dies hat er zugesagt. Nach seinen Äußerungen in der Zeitung sieht das aber anders aus.
Ich habe das Gefühl, wir drehen uns im Kreis und opfern letztendlich das Engagement vieler Christen mit immer wiederkehrenden Strukturfragen. Die sowieso angeschlagene Kirche nimmt weiteren Schaden in den Köpfen und Herzen der Menschen – und das darf nicht geschehen.“
 Kreis Warendorf: Karl-Heinz Sommer zur Schulpolitik
Karl-Heinz Sommer, Nachkamp 22 in Albersloh, äußert sich zu Auswirkungen der NRW-Schulpolitik auf den Kreis Warendorf:

Kommt jetzt der Wandel in der Schul- und Bildungspolitik in NRW? Die Wahl ist nun gelaufen und es steht fest, dass es einen Wandel bzw. eine Reform gibt, egal wie die neue Regierung in Düsseldorf auch immer aussehen wird, Gott sei Dank.
Zum Ende des Wahlkampfs wurde es zunehmend unerträglich, wie die Herren Rüttgers und Recker mit unhaltbaren Argumenten auf Stimmenfang gingen. Einige Beispiele sind hier wohl erlaubt.
In der WDR-Sendung „Wahlarena“ (28. April) hat Herr Rüttgers die von den Oppositions- parteien favorisierte Gemeinschaftsschule arrogant und wohl bewusst abwertend mit dem Begriff Einheitsschule (=Einheitsbrei) abgetan und es kam noch schlimmer: Herr Rüttgers stellte die utopische Zahl von 99,5 Prozent in den Raum, diese Zahl sollte angeblich dem Elternwunsch des Schultyps bei weiterführenden Schulen entsprechen, eine Falschaussage, eine Befragung der Eltern hat nie stattgefunden. Nachweisbar sind jedoch abgelehnte Bewerbungen an den Gesamt- schulen mangels Kapazität, Landesdurchschnitt rund 30 Prozent und in Ahlen sogar 45 Prozent.
Die neu geschaffenen 8000 Lehrerstellen sind selbstverständlich zu begrüßen, jedoch wie viele Stellen konnten besetzt werden, keine Aussage. Zweifel kommen dann auf, wenn man im Polit- magazin Kontraste (29. April) erfährt, dass in Deutschland akuter Lehrermangel herrscht. In einigen Bundesländern werden die freien Stellen mit billigen Aushilfskräften über Zeitverträge besetzt. Die Verträge enden meistens mit Beginn der Sommerferien. Folge ist dann, kein wohl verdienter, bezahlter Urlaub, im Gegenteil, der Gang zur Arbeitsagentur.
Und welche Aussagen macht Herr Recker (bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion???) zum Thema Schul- und Bildungspolitik in seinem Wahljournal auf Seite „Beckum lokal“? Zunächst schlägt er, wen wunderts, in die gleiche Kerbe wie sein Parteichef und erklärt, dass eine Einheitsschule zum bildungspolitischen Desaster führe. Aber wer will denn eigentlich die „Einheitsschule“?, niemand! Rüttgers und Recker, sowie große Teile der CDU suggerierten mit der von ihnen erdachten „Einheitsschule“ die Wählerinnen und Wähler, eine böswillige Ver- fälschung der Aussage der Opposition, die immer die „Gemeinschaftsschule“ favorisierte. In Drensteinfurt beschäftigt man sich schon seit vielen Jahren mit der Schulstruktur. 2005 wurde hierzu das erste Gutachten vom Schulgutachter Dr. Rösner (Uni Dortmund) erarbeitet und vorgestellt. Schon im Jahr 2007 beauftragten die Gemeinde Ascheberg und die Städte Drenstein- furt und Sendenhorst Dr. Rösner mit der Erstellung eines weiteren Gutachtens, das im April 2008 vorgestellt wurde. Die demographische Entwicklung macht Druck und zwingt zum Handeln.
Herr Recker erkennt plötzlich, welch Wunder, dass man über die Neuerrichtung einer zweiten Gesamtschule im Kreis Warendorf nachdenken könnte. Die Aussage konnte er ja auch machen, wohl wissend, dass die schwarz-gelbe Koalition eine weitere Gesamtschule in der bisherigen Form als Ganztagsschule nicht genehmigen würde. Wieso eigentlich hier diese Einschränkung, hingegen Anträge von Haupt- und Realschulen und auch Gymnasien zur Ganztagsschule wohl- wollend behandelt werden. Zum Thema „Zweite Gesamtschule im Kreis Warendorf“ ist schon weit vor der Aussage Reckers, und zwar am 6. März ein Leserbrief im AT unter der Überschrift „Andere Städte gefordert“ veröffentlicht worden. Wenn auch Herr Recker und Frau Werner sich in einem Pressegespräch in Ahlen dahingehend äußern, die Zeit der „Reformitis“ sei vorbei, sie werden sich wundern, wenn die Ergebnisse der Schulentwicklungsplanung auf dem Tisch liegen, nicht nur in Ahlen, sondern vielerorts im Kreis Warendorf. Die Bürger NRWs haben sich am 9. Mai mit ihrer Stimme auch für die Reform des Bildungs- und Schulsystem ausgesprochen. Nun sind alle Parteien gefordert ihre Parteiideologien bald- möchlichts über Bord zu werfen und im Interesse nachfolgender Generationen gesprächsbereit zu sein und eine sinnvolle und für alle tragbare Lösung zu finden.
Eine große Arbeits- und Entscheidungshilfe könnte durchaus das Studium einer Rede von Prof. Dr. Hans-Martin Lübking sein, die er im Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken gehalten hat. Prof. Lübking ist Leiter des Pädagogischen Instituts der Evangel. Kirche von Westfalen und Mit- begründer der Initiative „Bündnis länger gemeinsam lernen“, auch Prof. Rita Süssmuth (CDU) gehört dazu.
Eine Reform kann natürlich nur behutsam und nicht im „Hauruck-Verfahren“ betrieben werden, so wie es in 13 Bundesländern schon geschieht bzw. geschehen ist. Notwendig sind jetzt neue verbindliche Rahmenbedingungen für das Land NRW unter Berück- sichtigung angemessener Gestaltungsspielräume für den Schulträger und alle Beteiligten vor Ort.
Unter dem Motto „Bildung durch Wandel – Wandel durch Bildung“ könnte man sicherlich die Reform in Ruhe angehen und am Ende auch den Erfolg buchen. Glückauf für ein gutes Gelingen.

 Gütersloh: Dr. Anke Knopp zur Schulpolitik
Zum Thema Bildung/Schule schreibt Dr. Anke Knopp, Sieweckestraße 59, 33330 Gütersloh:

Am 5. Mai sollte der Bildungsausschuss der Stadt tagen. Der Termin wurde jedoch ersatzlos gestrichen. Nun könnte man wohlwollend davon ausgehen, dass alles bestens bestellt ist in Sachen Bildung und Schullandschaft in Gütersloh. Wäre da nicht das ungute Gefühl, dass gerade die Bildung im Spannungsfeld der Haushaltslage gelitten hat. Knüpfen wir doch einmal an das an, was noch nicht geklärt ist: Die Anmeldezahlen an den Grundschulen liegen vor. Eine Eingangsklasse in der Astrid-Lindgren-Schule wird es nicht geben. Mangels Anmeldungen. Was aber ist mit den übrigen 17 Grundschulen? Wie sieht die Zügigkeit aus, wie ist es um die Klassengröße bestellt? Von den Voraussetzungen für einen chancengerechten Bildungszugang ganz zu schweigen. Und war da nicht auch noch das Zauberwort „kommunale Schullandschaft“? Die soll es angeblich schon geben. Was aber bedeutet das real? Und wie will Gütersloh in Bildungsfragen aufgestellt sein? Alles Fragen, deren Beantwortung Zeit und gemeinsames Nachdenken braucht. Gerade an dieser Stelle aber schlagen sich Stadt und Politik in die Büsche. Eine zukunftsorientierte Schulpolitik hat für mich ein anderes Gesicht. Oder?
 Ahlen: Hat SPD das Wahlergebnis noch nicht verdaut?
Reiner Jenkel, Direktkanditat der Linken im Wahlkreis Warendorf II (Südkreis), schreibt zur Berichterstattung zur Landtagswahl in einem Leserbrief:
´´Was sollte das denn? Hatte Gabi Duhme, Stadtverbandvorsitzende der Ahlener SPD, auch am Montag das auf den zweiten Blick gar nicht so tolle Wahlergebnis ihrer Partei noch nicht so richtig verdaut? Der Reihe nach: Zunächst wurde sie mit folgender am Wahlabend geäußerten Stellungnahme zum Wahlausgang zitiert: „Herr Recker kann sich bei den Linken und Herrn Jenkel bedanken, das uns die entscheidenden Prozentpunkte fehlen.“ Am Dienstag lese ich dann folgende Meinungsäußerung der SPD-Vorsitzenden: Der SPD bleibe doch „wieder einmal nur die Wahl zwischen Pest und Cholera“ - zwischen einer Großen Koalition und einer wie auch immer gearteten Zusammenarbeit mit den Linken. Wir (die Linken) werden also von Frau Duhme wahlweise mit Pest oder Cholera verglichen! Gleichzeitig hatte man von uns offensichtlich erwartet, auf die Aufstellung eines eigenen Direktkandidaten zugunsten der SPD zu verzichten! Noch Fragen?
Auch Herr Daldrup meint, Frau Watermann-Krass sei wohl auch daran gescheitert, dass die Linken einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickten. Oder wäre die SPD mit uns zufrieden gewesen, wenn wir wie die Grünen „eine Erststimmen-Kampagne zugunsten der SPD-Kandidatin“ gefahren hätten. Ich muss da etwas nicht mitbekommen haben, immerhin kam der Grünen-Kandidat Ali Bas auf 7,3 (!) Prozent.
Vielleicht sollte Frau Duhme einmal darüber nachdenken, warum sich nicht mehr Wähler für die SPD und ihre Direktkandidatin entschieden haben? Die SPD hat zusammen mit den Grünen unter Schröder und Fischer einen Politikwechsel vollzogen, den viele nun wirklich mehr als „sozialdemokratisch“ bezeichnen. Auch auf einen Verweis auf den Ex-SPD-Ministerpräsidenten unseres Landes, Herrn Clement, der sich seine neuen Freunde mittlerweile bei der FDP sucht, will ich mir hier nicht ersparen. Frau Kraft war übrigens Ministerin in seinem Kabinett und ist dabei nicht durch eine „wie auch immer geartete“ Kritik an seiner Politik aufgefallen. Dass es mittlerweiler innerhalb der SPD eine Gruppe gibt, die sich „Sozialdemokraten in der SPD“ (!!) nennt, und die sich eine Zusammenarbeit mit uns sehr wohl vorstellen kann, spricht Bände.
Wenn es, wie Frau Duhme beklagt, „nun im ganzen Kreis Warendorf kein SPD-Abgeordnetenbüro mehr als Anlaufstelle für die Bürger“ gebe und das ein „Verlust für alle, nicht nur für die Partei“ sei, kann ich die Bürger und die Partei beruhigen: Es gibt seit einigen Wochen ein neues: Unsere Bundestagsabgeordnete Ingrid Remmers, die neben ihrem Bochumer Wahlkreis auch den Kreis Warendorf betreut, hält regelmäßig in ihrem Ahlener Büro in der Klosterstraße 16 Sprechstunden ab. Da sie im Petitionsausschus des Bundestages sitzt, ist sie eine hervorragende Ansprechpartnerin für alle Menschen, natürlich auch für SPD-Mitglieder.´´
 Politik: Frank Jasperneite zum FDP-Stufenmodell für eine Steuerreform
Frank Jasperneite, Engernstr. 13, 33378 Rheda-Wiedenbrück, äußert sich zu dem von der FDP vorgeschlagenen Stufenmodell zur Einkommensteuer:

Die medialen Lobeshymnen auf die Mehrfachwirkung des Stufenmodells entbehren jeder Grundlage: Wer glaubt, der Stufentarif vereinfache das Steuerrecht, der möge doch bitte erst in das nicht gerade dünne Einkommensteuergesetz schauen: Die in Paragraf 32a (1) beschriebene Tarifformel macht darin gerade mal ein Dutzend Zeilen aus. Die der FDP dürfe kaum kürzer ausfallen. Der Tarifverlauf lässt sich in einem Kurvendiagramm darstellen. Damit niemand selbst mit x und y zu Fuß zu rechnen braucht, kennt man übrigens Steuertabellen und Rechenprogramme. Was wird einfacher, wenn die eine Formel durch eine andere ersetzt wird, eine Kurve durch eine unharmonische Flatterlinie?

Auch die gerne als Begründung herangezogene kalte Progression hat relativ wenig mit dem Steuertarif zu tun. Sie bedeutet erst recht nicht, dass von einer Lohnerhöhung praktisch gar nichts bleibt, wie dies regelmäßig glauben gemacht wird. Bekommt jemand bei einem zu versteuernden Einkommen von 30.000 Euro rund 600 Euro mehr, beträgt die Steuer darauf rund 190 Euro. Etwa 75 Euro davon sind der Progression beziehungsweise Inflation geschuldet. Es bleiben also rund 410 Euro und damit deutlich mehr als gar nichts.

Kalte Progression entsteht aber nur dann, wenn der Gesetzgeber welchen ansteigenden Steuertarif auch immer nicht jährlich um die Inflationsrate korrigiert, wie dies in anderen Ländern praktiziert wird. Ginge es der FDP tatsächlich um Progressionsmilderung, müsste sie für eine solche automatische gesetzliche Anpassung eintreten.

Außerdem fände sie im unteren Einkommensbereich ein viel größeres Betätigungsfeld als im oberen, da die Steuerkurve dort viel stärker ansteigt. Man mildert den Anstieg einer Kurve nicht, indem man sie für bestimmte Einkommensgruppen parallel nach unten verschiebt. Der in den Medien leider selten gezeigte grafische Vergleich beider Steuerkurven widerspricht den Aussagen der FDP. Von der Tarifverschiebung würden vor allem die höheren Einkommen profitieren.
 Politik: Hannelore Beyer zur Bildungsdebatte in NRW
Hannelore Beyer aus Ennigerloh schreibt zur Debatte um die Gemeinschaftsschule in Nordrhein-Westfalen:

Aktuell wird viel über das Schulwesen diskutiert und geschrieben. Wer wie ich so vielen Kindern in der Grundschule beim Lernen geholfen hat, der weiß, wie glücklich die Kinder waren, nach dem vierten Schuljahr endlich in der Hauptschule Erfolge zu sehen.

Und ich war sehr glücklich, wenn das vierte Schuljahr endlich „überstanden“ war: Man kann zwar eine Schildkröte zum Laufen bringen, aber ein Rennpferd wird es nie. Aber eine Schildkröte kann einen ganzen Ozean durchschwimmen und kommt heil am anderen Kontinent an.

Gönnen wir doch den Kindern eine glückliche Kindheit und bieten ihnen eine große Vielfalt an Lernmöglichkeiten – aber bitte keine Einheitskost für alle.
 Politik: Josef Kiffmeyer zur Flugsicherheitsbeeinträchtigung durch Aschewolken
Josef Kiffmeyer aus Beckum äußert sich zur Beeinträchtigung des Luftverkehrs durch die Aschewolken eines isländischen Vulkans:

Zur Diskussion um die Flugsicherheitsbeeinträchtigung durch Aschewolken in der Atmosphäre, möchte ich als Inhaber einer Privatpilotenlizenz Klasse A Folgendes sagen: Es ist schon grotesk, stürzt ein Flieger ab und Hunderte Tote sind zu beklagen, zerfließen alle in Tränen und es werden Worte wie Entsetzt und so weiter inflationär gebraucht. Jetzt wird deutlichst klar gemacht, was passieren kann, wenn die mehlfeine Vulkanasche in die Triebwerke gelangt und wenn ich mir vorstelle, dass sie in einen Vergaser gesaugt wird oder auch in die Luftwege eines Einspritzmotors, kann ich mir vorstellen, wie der Motor abstirbt und ich dann ganz fix eine Landemöglichkeit brauche. Ob man außerhalb eines Flugplatzes heil runter kommt, steht dann in den Sternen, meistens schafft man es aber nicht.

Und jetzt regt sich alles über den Verkehrsminister auf, der sagt: „Safety first“ (Sicherheit zuerst).
Da wird ein Flugkapitän zitiert, der höchst parteiisch ist, er habe keine Aschewolken gesehen. Nun denn, ich denke man kann sie oft nicht sehen?

Was die Umstellung von IFR- auf VFR-Flugregeln für die Sicherheit bringen soll, erschließt sich mir ebenfalls, nicht, wenn man die Aschewolken doch nicht sieht?!

Ich habe lediglich den „Vorteil“, dass ich sehe, wohin ich stürze, was ja sehr beruhigend ist, oder?
Kommt auch nur ein Flieger, der Asche wegen herunter, schreien wieder alle Zeter und Mordio, kreuzigt ihn und: „Warum hat die Politik nicht gehandelt?“
Ich weiß nur, ich steige in keinen Flieger, bevor die Sache (Asche) nicht aus der Luft ist.

 Oelde: Harald Weigt zur Griechenland-Krise
Harald Weigt, Zum Drostenholz 30, 59302 Oelde, schreibt zur Griechenland-Krise:

Als engagierter und bewusst lebender Europäer habe ich stets an ein starkes und vereintes Europa und an eine stabile Euro-Zone geglaubt. Was wir gutgläubigen Bürger aber jetzt erfahren müssen, ist alles sehr zweifelhaft und stärkt die Prognosen der Skeptiker und auch mein Verständnis für eine Rettung.

Denn, 1998 war dem Altkanzler Helmut Kohl und einigen seiner Mitstreiter schon bekannt, dass es bei der Einführung des Euros, der auf seinem Drängen unbedingt eingeführt werden musste, bestimmte Wackelkandidaten in der Euro-Zone gab und zu der Zeit schon die größten Schwierigkeiten zur Einhaltung der Konvergenz-Kriterien hatten.

Um so unverständlicher ist es für uns Steuerzahler, dass das zuständige europäische Parlament und die Europäische Zentralbank es bis zum jetzigen Eklat kommen und laufen lassen hat, nach der Devise: Der Markt wird es schon richten!

Seit etwa drei Jahren ist allen Parlamentarier, auch in Brüssel bekannt, dass die Griechen von dem Geld gelebt und für unverständliche Dinge (siehe Rüstung und Pensionen für Töchter von Armeeangehörigen) ausgegeben haben, das sie gar nicht hatten. Die Steuerhinterziehungen im großen Umfang und die angeblichen Korruptionen in den Verwaltungen sollen nicht unerwähnt bleiben.

Warum sind hier unsere Kanzlerin und der Außenminister, der schon vor seiner Amtszeit über europäische Finanzen und Steuern bestens informiert war und ständig auf allen Auslandsreisen von Wirtschaftsdelegationen umgeben waren, nicht rechtzeitig eingeschritten, um uns vor einer möglichen zweiten, eventuell noch größeren Finanzkrise zu bewahren?

Der Rettungsanker von 22,4 Milliarden Euro für die undurchsichtige griechische Wirtschaft von der Bundesrepublik Deutschland und die cirka 80 Milliarden Euro Schulden, die wir ohnehin schon haben, ist ein Schreckgespenst für unsere nachfolgenden Generationen. Dazu kommen noch die Steuersenkungen, die Steuergeschenke und die aktuelle negative Steuerschätzung. Wer soll unsere Schulden einmal begleichen, wenn nicht bald auf europäischer Ebene konsequente Maßnahmen zur Einhaltung der EU-Gesetze und Regulierungen ergriffen werden?

Da aber unser Finanzminister ein kluger und logisch denkender Mathematiker ist, wird er sich hier an seine algebraischen Kenntnisse erinnern, denn: Minus mal minus ergibt plus ( - x - = + ) Und mit diesem Plus werden wir dann in den nächsten Jahren gut wirtschaften und leben können(?)
 Politik: Bildungschancen ohne Gleichmacherei
Hannelore Beyer aus Ennigerloh schreibt zur Bildungsdebatte in Nordrhein-Westfalen:

´´Aktuell wird viel über das Schulwesen diskutiert und geschrieben. Wer wie ich so vielen Kindern in der Grundschule beim Lernen geholfen hat, der weiß, wie glücklich die Kinder waren, nach dem vierten Schuljahr endlich in der Hauptschule Erfolge zu sehen. Und ich war sehr glücklich, wenn das vierte Schuljahr endlich „überstanden“ war: Man kann zwar eine Schildkröte zum Laufen bringen, aber ein Rennpferd wird es nie. Aber eine Schildkröte kann einen ganzen Ozean durchschwimmen und kommt heil am anderen Kontinent an. Gönnen wir doch den Kindern eine glückliche Kindheit und bieten ihnen eine große Vielfalt an Lernmöglichkeiten – aber bitte keine Einheitskost für alle.´´
 Wirtschaft: Bau des Kraftswerks Datteln nach Recht und Gesetz
Zur Diskussion um den Bau des Kohlekraftwerks in Datteln schreibt Martin Krull aus Beckum:
Zur Diskussion um den Bau des Kohlekraftwerks in Datteln schreibt Martin Krull aus Beckum:

„Der Energiekonzern Eon baut nach Vorlage der notwendigen Genehmigungen der Behörden ganz legal ein neues Steinkohlekraft nach dem neuesten Stand der Technik, auch im Hinblick auf Emissionen und Wirkungsgrad. Gott sei Dank bemüht sich die Landesregierung darum, die begangenen Fehler zu revidieren um den Bau des Kraftwerkes abzuschließen. Man stelle sich vor, eine Privatperson errichtet nach Genehmigung der Behörden ein Haus. Nachdem das Haus zu ¾ errichtet ist, soll es abgerissen werden, da ein Fehler in der Baugenehmigung vorliegt. Wer sollte für den Schaden aufkommen? Der Bauherr oder das Bauamt oder die Gemeinde? Daher muss dann ggf. ein Bebauungsplan, eine Genehmigung und wenn es sein muss auch ein Gesetz geändert werden! Wer eine legale Genehmigung hat, sollte sich darauf verlassen können! Nur so schafft man Rechtssicherheit für alle Beteiligten, ob Bürger oder Konzern. Im Übrigen brauchen wir sehr wohl neue, moderne Kraftwerke mit hohen Wirkungsgraden die die alten Kraftwerke ersetzen. Schließlich fahren auf unseren Straßen auch neue moderne Fahrzeuge und selten “alte Stinker“. Als Industrie- und Exportnation benötigen wir eine sichere und preiswerte Energieversorgung rund um die Uhr für unsere Industrie, für den Mittelstand und Handwerker die sich nach heutigem Stand der Technik aus einem Energiemix aus konventionellen, regenerativen sowie kerntechnischen Anlagen zusammensetzt. Dies ist auch unabdingbar um die gesteckten Klimaziele zu erreichen. Übrigens investieren die Energieversorger auch Millionen in regenerative Energien wie z.B. aktuell im Windpark Alpha Ventus in der Nordsee, um die Energieversorgung langfristig umzubauen. Auch im privaten Umfeld erwartet jeder, dass immer und zu jeder Zeit, ob im Sommer oder Winter die elektrische Energie uneingeschränkt und bequem zur Verfügung steht. Diesen Luxus nutzen wir alle, und auch dafür werden neue Kraftwerke benötigt, eben um die alten Kraftwerke zu ersetzen. Wer das nicht will, der kann ja seine Sicherungen aus seiner Zählertafel entfernen und es sich dauerhaft bei Kerzenschein und einem Holzofen gemütlich machen oder sich autark versorgen. Wer den Verzicht neuer Kraftwerke fordert, ignoriert schlicht und einfach die Lage, in der wir uns momentan (noch) befinden.
 Politik: Griechenland-Hilfe birgt Gefahren
Zur geplanten Hilfe für Griechenland schreibt Werner Eschen aus Harsewinkel:
„Eigentlich ist die Griechland-Hilfe eine lobenswerte Geste, doch wir sind doch selber mit 5,7 Billionen oder mit mehr als 50 000 Euro pro Haushalt so hoch verschuldet, dass unsere Kinder und Enkelkinder die Schulden niemals zurück zahlen können. Wir sind doch in der gleichen Situation wie Griechenland, Portugal, Spanien, Irland und Italien, nur zeitlich etwas verzögert. Auch die USA sind mit 52 Billionen US-Dollar hoch verschuldet. Wir alle zusammen leiden unter den Nachteilen der Demokratie. Die Politiker machen Walversprechen, damit sie an die Macht kommen oder bleiben und geben das Geld aus, was ihnen nicht gehört. Zur persönlichen Verantwortung oder privaten Haftung kommt es nie oder nur in ganz seltenen Ausnahmen.
Die Kredit-Bedingungen für Griechenland sind sicherlich notwendig, doch die Hauptbedingung wird kaum benannt: Es darf erst nach den Wahlen in NRW der wahre Umfang der neuen Schulden ( ca. 35 statt 8,5 Mrd Euro) bekannt werden.
Die Gefahr der Hyper-Inflation mit einer totalen Geldentwertung lässt sich in der westlichen Welt wohl kaum noch vermeiden. Unsere Goldreserven liegen im Tressor der USA, der Gold- Silber- und Immoilienpreis steigt und einige sprechen schon heute offen von dem Szenario der Währugsreform und der totalen Enteignung des Volkes.
Ich hoffe, politisch werden wir nicht sagen: Weiter so! Das kann und darf nicht sein.“
 Oelde: Francisco Rodriguez zur Schulpolitik in NRW
Oelde (gl). Francisco Rodriguez, Ferdinand-Krüger-Straße 9 in Oelde, SPD-Ratsmitglied, nimmt Stellung zur „Glocke“-Berichterstattung vom 29. April über die Diskussion zur Landtagswahl.

Hier ist die Rat- und Tatenlosigkeit der CDU nachzulesen. Kandidaten Astrid Birkhans Antwort auf die Frage, was mit dem dreigliedrigen Schulsystem passiere, wenn es in zehn Jahren keine Hauptschulen mehr gebe, lässt die besorgten Eltern von Schülern mehr als im Regen stehen. Sie beruft sich auf ihre Ahnungslosigkeit und anscheinende Unfähigkeit, einen längeren Zeitraum schulpolitisch überblicken zu können – wobei 10 Jahre hier eher mittelfristig zu nennen sind. Astrid Birkhan verspricht aber, zu reagieren, wenn in zehn Jahren Probleme auftauchen. Diese Einstellung ist an Kurzsichtigkeit nicht zu überbieten. Wir wissen, dass wir auf einen Abgrund zufahren, aber wir bremsen nicht und drehen auch nicht am Lenkrad in der Hoffnung, irgendjemand schüttet den Abgrund zu? Wir müssen doch heute schon an morgen denken und die Weichen für ein chancengerechtes Schulsystem schaffen – mit allen Schulformen unter einem Dach. So kann jedes Kind seinen Fähigkeiten entsprechend individuell gefördert werden.
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