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Leserbriefe

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:: Warendorf: Theodor Aldejohann zur Sperrung der Waterstroate
:: Rietberg: Hans-Ferdi Edenfeld zum geplanten Rewe-Markt-Neubau in Neuenkirchen
:: Rietberg: Michael Hellweg zum geplanten Rewe-Markt-Neubau in Neuenkirchen
:: Rietberg: Anja Rodenbeck zur geplanten Reduzierung des LGS-Zuschusses
:: Rietberg: Günter Höppner zur Diskussion um die Reduzierung des LGS-Zuschusses
:: Politik: Daniel Kebschull zur Hartz-IV-Debatte
:: Politik: Karl-Heinz Meister zum Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst
:: Wirtschaft: Norbert Westbrink aus Sassenberg zur Solareinspeisevergütung
:: Gütersloh: Detlef Fiedrich zum Thema Schulbibliotheken
:: Gütersloh: Ulrike Rosenthal zu den Sparmaßnahmen bei Schulbibliotheken
:: Beckum: Elisabeth Wieschebrink zu lokaler Klimaschutzpolitik
:: Ahlen: Bäder am Standort Bürgermeister-Corneli-Ring konzentrieren
:: Ahlen: Vorwürfe der Jusos sind absurd
:: Gütersloh: Willi Repke schreibt zu der Schließung von Spielplätzen
:: Gütersloh: Peer Brändel zu den Sparplänen bei den Bibliotheken
:: Beckum: Stefan Schröer zum Thema Kirchenschließungen
:: Beckum: Kurt Fichtner zur Position der FDP bei Photovoltaik-Förderung
:: Harsewinkel: Ärger über Hemkemeyers Äußerung zur Sporthalle
:: Gütersloh: Jürgen Jentsch zur Finanzierung von Frauenhäusern
:: Rheda-Wiedenbrück: Enttäuscht im A2-Forum
:: Politik: Missbrauch rechtfertigt keine pauschalen Urteile
:: Ahlen: Links-Jugend kritisiert Rausschmiß Steven Scholles
:: Langenberg: Martin Hammelbeck zum Thema Unfall Stromberger Straße
:: Politik: Kürzung der Solarförderung fataler Fehler
:: Politik: Margot Käßmann handelt konsequent
:: Politik: Kosten im Gesundheitswesen transparent machen
:: Ahlen: Bürgermeister nimmt Stellung zu Juso-Leserbrief
:: Gütersloh: Stefan Tölke zur Ortsumgehung Friedrichsdorf
:: Beckum: Dr. Klaus Wessel zu Vorstandswahlen beim Heimat- und Geschichtsverein
:: Beckum: Martin Reddehase zur ´´Abwicklung´´ von zwei Kirchen
:: Beckum: AMG-Abiturienten zum Startverbot beim Rosenmontagszug
:: Ahlen: Jusos kritisieren Ausschluss von Ratsmitglied Steven Scholle
:: Ennigerloh: Ralf Kirchhoff zum Artikel über gehörloses Kind
:: Beckum: Martin Mütherich zur Diskussion um Kirchenschließungen
:: Rheda-Wiedenbrück: Leonie Engelmann zum 50. Rosenmontagszug
:: Rheda-Wiedenbrück: Alois Huber zum Aufzug im Ärztehaus an der Ostenstraße
:: Warendorf: Sabine Paltrinieri zum Gelände hinter dem Theater am Wall
:: Jürgen Jentsch aus Gütersloh zum Thema Ortsumgehung Friedrichsdorf
:: Wadersloh: Margarethenkamp oder Else-Mölders-Straße?
:: Warendorf: Mechtild Wolff zum Altstadtkonzept
:: Politik: Matthias Hartmann zu Wetter/Klimawandel
:: Politik: Johannes Brinkrolf zur griechischen Finanzkrise
:: Politik: Karl-Heinz Meister zu Westerwelle/Hartz IV
:: Politik Maria Heese zu Westerwelle/Hartz IV
:: Warendorf: Clemens Haase zur Parkplatzdebatte
:: Rheda-Wiedenbrück: Renate Rübbelke zum Abschiebefall Asatryan
:: Rheda-Wiedenbrück Adolf Fischbacher zum Ärztehaus an der Ostenstraße
:: Gütersloh: Stellungnahme der Weberei-Betriebsleiterin
:: Gütersloh: Klaus Heitland zu den Haushaltsberatungen
:: Herzebrock-Clarholz: Hubert Samson zu Gefahren an den Bahnübergängen in der Gemeinde
:: Verl-Kaunitz: Familie Esken-Grundmeier zum ´´Schildbürgerstreich´´
:: Langenberg: Jana Wehrmeyer, Rheda-Wiedenbrück, zum Thema Ärztehaus
:: Langenberg: Monika Monkenbusch zum Thema Fundkatzen
:: Schloß Holte-Stukenbrock: Partizipation, nicht Populismus
:: Herzebrock-Clarholz: Rat hört auf Volkes Stimme?
:: Gütersloh: Freut euch endlich auf das Theater
:: Gütersloh: Vorhang auf zum zweiten Akt
:: Verl: Klaus Hörsting zum Bürgerschützenverein
:: Gütersloh würde vor sich hindümpeln
:: Beckum: Glaube nicht messbar an Kirchgängen
:: Theater muss städtisch bleiben
:: Variante eins gewinnt mit 14:4
:: Privatkrieg einstellen
:: Streichung nicht sinnvoll
:: Rheda-Wiedenbrück: Inge Kaller zum Abschiebefall Anna und Susanna Asatryan
:: Herzebrock-Clarholz: Maria-Luise Wessel zum Thema Ortsvorsteher
:: Wirtschaft/Politik: Gesellschaft spaltet sich
:: Poliitik: Turboabitur muss reformiert werden
:: Politik: Zusatzbeiträge nicht zumutbar
:: Politik: Bürokratieabbau sieht anders aus
:: Kreis Gütersloh: Bei der Frühförderung wird am falschen Ende gespart
:: Ahlen: Dirk Siepmann zur Hundeerziehung
:: Rheda-Wiedenbrück: Arno Scheller zum Abschiebefall Anna und Susanna Asatryan
:: Rheda-Wiedenbrück: Jana Wehrmeyer zum Abschiebefall Asatryan
:: Gütersloh: Jörg Laufkötter zu den geplanten Kürzungen in der Grünflächenpflege
:: Gütersloh: Andreas Drücker zu den städtischen Finanzen
:: Herzebrock-Clarholz: Meik Nörling zum Thema Ortsvorsteher
:: Politik: Ankauf der Steuersünder-CD nicht rechtens
:: Politik: Anspurchsdenken überdenken
:: Wirtschaft: Bauernverband reagiert peinlich
:: Politik: Solarstrom wird massiv subventioniert
:: Rheda-Wiedenbrück: Michael Schlepphorst zum Abschiebefall Asatryan
:: Gütersloh: Ohne Fachkräfte keine Schulbibliotheken
:: Am falschen Ende
:: Der schlechteste Weg
:: Es geht um mehr
:: Gütersloh: Bernward Fahlbusch zu Schülerbibliotheken
:: Gütersloh: Michael Möhlen zu den Schulbibliotheken
:: Gütersloh: Ehrenamtliche der Anne-Frank-Gesamtschule zu Schulbibliotheken
:: Sassenberg: Einkaufszentrum am 25. Februar wieder Thema
:: Kultur ist etwas wert
:: ,,Zutiefst schockiert´´ über Sparpläne
:: Sassenberg: Neues Einkaufszentrum hätte nur Vorteile
:: Gütersloh: Marita Wiehenstroth zu den Schulbibliotheken
:: Gütersloh: Susanne Röbling zu den Schulbibliotheken
:: Gütersloh: Schildbürgerstreich zu Lasten der Kinder
:: Gütersloh: Ehrenamt der Eltern soll unendlich weitergehen
:: Gütersloh: Elternrat zu den Kita-Gebühren
:: Gütersloh: Silke Knipper zu Schulbibliotheken
:: Gütersloh: Renate Gräwe zu Schulbibliotheken
:: Gütersloh: Eltern zu Schulbibliotheken
:: Kreis Gütersloh: Wir Eltern fühlen uns verraten
:: Herzebrock-Clarholz: Detlef Nahrmann zum Bürgerbegehren
:: Politik: Katastrophenhilfe besser organisieren
:: Politik: Wirtschaft soll für Atommülllager Asse zahlen
:: Gütersloh: Theo Heitwerth zur radlerfreien Fußgängerzone
:: Warendorf: Beatrix Fahlbusch zur geplanten Emsinselbebauung
:: Ahlen: Desolate Zustände am Ahlener Bahnhof, Gleis 6
:: Lokalsport Gütersloh: Argumente gegen Hallengebühren
:: Verkehrsinfarkt in der Sassenberger Innenstadt?
:: Ennigerloh: Unnötiger Rechtsstreit
:: Ahlen: Bündnis 90/Die Grünen zum Haushalt 2010
:: Oelde: Werner Klenk zum Thema Altes Feuerwehrhaus Sünninghausen
:: Warendorf: Mechtild Wolff zum Feuerwehrstandort
:: Politik: Werner Eschen zum Atomlager Asse
:: Wirtschaft: Jana Wehrmeyer zur Leiharbeit bei Schlecker
:: Warendorf: Fritz Schwitzer zu glatten Spazierwegen
:: Ahlen:Rolf Leismann (FWG) zum Haushalt
:: Liesborn: Winfried M. Schneider zur Kirchenkrippe
:: Oelde: Ralf Dickmann zur Predeick-Politik
:: Herzebrock-Clarholz: Gottfried Göcke zur Abschaffung der Ortschaften
::
:: Landwirtschaft: Überproduktion schafft die Probleme
:: Oelde: Gisela Wierzoch zu Sparmaßnahmen der Stadt
:: Freckenhorst: Kay Borlik schreibt zur B64n-Diskussion
:: Gütersloh: Heinz Wittenstein zum Thema Klimawandel
:: Herzebrock-Clarholz: Detlef Nahrmann zur Abschaffung der Ortsteile
:: Gütersloh: Ulrich Klich zu den Kosten für das Theater in Gütersloh
:: Kreis Gütersloh: Pamela Kaps zur Interdisziplinären Frühförderung
:: Ennigerloh/Oelde: Heike Beckstedde zu Heilpädagogik
:: Kreis Gütersloh: Stefan Papenfort zum neuen Namen für die Werkstatt für Behinderte
:: Warendorf: Michael Grundmann zur Franziska-Cratz-Straße
:: Langenberg: Helmuth Hoffmann zur Sauna-Aufguss-Zeremonie
:: Ennigerloh/Ahlen: Ludger Bruns zum Thema Sonderpädagogik
:: Herzebrock-Clarholz: Meik Nörling zum Thema Ortsvorsteher


 Warendorf: Theodor Aldejohann zur Sperrung der Waterstroate
Zur Problematik „Sperrung der Waterstroate“ nimmt das Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative BVW, Theodor Aldejohann, wie folgt in einem Leserbrief Stellung:

„Eine Sperrung der Waterstroate auf Dauer ist wegen der Frostschäden unumgänglich!“ - diese oder ähnlich klingende Meldungen ließen uns in den vergangenen Tagen aufhorchen. Für uns Vertreter der Bürgerinitiative BVW ist dieses eine nichthinnehmbare Perspektive, vor allem vor dem Hintergrund einer geplanten Investition von ca. 220 Millionen Euro für eine B64n, die - nach gutachterlicher Aussage - bei ihrer Realisierung für die Stadt Warendorf und ihre Bürger nur Nachteile zur Folge hat.

Zunächst etwas zur Geschichte der Waterstroate:
In den 80er Jahren wurde der Ausbau der Waterstroate zugunsten der Fertigstellung der innerstädtischen Straßenverbindung Andreasstraße/ Grüner Grund zurückgestellt. Für den Ausbau einer innerstädtischen „Ringlösung“ für Warendorfs Süden mit der neu erbauten Waterstroate in wichtiger Funktion gab es zu damaliger Zeit den „Bebauungsplan 1978“.

Wie die aktuelle, verkehrsgefährdende Situation auf der Waterstroate - von Baudirektor Oliver Kaup mit „Beim Befahren der Waterstroate bewegt sich nicht nur das Auto, sonder auch die Straße!“ treffend beschrieben - beweist, wurden im Laufe der Jahre nur kosmetische Flickschustereien zum Erhalt der Verbindung Waterstroate/ Feidikstraße Freckenhorst betrieben.

Dieses muss ein Ende haben! Wir fordern den Neubau der Waterstroate in einem Ausbaustandard, der als Teilstück eines innerstädtischen Südringes mit einer sinnvollen Anbindung von Freckenhorst für die nächsten Jahrzehnte verkehrlich sinnvoll nutzbar bleibt.

Die notwendigen Flächen für den Ausbau der Waterstroate befinden sich bereits in städtischen Besitz. Die Kanalisation wurde ebenfalls schon vor Jahren fertiggestellt. Angesichts dieser Vorleistungen und der sich ergebenen Vorteile für die Bewohner der angrenzenden Wohngebiete, der Landwirtschaft und den Nutzern dieser Verbindung zwischen B64 und Feidikstraße/ Freckenhorst, fordern wir mit Nachdruck den Ausbau/ Neubau der Waterstroate als Teilstück eines sinnvollen Verkehrskonzeptes für Warendorfs Süden einschließlich der Anbindung Freckenhorsts.

Zur Finanzierung schlagen wir die Regionalisierung des „riesigen Geldtopfes“ für die B64n vor. Aus diesem Etat - es sind unsere Steuergelder - ließe sich zum Wohle Warendorfs und seiner Bürger sicherlich nicht nur das Verkehrsproblem „Waterstroate“ gewinnbringend lösen. Hier ist nun die Politik gefordert - auf allen Entscheidungsebenen!
 Rietberg: Hans-Ferdi Edenfeld zum geplanten Rewe-Markt-Neubau in Neuenkirchen
Zum umstrittenen Rewe-Markt-Neubau in Neuenkirchen meldet sich auch Hans-Ferdi Edenfeld, Eschenweg 20, Rietberg, zu Wort:

In einem Leserbrief, erschienen am Freitag, den 5. März, war zu lesen, dass nach Einschätzung der Autorin lediglich 20-30 Anlieger „emotional gereizt“ auf die auf der Bürgerversammlung am 25. Februar vorgestellten Pläne der Stadtverwaltung reagierten, die übrigen Anwesenden das Vorhaben jedoch befürworteten. Außerdem wurde dort der Wunsch nach mehr „Dankbarkeit“ gegenüber Investoren, die sich bereiterklärten in Neuenkirchen zu investieren, geäußert. Auch wird behauptet, dass sämtliche Bedenken der Anlieger gegen den REWE-Neubau bereits an Ort und Stelle durch die anwesenden Sachverständigen bzw. durch Vertreter der Stadt ausgeräumt wurden.

Hierzu stelle ich als Teilnehmer der Veranstaltung fest: Nach Begrüßung und kurzer Einleitung durch Prof. Martin Köhler wurde den Anwesenden eine dreißigminütige, aufwendig gestaltete Werbepräsentation für das Konzept der Stadtverwaltung gezeigt. Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, bei der keinesfalls nur die betroffenen Anwohner kritische Fragen zu den Neubauplänen der REWE-Gruppe und zur „Kartoffel“ stellten. Selbstverständlich gab es auch Stimmen, die sich für die vorgelegten Planungsentwürfe, die den Bau des Kreisverkehrs nur in Kombination mit dem REWE-Neubau vorsehen, ausgesprochen haben.

Aber zu behaupten, dies sei die überwiegende Anzahl der anwesenden Bürger gewesen, ist schlichtweg falsch. Ebenso falsch ist die Behauptung, alle Bedenken gegen das Projekt hätten durch die Vertreter der Planungsbüros Tischmann-Schrooten bzw. Röver ausgeräumt werden können. Alfons Hollenhorst, Leiter der Abt. Räumliche Planung, sicherte lediglich zu, diese dem zuständigen Bauausschuss weiterzuleiten.

Besonders bemerkenswert finde ich die Aufforderung, Investoren eine gewisse Dankbarkeit entgegen zu bringen. Es kann doch wohl davon ausgegangen werden, dass REWE, wie alle Großkonzerne, seine Entscheidungen nach rein markwirtschaftlichen Gesichtspunkten trifft und sich hier nicht als Heilsbringer hervortun wird. Dies ist umso mehr von Bedeutung, wenn man sich vor Augen führt, dass nicht der REWE-Konzern selbst, sondern eine Investorengruppe hier als potentieller Bauherr auftritt. Will sagen, sollten sich die sicherlich hohen Erwartungen an Umsatz und Gewinn hier nicht erfüllen, so könnte man die Standortfrage mittelfristig erneut stellen.

Begrüßenswert finde ich die Anregung, interessierte Bürger in Zukunft öfter im Rahmen einer Bürgerversammlung umfassend über die Pläne der Stadtverwaltung zu informieren. Allerdings sollte dann der Fairness halber von vornherein nicht nur die Schokoladen-, sondern auch die Hinterhofseite eines solchen Projektes beleuchtet und erläutert werden.
 Rietberg: Michael Hellweg zum geplanten Rewe-Markt-Neubau in Neuenkirchen
Unter der Überschrift ´´Einmalige Chance nicht verschenken: ,Kartoffel-Kreisel´ bringt Verkehrssicherheit´´ meldet sich Michael Hellweg, Mozartstraße 8, Rietberg, in seinem Leserbrief zu Wort:

Manchmal fällt einem ja das Frühstücksbrötchen aus der Hand - so zumindest bei der Lektüre der „Glocke“-Ausgabe vom 27.02.2010. Schon auf der Titelseite „250 Anlieger“, die „ihrem Unmut über den geplanten Bau eines ‚REWE‘-Markts Luft gemacht haben“? War ich bei der falschen Bürgerversammlung in Neuenkirchen? Nach meinen Beobachtungen mögen rd. 250 interessierte Bürger anwesend gewesen sein, darunter rund 20 – 30 Anlieger. Wie viele andere Versammlungsteilnehmer konnte ich feststellen, dass mindestens 2/3 der Anwesenden die Bedenken der Anlieger nicht teilten (auch wenn diese das aufgrund ihrer privaten Interessen anders sehen oder sehen möchten), sondern bei entsprechenden Wortmeldungen mehrfach per Applaus ihre Sympathie für den „Kartoffel-Kreisel“ und die von den Fachplanern sachlich dargestellte, durchdachte städtebauliche Lösung an der Doppelkreuzung Lange Straße bekundeten.

Und das zu Recht! Beim Abbiegen Warteschlangen auf der Detmolder Straße und der Langen Straße vorm heutigen REWE-Markt, Fußgänger und Radfahrer, also die schwächeren Verkehrsteilnehmer, die an dieser vielbefahrenen Doppelkreuzung oftmals ihre Gesundheit riskieren – aufgrund der Verkehrsprobleme an dieser Stelle wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Kreisel-Varianten erwogen und mussten leider als nicht realisierbar verworfen werden. Umso besser, dass nun mit dem „Kartoffel-Kreisel“ eine sehr gute Lösung als Plan auf dem Tisch liegt!

Als Neuenkirchener bin ich deshalb dankbar, dass der geplante Neubau eines REWE-Marktes helfen kann, an dringend benötigte Flächen für den Kreisverkehr zu kommen und so jahrzehntelange Verkehrsprobleme an dieser zentralen Stelle im Ort dauerhaft zu bewältigen. Dass der Bau dieses Supermarkts Recht und Gesetz genügen muss und demzufolge auch die nachbarlichen Interessen berücksichtigt werden, dafür werden das aktuelle Bebauungsplan-Verfahren und eine anschließend notwendige Baugenehmigung schon sorgen. Bei rd. 5.800 Einwohnern im Ort benötigen wir auch zwei Märkte mit einem möglichst vielseitigen Angebot; man stelle sich einmal die Verkehrsbelastung mitten im Ort vor, wenn nur noch der Elli-Markt verbliebe.

Deshalb bin ich überzeugt: Die Gesamtlösung mit dem „Kartoffel-Kreisel“, zudem mit einer grün gestalteten Kastanien-Insel, bietet eine einmalige Chance für besseren Verkehrsfluss und mehr Verkehrssicherheit – Neuenkirchen ist reif für diese (Kreisverkehrs-)Insel!
 Rietberg: Anja Rodenbeck zur geplanten Reduzierung des LGS-Zuschusses
Zur Diskussion um die Reduzierung des städtischen Zuschusses an die LGS-GmbH schreibt Anja Rodenbeck, Im Thüle, Rietberg, folgenden Leserbrief:

´´Die Freien Wähler fordern, den Zuschuss an den Gartenschaupark für zwei Jahre auszusetzen. Warum´´? Das ist scheinbar nur jenen nachvollziehbar, die genau wie die FWG komplexe Zusammenhänge manches Mal nicht verstehen. Nicht nur einmal haben die Freien Wähler  schon bewiesen, dass sie in steuerlichen Dingen so manches nicht verstehen (wollen) und für Schaden zu sorgen wissen. Kurzfristige Aktionen stehen vermutlich mehr im Vordergrund als solide langfristige Planung und Denkweise.

Der jetzt vorgelegte Antrag fasst da voll hinterher, die FWG bleibt ihren Fußstapfen treu. Lauthals im Bildzeitungsstil krähen ohne Rücksicht auf Verluste. Viele Rietberger und Gäste von Auswärts lieben den Gartenschaupark und freuen sich auf die neue Saison 2010 mit ihren vielen Neuerungen. Und viele Rietberger bringen sich ehrenamtlich ein für ´´unseren´´ Park. Wir freuen uns, wenn Gäste aus allen Himmelsrichtungen kommen und ´´unseren´´ Park ebenso schön finden wie wir, wer das nicht mehr will solls ehrlich sagen.

Die Äußerungen der FWG aber lassen vermuten, dass der Park und die Freude aller Menschen daran dieser Nicht-Partei schon lange ein Dorn im Auge ist. Demotivierend ist es auch für den Förderverein, wenn die FWG den Gartenschaupark als ´´Millionär´´ darstellt. Unser Park hat während der Gartenschausaison 2008 einmalig mit großem finanziellen Erfolg gewirtschaftet, nicht nur aber mit und dank auch uns Ehrenamtlichen. Es wurde ein Gewinn erwirtschaftet, aber heißt ein Gewinn auch: es ist und bleibt immer alles ein Gewinn?

Es gibt hohe laufende Kosten mit einem jährlichen Minus, weil Eintritte familiengünstig niedrig sind und eine gute Qualität viele Besucher in unsere Stadt locken soll. Ebenfalls sind notwendige Umbaumaßnahmen im Park wie z.B. die Kasseneinlasskontrolle, Toranlage An den Teichwiesen etc. erforderlich, welche sich auf Dauer finanziell positiv auswirken

Aus einem einzigen Gewinn lässt sich der Standard nicht mittelfristig aufrecht erhalten. Wie ein Freibad, wie eine kommunale Bibliothek und vieles andere mehr, kann eine Parkeinrichtung nicht ausgeglichen im Haushalt gehalten werden ohne bürgerfreundlich günstig zu bleiben. Wenn meine Informationen richtig sind, müssen Städte wie Rheda-Wiedenbrück und Oelde mehr als 1 Mio. pro Jahr an Verlustausgleich an ihre Parkgelände bezahlen. Da sind doch unsere 150.000 Euro vergleichsweise günstig. Aber mit der von der FWG geplanten „Null“ geht nichts mehr!

Ohne die Zuschüsse der Stadt stehen wir langfristig ärmer da, ja, wesentlich höhere Eintrittspreise bei dann naturgemäß geringer werdenden  Besucherzahlen wären die Folge, die Absicherung durch einen soliden städtischen Zuschuss ist nicht nur nötig sondern auch eine Beruhigung für uns, die wir den Park schätzen gelernt haben. Wir wollen auch 2020 noch einen attraktiven und vandalismusverschonten Park haben, aber langfristig denken, das ist ja bekanntlich nicht unbedingt die Sache der FWG.´´
 Rietberg: Günter Höppner zur Diskussion um die Reduzierung des LGS-Zuschusses
Zur Diskussion um die Kürzung des städtischen Zuschusses an die LGS-GmbH schreibt Günter Höppner, Mastholter Straße 15, Rietberg, im Namen der CDU-Ratsfraktion:

Konstruktive, sachliche Arbeit für die Bürger und das Wohl der Stadt sind gerade in den schwierigen Zeiten der Finanzkrise dringend erforderlich. Wir als CDU wollen, dass der Gartenschaupark für unsere Bürger erhalten wird. Die Gartenschaupark-GmbH ist kein fremder Dritter, sondern eine Gesellschaft, die der Stadt gehört. Wir Bürger sind selbst die Gartenschaupark-GmbH. Der Park erwirtschaftet aber keine jährlichen Überschüsse, sondern Verluste. Solange der Gewinn, der durch die LGS erzielt worden ist, noch nicht bekannt war, hatte der Rat beschlossen, einen jährlichen Defizitausgleich von 300 000 Euro zu zahlen. Nach Bekanntwerden des vorläufigen Ergebnisses haben wir beschlossen, den Defizitausgleich der Stadt zu halbieren. Aufgrund der Auswirkungen der Finanzkrise wurde ein strenger Sparzwang verordnet und der Durchführungshaushalt der Gesellschaft für 2010 um weitere schmerzhafte 160 000 Euro gekürzt. Die Gesamtkürzung beträgt somit insgesamt 30 Prozent.

Eine weitere Streichung würde in der Konsequenz bedeuten, dass die Attraktivität des Parks leidet. Und wenn dieser Fall eintritt, ergeben sich folgende Probleme: Weniger Besucher, geringere Eintrittseinnahmen, wegbrechende Einnahmen aus dem Parktourismus für Gastronomie und Einzelhandel, erhöhter Zuwendungsbedarf, um wenigstens den Standard und den Vandalismus in Grenzen zu halten – eine Negativ-Schraube ohne Ende.

Dies kann nicht unser Ziel sein. Eine notwendige 30-prozentige Kürzung mit Augenmaß allerdings schon.
 Politik: Daniel Kebschull zur Hartz-IV-Debatte
Zur Hartz-IV-Debatte und den Äußerungen von FDP-Chef und Bundesaußenminister Guido Westerwelle schreibt
Daniel Kebschull aus Warendorf:

Herr Westerwelle bedient Stammtischparolen, weil die Umfragewerte der FDP ins Bodenlose fallen. Damit will er vom Versagen seiner Partei auf Bundesebene seit der Bundestagswahl ablenken. Doch hat er sich da das richtige Thema ausgesucht? Eigentlich ist es doch die Klientel der FDP, die dem Sozialstaat mehr schadet als es alle Hartz-IV-Empfänger zusammen je könnten. Mittlerweile treten viele, vor allem große Unternehmer als moderne Sklaventreiber auf und lassen Menschen für fünf Euro die Stunde 40 Stunden die Woche oder sogar
länger für sich arbeiten. Nach Feierabend dürfen diese fleißigen Bundesbürger dann noch zur Arge laufen und um Unterstützung betteln, weil ihr Lohn nicht zum Überleben reicht.

Diese Subventionierung der Wirtschaft über die Sozialkassen und das Verschieben der Milliarden Unternehmensgewinne in die Schweiz und nach Luxemburg schaden dem Staat weit mehr als vereinzelte schwarze Schafe unter den Leistungsbeziehern, welche sich im Monat höchstens einige hundert Euro
erschleichen können.
 Politik: Karl-Heinz Meister zum Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst
Karl-Heinz Meister aus Harsewinkel, nimmt Stellung zum Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst, Bericht in der ´´Glocke´´ vom 1. März:

Den Polizeibeamten, Krankenschwestern, Pflegern, Kindergartenbetreuerinnen und noch vielen anderen ist der
Tarifabschluss von 2,3 Prozent von ganzem Herzen zu gönnen. Gleichzeitig gibt es aber auch viele Menschen, die ein gut ausreichendes Einkommen haben. Dazu gehören nach meiner Informationen vor allem die höher gestellten Beamte und Pensionäre. In einer Zeit, in der die Kommunen und ihre Unternehmen wegen ihrer (unserer) Schuldenlast nicht ein noch aus wissen, sollten die Gutsituierten in dieser Zeit auf jegliche Erhöhung zum Wohle unseres Staates verzichten.

Wer in dieser Zeit so mit dem knappen Geld umgeht, handelt nach meiner
Meinung verantwortungslos. Wenn unser Staat nicht mehr genug Einnahmen hat, muss er seine Ausgaben reduzieren. Sonst sagen auch wir in Kürze: Griechenland lässt grüßen!
 Wirtschaft: Norbert Westbrink aus Sassenberg zur Solareinspeisevergütung
Diplom-Ingenieur Norbert Westbrink äußert sich zum Artikel ´´Koalition einigt sich bei Solarförderung´´ vom 24. Februar auf der Seite ´´Wirtschaft´´ der ´´Glocke´´:

Ich bin gerne bereit, den erhöhten Strompreis für die Solar-Einspeisevergütung zu zahlen. Ich möchte den Klimawandel bremsen. Der Klimawandel wird jedem und jeder noch sehr viel mehr kosten als ein paar Euro Einspeisevergütung. Beispiele von Stürmen, Überschwemmungen und Trockenheit aufgrund der Klimaänderung gibt es inzwischen genug. Was wollen wir: Atom- und Kohlekraftwerke oder Wind- und Solarkraftwerke?

Die Senkung der Einspeisevergütung wird den Ausbau der Solarkraftwerke drastisch bremsen. Der Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. hat deshalb eine Petition an den Deutschen Bundestag gerichtet, die Solarförderung nicht zu verschlechtern, sondern zu verbessern. Diese Petition kann jeder Solarfreund unter www.sfv.de online mit unterzeichnen.
 Gütersloh: Detlef Fiedrich zum Thema Schulbibliotheken
Gütersloh (gl). Zum Thema Schulbibliotheken schreibt Detlef Fiedrich, Kerschensteiner Weg 24, Gütersloh, für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Gütersloh:
16 700 Unterschriften wurden zum Erhalt der Schulbibliotheken von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Bildungsinteressierten in kurzer Zeit gesammelt. Bürgerinnen und Bürger – jung oder alt – alle haben unterschrieben. Es findet für Gütersloher Verhältnisse eine mächtige Demonstration von rund 2500 Teilnehmern statt. Was machen Politik und Verwaltung daraus? Vor dem Rathaus ist Schluss. Nur wenige Schüler und Bürger durften an der öffentlichen Sitzung teilnehmen. Verwaltung und Politik hätten viele Möglichkeiten gehabt, den Protest ernst zu nehmen. Der Protest war der Verwaltung und der Politik bekannt. Der Sternmarsch und die Unterschriftenlisten gingen durch die Medien.
Hier hätten die Verantwortlichen im Vorfeld verantwortlich handeln können. Sie hätten die öffentliche Sitzung kurzfristig in die Stadthalle verlegen können, um künftige Wähler teilhaben zu lassen an dem Mehrheitsbeschluss der Plattform Plus aus CDU, Grünen und UWG. Durch diese Entscheidung wurde die Chance vertan, junge Menschen für das politische Leben zu interessieren und zu sensibilisieren.
Wo war die Bürgermeisterin, um die Schüler am Rathauseingang zu empfangen? Wo waren die Mitglieder des Jugendparlaments? Sie hätten ihre Chance gehabt, als Jupa den Protestmarsch in der ersten Reihe mit an zu führen. Die GEW fordert die Verantwortlichen von Verwaltung und Rat auf, die entscheidende Sitzung des Rates – Abstimmung über den Haushalt 2010 – am 18. März in die Stadthalle zu verlegen, um möglichst vielen Bürgern die Möglichkeit zu geben, an der Sitzung teilnehmen zu können.
Die GEW Gütersloh stellt zur Mehrheitsentscheidung von Plattform Plus fest: Im Bereich Bildung und Jugend hätte nicht gespart werden dürfen. Die Bereiche Jugend und Bildung sind schon chronisch unterfinanziert. Wer hier noch weiter spart, nimmt den Kindern dieser Stadt ihre Zukunft – unsere Generation lebt damit auf Kosten der Kinder (siehe Familienbericht der Stadt Gütersloh aus dem Jahr 2008). Wer heute nicht in Bildung investiert, zahlt später mehrfach drauf. Nur eine gut ausgebildete Generation ist in der Lage, die Schulden der Vorgänger abzubauen und den Wohlstand für alle im Land zu erhalten – und vor allem ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Politik und Verwaltung kennen den Familienbericht und den prognostizierten Trend. Im Bereich Bildung und Jugend zu kürzen heißt verantwortungslos zu handeln.
 Gütersloh: Ulrike Rosenthal zu den Sparmaßnahmen bei Schulbibliotheken
Gütersloh (gl). Ulrike Rosenthal, Ohlbrocksweg 36 B, Gütersloh schreibt zum Thema Schulbibliotheken:
Äußert man sich zum Thema „Einsparungen an Schulbibliotheken“ und ruft dabei nicht den nahenden beziehungsweise noch größer werdenden Bildungsnotstand aus, läuft man Gefahr, als Gegner von Bildung, Büchern, Schulbibliotheken und Arbeitsplätzen von Bibliothekarinnen bezeichnet zu werden. Wer möchte sich schon diesem Verdacht aussetzen? Das ist sicher auch ein Grund, weshalb den Aufschreien gegen Einsparungen kaum etwas entgegengesetzt wird. Ich trau mich mal und mute den Lesern zu, sich auf eine andere Perspektive einzulassen.
Selbstverständlich muss Bildung auch unter erschwerten Bedingungen – die wir mittlerweile vorliegen haben – Priorität haben! Aber lassen sich Leseerziehung oder auch das Heranführen bildungsferner Schichten an Bücher wirklich nur in Schulbibliotheken verwirklichen? Wäre es nicht an der Zeit, die Tatsache von knapper werdenden Mitteln in der Kommune zu akzeptieren und auf der Basis dieser Realität neu und kreativ zu denken? Wie können wir in anderen Formen als in Schulbibliotheken Leserziehung und die Freude an Büchern wecken beziehungsweise erhalten? (Eine Stadtbibliothek bleibt ja übrigens.)

Es gibt sie ja noch - die Bücher! Vielleicht sollte das Lesen von Büchern wieder stärker Platz finden in dem, was Schule ausmacht, nämlich im Unterricht. Besorgniserregend sind die Tendenzen zur Abschaffung von Lesebüchern und die Inflationierung von selbst gemachten Arbeitsblättern (worksheets).
Wir sollten uns auf das Wesentliche von Schule besinnen. Die Einstellung, auf lieb gewonnene Ausstattungen zu beharren, angeblich Schuldige zu benennen, enthebt den Einzelnen davon, selbst Anstrengungen zu unternehmen, die Realität zu erkennen und neu zu gestalten. Hier könnten Erwachsene, Pädagogen zumal, helfen.

Nach neuesten Erhebungen stellt unter vielen Jugendlichen die mangelnde Anstrengungsbereitschaft ein entscheidendes Problem dar.
 Beckum: Elisabeth Wieschebrink zu lokaler Klimaschutzpolitik
Auf den Leserbrief von Kurt Fichtner zur Rolle der FDP bei der diskussion um Solaranlagen auf öffentlichen Dachflächen reagiert FDP-Fraktionschefin Elisabeth Wieschebrink:

´´Mit der inhaltlichen Qualität des Leserbriefes muss man sich eigentlich nicht auseinandersetzen, dennoch muss dem Verfasser einmal folgendes klar gemacht werden:
Es ist vermessen behaupten zu wollen, Entscheidungen in Beckum wären käuflich. Allen aktiven Beckumer Politikern ist gemein, dass sie sich entschlossen haben, Politik für Beckumer Bürgerinnen und Bürger zu machen. Sie sind bestrebt, das Beste für unsere Stadt zu erreichen. Dafür wird in allen Parteien und Fraktionen sehr viel Zeit aufgewendet. Ehrenamtlich! Lediglich die Bewertung, was nun „das Beste“ für Beckum ist, lässt die Unterschiede zwischen den Mitstreitern erkennbar werden. Die einzelnen Themen und Entscheidungen werden von jeder Fraktion intern bewertet und in die politische Diskussion eingebracht. Es ist absurd, hier Verbindungen zur Landes- oder Bundespolitik im Hinblick auf Spenden herzustellen.

Wir treffen als gewählte Beckumer Bürgerinnen und Bürger Sachentscheidungen nach besten Wissen und Gewissen - und werden nicht von Spendengeldern beeinflusst. Und außerdem: Die Beckumer FDP hat ihre Kommunalwahlkämpfe ausschließlich aus Spenden ihrer eigenen Mitglieder, insbesondere ihrer drei Ratsmitglieder finanziert!

Zum Sachthema geben wir gerne unsere Entscheidungsgründe bekannt.
Die FDP-Fraktion hat sich gegen die Vermietung städtischer Dächer zur Solarenergienutzung ausgesprochen, die noch schnell vor Senkung der in dieser Woche beschlossenen Einspeisevergütung durchgepaukt werden sollte, ohne das wir im Übrigen Kenntnisse über die nötigen vertraglichen Regelungen erhalten hätten.

Wir haben mit der CDU, den Grünen und der FWG auch gegen die Erstellung eines von der SPD beantragten Solarflächenkatasters für 25.000 Euro für die Stadt Beckum votiert - und das aus gutem Grund:
 
In Deutschland werden mittlerweile Milliarden Euro an Subventionen aus den Taschen der Bürger in eine Technik gesteckt, die für nicht einmal 1% unseres jährlichen Strombedarfs sorgt. Darum halten wir diese für ungeeignet, vor allem, weil mit ihr keine nennenswerte CO2-Reduktion in den nächsten Jahren zu erreichen ist. Aber gerade darauf kommt es an! Wir sind der Meinung: Das Geld muss an den richtigen Stellen investiert werden, um das maximale für die Umwelt zu erreichen. Unbezahlbare Ökoträumereien und Stammtischparolen helfen nicht weiter!

Die FDP hat für Beckum einem Klimaschutzkonzept zugestimmt, das in den nächsten 10 Jahren den CO2 Ausstoß um bis zu 40% senken will. Das schaffen wir nicht, wenn Geld in überteuerte Technik mit niedrigen Wirkungsgraden gesteckt wird.
 
Wir plädieren stattdessen für Wärmedämmungsmaßnahmen, Wärmerückgewinnungsanlagen, kleine Blockheizkraftwerke oder Gaswärmepumpen, weil damit die CO2-Ersparnis wesentlich größer ist, als bei teueren Photovoltaikanlagen, die den Solaranlagenbesitzer sehr hohe Renditen (teils bis zu 30 %) bescheren.
 
Was die Arbeitsplätze anbelangt: Selbst die Grünen stellen mittlerweile fest, dass zwei von drei in Deutschland 2008 installierten Photovoltaikmodulen aus China kommen! Damit ist die Idee der „Anschubfinanzierung“ als Jobmotor für die deutsche Solarwirtschaft, die hinter den immensen Einspeisevergütungen steckt, gescheitert.
Das Geld landet größtenteils eben nicht in Deutschland. Schlimmer noch: Der EEG- Zuschlag, den alle Stromkunden zahlen müssen (egal ob vermögend oder nicht), hat sich auf Grund des Solar-Booms in den letzten 5 Jahren fast verdreifacht!
 
Ohne Kommentierung lassen wir hier den Klimaschutz im Zusammenhang mit dem europäischen Emissionshandel. Was man im Rahmen des EEG spart, wird an anderer Stelle ausgestoßen. Die Emissionen werden verlagert in andere Industriesektoren. Wirkung gleich null!´´
 Ahlen: Bäder am Standort Bürgermeister-Corneli-Ring konzentrieren
Paul Kowarsik, Neuer Kamp 26, Ahlen, ehemaliger Schwimmmeister, zirka 40 Jahre in den Bädern tätig, 50 Jahre Übungsleiter der Behindertensportgemeinschaft Ahlen für das Schwimmen, 59 Jahren Übungsleiter und erster Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Ahlen schreibt zur Situation der Bäder in Ahlen:

´´Halb Ahlen hat bei mir das Schwimmen erlernt. Mehrere Jahre Mitglied im Rat und im Sportausschuss der Stadt Ahlen. Ich möchte mich als Insider bezeichnen. Ich weiß also, wovon ich spreche. Aus großer Sorge um unsere Bäder möchte ich dem Aufsichtsrat, Sportausschuss und dem Rat der Stadt Ahlen eine Entscheidungshilfe an die Hand geben. Dass das Freizeitbad marode und völlig fehlkonstruiert ist, ist bei allen Parteien unbestritten. Drei Millionen Euro Zuschuss im Jahr für das Freizeitbad ist selbst in guten Zeiten nicht zu verantworten. Sollten meine Vorschläge umgesetzt werden, würde der Zuschuss halbiert. Bei noch größerem Komfort im Freibad.

Das vom Aufsichtrat der Bäder in Bielefeld besichtigte Hallenbad habe ich mir auch angesehen und sage, es ist auch für Ahlen Ideal. Nur der Standort (Berliner Park) ist völlig falsch. Besser ist die Konzentration auf einen Standort, dieser müsste das Freibad am Bürgermeister Corneliring sein. Das zwei Standorte doppelt so teuer sind, kann das vielzitierte Milchmädchen ausrechen. Was spricht gegen den Standort Berliner Park: Das Bad ist 1957 gebaut worden. Die Bausubstanz ist nach 53 Jahren marode. Ein Neubau auf diesem Gelände ist durch den vorhandenen Fließsand sehr problematisch und sehr teuer.
Der Saunabereich ist gut und sollte privat verpachtet werden. Saunen sind keine kommunalen Aufgaben. Wir haben in Ahlen und Umgebung genug private Einrichtungen, die hohe Gewerbesteuern zahlen und nicht subventioniert werden. Es spricht also alles für den Standort Freibad. Der Personaleinsatz könnte viel effizienter erfolgen. Cirka zehn Personen würden eingespart und müssten bei den Stadtwerken oder bei der Stadt weiter beschäftigt werden.
In den Ferien das neue Hallenbad schließen, nur Freibadbetrieb. Die neue Halle könnte entweder in der alten Fahrradwache oder an der Straße im Elsken im Freibadgelände gebaut werden. Da im Freibad die Sanitäranlagen und die Umkleidungen schlecht sind, könnten diese beim Bau der neuen Halle mit integriert werden. Wenn man sich immer am steuerlichen Querverbund mit dem BHKW (Blockheizkraftwerk) am Freizeitbad hochgezogen wird, sage ich: Es könnte abgebaut oder neu am Freibad Corneliring gebaut werden. Dieses Argument ist nur vorgeschoben. Solange wie eben möglich die überdachte Schwimmhalle im Freibad für den Schul- und Vereinssport erhalten.
Sollten meine Vorschläge umgesetzt werden, würde der jährliche Zuschuss auf eine Millionen Euro gesenkt werden bei gleichzeitiger Komfortsteigerung. Zum Schluss wünsche ich unseren Politikern und den Mitgliedern des Aufsichtsrates der Bädergesellschaft ein glückliches Händchen bei ihrer Entscheidung (Schließung des Freizeitbades und Konzentration auf den Standort Freibad) im Interesse unseren Stadt Ahlen, seinen Schwimmsport interessierten Bürgern und den Schwimmsporttreibenden Vereinen. Ich stehe mit meinem Fachwissen allen Vereinen, Parteien und Organisationen gerne zur Verfügung.
 Ahlen: Vorwürfe der Jusos sind absurd
Lesebrief JU Ahlen

Sebastian Theismann, 1.Vorsitzender der Jungen Union Ahlen, schreibt im Name des Vorstands der Jungen Union Ahlen, einen Leserbrief und nimmt Stellung zu den Vorwürfen, die die Juso-Vertreter Jendrik Leismann und Hans-Jürgen Metzger gegen die CDU und die Verwaltung erheben:

In Ihrem Leserbrief vom 27.Februar erklären beide richtiger Weise, dass Herr Scholle von der Verwaltung in der Angelegenheit seines Wohnorts befragt wurde. Wie man im Leserbrief nachlesen kann, ziehen Herr Leismann und Herr Metzger daraus den Schluss, dass die Verwaltung der Meinung gewesen sei, Herr Scholle habe seinen Hauptwohnsitz in Ahlen und sei somit wählbar.
Wenn dem so gewesen wäre, so stellen sich mir zwei Fragen: Warum sind die Aussagen Scholles darüber, wie oft er sich in Ahlen aufhalte, angezweifelt worden? Wenn doch die Verwaltung so sehr von der Richtigkeit von Scholles Aussagen überzeugt war: Warum ist nach der Befragung von Herrn Scholle Amtshilfe, mit dem Ziel der endgültigen Klärung der Wohnsitzfrage, bei der Stadt Hamburg angefordert worden? Die erste Frage lässt sich leicht damit beantworten, dass man als Soldat auf Zeit nun mal 5 Tage die Woche an seinem Standort, in diesem Fall Hamburg und nicht Ahlen, anwesend ist. Dies gilt besonders als Student einer Bundeswehruniversität, wo im Studium strenge Anwesenheitspflicht herrscht. Ebenso gilt dies in der vorlesungsfreien Zeit, in der Truppenpraktika an Standtorten in ganz Deutschland geleistet werden. Es ist also eine durchaus nachvollziehbare Entscheidung der Verwaltung, sich in Hamburg rückzuversichern. Und diese Entscheidung zeigt, dass in der Verwaltung versucht wird, gründliche Arbeit zu leisten.
Alles in allem stellt sich also die Frage, wo genau Herr Leismann und Herr Metzger in diesem Verhalten eine vorzeitige Entscheidung der Verwaltung, zugunsten von Herrn Scholle sehen wollen? Für mich lässt sich nur erkennen, dass die Verwaltung sich um eine abschließende Klärung der Frage weiterhin bemüht hat und solange den Äußerungen Scholles glauben schenken musste.
Blieb der Verwaltung den überhaupt eine andere Wahl, als vorerst den Angaben von Herrn Scholle glauben zu schenken und eine ordentliche und sachgemäße Prüfung abzuwarten? Man stelle sich einmal folgendes Verhalten vor: Kurz vor einer Kommunalwahl denunziert eine anonyme Gruppe ein Bewerber für den Stadtrat und stellt die bis dahin unbewiesene Behauptung auf, dieser Bewerber wohne gar nicht in der Stadt. Somit wäre er nicht wählbar. Die Verwaltung befragt daraufhin den ´Beschuldigten´. Dieser erklärt, dass er in der Stadt wohne. Weil die Verwaltung dem Beschuldigten nicht glaubt, erklärt sie ihn daraufhin in einem Willkürakt trotzdem nicht für wählbar. Er wird von der Wahl ausgeschlossen. Ist das die ´´demokratische Kultur´´, welche die beiden Jungsozialisten in ihrem Leserbrief fordern? Ist das die Auffassung von Gerechtigkeit, wie sie Ahlens Jusos vorschwebt? Ich hoffe nicht! Das oben geschilderte Verhalten hätte - meiner Auffassung nach – mit Demokratie und Gerechtigkeit relativ wenig zu tun.
Aber verlassen wir dieses Gedankenspiel und kehren zu den Fakten zurück. Die bereits zuvor angesprochene Klärung der Wohnsitzfrage hat sich bis zum heutigen Tage hingezogen und ist nun von Amtswegen durch die Stadt Hamburg geklärt worden. Ergebnis: Herr Scholle ist zum Zeitpunkt der Wahl nicht wählbar gewesen. Ebenso ist auf die Rechtslage oft genug hingewiesen worden. Schlussendlich kann man aber in Sachfragen unterschiedlicher Meinung sein; dies ist gesunde Tradition in einer Demokratie. Die Vorwürfe (so wie sie gegen Ende des Leserbriefs erhoben werden), welche aus dem Verhalten der Verwaltung eine Art Kreuzzug der CDU gegen die politisch engagierten Jugendlichen dieser Stadt machen, können nicht unkommentiert im Raum stehen gelassen werden.
Es würde den Rahmen dieses Leserbriefs sprengen, das Wachstum, die verschiedenen Projekte, Kooperationen und Aktionen der letzten Monate in allen Details zu erläutern. Wer seit der Kommunalwahl aufmerksam die Zeitung gelesen hat, der wird entsprechende Berichte über einige dieser Aktionen entdeckt haben. Die Nachwuchsarbeit der CDU trägt Früchte. Seit den Kommunalwahlen sind 20 junge Menschen der Jungen Union beigetreten. Diese Mitglieder engagieren sich auf allen Ebenen innerhalb der Partei und erhalten dabei sehr große Unterstützung von Seiten der CDU Mitglieder. Dabei geht es nicht nur um die Förderung des eigenen Nachwuchses: Zu den vielen jungen Neumitgliedern gesellen sich weitere Freunde und Unterstützer von Aktionen und Projekten. Diese Fakten belegen, wie ernst man die Förderung politischer Jugendarbeit innerhalb der CDU nimmt! Und in Anbetracht der Vorwürfe, welche die Jusos gegen die CDU erheben, sieht sich die Junge Union gezwungen, dies auch nochmal in aller Deutlichkeit öffentlich zu betonen.
 Gütersloh: Willi Repke schreibt zu der Schließung von Spielplätzen
Gütersloh (gl). Willi Repke, Auf der Warte 7, Rheda-Wiedenbrück, schreibt zur Schließung von 17 Spielplätzen in Gütersloh:
Unseren Kindern fehlen die Spielräume, und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Kinder brauchen Natur- und Bewegungsräume nötiger denn je. Alternativen zu Fernsehen, Computer und Spielkonsole müssen wohnortnah vorhanden sein. Wie kann der Ausschuss für Kinder- und Jugendhilfe, der das Wohl des Kindes im Namen trägt, solch eine Maßnahme (mit nur einer Gegenstimme der Grünen) beschließen? Wessen Wohl haben diese Ausschussmitglieder denn im Sinn? Kinder haben keine Lobby, keine Fürsprecher, nicht einmal die Damen und Herren, die im Ausschuss für Kinder und Jugendhilfe sitzen. Ein Ausschuss, der diesen Namen nicht verdient, eine Handlungsweise, die gegen Kinder und Jugendliche gerichtet ist.
Passt auch ins Bild, zu der von Dr. Hermjakob beschriebenen Situation, dass in Gütersloh baulich immer mehr verdichtet wird und alte Bäume neuen Siedlungen weichen müssen.

Scheinheilig wird überall propagiert, dass Kinder mehr Bewegung brauchen um Voraussetzungen für Gesundheit, Kreativität und Wohlbefinden zu erreichen. Gütersloh macht vor, wie ökonomische Interessen den absoluten Vorrang haben. Spielen erlaubt, nur nicht hier, auch nicht dort,, bestimmt nicht jetzt, am besten gar nicht hier in Gütersloh.
Wenn der letzte Baum zerstört, der letzte Platz betoniert, der letzte Spielplatz verbaut ist, werdet ihr erst dann einsehen, dass ihr euer Geld nicht essen könnt? Diese indianische Weisheit hat zeitlose Gültigkeit.
 Gütersloh: Peer Brändel zu den Sparplänen bei den Bibliotheken
Gütersloh (gl). Peer Brändel, Lehrer an der Geschwister-Scholl-Realschule, Spechtsweg 20, Gütersloh, schreibt zu den Schulbibliotheken.
Ohnmacht ist das Wort, das mir zu der Aussschusssitzung am Montag einfällt. Seit Jahren versuchen Gütersloher Schulen mit immer weniger Mitteln die Qualität schulischer Arbeit zu verbessern und sie zukunftsfähig zu machen. Dass die soziale Schere auch in einer Stadt wie Gütersloh trotz großer, ortsansässiger Firmen immer schneller und stärker auseinanderdriftet, konnte ich in den ersten 15 Jahren meiner Lehrertätigkeit mit ansehen. Der Anteil derer, die vom sozialen Netz abhängig sind, steigt stetig. Doch wo sollen die in der aktuellen Diskussion um Geben und Nehmen geforderten zukünftigen Leistungsträger unserer Gesellschaft herkommen, die das erwirtschaften, das den wirklich Bedürftigen unserer Gesellschaft hilft, wenn man bewusst Bildungschancen zunichte macht? Über Jahre haben Gütersloher Schulen unter Mithilfe von Eltern, Schülern und externen Kräften durch den Aufbau von Schulbibliotheken daran gearbeitet, allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Büchern und die Arbeit (und Freude!) mit ihnen Bildungschancen zu verbessern. Ein Großteil dieser Arbeit für ein kleines Stück Bildungsgerechtigkeit erfolgte dabei unentgeltlich. Diese Arbeit ist unverzichtbar um Kinder und Jugendliche für das Leben nach der Schule für ein selbst bestimmtes Leben in Gesellschaft und Arbeit fit zu machen. Diese jahrelange Arbeit wird mit der getroffenen Entscheidung mit einem Schlag zunichte gemacht. Ist Gras über die Sache gewachsen, wird in Vergessenheit geraten, wer verantwortlich ist für fehlende Bildungschancen und die häufig geäußerte defizitäre Bildung bei Schulabgängern. Einen Schuldigen wird man schnell gefunden haben, auf den man mit dem Finger zeigen kann: unsere Schulen, in denen die Kinder „nichts mehr lernen“.
Mit dem Frust darüber muss ich als Lehrer, übrigens nicht zum ersten Mal, leben können. Schwer zu ertragen sind Bekenntnisse in denen geäußert wird „wie sehr einem doch die Bildung am Herzen liege“, mit denen Entscheidungsträger versuchen, Verantwortung von sich zu weisen. Fehlen die Krokodilstränen
Es ist eine Frage der Priorität, was uns Bildung wert ist. Nimmt man den Ausspruch „Nur eins ist teurer als Bildung – keine Bildung“ ernst, ist die Priorität eindeutig.
 Beckum: Stefan Schröer zum Thema Kirchenschließungen
Zum Thema „Kirchenschließungen in Beckum“ erreichte uns ein Leserbrief von Stefan Schröer aus Beckum, Oelder Straße 12.

„Eine Pfarrversammlung vor der Schließung der beiden Gotteshäuser St. Martin und Liebfrauen wäre sinnvoller gewesen, als nach der Entscheidung des Kirchenvorstandes. Diese hätte als gutes Meinungsbild gelten und so die Entscheidung des ein oder anderen Gremiummitgliedes beeinflussen können.

Des Weiteren ist der Zeitpunkt von Kirchenvorstand und Propst taktisch sehr gut gewählt worden. Beckum lag schon im Karnevalsfieber, und die Entscheidung war ja schon am 8. Dezember gefallen. Somit wurde also von der Kirchenseite her versucht, den Widerstand möglichst gering zu halten. Doch nun versucht man das Thema Schließung wie eine Abwicklung bei einem Pleite gegangenen Konzern wie Karstadt, Quelle oder Arcandor zu erledigen.

Die Kirchensteuereinnahmen sind zwar noch ausreichend für den Haushalt der Kirche, aber ab 2011 könnte sich dieses ändern. Auch für die weitere Entwicklung sieht das nicht anders aus.
Liebfrauen und St. Martin haben maßgeblich unser Stadtbild geprägt. Aber Liebfrauen und auch St. Martin sind schon oft tot gesagt worden.

Wenn es in unserer Stadt irgendwie möglich ist, die beiden Gotteshäuser zu halten, sollte man dieses versuchen und sich auch gegen die Entscheidung vom Kirchenvorstand wehren.´´
 Beckum: Kurt Fichtner zur Position der FDP bei Photovoltaik-Förderung
Zum „Glocke“-Bericht „Stadt gibt Dachflächen für Photovoltaikanlagen frei“ am Samstag, 20. Februar, nimmt Kurt Fichtner, Auf dem Hollberg 9, Stellung.
„Ich finde es sehr begrüßenswert, dass die Stadt Beckum beim Thema Energiewende und Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangeht. Wenn dabei auch noch Geld in die klamme Stadtkasse fließt, umso besser.
Dass die FDP nur aufgrund eines Missverständnisses zugestimmt hat, ist auch erfreulich und zugleich bezeichnend für diese Partei. Da wird die Sorge um höhere Strompreise für Verbraucher vorgegaukelt, aber millionenschwere Steuergeschenke für Hotelketten darf der Verbraucher schon gerne mitfinanzieren. Da geht es schließlich um einen guten Zweck, nämlich die Parteikasse der FDP.
Vielleicht sollten es die Befürworter der Energiewende mal mit einer „kleinen Spende“ für die FDP probieren.´´
 Harsewinkel: Ärger über Hemkemeyers Äußerung zur Sporthalle
Zu der Äußerung von SPD-Ratsherr Reinhard Hemkemeyer zur Marienfelder Bürger- und Sporthalle („Das Objekt ist mausetot“) bezieht jetzt der Marienfelder Reinhard Peitsch, Von-Korff-Straße 26, Stellung. Er schreibt:

Der Sportverein Schwarz-Weiß und der Heimatverein Marienfeld haben 2007 den Antrag für den Bau der Halle gestellt. Schon mit Antragsstellung stand die Sport- und Bürgerhalle unter einem eher schlechten Stern. Ein Gutachter wurde beauftragt, die Hallenkapazität aller drei Ortsteile zu prüfen. Das dauerte etwa ein Jahr. Anschließend wurde ein weiteres Jahr über den Standort diskutiert. Das alles hat zu unglaublichen Verzögerungen geführt.
Als Marienfelder und als Mitglied des Sport- und des Heimatvereins habe ich die Vermutung, dass alles so beabsichtigt war, da vielen in der Verwaltung und der Politik der Standort Marienfeld für die Halle ein Dorn im Auge ist. Nachdem nun aber der Standort geklärt war, wurden erste Eurobeträge in die Planung investiert. Ende 2009 wurde das Projekt wieder in Frage gestellt. Unsere Bürgermeisterin sprach in ihrer Rede auf dem Neujahrsempfang in Marienfeld von einer Verschiebung bis vielleicht 2011/2012. Ich kann akzeptieren und muss einsehen, dass die Stadt das Projekt verschiebt, wenn die Mittel nicht zur Verfügung stehen. Dagegen meldet sich nun Herr Hemkemeyer und erklärt: Die SPD bleibe zwar ein verlässlicher Partner des Ehrenamts, aber das Objekt Sport- und Bürgerhalle sei mausetot. Dieser Satz ist für alle Ehrenamtlichen, die sich bisher mit Herzblut für das Projekt eingesetzt haben, ein Schlag ins Gesicht. Die Wortwahl allein schon ist äußerst unglücklich. Wo bleibt denn der angeblich verlässliche Partner? Mit seiner Äußerung wird Herr Hemkemeyer bestimmt keine Stimmen der Sportler von SWM für die SPD gewinnen.
Wir in Marienfeld brauchen die Halle. Wenn das nicht sofort geschehen kann, dann muss es später sein. Mausetot aber darf das Projekt auf keinen Fall sein.
 Gütersloh: Jürgen Jentsch zur Finanzierung von Frauenhäusern
Zur Finanzierung der Frauenhäuser schreibt der frühere SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Jentsch, Gütersloh:

Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP haben erneut eine Chance vertan, die nordrhein-westfälischen Frauenhäuser in ihrer schwierigen und leider nach wie vor dringend notwendigen Arbeit zu unterstützen. Ein entsprechender Entschließungsantrag der SPD-Fraktion ist in der Sitzung des Frauenausschusses wider besseren Wissens abgelehnt worden. Alle namhaften Experten sind sich einig, dass die Finanzierung der Frauenhäuser in Nordrhein-Westfalen nicht ausreichend, mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden und von Kommune zu Kommune völlig uneinheitlich ist.
Durch den Abbau der landesfinanzierten vierten Stelle und die Finanzkrise der Kommunen hat sich in den vergangenen Jahren die Situation der Frauenhäuser derart verschlechtert, dass sie nun eine neue Qualität der Absicherung brauchen. Ich erinnere daran, dass die hiesige Abgeordnete Ursula Doppmeier dem Gütersloher Frauenhaus vollmundig Hilfe versprochen hat. Wo war denn nun Ihr Einsatz, für die Frauen als stellvertretende Vorsitzende der CDU- Landtagsfraktion? Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich die Landesregierung nur auffordern, einen Rechtsanspruch auf einen Platz im Frauenhaus gesetzlich zu verankern.
 Rheda-Wiedenbrück: Enttäuscht im A2-Forum
Rheda-Wiedenbrück (gl). Petra Balzer, Ottersbekallee 19, Hamburg, hat am Wochenende, 27./28. Februar 2010, die Ausstellung „Garten und Ambiente“ im A2-Forum in Rheda besucht – und wurde enttäuscht.

´´Ich habe mich am vergangenen Sonntag mit einigen Freunden von dem Versprechen nach Ambiente und Lebensart verlocken lassen – in Rheda, dort wo ich zur Schule gegangen bin. Nun kann man sagen: „Das mit der Lebensart hat man oder man hat es eben nicht.“ Aber wenn der Hinweis darauf so verlockend groß plakatiert auf frühlingshaftem Pink herüber kommt, dann bekommt man schon ein wenig Lust, die erkältungsgeschundene Nase endlich einmal wieder in frisches, duftendes Grün zu halten oder hier und da ein sturmfestes, hübsches Windlicht zu erstehen. Das dachten nicht nur wir, sondern an diesem grauen Nachmittag nach Tausende von anderen Besuchern. Wir wurden herb enttäuscht.

Als der wohl neue Veranstalter der Ausstellung uns zu Beginn einen stolzen Eintrittspreis von neun Euro abverlangt, kostet uns das zuerst nur ein kurzes Augenbrauenzucken. Schon zehn Minuten später taufen wir die „Garten und Ambiente“ kurzerhand um in „Warten und dann niente“. Die ersten Meter legen wir im Gedränge bis zum ersten Modeschmuckstand zurück.

„Muss es ja auch geben“ oder „Ich seh gar nix. Kommt dahinten denn was Gescheites?“ sind die ersten Kommentare der ostwestfälischen Besucher, die zugegebenermaßen ja per se nicht so einfach zu beeindrucken, aber zumindest herzerfrischend ehrlich sind. Da nützen auch die Eierlikor- und Obstbrand-Stände gleich neben den Showküchen nichts. Immerhin dürfte damit die Gartenarbeit leichter von der Hand gehen und einen wohltuend verschönernden Schleier über das „Ambiente“ legen.

Fakt ist, dass man bereits in Halle eins nur dann und wann eine Ahnung von Garten bekommt, zwischen mehr oder weniger exklusiven Damenmode-Ständen, Tischdekorationen mit einem Touch Flohmarkt, Handtaschen und Gürtel, spanischen Süßwaren, Schweizer Frischkäsevariationen und englischer Regenkleidung, die von zwei netten türkischen Landsmännern angeboten werden. Da ist man fast schon froh, „japanische Gartenhandschuhe“ zu finden, wenn diese auch etwas zu fragil für den ostwestfälischen Markt aussehen. Aber immerhin erinnert man sich wage, warum man eigentlich hergekommen ist: Garten. Wo also sind Hallen vier und fünf? Von „Hallen“ kann ja sowieso vor lauter Abtrennung wirklich nicht die Rede sein.

Mittlerweile kommt mir eine Schaufensterpuppe im nicht gartenfähigen Kaschmir-Outfit entgegen, weil ein älterer Herr im Gedränge über eines ihrer Beine gestolpert ist. Ich komme mit ihm ins Gespräch, und er möchte von mir wissen, wo denn der Stand „mit den sich schüttelnden Matratzen“ zu finden sei, ob ich den schon gesehen hätte. Ich mutmaße, dass er die „Shiatsu-Massageliegen“ gleich neben „Kuschelmax“ meint und nicke verstört.
So muss man sich auf Butterfahrten fühlen. Ich will raus. Oder in eine Halle, die feucht und grün nach Garten durftet, mit echten Blumen oder zumindest Blumenzwiebeln, mit großzügig in Szene gesetzten, schönen Gartenmöbeln, mit Springbrunnen, schönen Blumentöpfen und Zen-Architektur. Ich finde sie nicht, nehme im Vorbeigehen einen Stand für „Permanent Lip und Eyeliners“ wahr. Es riecht nach Elsässer Flammkuchen, da wo ich „einen Hauch von Frühling atmen“ soll. Wenn so Lebensart aussieht, möchte ich nicht mehr leben.
Als wir am Eingang landen, der zugleich auch schon wieder Ausgang ist, weiß ich nicht, ob ich froh oder entsetzt sein soll. Aber eines weiß ich sicher: „Die schönen Dinge des Lebens zu genießen“ kann auch gratis möglich sein. Aber immerhin: Mein Eintrittsticket beinhaltet einen Gutschein auf Rabatt in Höhe von vier Euro für ein Freizeitbad in Bielefeld. Ich mag keine Freizeitbäder. Und ich komme aus Hamburg.´´
 Politik: Missbrauch rechtfertigt keine pauschalen Urteile
Zum Missbrauch an katholischen Schulen schreibt Lucia Tentrop aus Berlin, zur Zeit Münster: Als Mitglied der jesuitischen St.Canisius-Gemeinde in Berlin haben mich die Vorfälle in katholischen Schulen wochenlang bis zur Sprachlosigkeit schockiert. Inzwischen aber wird mir die selbstgerechte moralische Entrüstung unserer sexuell bis zur Gewaltlust enthemmten Gesellschaft zu bunt: Hat sich denn unsere öffentliche Meinung nicht jahrzehntelang bemüht, kulturell gewachsene Lebensformen – wie z.B. die dauerhafte Ehe, die Familie oder den Zölibat – zu entwerten bzw. zu zerstören? Mit welchem Recht erhebt sich nun dieselbe Gesellschaft über Verbrechen, an deren Entstehung sie aktiv mitgewirkt hat? Kein Mensch ist unanfechtbar unabhängig von den gesellschaftlichen Einflüssen seiner Zeit. Die pauschalen Verurteilungen, die in manchen Medien oder Leserbriefen zu hören oder zu lesen sind, sind unreell und unwahr. Sie missachten die Leistungen der katholischen Schulen. Unsere christlichen Klöster und Bildungsinstitute haben unendlich viel Gutes bewirkt, jahrhundertelang, und zu allen Zeiten positiv herausragende Leute hervorgebracht. Ich denke nur mal an die Bedeutung der Jesuiten für die deutsche Widerstandsbewegung, z.B. den Kreisauer Kreis, oder an zahlreiche namhaft bekannte Vertreter dieses Ordens. Im übrigen war ich als Lehrerin an konfessionslosen Schulen im Innenbereich der Großstadt nicht nur einmal, sondern chronisch schockiert. Da habe ich oft wehmütig an meine Zeit als Schülerin in einem gemütsbetonten und gepflegten Klosterinternat gedacht: Ein himmelweiter Unterschied!
 Ahlen: Links-Jugend kritisiert Rausschmiß Steven Scholles
Leserbrief von Ferid Atac von der Linksjugend [´solid] Ahlen / Kreis Warendorf zum Ausschluss Steven Scholles (SZP) aus dem Rat der Stadt Ahlen:
´´Wir, die Linksjugend [´solid] Ahlen / Kreis Warendorf, sprechen hiermit unser tiefes
Unverständnis gegenüber dem Beschluss des Rates der Stadt Ahlen aus, das gewählte Ratsmitglied der Sozialen Zukunftspartei, Steven Scholle, aus dem Rat der Stadt Ahlen nachträglich auszuschließen. Nicht nur, dass Herr Scholle von einer anonymen Gruppe „wachsamer Bürger“ denunziert wurde, welche nicht den Mut
hat, sich öffentlich dazu zu bekennen, was wir hiermit verurteilen. Auch die
Art und Weise, wie die Ahlener Verwaltungsspitze und die Ratsfraktionen von CDU,
FWG und FDP mit den Vorwürfen umgingen und umgehen, widerspricht unserem
Verständnis eines Handelns zum Wohle der Stadt Ahlen, auf das alle Ratsmitglieder
vereidigt wurden.
Schockierend musste unser Mitglied Christopher Epping als Mitglied des Rates in der letzten Sitzung feststellen, dass Bürgermeister Ruhmöller ihn während der
Pause vor der geheimen Abstimmung noch einmal darauf aufmerksam machte, er
sei „dem Gesetz verpflichtet“, was für uns einen kläglichen Versuch der politischen
Einschüchterung gegenüber einem jungen Ratsmitglied darstellt.
Nicht nur, dass Herr Ruhmöller unserer Auffassung nach genauso gut wissen
müsste, dass es sich bei dem vom Rat zu unserem Bedauern gefassten Beschluss
nicht um eine unumstrittene Entscheidung handelt, die selbst von Juristen
unterschiedlichst bewertet wird, es ist uns kein Fall bekannt, in dem Herr Ruhmöller
gegenüber einem Ratsmitglied so handelte. Wenn Herr Ruhmöller glaubt, junge
Ratsmitglieder ungefragt über ihre Pflichten belehren zu müssen, müssen wir ihm
eine klare Absage erteilen. Auch junge Menschen wissen sehr wohl um ihre
demokratischen Rechte und Pflichten, auch als Mandats träger.
Uns drängt sich die Frage auf, welches Interesse die Ahlener Verwaltung daran hat,
Herrn Scholle unverzüglich aus dem Rat ‚herausschmeißen’ zu lassen. Man könnte
fasst glauben, hier wird versucht, eine junge Ahlener Partei bereits im Keim vor die
Wand fahren zu lassen.
Für uns steht außerdem außer Frage, dass der Rat der Stadt
Ahlen nicht die Aufgabe der Rechtssprechung zu übernehmen hat. Für uns ist die
Gewaltenteilung eine unumstößliche Notwendigkeit einer jeden Demokratie. Mit
negativen Folgen wäre bei einer Vertagung des Ausschlusses nach einem
richterlichen Urteil nicht zu rechnen gewesen. Einzig und allein das politische
Engagement eines jungen Ahleners könnte für die Politgranden neoliberaler Parteien
Grund genug sein, alles daran zu setzen, dem bereits im Anfang einen Riegel vor zu
schieben. Dies zeigt sich auch an den Emotionen mit denen dieser Beschluss
diskutiert wurde. Sogar das Privatleben und die Vereinsmitgliedschaften von Herrn
Scholle wurden in die Öffentlichkeit gezerrt.
Für uns ist dies eine unerträgliche Art und Weise Politik zu machen. Wir wünschen Herrn Scholle viel Erfolg bei einem möglichen Rechtsstreit und hoffen dass sich diesen Wünschen viele Mitbürgerinnen und Mitbürger anschließen.´´
 Langenberg: Martin Hammelbeck zum Thema Unfall Stromberger Straße
Zum Bericht „BMW übersehen – Unfall fordert drei Verletzte“ schreibt Martin Hammelbeck, Krummer Timpen 10, Langenberg-Benteler. Er hatte Ende 2010 einen Unfall an selber Stelle.

Es war kurz nach Mittag am Samstag, als wir auf dem Weg zu meinem Büro auf der Stromberger Straße/Ecke Lippentruper Straße durch die umfangreiche Präsenz von Feuerwehr, Polizei und Rettungswagen aufgehalten wurden.
Erstaunt war ich über meine Ruhe, obwohl ich am 12. Dezember 2008 an eben dieser Stelle auch einen schweren Unfall hatte. Nachmittags, als ich dann „Die Glocke“ online im Netz öffnete und den Bericht über den Unfall an der Kreuzung mit fast identischem Ablauf las, war dann auch die Erinnerung an meinen Unfallhergang wieder voll da: Der Kleinwagen, der bei völlig freier Sicht von links den Berg herunter kommt, abbremst und dann doch direkt vor mir über die Kreuzung fährt. Der fassungslose Blick auf die Beifahrertür unmittelbar vor dem Aufprall.
Dann die Explosion des Airbags; das nicht enden wollende Rumpeln während des Überschlags. Der Ausstieg aus dem auf dem Dach liegenden Wagen durch das zerborstene Seitenfenster; der scheinbar lange Aufstieg mit schmerzender Schulter aus dem tiefen und steilen Graben und das Absetzen des Notrufs – zum Glück „nur“ mit einer Schwerverletzten und auch hier, Gott sei Dank,- keinem Beifahrer im mittig getroffenen Kleinwagen. Selbst Vorfahrt gehabt zu haben, beruhigt das Gewissen in keiner Weise, wenn man weiß, dass auf dem Beifahrersitz des Kleinwagens niemand den Aufprall hätte überleben können.
Wer auch immer an dieser Kreisstraße für die Verkehrssicherheit zuständig sein mag: Nun ist eine umgehende Änderung der Verkehrsregelung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit – zumindest in Form einer Stoppschild-Regelung mit Vorankündigung – wohl mehr als angebracht.
 Politik: Kürzung der Solarförderung fataler Fehler
Zur Kürzung der Förderung von Solarstrom schreibt Fedorf K. H. Krämer aus Wiedenbrück:
„Ich bin gerne bereit, den erhöhten Strompreis für die Solar-Einspeisevergütung zu zahlen. Ich möchte den Klimawandel wie mehr als 70 Prozent der deutschen Stromverbraucher (Forsa-Umfrage) bremsen. Der Klimawandel wird allen Bürgern noch sehr viel mehr kosten als ein paar Euro Einspeisevergütung im Jahr. Beispiele von Stürmen, Überschwemmungen und Trockenheit aufgrund Klimaänderung gibt es inzwischen genug. Was wollen wir: Atom- und Kohlekraftwerke, die das Chaos verstärken oder wollen wir Wind-, Wasser-, Biogas- und Solarkraftwerke? Die Senkung der Einspeisevergütung wird den Ausbau der Solarkraftwerke drastisch bremsen. Der Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. hat deshalb eine Petition an den Deutschen Bundestag gerichtet, die Solarförderung nicht zu verschlechtern, sondern zu verbessern. Diese Petition kann, darf und sollte jeder Bürger unter www.sfv.de online mit unterzeichnen. Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme sind natürliche, saubere Energiequellen, die der gesamten Menschheit chancengleich, natürlich nachwachsend, kostenlos und auf lange Sicht zur Verfügung stehen. Nur das weit verbreitete Wissen um die Möglichkeiten der regenerativen Energien kann eine internationale Bewegung entfachen. Deutschland ist hier noch federführend, mit der erneuten Kürzung der Mittel aber verlieren wir an Glaubwürdigkeit im internationalen Bereich und die zwingend notwendige Energiewende wird vielleicht von China eingeleitet.
 Politik: Margot Käßmann handelt konsequent
Dieter Wienker aus Sassenberg schreibt zur Trunkenheitsfahrt von Bischöfin Margot Käßmann:
Frau Käßmann hat aus ihrem Verhalten mittlerweile Konsequenzen gezogen und ist zurückgetreten. Man kann, auch wenn so eine Alkoholfahrt beileibe kein Kavaliersdelikt ist, geteilter Meinung sein, ob ein Rücktritt wirklich nötig war. Jedenfalls aber war Frau Käßmanns Reaktion sich selbst und der Öffentlichkeit gegenüber ehrlich und folgerichtig. Jürgen Rüttgers Reaktion ist dies aus meiner Sicht nicht. Wenn sich der Ministerpräsident von NRW und Chef der Landes-CDU hinstellt und ohne rot zu werden sagt, er habe nicht gewusst, was in diesen Sponsorenbriefen zum Landesparteitag steht, dann sehe ich nur zwei Möglichkeiten: entweder er lügt oder er hat tatsächlich keine Ahnung, was in seinem Laden vorgeht.
Beides nicht gerade ideal für ein Empfehlungsschreiben. Da ist mir die Reaktion von Frau Käßmann lieber. Dem kann man zumindest Respekt entgegenbringen und muss sich nicht auch noch für dumm verkauft fühlen.

 Politik: Kosten im Gesundheitswesen transparent machen
Zum Thema Kostenexplosion im Gesundheitswesen schreibt Johanna Bayer aus Wiedenbrück:
„Seit vielen Jahren, ganz besonders aber in den vergangenen Wochen, verfolge ich die „unseelige“ Diskussion zum Thema: „Kostenexplosion im Gesundheitswesen“. Gerade stehen die von den Krankenkassen erhobenen Zusatzbeiträge im Kreuzfeuer, davor war es die Einführung des Gesundheitsfonds, die Praxisgebühr, die Igel-Leistungen (individuelle Gesundheitsleistungen), die aus dem Krankenkassenkatalog herausgenommen wurden und die nun jeder gesetzlich Versicherte aus eigener Tasche bezahlen muss und nicht zuletzt die Zuzahlungen zu den Medikamenten. Auch die Rabattverträge der einzelnen Kassen mit der Pharmaindustrie haben zur Verunsicherung vor allem bei älteren Menschen geführt. Sie müssen sich immer wieder auf andere Medikamente einstellen. Unsere demographische Entwicklung zeigt uns überdeutlich, wie aus einer „Alterungspyramide“ langsam aber sicher ein “Alterungsbaum“ entsteht. Die Menschen werden heute, Gott sei Dank, älter als vor 50 Jahren, aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie auch gesünder alt werden. Manchmal sind sie einfach nur in die Lage versetzt, trotz unterschiedlichster Beschwerden „länger krank zu sein“. Dies meine ich keinesfalls anmaßend, sondern es ist eine Folge des medizinischen Fortschritts, man könnte es auch „Evolution“ nennen. Und es ist gut so, wie es ist!!! Unser Gesundheitswesen ist dabei leider etwas auf der Strecke geblieben, da es sich um Systeme handelt, die inzwischen sehr auf Gewinnmaximierung beruhen und sich leider immer weiter vom Solidaritätsgedanken entfernen. Es gäbe übrigens ein erschreckend einfaches Mittel, das Kostenbewusstsein im Gesundheitswesen zu fördern, nämlich den gesetzlich versicherten Patienten die Kosten bewusst zu machen, indem sie die Arztrechnungen erhalten. Im 5. Sozialgesetzbuch, Paragraph 305, ist dieses Recht auf eine sog. „Patientenquittung“ übrigens seit Jahren verbrieft, aber es wird so gut wie kein Gebrauch davon gemacht. Außerdem sind die Krankenkassen dazu verpflichtet, die mit der Kassenärztlichen Vereinigung abgerechneten Behandlungen dem Versicherten auf Wunsch offen zu legen. Beide Wege erfordern aber die Eigeninitiative mündiger Patienten, die nicht nach dem Motto „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ leben. Die Wirkung wäre sogar in zweifacher Weise überaus positiv. Zum einen kann nur so auf mittelfristige Sicht ein Kostenbewusstsein entstehen, denn der Umgang mit Geld ist nicht angeboren, sondern muss in der Regel gelernt werden. Nur Rechnungen verschaffen diesen Einblick in die Finanzen. Zweitens ist nur so eine Kostentransparenz zu erreichen, und zwar auf allen Seiten!!! Was würden wir sagen, wenn wir unser Auto in eine Werkstatt geben und nie wieder erfahren, was die Reparatur nun eigentlich im Einzelnen gekostet hat?!? Ich glaube, manch einer von uns wäre darüber sehr irritiert. Was ist aber menschliche Gesundheit gegen einen PKW? Sollte sie nicht unser höchstes Gut sein? In allen Sozialsystemen ist Solidarität nach wie vor enorm wichtig. Wenn Gesunde nicht mehr für Kranke, Junge nicht mehr für Alte, Arbeitende nicht mehr für Arbeitslose einstehen, dann ist das der Anfang vom Ende!!! Jeder von uns kann jederzeit auf Hilfe angewiesen sein und nur der, der schon einmal am „seidenen Lebensfaden“ gehangen hat, kann das wirklich nachvollziehen. Krankenkassen müssten eigentlich dringend in „Gesundheitskassen“ umbenannt werden, denn nur wer „das Kind beim Namen nennt“ kommt auch zum Ziel. Zurzeit sind wir alle auf dem Besten Weg, die „Kasse der Kranken“ zu werden und irgendwie verdienen auch noch alle daran!
 Ahlen: Bürgermeister nimmt Stellung zu Juso-Leserbrief
Zu dem Leserbrief „Entscheidung ist fatal“ im Ahlener Tageblatt vom 27. Februar nimmt Ahlens Bürgermeister Benedikt Ruhmöller Stellung:
Zu dem Leserbrief von Jendrik Leismann und Jürgen Metzger möchte ich nur einige sachliche Anmerkungen machen:
1. Es ist falsch, dass ich als Bürgermeister dem Wahlprüfungsausschuss und dem Rat empfohlen hätte, die Wahl von Steven Scholle zum Ratsherrn für gültig zu erklären. Damit war ich überhaupt nicht befasst. Ebenso wenig habe ich ge-prüft, wie viel Zeit Herr Scholle in Ahlen verbringt, oder sonst irgendeine ande-re diesbezügliche Einschätzung vorgenommen.
Denn bei der Vorbereitung und Durchführung der Kommunalwahl am 30. Au-gust 2009 war ich naturgemäß befangen und von jeder Mitwirkung ausgeschlos-sen. Die Wahlangelegenheiten oblagen alleine dem Wahlleiter. Dieser hat schon in der Ratssitzung am 17. Dezember 2009, bevor über die Gültigkeit der Wahl entschieden wurde, ausdrücklich erklärt, dass in einem anonymen Schreiben die Wählbarkeit des Herr Scholle bezweifelt worden war, jedoch die Wählbarkeits-voraussetzungen am 30. August 2009, dem Wahltermin, vorgelegen haben.
2. Es ist ebenso falsch, dass sich die Fakten gegenüber dem Wahltermin nicht geändert hätten. Eine entscheidende Änderung liegt darin, dass Herr Scholle jetzt mit seinem Hauptwohnsitz in Hamburg-Wandsbek gemeldet ist. Er hat jetzt also seinen Hauptwohnsitz nicht mehr in Ahlen und damit eine Wählbarkeits-voraussetzung verloren. Die Änderung des Melderegisters durch die Stadt Ham-burg ist von der Stadt Ahlen als Tatsache melderechtlich zu akzeptieren.
Wenn eine Wählbarkeitsvoraussetzung wie der Hauptwohnsitz weggefallen ist, muss der Stadtrat nach dem Kommunalwahlgesetz zwingend entscheiden, dass das betreffende Ratsmitglied seinen Ratssitz verloren hat. Da gibt es kein Wenn und Aber. Dazu bedarf es nicht erst eines Gerichtsbeschlusses. Andererseits kann das betreffende Ratsmitglied gegen den Ratsbeschluss selbstverständlich Rechtsschutz vor dem Verwaltungsgericht geltend machen. Darauf wurde Herr Scholle vom Verwaltungsgericht Münster auch hingewiesen, wo er schon vorher vergeblich versucht hatte, den Ratsbeschluss zu verhindern.
3. Auch der Landrat als Kommunalaufsicht hat ohne Einschränkung bestätigt, dass die Stadt Ahlen hier richtig und vor allem rechtmäßig verfährt. Das Schrei-ben liegt allen Ratsmitgliedern (auch Herrn Metzger) vor und sollte zur Kennt-nis genommen werden. Der Landrat weist darauf hin, dass ich als Bürgermeister den Ratsbeschluss förmlich beanstanden muss, wenn der Rat anders als vorge-schlagen entscheidet. Denn das wäre rechtswidrig.
4. Es steht nicht im Belieben des Rates, wann und warum er welchem Ratsmit-glied die Mitgliedschaft aberkennt oder nicht. Das würde der Willkür kräftig Vorschub leisten. Vor dem Gesetz sind alle Ratsmitglieder gleich zu behandeln. Oder soll etwa nach Lebensalter, politischer Erfahrung, Fleiß oder politischer Gefälligkeit entschieden werden? All’ diese Gesichtspunkte spielten in der Dis-kussion in der letzten Ratssitzung eine Rolle. Doch sie sind bei der tatsächlichen und rechtlichen Beurteilung, ob die Wählbarkeitsvoraussetzungen bei einem Ratsmitglied vorliegen, völlig unerheblich.
Ergebnis: Das Kommunalwahlgesetz, auf das übrigens alle Ratsmitglieder (wie auf die Gesetze insgesamt) ausdrücklich verpflichtet sind, ließ keine andere rechtmäßige Entscheidung zu. Bei der Ratsentscheidung handelt es sich übrigens keinesfalls um eine „Verurteilung“ des betreffenden Ratsmitgliedes, wie der ganze Vorgang überhaupt rein gar nichts mit dem Strafrecht zu tun hat.
 Gütersloh: Stefan Tölke zur Ortsumgehung Friedrichsdorf
Zur Diskussion um die Ortsumgehung Friedrichsdorf schreibt Stefan Tölke, Avenwedder Straße 453, Gütersloh:

Auslegung der Planung, Leserbriefe, Bürgerversammlungen – die betroffenen Friedrichsdorfer Bürger sollen angehört werden. Brüllen tun jedoch andere. Und je länger man zuhört, desto haarsträubender werden die künstlich herbeigezogenen Einwände. Sämtliche Erhebungen und Analysen der letzten 50 Jahre werden genauestens analysiert und zeilenweise in Zweifel gezogen. Da gibt es Menschen, die zwar weit weg in Bielefeld wohnen, die aber mit beeindruckenden Formeln einzelne Autos aus anerkannten Verkehrsmessungen in Friedrichsdorf heraus rechnen. Wortführer aus Bad Salzuflen sehen die Unternehmen der Region in der Pflicht, jeden Lastwagen unter Zwang zur nächsten Autobahnauffahrt zu geleiten, auf dass dieser die Autobahn als Ortsumgehung nutze. Angebliche Naturschützer aus Borgholzhausen fühlen sich berufen, die Wiesen um Friedrichsdorf herum bis aufs Messer zu verteidigen, sehen aber in den unerträglichen Lärm- und Abgasemissionen für Mensch und Natur innerhalb des Ortes keinerlei Problem.

Und um all dem noch die Krone aufzusetzen, erscheinen streitbare Diskutanten aus Bielefeld auf Friedrichsdorfer Bürgerversammlungen und belehren mich darüber, wie gering doch die Verkehrsdichte vor meiner eigenen Haustür sei. Insgesamt lassen diese Menschen nichts unversucht, die Stimmung in Friedrichsdorf in den Medien und auf der politischen Bühne völlig anders darzustellen, als sie tatsächlich ist.

Mit Verlaub: für eine Einschätzung meiner eigenen Verkehrsbelastung und der meiner Kinder brauche ich solche unerträglichen Tatsachenverdrehungen nicht. Ein Blick aus meinem Fenster genügt. Friedrichsdorf ist voll von jungen Familien mit Kindern, die zwei Schulen, drei Kindergärten, drei Sporthallen und etliche Spielplätze besuchen und sich dazu jeden Tag durch dichtesten Durchgangsverkehr quälen müssen. Mit der Fertigstellung der A33-Abfahrt östlich von Friedrichsdorf wird noch zusätzlicher Schwerlastverkehr hinzukommen. Das sind unhaltbare Zustände.

Bei aller Freude über das rege Interesse und den touristischen Zulauf, den Friedrichsdorf regelmäßig zu solchen Veranstaltungen genießt – als vorgeschobenes Reiseziel für politisch Motivierte ist es völlig ungeeignet. Die Stimme der betroffenen Bürger, nämlich die der Friedrichsdorfer selbst, mag manchmal im lauten Krawall-Geschrei der Bürgerversammlungstouristen nicht laut genug zu hören sein. An den Tatsachen ändert das nichts: 94 Prozent der befragten Friedrichsdorfer Bürger haben für die Ortsumgehung unterschrieben.
Die Entlastungsstraße ist sowohl für die direkten Anlieger als auch für die gesamte Entwicklung des Ortes unerlässlich. Die Vertreter aus Verwaltung und Politik wissen das und werden sich für Friedrichsdorf stark machen.
 Beckum: Dr. Klaus Wessel zu Vorstandswahlen beim Heimat- und Geschichtsverein
Beckum (gl). Zum Beitrag „Museumsleiter aus Vorstand abgewählt“ („Glocke“ vom 23. Februar) nimmt Dr. Klaus Wessel Stellung.

´´Der Beitrag „Museumsleiter aus Vorstand abgewählt“ („Glocke“ vom 23. Februar) lässt ein einfaches Mitglied sowohl der Bauknechte als auch des Heimat- und Geschichtsvereins mit Fragen zurück: Woher rührt die Überzeugung der Verantwortlichen des Heimat- und Geschichtsvereins, künftig auf den Leiter des Stadtmuseums als Beisitzer verzichten zu können? Und: Warum erfolgte über diese gravierende Personalie im Vorstand/Beirat der Heimatfreunde nicht zeitnah eine redaktionelle Berichterstattung? Wurden die Medien bewusst außen vor gelassen und wenn ja: warum?
Beckum wird nur dann mit seinen zweifellos vorhandenen kulturellen Pfunden wuchern können, wenn alle relevanten Brauchtums- und Kulturgruppierungen konstruktiv und harmonisch - bei aller Eigenständigkeit ineinander verzahnt - ihre Aktivitäten bündeln und entwickeln. Und das bedeutet zwingend, dass der Stadtmuseumsleiter als verbindendes und kompetentes Glied Sitz und Stimme im Beirat des Heimat- und Geschichtsvereins haben muss. Es darf insbesondere nicht dazu kommen, dass die entsprechenden Vereine womöglich wegen völlig irrelevanter persönlicher Empfindsamkeiten Gefahr laufen, auseinanderzudriften. Das hielte dauerhaft selbst ein robustes Beckumer Kulturleben nicht aus. Auch ein schöner Dormitoriumserfolg vermag nichts daran zu ändern, dass sie nur gemeinsam stark sind: Museumsverein, Bauknechte und Heimat- und Geschichtsverein.´´
 Beckum: Martin Reddehase zur ´´Abwicklung´´ von zwei Kirchen
Beckum (gl). Zur Diskussion um Kirchenschließungen in Beckum äußert sich Martin Reddehase, Ostlandstr. 25.

´´In der gestrigen Gemeindeversammlung wurden im Wesentlichen betriebswirtschaftliche
Kennzahlen als Grund für die Schließung zweier Kirchen dargelegt.
Unterm Strich können dadurch etwa 100.000 Euro pro Jahr eingespart. Viele Wirtschaftskonzerne argumentieren bei Standortschließungen ähnlich. Nur all zu oft
werden dabei die Kunden - hier die Gemeindemitglieder – vergessen.
Sicherlich gehen von den 15.000 Gemeindemitgliedern 10.000 gar nicht oder nur
sporadisch in die Kirche, doch alle habe eine Verbindung zur Kirche, eine
Verbindung zu Gott und zahlen, sofern einkommensteuerpflichtig, auch
Kirchensteuer.
Die Kirchenschließungen werden dazu führen, dass gerade diejenigen, die nicht oder
unregelmäßig zur Kirchen gehen, Ihren Status überprüfen und dann aufgrund der
nicht vorhandenen „eigenen“ Kirche Liebfrauen oder St. Martin aus der Kirche
vermehrt austreten. Wenn nur 200 Mitglieder, die jeweils 500 Euro Kirchensteuer pro
Jahr zahlen, die Kirche verlassen, sind die eingesparten 100 000 Euro weg. Die vom
Kirchenvorstand aufgemachte Rechnung wird nicht aufgehen. Es bleiben vielleicht
die Nachnutzungserlöse aus der Vermietung/Veräußerung der Kirchen
Sollte man betriebswirtschaftlich eine so wesentliche Änderung begründen? Ich
meine nein.
Vielmehr sollte versucht werden, die Katholiken in die Kirche zu bewegen. Jeder
Einzelne kann aktiv werden, sich umschauen und Nachbarn und Freunde in die
Kirche einladen. Wenn wir es dann schaffen, die Kirchenbesucherzahlen deutlich
anzuheben, so wird dieses beim Bischof in Münster einen größeren Eindruck
hinterlassen als die Botschaft Zweidrittel der katholischen Kirchen in Beckum wurden
geschlossen.´´
 Beckum: AMG-Abiturienten zum Startverbot beim Rosenmontagszug
Beckum (gl). Auf den Entzug der Starterlaubnis für den Wagen des Albertus-Magnus-Gymnasiums beim Rosenmontagszug beziehen sich Eva Kaup und Friederike Agnesens für die Abiturientia des AMG.

´´Uns, dem Abiturjahrgang 2010 des AMG Beckum, ist es ein ernstes Anliegen die Geschehnisse des vergangenen Rosenmontags noch einmal aufzugreifen.
Sehr wohl sind uns unsere Fehler in Bezug auf das Alkoholverbot präsent. Doch war uns die Dringlichkeit nicht bewusst, da auch auf weiteren Wagen Alkohol konsumiert wurde.
Auch unser Karnevalswagen wurde durch harte Arbeit erstellt und unser gesamter Jahrgang war der Meinung einen erfolgreichen Tag verbringen zu dürfen. Durch das Entfernen unseres Wagens wurde uns allerdings eindrucksvoll gezeigt, dass man uns mit weniger Respekt und mehr Vorurteilen als anderen Karnevalsteilnehmern begegnete. Selbst die Bitte noch als Fußgruppe mitgehen zu dürfen, verwehrte man uns.
Als Begründung für unseren Verweis haben wir nun schon so einige, meist völlig aus der Luft gegriffene Thesen gehört, doch niemand hat sich bereit erklärt uns in aller Ruhe den Grund zu definieren. Dazu kam, dass man uns in der Öffentlichkeit durch verschiedene Medien als sinnlos trinkende Jugendliche denunzierte.
Doch so dazustehen sind wir nicht bereit, da unsere hervorragende Stimmung nicht dem Alkohol entstammte, sondern der Freude auf einen gelungenen Tag.
Dies lässt uns zu dem Schluss kommen, dass für uns zukünftige Abiturienten kein Platz im diesjährigen Rosenmontagszug war.
Wir hoffen durch unsere Darlegung der Ereignisse wenigstens dem zukünftigen Abiturjahrgang 2011 mehr Respekt zu verschaffen.´´
 Ahlen: Jusos kritisieren Ausschluss von Ratsmitglied Steven Scholle
„Es ist schon bemerkenswert, wie Bürgermeister und CDU mit dem Ratsherren Scholle umgehen. Bereits am 13.8.2009 bekam die Stadt ein anonymes Schreiben, das die Wählbarkeit von Herrn Scholle anzweifelt. Herr Scholle wurde von der Verwaltung befragt und seine Wählbarkeit festgestellt. Der Bürgermeister empfahl Wahlprüfungsausschuss und Rat, die Wahl für gültig zu erklären, was auch geschah. Nun forderte der Bürgermeister den Rat auf, Herrn Scholle auszuschließen. Da stellt sich die Frage, warum der Bürgermeister nunmehr zu einer anderen Einschätzung kommt als vorher. Andere Fakten liegen nämlich nicht vor. Abgesehen von der erfolgten Änderung des Melderegisters in Hamburg.
Aber das kann doch die eigenständige Einschätzung der Stadt Ahlen nicht beeinflussen. Die Antwort blieb der Bürgermeister in der Ratssitzung schuldig. Dass Herr Scholle den Großteil seiner Zeit in Ahlen verbringt, hat der Bürgermeister vor der Wahl als gegeben angesehen. Dieses war für die Ratsmitglieder die Grundlage, ihn im Vertrauen auf die Empfehlung des Bürgermeisters als „gewählt“ zu erklären. Die Jusos Ahlen kritisieren massiv die Vorgehensweise des Bürgermeisters. Erst die Wählbarkeit festzustellen zu lassen und dann den Ausschluss des Herrn Scholle zu fordern, zeugt von mangelnder politischer Kultur. Können sich Ratsmitglieder, Wähler der SZP und Bürger der Stadt Ahlen auf den Bürgermeister überhaupt verlassen? Was wird er dem Rat vorschlagen, wenn Herr Scholle vor Gericht Recht bekommt?
Das Verfahren befindet sich in der Schwebe, die juristische Grundlage für eine derart tief greifende Entscheidung stand nicht eindeutig fest. Aber: Die Ratsmitglieder wurden aufgefordert, jetzt schon - vor den Gerichten - zu entscheiden, ob Herr Scholle rechtmäßig im Rat sitzt oder nicht! Das Verhalten von Bürgermeister und CDU-Fraktion, die den Ausschluss des Herrn Scholle mit beschlossen hat, ist dabei auch besonders delikat. War kurz vor der Wahl (jeder weiß worum es geht) nicht eine ähnliche Frage im Rat zu klären? War damals für die CDU - noch mit Ratsmehrheit ausgestattet - doch gerade die laufende Ermittlung der Grund, sich über den Antrag auf Ruhenlassen des Amtes zu ereifern? Wurde nicht aus der CDU-Fraktion erregt argumentiert, man könne doch „keine Vorverurteilung“ vornehmen? Gar von „Schauprozessen“ - welch ein historisches Unwort - war die Rede. Dabei ging es damals lediglich um eine Bitte an den Bürgermeister, sein Amt bis zur gerichtlichen Klärung ruhen zu lassen. Das ging der CDU viel zu weit. Nunmehr hat sie - vor der gerichtlichen Klärung - das Urteil über Herrn Scholle mitgesprochen.
Die Jusos Ahlen halten diese Entscheidung für einen fatalen Schritt. Im Ergebnis greift sie erstens der Rechtsprechung unverantwortlich vor. Zweitens hat sie für die Arbeitsfähigkeit des Rates faktisch keine Auswirkung, da Herr Scholle seine Ratstätigkeit bis zum endgültigen Richterspruch weiter ausüben kann. Drittens zwingt sie Herrn Scholle in ein zweites, kostspieliges Verfahren. Doch er ist es seinen Wählern schuldig, nicht resigniert die Brocken hinzuwerfen. Dass er ein solches finanzielles Risiko eingeht, dafür gebührt Herrn Scholle Respekt. Von den nervlichen und zeitlichen Strapazen ganz zu schweigen. Wir unterstützen ihn auf diesem Wege ausdrücklich. Es ist heute alles andere als selbstverständlich, dass sich junge Menschen in solcher Weise politisch für ihre Heimatstadt einsetzen wie Herr Scholle.
Alle jungen Ahlener, die auf die Entscheidung von Bürgermeister und CDU blicken, können aus deren Verhalten nur einen Schluss ziehen: Pfeife auf deine Stadt, kümmere dich um dein berufliches Fortkommen, denn wenn du Fortkommen und politisches Gestalten zu kombinieren versuchst, kann es dich finanziell ruinieren. Glücklicherweise sehen das nicht alle Parteien so. Diejenigen, die den Ausschluss von Herrn Scholle beschlossen haben, hätten gut daran getan, damit bis zur gerichtlichen Entscheidung zu warten. Dann - erst dann - besteht Klarheit: Als Hamburger kann Herr Scholle nicht im Ahlener Rat sitzen. Als Ahlener sollte er jedoch, persönlich und finanziell, das ihm durch Wahl übertragene Amt unbeschadet ausüben können. Dies gilt für alle gewählten Ratsmitglieder, unabhängig von Partei- und Fraktionszugehörigkeit.

Jusos Ahlen, vertreten durch den Vorsitzenden Jendrik Leismann und SPD/Juso-Ratsmitglied Hans-Jürgen Metzger.
 Ennigerloh: Ralf Kirchhoff zum Artikel über gehörloses Kind
Ralf Kirchhoff, Paulsburg 13, Oelde äußert sich zum Artikel ´´Nur Implantat kann gehörloser Dreijähriger helfen´´ vom 20. Februar auf der Seite Ennigerloh.
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Ich - selbst von Geburt an gehörlos, inzwischen 41 Jahre alt, Sozialpädagoge sowie Gebärdensprachdozent finde es super, dass Sie dieses Schicksal eines gehörlosen Kindes zum Thema in der ´´Glocke´´ gemacht haben. Zu wenig wird darüber in der Öffentlichkeit ansonsten berichtet.

Aber aus meiner Lebensperspektive muss ich sagen, dass es falsch ist, dass ´´nur ein Implantat´´ der gehörlosen Dreijährigen helfen kann. Die ersten Lebensjahre sind fundamental wichtig für die Sprachentwicklung. Aus dem Artikel ist es nicht klar hervorgegangen, ob die Eltern von Orina bisher versucht haben, oral (d. h. vom Mund abzulesen) oder mit der Gebärdensprache dem Kind bis heute schon Sprachkenntnisse zu vermitteln bzw. mit ihr ins Gespräch zu kommen.
Das Implantat ist auf jeden Fall nicht das einzig Wichtige, sondern der Kontakt mit anderen Gehörlosen, wo Orina sich ´´zu Hause´´ fühlen kann mittels der Gebärdensprache. Immer mehr Hörende lernen die Gebärdensprache aus verschiedenen Gründen, z. B. einfach um mit Gehörlosen zu kommunizieren, wie es die hohe Zahl meines jetzigen Gebärdensprachkurses bei der Volkshochschule Oelde-Ennigerloh beweist.
Sollte Orina - wir hoffen es dank der Spenden - ein Implantat eingesetzt bekommen, so braucht sie dennoch regelmäßige Förderung und Anpassung an das Implantat. Außerdem wächst das Implantat (in der Fachsprache Cochlear Implant genannt) nicht mit Orina. Daher muss es später neu ausgetauscht werden. Orina braucht neben dem CI eine zweisprachige Förderung in der Lautsprache und in der Gebärdensprache. Erst dann gibt es erfolgversprechende Ergebnisse. Nicht umsonst weist die UN mit ihrer Behindertenrechtkonvention auf die Notwendigkeit der ganzheitlichen Förderung der Gehörlosen hin. Ich möchte Orina und den Eltern ganz viel Mut machen. Mit obengenannter Förderung wird Orina gut ihren Lebensweg gehen können.
 Beckum: Martin Mütherich zur Diskussion um Kirchenschließungen
Zur Pfarrversammlung zum Thema Kirchenschließungen nimmt Martin Mütherich in folgendem Leserbrief Stellung:

´´Die gestrige informative Pfarrversammlung in der Propsteikirche St. Stephanus hat überdeutlich gezeigt, dass die Gremien unserer Pfarrgemeinde und Propst Johannes Mecking die richtigen Antworten auf die sich aus rückläufigen Kirchenbesucherzahlen und sinkenden Kirchensteuereinnahmen ergebenden Folgen gezogen haben.

In dem jetzt fast zweijährigen Prozess bis zur Schließung der Filialkirchen Liebfrauen und St. Martin zum 1.1.2011 gilt es,alle Pfarrangehörigen bei dem notwendigen Veränderungsprozess mitzunehmen. Die die traurig und wütend sind, die die sich in den verschiedenen Intitiativen und Projekten bisher eindrucksvoll in allen drei ehemaligen Pfarrgemeinden engagiert haben und alle, für die die Menschen und nicht die Investition in Steine im Vordergrund stehen.

Lassen Sie uns diesen Prozess als Chance zu Neuem begreifen, als Herausforderung auch für die Zukunft eine lebendige und facettenreiche Propsteigemeinde mit Engagement in Kirchenmusik, in sozialen Projekten in der Behindertenarbeit und vielen anderen Bereichen zu bleiben.

Die Verantwortlichen in Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat haben durch die getroffene Entscheidung im Dezember 2009 mit großem Weitblick und mit Kompetenz den Weg in eine gute Zukunft geebnet.

Jetzt gilt es, sachlich mit dem Thema umzugehen. Wir brauchen keine Insellösung, sondern eine Konzentration auf eine der vier Urkirchen im Bistum Münster., nämlich die Prosteigemeinde St. Stephanus. Das Kirchenjübiläum in diesem Jahr kann so den Rahmen und den Beginn einer neuen Zeitrechnung für alle in Beckum engagierten katholischen Christen bieten. Machen wir alle mit, dann kann es gelingen.

Was wir auf keinen Fall brauchen sind Einmischungen von außen! Die Pfarrgemeinde St. Stephanus ist der größte ´´Verein´´ in unserer Stadt. Wir verfügen in den Gremien über kompetente Vertreter aller Berufsgruppen und können auch die Überlegungen für die sachgerechte Nachnutzung der zu schließende Gebäude eigenverantwortlich angehen. Herr Koch und die Beckumer SPD-Fraktion sollten daher tunlichst vermeiden, das Thema für Wahlkampfzwecke oder zur persönlichen Profilierung zu mißbrauchen.

Der Konktat zwischen der Propsteigemeinde St. Stephanus und der Stadt Beckum ist von einem vertrauensvollen Miteinander von Bürgermeister und Propst geprägt und es gab ja bereits in der Vergangeheit für Nachnutzungen von aufgegebenen Gebäuden der Pfarrgemeinden intelligente Lösungen. Natürlich ist die Denkmaleigenschaft der Liebfrauenkirche zu berücksichtigen. Das ist ja selbstverständlich.

Eine selbstbewußte Propsteigemeinde St. Stephanus ist sich ihrer Verantwortung auch für die Stadt insgesamt durchaus bewußt. Wie der Moderator der Pfarrversammlung, Dr. Klaus Wessel feststellte ist es genau richtig:´´ Wir wollen die beste Lösung für die Nachnutzung, die es geben kann!´´

Jeder ist aufgerufen, Vorschläge einzubringen und sich zu beteiligen. Entscheiden aber wird nicht die Politik oder einzelne, sondern die Propsteigemeinde St. Stephanus in großer Verantwortung für das Ganze selbst.

Mit Gottes Segen, mit Einsatz, Engagement und mit fürbittendem Gebet wird das gelingen.´´
 Rheda-Wiedenbrück: Leonie Engelmann zum 50. Rosenmontagszug
Der 50. Rheda-Wiedenbrücker Rosenmontagszug wird der 83-jährigen Leonie Engelmann, Brentanostraße 20, Rheda-Wiedenbrück, noch lange in Erinnerung bleiben. Den Grund schildert sie in ihrem Leserbrief, den sie in Reimform verfasst hat.

Inzwischen haben sicher alle Zuschauer verbucht: „Unser Rosenmontagszug war eine Wucht!“ Das Geburtstagskind feierte 50-jähriges Jubiläum. Dazu verdient es ein besonderes „Tedeum“! Trotz Eis, Schnee und teilweise Glätte, schlängelte sich der Zug durch die Pätte. Die mühselige Vorarbeit hat sich gelohnt. Alle Teilnehmer waren bestens getrohnt. Jede Gruppe in ihrem Kleide, bildete eine Augenweide. Von nah und fern kamen die Garden, boten klasse Musik, Schau und Paraden. Die Wagen waren schön geschmückt, mit aktuellen Themen bestückt. Niemals sind die Gestalter mit ihren Belangen unter die Gürtellinie gegangen. (Bravo!!!)

Auf dem Doktorplatz war toll was los, die Reporter auf dem „Dach“ famos. Unsere Funken, ob blau, grün oder rot, schlagen einfach alle Unkenrufe tot. Was allerdings nicht in Ordnung ist, die Fanfaren hat man vermisst. Das Fürstliche Trompetercorps geht stets als Favorit hervor. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, wo war es denn wohl abgeblieben? Nichtsdestotrotz, der Clou war da, nämlich das reizende Prinzenpaar! Prinzessin Agnes hat richtig erwogen, einen warmen Mantel ausgezogen. Man sah auch so ganz sonnenklar, dass sie die Prinzessin war.

In eigener Person möcht’ ich noch sagen: „Als Ehrengast auf dem blauen Wagen habe ich mich sehr wohl gefühlt.“ Mein Jugendtraum ist nun erfüllt. Niemals hätte ich gedacht, was die Blauen Funken möglich gemacht: Dass ich, in meinen alten Jahren, noch throne auf ’nem Fastnachtswagen. Dieses einmalig schöne Erlebnis werde ich bis an mein Lebensende dankbar im Herzen tragen. Ich grüße alle Freunde, Feinde und Funken, besonders die in blau, mit einem donnernden „Helau“.
 Rheda-Wiedenbrück: Alois Huber zum Aufzug im Ärztehaus an der Ostenstraße
Auf den Leserbrief von Adolf Fischbacher zum Aufzug im Ärztehaus an der Ostenstraße in Wiedenbrück antwortet Alois Huber, Pfeffengasse 6, Mödling (Österreich).

Lieber Herr Fischbacher, da ich mich zurzeit im schönen Wiedenbrück im Urlaub befinde, musste ich krankheitsbedingt auch kürzlich das Ärztehaus an der Ostenstraße aufsuchen.

Ich muss Ihnen sagen, so ein Aufzug ist schon eine verflixte Sache. Er hängt nämlich in einem so genannten Aufzugschacht, der aus Beton gefertigt ist.

Da sich dieser Aufzugschacht nicht ohne Weiteres vergrößern lässt, ist auch die Größe des Aufzugs begrenzt. Mir erscheint daher die pfiffige Lösung der Arztpraxen durchaus angemessen.

Bei uns in Tirol sagt man übrigens: „Mach’ dich schlau, sonst ziehn’s dich durch den Kakao.“ Mit freundlichen Grüßen, Alois Huber.
 Warendorf: Sabine Paltrinieri zum Gelände hinter dem Theater am Wall
Sabine Paltrinieri aus Warendorf, Kardinal-von-Galen-Straße 2B, schreibt zur Diskussion um die Zukunft des Geländes hinter dem Theater am Wall:

„Ich wundere mich sehr. Derzeit stehen ja viele Probleme im Raum, aber ein Parkproblem in Warendorf kann ich nicht erkennen. Ich kaufe gerne meinen Bedarf an Lebensmitteln, Kleidern etc. in Warendorf. Am liebsten mit dem Fahrrad – das ist meiner Ansicht nach am bequemsten. Aber es gibt auch Tage an denen ich – von der Arbeit kommend – direkt mit dem Auto in die Stadt fahre, um noch irgendetwas zu kaufen, in die Bücherei zu gehen oder was auch immer. In den zehn Jahren, die ich jetzt hier lebe, ist das noch nie an einem fehlendem Parkplatz gescheitert.

In der Regel sind direkt an der B 64 Plätze auf dem Seitenstreifen frei. Von da aus sind es etwa zwei Minuten zu Fuß in die Stadt. Das ist doch akzeptabel, oder? Diese Zeit bräuchte man in Münster sicher auch, trotz der vielen Parkhäuser. Manchmal parke ich auch gegen eine doch eigentlich recht moderate Gebühr von 50 Cent auf dem Wilhelmsplatz – auch dabei bin ich noch nie gescheitert. Wenn nicht mehr eingekauft wird, dann liegt das wohl eher daran, dass vom Gehalt nach den Ausgaben für den Lebensunterhalt mitunter schlicht und ergreifend recht wenig zum „verkonsumieren“ bleibt.

Wenn die Kaufmannschaft sich das ins Parkhaus investierte Geld über höhere Preise wieder vom Kunden zurückholt, steigert das auch nicht den Umsatz. Und irgendwie müsste solch ein Parkhaus ja nun finanziert werden. Sollte das Problem aber darin bestehen, dass einfach Geld untergebracht werden soll: Da gibt es wirklich wichtigere und effizientere Investitionsmöglichkeiten. Da könnte ich Tipps geben!“
 Jürgen Jentsch aus Gütersloh zum Thema Ortsumgehung Friedrichsdorf
Was für Taten folgen den großen hehren Worten? Sprüche und dann? Die Wirklichkeit ist eine andere. Auch in Gütersloh geht der Flächenverbrauch munter weiter. Die vorgebrachten Argumente sind immer noch die von gestern und vorgestern. Auch beim erneuten Anlauf für die Ortsumgehung Friedrichsdorf, der sogenannten L788 neu, hat sich das nicht geändert. Sicher, jetzt ist die A 33 im Bau und damit tritt das ein, wovor engagierte Bürger in Friedrichsdorf und in Windflöte immer gewarnt haben: Ein neues großes Schlupfloch für den Schwerlastverkehr. Dabei ist es so einfach, diesen, immerhin von Menschenhand geplanten Verkehr, kontrolliert zu lenken.
Insbesondere jetzt, wo wir jeden Tag von Klimakillern reden, müsste doch eigentlich ein Umdenken einsetzen. Aber nein, wir zerstören weiter unsere Lebensräume und schaffen neue gesundheitsschädigende Lärmzonen. Unser Gewissen beruhigen wir damit, in dem all das was wir nicht tun, von den Entwicklungsländern einfordern.
Warum schaffen wir es eigentlich in Gütersloh nicht, neue Ansätze zu denken und zu verwirklichen. Eine Sperrung eines Teils einer Landesstraße für den Schwerlastverkehr ist rechtlich möglich, wenn Verwaltung und Politik das wollen. Ein Beispiel dafür gibt es in unserer Nachbarschaft. Zur Durchsetzung reicht schon ein Hinweis auf der Infotafel vor der Autobahnausfahrt. Und natürlich am Anfang stärkere Kontrollen. Dass das funktioniert, sehen wir in Isselhorst. Warum tun wir es denn nicht auch in Friedrichsdorf?
Es scheint als wenn die Verwaltung, aber auch die Politik keinen Plan über die Auswirkungen dieser „Augen zu und durch“-Politik haben. Und das, obwohl jeder weiß, dass Umgehungen wie Magnete wirken, die immer mehr Verkehr an sich ziehen. Wie erklärt sie dann den Bürgerinnen und Bürgern in Avenwedde Mitte und in Avenwedde Bahnhof, dass hier künftig nicht nur unausweichliche erhebliche Mehrbelastungen entstehen, sondern auch Gefahren für die Sicherheit? Bleibt es mal wieder bei den alten Lösungsansätzen: Erst ein überdimensionierter Straßenausbau, dann ein teurer Rückbau und dann wieder ein LKW gerechter Ausbau? Und das alles aus städtischen Steuergeldern, bzw. aus Anliegerbeiträgen. Wen interessiert es schon, dass hier wieder neue Haushaltslöcher entstehen.
Fazit: Die Friedrichsdorfer bekommen keine Garantie, dass der Verkehr tatsächlich weniger wird. Sie verlieren aber mit dem Mielewäldchen ein Naherholungsgebiet mit all den bekannten Auswirkungen für Natur und Umwelt, und ihren Landwirten geht wieder ein Stück fruchtbarer Ackerboden verloren. Die Avenwedder haben das dann alles mit auszubaden.
Für wahr, welch lebenswerte Zukunftsaussichten für die Betroffenen . . .
 Wadersloh: Margarethenkamp oder Else-Mölders-Straße?
Eine neue Straße in Wadersloh wird den Namen „Margarethenkamp“ tragen, sofern das bisherige politische Mehrheitsbild Bestand hat. Vielleicht ist aber doch noch eine andere Entscheidung möglich.
Im Jahr 1975, zur Bildung der Großgemeinde Wadersloh, nahm man Abschied von Straßennamen, die ansonsten doppelt vorhanden wären. In Diestedde, aber auch in Wadersloh, gab es eine Augustin-Wibbelt-Straße. Eine davon (im größeren Ortsteil) wurde in Brüggemannstraße umbenannt, um Verwechslungen zu verhindern.
Jahrzehnte später hat man in Wadersloh scheinbar vergessen, dass Straßennamen sich deutlich voneinander unterscheiden sollten. Obwohl die Straße Buschkampweg schon vorhanden war, wurde gleich daneben eine neue Straße Im Buschkamp genannt – nicht unbedingt ein Beweis überschäumender Phantasie.
Warum haben sich eigentlich die Entscheidungsträger im Jahr 1975 die Mühe gemacht, neue und ganz andere Straßennamen auszuwählen? Sie hätten ja, um beim Beispiel zu bleiben, eine der beiden „Zwillinge“ in Wibbeltweg, Wibbeltpatt oder Wibbeltkamp umbenennen können. Damals hat man sich aber nicht an Traditionen festgeklammert und damit clever die Verwechslungsgefahr ausgeschaltet.
35 Jahre später: Obwohl es in Wadersloh seit Urzeiten die Margarethenstraße gibt, soll nun der Margarethenkamp hinzukommen. Die Begründung ist, wie schon im Fall des doppelten Buschkamps, man wolle die Erinnerung an einen alten Flurnamen wach halten.
Damit übergeht die politische Mehrheit zum zweiten Mal, wie schon beim doppelten Buschkamp, den Benennungsvorschlag des Heimatvereins. Das ist schade genug, da der Heimatverein solche Vorschläge mit sehr viel Bedacht ausarbeitet!
Vielleicht können sich die Mitglieder der größten Fraktion noch an eine Zusage (oder war es ein Versprechen?) erinnern, das vor zwei oder drei Jahren gegeben wurde: Bei der Benennung von Straßen künftig kein Verwechslungsrisiko mehr einzugehen.
Selbst wenn die aktuelle Straßenbenennung schon unter akutem Zeitdruck stehen sollte, wäre eine Verbesserung ohne großen Aufwand möglich. Eigene Vorschläge sind durchaus vorhanden, werden an dieser Stelle aber nicht genannt, und zwar aus Respekt vor dem sehr guten Vorschlag des Heimatvereins.

Helmut Gellermann, Bergstraße 19, Wadersloh
 Warendorf: Mechtild Wolff zum Altstadtkonzept
Mechthild Wolff, Vorsitzende des Warendorfer Heimatvereins, schreibt folgenden Leserbrief als Antwort auf die Meinungsäußerung von Clemens Haase aus Freckenhorst zum Thema „Parkplatz in der Innenstadt“:

Nein, Herr Haase, ich habe nie ein Parkhaus gefordert. Ich halte es aber für sehr gefährlich, wenn in Innenstadtnähe Parkplatzflächen aufgegeben werden.
Das Grundstück hinter dem TaW wurde von der Stadt angekauft, um langfristig die stadtnahe Parkplatznachfrage zu befriedigen, um in dem großen Gebäude ein Kreativzentrum als Bereicherung für die Stadt Warendorf zu ermöglichen und um Platz für eine Erweiterung des Theaters am Wall zu haben. Das war eine Investition in die Zukunft, von der wir ja alle nicht wissen, welche Anforderungen sie an uns stellen wird.
Nun zu den Parkplätzen: Warendorf ist ein Mittelzentrum in ländlichem Umfeld. In dieser Situation sind die Menschen auf das Auto angewiesen. Es ist einfach eine Tatsache, dass Besucher unserer Stadt einen stadtnahen Parkplatz suchen.
Ein Parkdeck am Bahnhof ist nicht zentral genug. In Münster wird diese Entfernung akzeptiert, in Warendorf nicht. Warum ist der Bahnhofsparkplatz heute überfüllt? Weil er gebührenfrei ist.
Nur das wird sich mit dem Bau eines Parkdecks am Bahnhof bedauerlicherweise ändern.
Dieser Parkplatz an der Wilhelmstraße böte die Möglichkeit, mit einer Schranke bewirtschaftet zu werden. Der Kunde könnte in Ruhe in der Innenstadt einkaufen und seine Parkgebühren zahlen, wenn er zurück kommt. Das wäre ein großer Fortschritt! Und mit schönen Bäumen bepflanzt wäre er eine Bereicherung für die Wilhelmstraße.
Das Ziel des Heimatvereins ist lebendiges Arbeiten und Wohnen in der Innenstadt. Ich bin mit Ihnen einer Meinung, dass das Problem der Altbausubstanz dringend angegangen werden muss, wie Sie in unserem Antrag zum Stadtentwicklungskonzept vielleicht gelesen haben.
Um die Sanierung der Altbauten, die für das Stadtbild von Warendorf von entscheidender Bedeutung sind, voranzubringen, müssen den Hausbesitzern Hilfen angeboten werden. Diese Unterstützung kann nur von der öffentlichen Hand kommen.
Es sind die wunderschönen historischen Häuser, von den Besitzern mit hohem Aufwand gepflegt, die das intakte Altstadtflair der Stadt ausmachen. Wir dürfen diese Bürger mit den Problemen nicht allein lassen. Die Hilfe der Stadt ist nicht so sehr finanzieller Art, es ist eher logistische Hilfe gefragt.
Die oberste Prämisse muss lauten: Wir wollen den Sanierungsstau auflösen und eine lebendige Innenstadt zum Arbeiten, Wohnen und Leben haben.
Vielleicht brauchen wir auch eine Schnittstelle, die Hausbesitzer von sanierungsbedürftigen Innenstadtimmobilien und Miet- oder Kaufinteressenten zusammenführt.
 Politik: Matthias Hartmann zu Wetter/Klimawandel
Matthias Hartmann aus Herzebrock-Clarholz zum „Jahrhundert-Winter“:

Man rechnet uns vor, dass allein Deutschland derzeit unter 21,6 Milliarden Tonnen Schneelast liege – interessant. Doch noch wichtiger wäre es zu wissen, unter welch tonnenschwere Steuerlast die ganze Welt kommen soll, wenn das beschlossene Geschäft mit dem Klimaschwindel und der Kuhhandel mit den CO2 Emissionen nicht gründlich als abgekartetes Spiel mit falschen Karten aufgedeckt wird.

Wir vertrauen Medien, Politikern und Wissenschaftlern mehr als den realen Erfahrungen, dass unser Klima und Wetter seit jeher Schwankungen unterworfen ist. Für dieses „Vertrauen“ müssen wir in offenen und versteckten Steuern bezahlen, denn jede für den „Klimaschutz“ gesetzlich vorgeschrieben Maßnahme hat entsprechend finanzielle Zwangsausgaben zur Folge. Der weltweit führende Meteorologe und Klimaforscher Prof. Mojib Latif gab am 1. September 2009 auf der UNO-Klimakonferenz in Genf zu, dass die Temperaturen in den letzten zehn Jahren nicht gestiegen sind und in Zukunft sogar mit einer Abkühlung zu rechnen sei. Schlagzeilen wie „Die Klimaerwärmung ist ein Irrtum“ suchte man danach in den Medien allerdings vergeblich.
 Politik: Johannes Brinkrolf zur griechischen Finanzkrise
Zur griechischen Finanzkrise schreibt Johannes Brinkrolf aus Rheda-Wiedenbrück:

Die Finanzkrise in Griechenland, welche durch einen betrügerischen Beitritt zur Euro-Zone uns alle betrifft, wird immer unfassbarer. Wie auf der russischen Web-Seite de.rian.ru (RIA Novosti) gemeldet wird, will Griechenland trotz der Krise aktuell in Frankreich sechs neue Fregatten der Fremm-Serie kaufen. Diese haben einen Gesamtwert von 2,5 Milliarden Euro.

Bei den Fremm-Fregatten handelt es sich um Mehrzweckschiffe zur Bekämpfung von Überwasserschiffen und U-Booten, aber auch für die Vernichtung von Boden- und Luftzielen. Weitere sechs Fregatten werden für Italien gebaut, welches ebenfalls pleite ist.

Griechenland hat 0,15% der Weltbevölkerung, kauft aber rund 4% der Waffen und Rüstungen, die auf den Weltmarkt kommen. Da ich bisher keinen Politiker der etablierten Parteien dazu wahrgenommen habe, bin ich sehr gespannt, wann dieses auf die Tagesordnung kommt. Denn es ist ja so einfach sich das Geld bei Familien oder mittelständischen Unternehmen „zu besorgen“ statt der Waffenlobby ein Geschäft zu verhageln.
 Politik: Karl-Heinz Meister zu Westerwelle/Hartz IV
Karl-Heinz Meister aus Harsewinkel zu den Äußerungen von Außenminister Guido Westerwelle:

Unser aller Hilfe demjenigen, dem Hilfe zusteht! Kinder dürften ihre Armut nicht spüren und müssen voll am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Verachtung und Zurechtweisung dem, der arbeiten kann, sich aber davor drückt. Gerechte, menschenwürdige Entlehnung dem, der arbeitet und somit die Hilfe für die Bedürftigen finanziert.

Dass dieser Lohn merkbar und zufriedenstellend höher sein muss, wie die staatliche Hilfe für Bedürftige, versteht sich von selbst! Gleiche Arbeit, gleiches Geld – für Mann und Frau in Ost und West! Gnadenlose Verfolgung und Bestrafung derjenigen, die ihr Vermögen unversteuert im Ausland verschwinden lassen.
Ich danke Herrn Westerwelle für die mutige offene Darlegung und wünsche mir, dass er mehr Unterstützung aus dem Regierungslager bekommt. Frau Merkel, zeigen Sie bitte mehr CDU-Rückgrat! Das Rumeiern und die Matschpolitik muss ein Ende haben!
 Politik Maria Heese zu Westerwelle/Hartz IV
Maria Heese aus Beckum äußert sich zur Hartz-IV-Debatte:

Unser Vizekanzler hat mit seinen Äußerungen zu Harz IV sein wahres Ziel erreicht: die Diskussionen um die Steuer-CD, auf der sich bekanntlich auch Politiker-Namen finden lassen, ist gänzlich aus der Presse verschwunden. Und soziale Gerechtigkeit erreicht man natürlich, indem man Harz IV Empfängern, Arbeitsplätze im Niedriglohn verschaffen möchte, gleichzeitig aber 985 gut bezahlte neue Beamtenstellen schafft. Warum bietet er diese nicht qualifizierten Harz IV Empfängern an? Einige Aufsichtsratssitze unserer Politiker würden sich ebenfalls noch anbieten. Das nenne ich Solidarität.

Die Qualifizierung der Politiker überzeugt im Augenblick ja nicht sonderlich, wenn man sieht, daß sie in aller Welt herumreisen und wie Frau Holle unser Geld aus dem Fenster rieseln lassen .....und hier in Deutschland die Menschen beleidigen. Und wenn er dann auch noch Politikverdrossenheit beklagt: welche Droge hat er nur genommen?
 Warendorf: Clemens Haase zur Parkplatzdebatte
Clemens Haase aus Freckenhorst, Hoetmarer Straße 9, schreibt in seiner Funktion als Sprecher der BUND-Kreisgruppe und Warendorfer Bürger folgenden Leserbrief:

Die zur „IG Parken“ umfunktionierte Warendorfer Kaufmannschaft kapiert es einfach nicht. Dies zeigte sich schon beim „Parken auf dem Marktplatz“ oder die ständigen Aktionen gegen das „Schlaufenkonzept“ (Öffnung der Kirchstraße für den Durchgangsverkehr). Bedauerlicherweise nimmt jetzt auch die neu gewählte Heimatvereinsvorsitzende Frau Wolff am verkehrspolitischen Irrlauf der Kaufmannschaft teil. Auch sie fordert ein Parkhaus auf dem Gelände hinter dem Theater am Wall (TAW). Gleichzeitig soll auf eine weitere Bebauung am Rande der Altstadt verzichtet werden.
Zunächst zum Parkhaus: Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes an der Bahnhofstraße, also nur einen Steinwurf weit vom TAW-Gelände entfernt, ist schon seit Jahren im Bebauungsplan ein Parkdeck vorgesehen. Nur hier macht so etwas Sinn. Zumal seit dem Wegfall des Klosterparkplatzes der Bahnhof-Parkplatz morgens dauernd überbelegt ist. Das ist daran zu sehen, dass seit geraumer Zeit die Bahnhofstraße halbseitig ständig zugeparkt wird. Was wiederum massiv den Verkehr dort behindert, speziell den Busverkehr.
Zum Punkt Altstadt: Es ist ein gewaltiger Irrtum anzunehmen, durch die Bebauung am Altstadtrand würde die Altstadt ausgeblutet. Das wäre vielmehr der Fall, wenn eine solche Bebauung nicht stattfände. Der Exodus aus der Altstadt würde auch ohne Randbebauung in selber Massivität vonstatten gehen. Ein Riesenproblem der Altstadt ist vor allem, dass zahlreiche unter Denkmalschutz stehende Gebäude energetisch ziemlich rückständig sind. Die in den vergangenen Jahren massiv gestiegenen Energiekosten werden gerade unter solchen Umständen zur zweiten Miete. Kein Wunder, dass die Mieter aus solchen Häusern flüchten und sich stattdessen lieber Gebäude mit vernünftiger Wärme-Isolierung aussuchen, um die hohen Energiekosten zu drücken. Hinzu kommt, dass auf den denkmalgeschützten Gebäuden aus Gründen der Gestaltungssatzung keine Solaranlagen zur Kostendämpfung im Warmwasserbereich eingesetzt werden dürfen. Außerdem sind die bei Altbauten gängigen Außenwandisolierungen bei denkmalgeschützten Gebäuden aus nachvollziehbaren Gründen nicht möglich. Isolierungen an Innenwänden sind aber problematisch, daher weit kostenaufwendiger und belasten dann wiederum die Mietkosten erheblich. Hier gilt es anzusetzen und klar festzustellen, dass es einen massiven Dissens zwischen Denkmalschutz und energetischer Modernisierung gibt.
Diesem Problem sollte sich Frau Wolff mit dem Heimatverein stellen, statt sich von den „Don Quichottes“ der Kaufmannschaft um Herrn Krückemeyer vereinnahmen zu lassen, die (siehe ganz oben) schon seit Jahren verkehrspolitisch einen Kampf gegen Windmühlen betreiben.
 Rheda-Wiedenbrück: Renate Rübbelke zum Abschiebefall Asatryan
In der Diskussion um den Abschiebefall der Familie Asatryan aus Rheda-Wiedenbrück meldet sich jetzt Renate Rübbelke, Höppeweg 22 aus Rietberg, zu Wort:

Ich habe den Fall Asatryan verfolgt, mich packt die Wut. 13 Jahre hat die Frau vom Staat gelebt. Ich war alleinerziehend. Vier Kinder von sechs bis 16 Jahren, ein Haus mit Hypotheken belastet. Beim Amt habe ich mich erkundigt, was ich erwarten könnte. Mir wurde gesagt, ich müsse das Haus verkaufen und vom vorgeschriebenen Gewinn leben.

In meiner Familie leben einige nette und liebe Menschen aus Frankreich, Belgien, Kenia, und Thailand. Sie sind alle von uns herzlichst aufgenommen worden. Nicht ein einziger hat sich etwas zu schulden kommen lassen.
Mir tun die Kinder von Frau Asatryan leid, angesichts der Diebstähle, die sich die Mutter geleistet hat. Die Katze lässt das Mausen nicht, sie soll die Konsequenzen tragen und gehen! Meine Kinder und ich haben im Lauf der Zeit viele schöne Dinge gesehen, die wir uns nicht erlauben konnten. Wir haben nie einen Gedanken daran verschwendet, es zu stehlen.

Wir hatten zu Essen, zu Trinken und eine warme Wohnung. Wir waren zufrieden! Denkt Frau Asatryan, sie könne machen, was sie will? Sie hat sich im Endeffekt selber alles verbaut!
 Rheda-Wiedenbrück Adolf Fischbacher zum Ärztehaus an der Ostenstraße
Adolf Fischbacher, Anton-Mormann-Straße 7 aus Rheda-Wiedenbrück, schreibt zum Thema Ärztehaus an der Ostenstraße:

Ich bin gerne ehrenamtlich im Altenheim Aegidius tätig. Als ich kürzlich gebeten wurde, einen Altenwohnheim-Bewohner zur Schrittmacher-Kontrolle ins Ärztehaus zu bringen, war das für mich kein Problem. Ich brachte den Mann im Rollstuhl zum Ärztehaus, aber da hatte ich plötzlich ein riesiges Problem, denn der Rollstuhl passte nicht in den Personenaufzug. Was nun?

Ich huschte nach oben in den zweiten Stock und meldete mein Problem. Hier war es bekannt, dass der Lift zu klein ist, und ich bekam einen Leichtbau-Bürostuhl mit Rädern ausgehändigt. Nur mit genügend Bratkartoffeln mit Speck in den Armen war es mir möglich, den Mann mit 75 Kilogramm umzusetzen, in den Aufzug zu zwängen und nach oben zu bringen. Ich frage mich, wie stellt man es an, wenn ein Patient liegend transportiert werden muss?
Auch wenn in diesem Gebäude erst ein Wohnhaus geplant war, verstehe ich die Kurzsichtigkeit des Bauherrn und der Architekten nicht, solch einen kleinen Aufzug einbauen zulassen.

Meine Meinung ist immer: „Geht nicht, gibt’s nicht.“ Schließlich fliegen die Menschen zum Mond und noch viel weiter. Es werden überall wahnsinnige Auflagen gemacht, aber an einen passend großen Aufzug denkt man nicht.
 Gütersloh: Stellungnahme der Weberei-Betriebsleiterin
Zu den Übernahmeabsichten von Matthias Markstedt für die Weberei schreibt die Betriebsleiterin Dörte Roschinski:

Sehr verehrte Damen und Herren der Politik,
Sehr verehrte Damen und Herren der Presse,
Sehr verehrte Webereifreunde und -freundinnen,

wieder einmal große Überraschung bei der heutigen Pressesicht. Und wieder einmal möchte ich die
Vorwürfe gegen die Weberei und unseren Träger aufs Schärfste zurückweisen.
Ja, wir haben – wie viele andere auch – gegen die geplanten Kürzungen protestiert. Wir sind ein
gemeinnütziges Unternehmen, wir machen soziale und kulturelle Arbeit. Natürlich wollen auch wir
unseren Beitrag bei der Haushaltskonsolidierung in Gütersloh leisten. Aber wir können uns auch
nicht kommentarlos kaputtsparen lassen. Wir haben gerechnet und in mehreren Verhandlungen mit
der Kulturverwaltung schließlich den Kompromissvorschlag von mehr als 25.000 €
Zuschusskürzungen bei gleichzeitiger Leistungserweiterung vorgelegt. Diese Summe tut dem
kulturellen Betrieb der Weberei sehr weh – doch für einige scheinen 25.000 € nichts zu sein.
Während allen anderen Einrichtungen Verständnis entgegen gebracht wird, darf die Weberei mal
wieder nicht protestieren.

In der Öffentlichkeit - nicht im Gespräch mit uns - werden, kaum, dass ein potentieller neuer Träger
auftritt - von der Politik wirtschaftliche Vorwürfe gemacht: wir hätten kein transparentes
Abrechnungssystem, würden Verluste im gastronomischen Betrieb erwirtschaften. Hier möchte ich
die Anklagenden darauf verweisen, dass der Jahresabschluss der PariSozial gGmbH von einem
unabhängigen Wirtschaftsprüfer durchgeführt wird der hier nichts zu bemängeln hat. Die
angeblichen Verluste in der Gastronomie sind gelogen. Wir machen mit dem gastronomischen
Betrieb sehr wohl Gewinne – refinanzieren aber dadurch Kultur und Bildung. Zusätzlich wird hier
noch behauptet, wir könnten diese Verluste nicht aufklären – wie denn auch, wenn es diese nicht
gibt? Fakt ist, dass wir u.a. der Plattform unsere Zahlen 2008, 2009 und 2010 zur Verfügung
gestellt haben. Fakt ist, dass diese Zahlen Gewinne in der Gastronomie zeigen. Fakt ist aber
interessanterweise auch, dass von der Plattform nicht eine Nachfrage zu den Zahlen gekommen ist!

Inhaltlich wird behauptet, dass wir nur noch Kneipe und Disko betreiben würden. Nun, wenn
Kindertheater, Seniorentanz, Ballett, Capoeira, Schach, Theater, Ausstellungen, Englisch für
Senioren, mindestens 2 kostenlose Konzerte im Monat, Kursbetrieb von 10 bis 22 Uhr, das offene
Atelier unter vielen anderen Dingen nicht als Kultur und Bildung gelten, dann ist das wohl so.
Wenn Herr Markstedt zur Wiederbelebung des Kindergartens bessere Kompetenzen besitzt, als die
Fachberatung Kindertagesbetreuung OWL des DPWV, dann freuen wir uns natürlich. Und wenn er
die Gastroöffnungszeiten wieder verlängern möchte, die wir gerade aus betriebswirtschaftlichen
Gründen gekürzt haben, wird er sich das wohl überlegt haben. Dass er aber gleich das ganze Team
rausschmeißen will, um die Weberei mit dem Wapelbadteam zu managen, ohne auch nur einen der
MitarbeiterInnen zu kennen, sich die Leistungen der einzelnen anzusehen halte ich für
mittelalterliches Feudalherrengehabe und kann dazu nur sagen: Gott sei Dank gibt es in
Deutschland noch das Arbeitsrecht!

Dass die Plattform den vor noch nicht einmal 3 Jahren von Insolvenzverwaltung, Stadtverwaltung
und Politik gepriesenen Retter der Weberei, die PariSozial gGmbH, die damals einsprang und mit
viel Geld und Know How die Trägerschaft der Weberei übernahm, nun so sang- und klanglos
rausschmeißen will, halte ich für ein der Stadt Gütersloh unwürdiges Gebahren. So geht man mit
gemeinnützig engagierten Organisationen nicht um. Es ist mir ein Rätsel, wenn denn alles doch nur
zum Wohle der Weberei geschieht, warum dann nicht erst das Gespräch zwischen Träger und
potentiellem Förderverein gesucht wird, um gemeinsame Wege zu finden. Statt dessen wird als
Erstes öffentlich angegriffen und diskreditiert - ob das gut ist für die Kulturlandschaft Gütersloh
und den städtischen Haushalt - das wage ich zu bezweifeln!
 Gütersloh: Klaus Heitland zu den Haushaltsberatungen
Zum Haushalt der Stadt Gütersloh und zu den vielen Leserbriefen schreibt Klaus Heitland, Göbelstraße 11, Gütersloh:

Die Gütersloher Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich bei den Haushaltsplanberatungen für 2010 in besonders engagierter Weise. Dieses ist sehr löblich; denn viele Jahre lang gab es unverständlicherweise kaum Interesse an der Verteilung der städtischen Gelder, obwohl diese ja von den Bürgerinnen und Bürgern zuvor aufgebracht wurden. Insbesondere ist jetzt zu beobachten, wie detailliert sie die Leistungen der Stadt betrachten, mit guten Argumenten auf die teilweise sehr negativen Folgen von Kürzungen hinweisen und Bestandsgarantien einfordern.
Die demokratische und kommunale Selbstverwaltung kann allerdings nur funktionieren, wenn die Bürgerinnen und Bürger zugleich mit der Erhebung von Forderungen auch die Gesamtverantwortung für die Finanzierbarkeit übernehmen. Genau darin mangelt es aber. Inhaltlich äußern sich die Betroffenen nur im Sinne von Beibehaltung des derzeitigen Standards. Vorschläge für Kürzungen zur Behebung der unstrittig vorliegenden finanziellen Notlage werden fast gar nicht gemacht oder die Verantwortung dafür in unredlicher Weise auf die Verwaltung und die Ratsmitglieder abgewälzt.
Es drängt sich dabei die Frage auf, in welcher Weise diese Meinungsbildner ihre persönlichen und familiären Finanzangelegenheiten regeln. Das familiäre Budget wird doch nicht selten ähnliche Finanzierungsprobleme aufwerfen. In aller Regel werden dann Kürzungen diskutiert und vorgenommen, damit das Gesamtbudget ausreicht. Diese Praxis ist mit Sicherheit den Meinungsbildnern gut vertraut; ihre Verweigerungshaltung über Kürzungen zur Lösung des finanziellen Notstandes in der Stadt Gütersloh nachzudenken, reduziert ihre Anteilnahme auf das Niveau von Klientelpolitik.
Die Formulierung in einem der Leserbriefe „... warum sollen die Bürger Vorschläge für Kürzungen machen, die bei Übernahme genau dann wiederum die Bürger treffen...“ zeigt in besonderer Weise die Einseitigkeit und Unaufrichtigkeit verschiedener Meinungsäußerungen.

Es gibt einige wenige Leserbriefäußerungen zu Kürzungsmöglichkeiten. Dazu gehört die Forderung nach Kürzung der Zahlung für die Ratsmitglieder. Die Aufwandsentschädigungen sind jedoch durch Landesgesetz festgelegt und vor Ort gar nicht abänderbar. Abgesehen davon ist festzustellen, dass jedes Ratsmitglied in Gütersloh ca. 340 Euro monatlich erhält. Die Umrechnung (Zahlungen an die Partei, Einbeziehung der Sitzungsdauer und anderer Aktivitäten) ergibt einen Stundensatz von weniger als zehn Euro. Die Mehrzahl der Bürgerinnen und Bürger würde eine solche Nebentätigkeit nur bei größter Not annehmen. Ratsmitglieder müssen sich außerdem noch permanent, oftmals unkritisch und voreingenommen, negative Äußerungen bis hin zu Beschimpfungen anhören, so dass die tatsächlich gezahlte Aufwandsentschädigung nur als „Schmerzensgeld“ empfunden werden kann. Eine Kürzung von „Schmerzensgeld“ führt jedoch nicht zu weniger, sondern zu größerem Schmerzgefühl.

Die Ausgaben für den Theaterneubau und den jährlich aufzubringenden Zuschussbetrag werden als weitere Einsparmöglichkeiten angeführt. Unstrittig und sehr anerkennenswert ist, dass die Theatergegner durch das erfolgreiche Bürgerbegehren eine Reduzierung dieser Kosten im einstelligen Millionen-Euro-Bereich erreicht haben. Inzwischen sind aber auch durch Ratsbeschlüsse Fakten geschaffen worden, die gemäß demokratischer Regeln von den Unterlegenen akzeptiert werden müssen. Auch bei den Kommunalwahlen 2009 haben die Gütersloher Wählerinnen und Wähler bei Kenntnis aller Theaterfakten so gewählt, dass zirka 80 Prozent der Ratsmitglieder den Theaterneubau unterstützen. Es ist den Theatergegnern unbenommen, jetzt ein weiteres Bürgerbegehren zur Stilllegung bzw. Umorganisation des Spielbetriebes in Angriff zu nehmen. Dazu müssten sie aber viel Überzeugungsarbeit leisten; bisher kann man aber nur beobachten, dass sie die einfachere Art der populistischen Äußerungen praktizieren. Die weitgehend bildungsferne Gruppe der Theatergegner verschließt sich auch der Einsicht in alle seriösen Berechnungen, dass nämlich Einsparungen im Theaterbereich die Finanznot der Stadt mittel- bis langfristig nicht lösen werden. Das neue Theater ist eine kulturelle Bereicherung für die Stadt Gütersloh. Die Ausgaben dafür waren überfällig und sind gerechtfertigt.

Abschließend soll auch der Vorschlag der Ratsfraktionen CDU/Grüne/UWG bezüglich Leistungskürzungen für die Beschäftigten der Stadt Gütersloh bewertet werden. Grundsätzlich ist dieser Vorschlag bedenkenswert. Allerdings darf es dabei aber keine „Insellösung“ geben.

Die Beschäftigten von finanzschwachen Einrichtungen müssen vergleichsweise besondere Anstrengungen machen, um die Notsituation zu regeln. Sie dürfen dafür aber nicht auch noch durch reduzierte Zahlungen „bestraft“ werden. Bei der Zufälligkeit der Finanznot von öffentlichen Einrichtungen (bedingt durch die politisch bedingten Steuerverteilungen) kannes hier nur eine landesweite Regelung geben.


Meine Kürzungsvorschläge für einen fast ausgeglichenen Haushalt werde ich der Stadtverwaltung bis zur Bürgerversammlung am Samstag, 20. Februar, vorlegen.
 Herzebrock-Clarholz: Hubert Samson zu Gefahren an den Bahnübergängen in der Gemeinde
Zum Bericht der Glocke vom 16.02.2010 ´´Bahnübergänge in Clarholz´´ schreibt Hubert Samson aus Harsewinkel, Paulusstraße 4:

Dass die Bahnübergänge Huckenbeck und Lindenstraße für Kraftfahrzeuge
gesperrt werden sollen, dem kann ich nur beipflichten.
Als Lockführer hätte ich mich schon lange geweigert, diese Strecke
zu befahren, zumal sie bundesweit die häufigsten Unfälle zwischen
Straßenverkehrsteilnehmern und Schiene aufweist.

Folgendes ist uns an der Kreuzung Lindenstraße passiert.
Wir waren auf dem Heimweg nach einer Beerdigung vom großen Parkplatz
aus in Richtung Harsewinkel, genau an der Stelle, wie in der Zeitung abgebildet. Meine Frau fuhr soweit vor, um eine gute Übersicht auf die Straße zu haben, als der Zug aus Richtung Herzebrock kam.

Einen Meter zurückzufahren war nicht möglich, da hinter uns ein Auto
stand. Als mein Sohn den hinter uns Stehenden bekundete zurückzufahren, reagierte der Mann nicht.
Mein Sohn stieg aus fasste auf das hinter uns stehende Auto, um dem Mann
deutlich zumachen, doch zurückzufahren, bis er sich endlich beqemte.
Dann steig der Mann aus seinem Auto und bedrohte meinen Sohn indem er sagte: ´´Wenn er noch einmal sein Auto anfassen würde,bekäme er was auf die Augen.´´ So geschehen am 08.02.2010 um ca.17:30 Uhr.
 Verl-Kaunitz: Familie Esken-Grundmeier zum ´´Schildbürgerstreich´´
Familie Esken-Grundmeier, Delbrücker Straße, Kaunitz, äußert sich zum Artikel „Schildbürgerstreich verärgert Kaunitzer“ auf der Verl-Seite in der ´´Glocke´´ vom 17. Februar:

Die Debatte über die Ortsschilder von Kaunitz kann einen nur traurig machen. Warum kann Kaunitz nicht Kaunitz bleiben und Bornholte nicht Bornholte, warum Sürenheide nicht Sürenheide und Sende nicht Sende? Wir haben uns mal schlaugemacht: Die Verkehrszeichen sind wohl in beiden Ausführungen möglich, um einen geschlossenen Ortsteil zu kennzeichnen, das heißt, wenn zwischen Ortsteil und dem eigentlichen Ort eine freie Strecke liegt. Eine Fassung wie etwa „Kaunitz – Stadt Verl“ ist insbesondere dann vorzuziehen, wenn zwischen den Ortsteilen und dem Ort eine größere Entfernung liegt.
Es ist das gute Recht, sauer zu sein auf das durchaus einnehmende Wesen der Stadt Verl. Denn was sie ohne seine Dörfer? Ganz sicher keine Stadt! Der Ort, der auf dem geschlossenen Ortschaftsschild steht, und in den man hinein fährt, sollte immer groß geschrieben sein. Alles andere ist pure Respektlosigkeit gegenüber den Bewohnern. Wir fühlen uns noch immer als Kaunitzer und nicht als Verler. Doch plötzlich sind wir nur noch Randgebiet. In keiner anderen Stadt in der Umgebung gibt es solch eine Diskussion über Ortsschilder. Steinhorst ist Steinhorst, Neuenkirchen nicht Rietberg und Spexard ist nicht Gütersloh. Alles andere ist auch für Fremde nur verwirrend, oder? Vielleicht war es den Machern der Schilder gar nicht bewusst, einen Fehler gemacht zu haben und die Kaunitzer damit zu kränken: Denn Fehler sind menschlich. Man sollte sie dann nur auch einsehen und beheben– und alle sind zufrieden.
 Langenberg: Jana Wehrmeyer, Rheda-Wiedenbrück, zum Thema Ärztehaus
Zum Thema „Ärztehaus“ schreibt Jana Wehrmeyer, Wasserstraße 31, Rheda-Wiedenbrück.

„Wann soll der Hickhack um das Ärztehaus in Langenberg denn mal beendet werden ? Das geht nun schon über zwei Jahre in der „Glocke“. Woche für Woche werden die Bürger der Gemeinde und deren Umfeld von den Unzulänglichkeiten informiert.
Dabei hat die Bürgermeisterin Susanne Mittag der Gemeinde Langenberg bereits seit langen eine Ideallösung parat. Alles mit den niedergelassenden Ärzten abgesprochen. Das Ärztehaus und der Aldimarkt werden an der Bentelerstraße planungsgerecht erstellt. So möchte es die Ärzteschaft, da sie die Nachbarschaft zu Benteler und die Verkehrsanbindungen mit Buslinien usw schätzt.
Aber mir scheint, das hier einige Ratsmitglieder aus der UWG ihr eigenes Süppchen kochen wollen, ganz zu schweigen vom Aufbegehren der CDU. Liebe CDU: die Ärzte sollen ein Konzept erstellen, dabei ist noch nicht mal der Standort gesichert. Gibt es da vielleicht Seilschaften zu Haselkamp von einigen Ratsmitgliedern?
Mir scheint die Bürger sind nur noch Statisten. Will die Gemeinde wachsen oder weiterhin in ihrem Dorfcharakter weiterschlummern? Oder liegt es daran, dass die Ideallösung von einer Frau kommt?´´
 Langenberg: Monika Monkenbusch zum Thema Fundkatzen
Auf den Bericht „Samtpfoten nicht füttern und ins Fundbüro bringen“ („Die Glocke“ vom 15. Januar) bezieht sich Monika Monkenbusch, Bredenstraße 16, Langenberg. Sie hat selbst Erfahrungen mit Fundkartzen gemacht.

Insbesondere die Äußerungen von Herrn Schaumburg haben mich sehr wütend gemacht: Es ist schon sehr traurig, dass dieser Amtsinhaber sich inmitten einer zumeist gleichgültigen und gerne wegschauenden Gesellschaft über Menschen aufregen kann, die „zu viel geholfen“ haben sollen! Denn wenn der von ihm so angeprangerte Fall eintreten sollte, dass eine zugelaufene Samtpfote gar nicht hilfsbedürftig ist, sondern ein regulärer Freigänger, sehe ich hierin ein Problem: Wenn der Finder ordnungsgemäß bei der Gemeinde anruft und die Katze als zugelaufen meldet und wenn Herr Schaumburg ebenso ordnungsgemäß diese Meldung schriftlich erfasst, kann der besorgte Katzenbesitzer sehr schnell beruhigt werden. Denn logischerweise fragt er als Erstes beim Fundbüro des Wohnorts und beim Tierheim nach. Und schon hat der erleichterte Besitzer seine Katze wiedergefunden. Fazit: Einmal zu viel helfen, ist immer noch besser, als einmal zu wenig helfen. Doch wie soll es für das Herrchen/Frauchen so gut ausgehen, wenn Herr Schaumburg einfach alle Katzen als Streuner abtut und daher keine Lust hat, ein zugelaufenes Tier schriftlich zu vermerken?!

So geschehen ist es nämlich in meinem Fall: Vor einiger Zeit habe ich mich nach längerer Beobachtung einer Katze angenommen, die sich draußen mehr schlecht als recht durchkämpfte und zudem Katzenschnupfen hatte (der schon unzähligen draußen lebenden Samtpfoten das Leben gekostet hat, weil Menschen sich nicht verantwortlich fühlten). Zudem sah sie aus, wie eine kurz zuvor als vermisst gemeldete Katze, und so hoffte ich, diese zu ihrer Familie zurückbringen zu können. Drei Gründe hatte ich also, die Kleine zum Tierarzt zu bringen und dort per Chip-Lesegerät nachsehen zu lassen, ob sie einen Besitzer hat. Leider hatte sie keinen Chip - auch keine Tätowierung. Also rief ich beim Fundamt der Gemeinde Langenberg an, und sagte, dass ich eine Katze als zugelaufen melden möchte. Doch Herr Schaumburg weigerte sich zunächst, diese Meldung zu notieren. Ohne eine Frage zu stellen, und ohne meine Angaben abzuwarten, sagte er sofort: „Die können Sie laufen lassen - das sind eh allles Streuner!“

Ich musste ihn praktisch überreden, meine Telefonnummer aufzuschreiben, damit eventuell Suchende mich anrufen können. Wenn Herr Schaumburg schon das Thema „falsch verstandene Tierliebe“ erwähnt, sollte er dies an den richtigen Stellen anwenden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem schon lange angebrachten Verweis auf die Uneinsichtigkeit vieler Leute, die ihre Katze zu spät oder gar nicht kastrieren lassen. Denn diese sind die Verantwortlichen für die heutige Flut von Katzen. Würden die Gemeinden bzw. Ordnungsämter für mehr Aufklärung zu dem wichtigen Thema „Kastration“ sorgen, würden viel mehr Tierhalter einsichtig handeln. So gäbe es weniger Katzenelend und weniger überflutete Tierheime. Ein deutlicher Appell in diese Richtung wäre tausendmal sinnvoller und angebrachter gewesen, als hilfsbereite Menschen zu kritisieren, die vielleicht nicht „nur“ einer Katze helfen wollten, sondern auch ihrem Kind Liebe und Fürsorge veranschaulichen wollten!
 Schloß Holte-Stukenbrock: Partizipation, nicht Populismus
Zur Haltung der CDU nach dem Nein des Bundes zum dritten Autobahnanschluss äußert sich Thomas Altemeier, Spellerstraße 71 in Schloß Holte-Stukenbrock. Er ist der Sprecher der Bürgerinitiative, die sich gegründet hat, um die Auffahrt zu verhindern. Er schreibt:

Wenn der Stadtverbandsvorsitzende der CDU, Klaus Dirks, den vernünftigen Entschluss seiner Partei vom Ratsbürgerentscheid Abstand zu nehmen, kommentiert und der SPD und den Grünen eine populistische Vorgehensweise vorwirft, übersieht er leider einige wesentliche Faktoren:

Auch wenn die Mehrheit der CDU nur noch auf einigen wenigen Prozentpunkten basiert, so hat sie trotzdem die Gestaltungsverantwortung. Es liegt in ihrer Verantwortung nach Lösungen zu suchen, vor allen Dingen für solche verkehrspolitischen Probleme, für die sie durch die Verteilung von Industriegebieten über die ganze Stadt Schloß Holte Stukenbrock selber mitverantwortlich ist. Wer aber meint, trotz der aktuellen Entwicklungen, trotz der Summen, die man an das Verkehrsplanungsbüro IVV Aachen in den letzten Jahren überwiesen hat, trotz des Scheiterns eines Vorhabens das man seit über zehn Jahren verfolgt immer noch am langfristigen Ziel einer dritten Autobahnauffahrt festhalten zu müssen, der belegt damit eher seinen Stursinn als die Fähigkeit gescheiterte Projekte neu anzugehen und neu zu überlegen.
Darüber hinaus wirft Herr Dirks den Parteien eine populistische Vorgehensweise vor. Mitbürgerinnen und Mitbürgern dazu zu ermutigen sich politisch zu engagieren und ihnen die Möglichkeit des Mitdenkens offensiv und ehrlich zu offerieren hat allerdings nichts mit Populismus zu tun sondern vielmehr mit Partizipation. Partizipation bedeutet nämlich nicht den Menschen zu bitten, den eigenen unumstößlichen Gedankengängen zuzustimmen. Mitbestimmung bedeutet vielmehr die Menschen, wenn möglich von Beginn an, in konzeptionelle Überlegungen einzubinden. Wer aber vom Fraktionsvorsitzenden der CDU, Jürgen Gärtner, bei Anregungen abgewatscht wird mit den Worten: (Zitat) “Was wollen Sie eigentlich, wir haben hier die Mehrheit!“ der bekommt einen guten Eindruck davon, wie ernst es die CDU mit der Mitbestimmung nimmt.
Wenn Herr Dirks also davon spricht, dass mit der dritten Auffahrt eine Option zur Entlastung vielbefahrener Straßen wegfalle, dann sollte seine Partei diese Worte ernst nehmen. Wenn es eine Option war, dann wird es auch noch andere geben. Die CDU sollte also ihre Gestaltungsverantwortung wahrnehmen, die anderen Parteien und interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger frühzeitig und ernsthaft an ihren Überlegungen beteiligen und offen sein für gemeinsam erarbeitete Alternativen.
 Herzebrock-Clarholz: Rat hört auf Volkes Stimme?
Jörg Braaksma, Schürmanns Heide 6 a in Herzebrock äußert sich zur Ratssitzung in Herzebrock-Clarholz am vergangenen Mittwoch („Die Glocke“ berichtete). Er schreibt:

Nun ist es also amtlich. Rund 3000 Bürger in unserer Gemeinde haben wieder ihre zwei Ortsvorsteher. Von Volkes Stimme kann jedoch nicht die Rede sein. Denn der Rat eine große Chance vertan, tatsächlich das „Volk“ zu befragen und entscheiden zu lassen. Um das noch einmal deutlich zu sagen: die abgegebenen 3000 Unterschriften sind ausschließlich von den Bürgern, die für die Wiedereinsetzung der Ortschaften gestimmt haben. Ohne die Arbeit der Bürgerinitiative schmälern zu wollen, 3000 Unterschriften sind eine riesige Zahl, aber dabei ist leider vergessen worden, dass rund 13 000 Bürger gar nicht gehört wurden und keinerlei Chance hatten ihre Meinung abzugeben. Die Meinungsbildung und damit die Verantwortung für diese 13 000 Bürger haben letztlich nur zwei Ratsmitglieder der FDP, nämlich Herr Menzefricke-Koitz und Herr Tiggemann übernommen. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich dafür Danke sagen soll, tendiere aber eher zu einem Nein.

Den beiden neuen Ortsvorstehern wünsche ich viel Kraft und Erfolg bei Ihrer Arbeit, die beiden Ortschaften wieder zusammenzuführen, denn derzeit sind die Ortschaften wohl weiter voneinander entfernt als je einer gedacht hätte.
 Gütersloh: Freut euch endlich auf das Theater
Brunhild Wendland, Mühlenfeld 28, 33428 Harsewinkel schreibt zum Theater:
Hallo liebe Gütersloher! Seit Jahren schon bin ich Abonnent Ihres Theaters und habe dieses bisher sehr genossen. Seit mehreren Jahren verfolge ich die Querelen um den Neubau dieses Hauses – in der Zeitung, bei Besuchen von Versammlungen und Besichtigungen und so weiter – doch nun finde ich, es reicht: Macht endlich Schluss mit dem Genörgel, angefacht von einem „Eventmanager“, der offensichtlich nicht verlieren kann und sein ganz eigenes Süppchen kocht. Das Haus steht und im März findet die Premiere statt. Was macht es schon, dass außen, bedingt durch den außergewöhnlich langen und kalten Winter, nicht alles rechtzeitig fertig wird? Wir haben so lange tapfer das Provisorium in der Stadthalle hingenommen, da kommt es doch auf ein paar Wochen mit einem unvollendeten Theaterumfeld nicht an. So wird es eben eine etwas ungewöhnliche Premiere geben. Nehmt es doch von der lockeren Seite. Und dann das ewige Gezänk über die Kosten. Gewiss, es ist ein Batzen. Aber dank der großzügigen Spenden von Miele und Bertelsmann sowie dem gesammelten Geld des Theaterfördervereins liegt die Last doch nicht allein bei der Stadt. Außerdem werden die Hypotheken für das Haus – wie für jeden Häuslebauer auch – über Jahrzehnte laufen. Die momentane Finanzmiesere der Stadt hat sicher damit wenig zu tun. Die Banken- und Wirtschaftskrise und auch neue Gesetze aus Berlin und Düsseldorf haben wie überall bei den Kommunen auch in Gütersloh zugeschlagen. Man kann nicht alles dem Theater anlasten. Und, mein Gott, unsere Eltern haben es nach dem Krieg unter weitaus schwierigeren und ärmeren Bedingungen geschafft, ein Theater zu bauen – und wir sollten das nicht können? Eines muss ich noch loswerden. Es hat mich immer geärgert, wenn ich gelesen habe, dass Theaterbesucher als elitär und privilegiert bezeichnet wurden. Mein Mann und ich haben eine nicht allzu üppige Rente und gehen hin. So teuer ist es nämlich gar nicht. Jung und Alt sind vertreten, keiner unbedingt besonders herausgeputzt. Und viele Schulklassen mit ihren Lehrern lassen sich von den Aufführungen fesseln. Man lebt eben nicht nur vom Brot allein. Ihr könnt alle hingehen, liebe Gütersloher! Freut euch doch endlich auf euer neues schickes Theater und lasst es euch nicht von dem besagten „Eventmanager“ vermiesen!
 Gütersloh: Vorhang auf zum zweiten Akt
Jürgen Jentsch, Eggestraße 44 b, 33332 Gütersloh, schreibt zur Theaterdiskussion:
Der verschmähte Liebhaber (Nobby Morkes, Anmerkung der Redaktion) gibt nicht auf. Hat er doch bis heute nicht vergessen, dass ihm damals die Stadt sein schwarzes „Dracula“-Theater unter dem Bahnhof aus Kostengründen verweigert hat. Und wie unglücklich Verliebte sind, trauern sie dem Vergangenen nicht nur nach, sondern versuchen neue Intrigen zu spinnen. (Lernen wir schon aus den vielen Nachmittagssendungen im Fernsehen.) Und dabei finden sie immer wieder Gleichgesinnte die ihnen fleißig soufflieren. So auch diesmal und so saugen sie begierig die Worte auf, die ihnen der Magier von der Bühne aus verkündet. Dabei sind die vorgebrachten Begründungen nicht nur fadenscheinig, sondern unwahr. Aber auf der Bühne ist eben alles erlaubt. So hebt sich dann erneut der Vorhang. Und der Verschmähte verkündet erneut Zahlen, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben.
Wahr ist, dass die Theaterneubaukosten nicht überschritten werden und die Stadt dadurch entlastet wird, dass bisher über 7 Millionen Euro gespendet wurden, beziehungsweise aus Strukturmitteln kommen.
Wahr ist, dass ein Parkhaus dringend gebraucht wird und sich die erforderlichen Investitionen in kurzer Zeit wieder amortisieren.
Wahr ist, dass an dieser Stelle eine neue Eingangssituation geschaffen wird. Davon profitieren an erster Stelle Schule, Stadthalle, Wasserturm und Theater. Und die Kosten trägt zum großen Teil das Land. Was kann schlimm daran sein, dass die Stadt vorsorglich schon jetzt die Fernwärmeleitungen verlegt? Soll der Platz anschließend wieder aufgerissen werden? Fürwahr ein dörfliches Laientheater ist nichts dagegen. Wahr ist, dass wir ein neues Theater in Gütersloh brauchen. Auch das bestreitet der Magier jetzt nicht mehr. Jetzt aber soll es nach der Devise „Gewinne dem Betreiber, Verluste der Kommune“ privatisiert werden. Ein todsicheres Geschäft für den Betreiber und schlechte Aussichten für die Gütersloher. Denn dann werden sie zum zweiten Mal zur Kasse gebeten. Und das, obwohl das Theater durchfinanziert ist und für die nächsten 90 Jahre die Kulturadresse in Gütersloh und in der Region sein wird. Jeder Laie, insbesondere jeder Häuslebauer weiß, dass dies Investitionen in die Zukunft sind und solche Anlagen Generationen überdauern. Wahr ist aber auch, dass über die Programminvestitionen Jahr für Jahr neu vom Rat entschieden wird und damit einer ständigen öffentlichen Kontrolle unterliegen. Und genau das macht ein demokratisches Kulturleben aus.
 Verl: Klaus Hörsting zum Bürgerschützenverein
Zu den Querelen im Bürgerschützenverein äußert sich Klaus Hörsting, Haferkamp 89 a, in einem Leserbrief. Der ungekürzte Beitrag ist im Internet zu lesen.

Um es gleich vorab zu sagen: Ich bin seit vielen Jahren mit dem Vorsitzenden der Bürgerschützen, Toni Schulte, befreundet. Daher mag man mir Voreingenommenheit vorwerfen – aber wer ist bei diesen Angriffen auf ihn über die Zeitungen nicht voreingenommen? Seine Gegner sind das doch wohl ganz sicher! Toni Schulte sollte wenigstens dass Gefühl haben, dass es Leute gibt, die diese Kampagne gegen ihn über die Presse für schlecht und erst recht für vereinsschädigend halten.

Sicher macht man in 21 Jahren an der Spitze eines großen Vereins als Vorsitzender beziehungsweise als Stellvertreter auch mal einen Fehler – das wird bestimmt auch hier der Fall sein. Nur wer nichts tut, macht nie etwas falsch. Eines aber wird selbst der ärgste Kritiker Toni Schulte nicht vorwerfen können: dass er sich nicht immer mit allen Kräften für seinen Verein eingesetzt hätte. Und allein schon deswegen – ganz abgesehen von den vielen Dingen, wo ihm die Vergangenheit in internen Streitfragen auch recht gegeben hat – hat er diese Art von Kampagne, die ihm eigentlich keine Chance lässt, nicht verdient. Wenn man ihm heute vereinsschädigendes Verhalten anhängen will, ohne dies im einzelnen zu begründen, dann kann ich mich nur fragen: Gibt es für diesen Verein etwas Schädlicheres, als sich unter Vorstandskollegen über die Presse zu beharken? Man kann lange darüber diskutieren, wer bei diesem „Aufstand“ am meisten verliert: wahrscheinlich wird jeder der Beteiligten dabei verlieren, mit Sicherheit aber am meisten der Verein. Von daher sollten sich diejenigen, die dies angezettelt haben, wirklich einmal fragen, ob sie selbst damit nicht die größten Schädiger des Vereins sind. Wenn sie dann noch dem Vorsitzenden vorwerfen, dass er einen Streit am Thron nicht habe schlichten können, dann müssen sie sich doch mit dem gleichen Recht vorwerfen lassen, dass sie offenbar nicht in der Lage waren und sind, offen und diskret ihre Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorsitzenden beizulegen, ohne dass dem Verein Schaden zugefügt wird. Und dann zu den weiteren Streitpunkten: Ein Vereinsmitglied wirft ihm vor, seine Frau nicht befördert zu haben. Sicher müssen auch Beförderungen fair gehandhabt werden. Aber ist man nicht doch versucht zu sagen: „Eure Sorgen möchte ich haben!“? Erwartet man jetzt, dass Toni Schulte in der Presse erklärt, warum er die Beförderung nicht vorgenommen hat? Wenn man das aber nicht will – und das gehört auch nicht in die Presse -, dann sollte man keine Vorwürfe erheben, gegen die sich der Betroffene nicht wehren kann.

Am allerschlimmsten aber finde ich, dass man die Satzung ändern will, die eine offene Abstimmung (auch über einen Abwahlantrag) vorsieht. Dies hat der Verein aus guten Gründen selbst einmal so beschlossen. Man möchte nun doch lieber geheim abstimmen können! Erwachsene Männer und Frauen sagen öffentlich, dass sie Angst haben, wenn sie offen ihre Meinung sagen. Das ist so lächerlich wie erbärmlich! Die Gesellschaft diskutiert über Zivilcourage, die man gegen offene Gewalt aufbringen müsse, und hier sagen ausgewachsene Vorstandsmitglieder, dass sie Angst haben, innerhalb ihres eigenen Vereins offen ihre Meinung zu sagen und lieber heimlich ihr Kreuzchen machen wollen. Das gibt dann ja auch die Möglichkeit, dass auch angeblich gute Freunde des Vorsitzenden ihm klammheimlich „eins in den Kaffee tun“ und nachher auch noch Krokodilstränen weinen können. So kann man auch ein Klima des Misstrauens und der Feigheit heranzüchten! Gerade ein solches Klima und die fehlende Offenheit wird dem Bürgerschützenverein in Zukunft sicher am meisten schaden! All dies ist vereinsschädigendes Verhalten! Wie heißt es doch: Du siehst den Splitter im Auge Deines Bruders (Schützenbruders), aber den Balken im eigenen Auge siehst Du nicht! Hoffen wir zugunsten des Bürgerschützenvereins, dass diese Art des Umgangs miteinander nicht Schule machen wird!
 Gütersloh würde vor sich hindümpeln
Jana Wehrmeyer, Wasserstraße 31, 33378 Rheda-Wiedenbrück, schreibt zu den Vorschlägen von Nobby Morkes für den Theaterbetrieb:

Herr Nobby Morkes, Ihre Geschmacklosigkeit gegenüber Frau Liz Mohn ist ja fast schon nicht mehr zu überbieten. Sie und ihre 103 Mitglieder der BfGT waren ja schon von Anfang an gegen den Neubau eines Theaters. Und dann maßen sie sich an, mit nicht mal einem Drittel ihrer Mitglieder einen Bürgerentscheid über die Betriebsform des neuen Theaters einzuleiten. Gradezu lächerlich. Dabei sind Sie es doch, der laufend Theater macht.

Kulturverständnis endet bei Ihnen doch mit der Flimmerkiste. Wo wäre Gütersloh denn, wenn es nicht solche Leute wie Mohn, Miele und Zinkann gäbe. Die Stadt Gütersloh hätte bis heute noch keine Bibliothek, keine Stadthalle, wäre keine Kreisstadt geworden, bekäme auch kein Theater und auch die vielen Stiftungen wären nicht vorhanden. Gütersloh würde nur so vor sich hindümpeln. Ich kann mir auch nicht vorstellen, das 77 300 wahlberechtigte Bürger in Gütersloh ihrer Meinung sind. Was ihre Partei für ein Sammelbecken beherbergt, erkennt man an die Aufnahme eines abtrünniger FDPlers.
Seit Existenzgründung der BfGT sind Sie, Herr Morkes, noch nie als Spender für die Stadt aufgetreten. Sie fordern und fordern. Sie gehören zu der Sorte Mensch, wie Frau Wagenknecht (Linke). Die Bürgermeisterin von Gütersloh, Frau Maria Unger, tut mir Leid, mit Ihrer Anwesendheit in einer Ratssitzung konfrontiert zu werden.
 Beckum: Glaube nicht messbar an Kirchgängen
Zu den für Ende 2011 geplanten Schließungen der Beckumer Martinskirche und der Liebfrauenkirche hat die Redaktion ein Leserbrief von Elisabeth Plümpe, Holter 7, in Beckum, erreicht. Sie schreibt wie folgt:

„An dem Artikel über die Kirchenschließung der Liebfrauen- und der Martinskirche gefällt mir der Begriff Filialkirche nicht. In der Bezeichnung steckt etwas Kleines und Unproduktives mit negativem Akzent. Das Angebot an Messen ist in den drei Kirchen nicht gleichmäßig verteilt. Somit wird eine falsche Bewertung aufgestellt.

Nach der Anzahl der aktiven Gottesdienstbesucher kann ich heute nicht mehr den Glauben messen. Die Kirchen sind aber wichtig zur Ausbildung der eigenen Religiosität. Wenn man unterwegs ist – Fahrt oder Urlaub – gehört für viele der Kirchenbesuch dazu. Warum dann die schönen Kirchen im Eiltempo schließen und sie als Glaubensstätte nicht mehr zugänglich machen und sogar ausräumen?

Der Pastor ist der Ansprechpartner für mein Seelenheil. Ich schätze ihn in meinem Leben. Wenn aber ein Pastor die Kirchenschließung vorantreibt, so habe ich dann auch ein Problem mit dem ganzen Kirchenwesen. Glauben kann nicht nach wirtschaftlichen Aspekten bewertet werden. Der Kirchenvorstand sollte sich aus dieser Beschlussfassung alleine heraushalten. Wahrscheinlich erhöhen sich dann noch schneller die Kirchenaustritte.
Und noch eins: Wie enttäuschend verlief vor etwa 40 Jahren in vielen Kirchen die Umgestaltung der Altarräume, in dem gespendete schöne Holzbilder, Beichtstühle, Kommunionbänke, Predigtstühle und vieles mehr einfach von den Pastoren ausgeräumt wurden.

Die Gemeinde hat sich meiner Meinung nach auch damals zu wenig durchgesetzt.“
 Theater muss städtisch bleiben
Wolfgang Kosfeld, Haegestraße 10, 33330 Gütersloh, freut sich auf die bevorstehende Einweihung des neuen Theaters:

Gemeinsam mit 420 Mitgliedern des Theaterfördervereins freue ich mich auf die Einweihung des neuen Theaters in meiner Heimatstadt. Auch mehr als 2600 Abonnenten, Mitglieder in unseren Vereinen, viele Schüler warten gespannt auf die ersten Aufführungen im neuen Haus. Selbst ehemalige Gegner des Theater-Neubaus sind die mehr als 20 Jahre andauernde Diskussion leid, haben sich überzeugen lassen und sind Mitglied des Theaterfördervereins geworden.

Knapp vier Wochen vor der Eröffnung des Theaters stiftet die BfGT, die den Neubau stets mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft hat, neue Unruhe. Herr Morkes fordert hartnäckig die Privatisierung des Theaters und scheut auch vor einem erneuten Bürgerbegehren nicht zurück. Könnte es denn wohl sein, dass Herr Morkes mit der Gründung einer Genossenschaft auch persönliche Interessen verfolgt, vielleicht Einfluss auf die Programmgestaltung zu nehmen und auf diesem Wege in Gütersloh endlich „Dracula“ aufzuführen? Oder will Herr Morkes gar Geschäftsführer dieser Genossenschaft werden? Wird die große Zahl der Sponsoren, die bisher 6,10 Millionen Euro für den Neubau zur Verfügung gestellt hat, auch eine Genossenschaft oder GmbH so großzügig unterstützen? Viele meiner Freunde und ich sind jedenfalls der Meinung: Das neue Theater muss unbedingt in Trägerschaft der Stadt bleiben. Ebenso bin ich überzeugt, dass der Theaterförderverein, viele Firmen und Institutionen ihren Beitrag leisten werden, anspruchsvolle Veranstaltungen im neuen Haus zu fördern.
 Variante eins gewinnt mit 14:4
Dr. Diethard Sawicki, Alte Osnabrücker Straße 19, 33335 Gütersloh, schreibt zu den Plänen zur Nahversorgung in Avenwedde:Ich bin Mitglied des Bürgerarbeitskreises für den Rahmenplan Avenwedde und musste feststellen, dass Ihr Artikel „Zwei Varianten zur Nahversorgung“ vom 6. Februar der Ergänzung beziehungsweise der Richtigstellung bedarf.
Dort heißt es unter Bezug auf Stadtplanungschef Michael Zirbel, die von Ihnen im Bild wiedergegebenen Varianten zur Nahversorgung (Nummer eins: Aufwertung des jetzigen Aldi-Standorts plus Neubau auf dem Alten Bolzplatz, Nummer zwei: Neubau südlich der Avenwedder Straße) seien im Arbeitskreis favorisiert worden. Das im Internet veröffentlichte Protokoll unserer dritten Sitzung zeigt jedoch, dass bei einer Abstimmung im Arbeitskreis die Variante eins mit 14 zu 4 Stimmen gegenüber der Variante zwei bevorzugt wurde.
Des Weiteren ist im Hinblick auf die Bürgerversammlung am 22. Februar zu betonen: Die Themen Verkehrsbelastung und -beruhigung, Verhältnis von Wohn- und Gewerbeflächen sowie das wenig ansprechende Ortsbild gerade in Avenwedde-Mitte sind im Arbeitskreis ebenfalls ausführlich und kenntnisreich erörtert worden. Die zukünftige Wohnqualität in Avenwedde wird maßgeblich durch diese Aspekte bestimmt werden – wahrscheinlich sogar tiefgreifender als durch das Thema Einkaufen. Dementsprechend sollten wir auf der Bürgerversammlung diskutieren.
 Privatkrieg einstellen
Heinrich Duepmann, Georg-Buechner-Weg, Gütersloh, äußert sich in Form eines offenen Briefs zum Theater-Engagement von Norbert Morkes.
Sehr geehrter Herr Morkes,
ich bin Ihnen bei Ihren Bemühungen um den Erhalt des alten Theaters gefolgt. Nun, wir haben verloren. Und dann heißt es, sich zu fügen und als Teil der Kommune konstruktiv weiterzumachen. Natürlich haben wir alle gewusst oder gefühlt, dass wir von den Verfechtern des Theaterneubaus und auch von der Verwaltung hinters Licht geführt worden sind, wenn es um Kosten ging. Immerhin habe ich aber den Eindruck, dass die Verwaltung sich sehr um die Kosteneinhaltung bemüht.
Aber sei es drum, Eine Stadt wie Gütersloh kann auf eine Spielstätte nicht verzichten. Und Ihr Ansatz der Privatisierung ist absurd. Es geht nicht darum, den Etat der Stadt sondern unsere Aufgaben zu kürzen. Und bezahlt werden muss das Theater nun mal, egal ob in Privat-Hand oder im Stadt-Etat geführt.
Ich missbillige Ihr Ansinnen aufs Äußerste und fordere Sie auf, Ihr Engagement eher konstruktiven Inhalten zur Reduktion der Ausgaben für uns Bürger zuzuwenden. Zum Beispiel, sich gegen eine weitere Verteuerung des Stroms durch Wind- und Voltaik zu engagieren. , als weiterhin in der Öffentlichkeit von den realen und lösbaren Problemen des Stadtetats abzulenken.
Sollten Sie einen Privatkrieg gegen in Kulturthemen involvierte Institutionen der Stadt führen (man hat fast den Eindruck), so fordere ich Sie dringend auf, diesen einzustellen.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Theater erkennbar architektonisch sehr gut gelungen ist und ein Schmuckstück werden kann. Und wenn sich Leute dann über die Nähe zum „Wahrzeichen“ Wasserturm aufregen, kann ich nur sagen: „Abreißen, damit die neue Optik wirkt.“
 Streichung nicht sinnvoll
Pfarrerin Beate Balzer Frauenbeauftragte des Evangelischen Kirchenkreises Gütersloh, Moltkestraße 10, schreibt zum Artikel „Halbierung der Mittel wäre fatal“ vom 4. Februar sowie zum Bericht „Neues Sparpaket für 2012 reicht noch nicht aus“ vom 19. Januar.
Gütersloh muss sparen – den Druck zur Drosselung der Ausgaben bei fast allen Fachbereichen der Stadt kann ich gut verstehen. Der Gleichstellungsstelle jedoch 50000 Euro – die Hälfte ihres Etats – für die Frauenförderung zu streichen, halte ich keineswegs für sinnvoll, geschweige denn für zukunftsweisend.
Hier werden Arbeitsfelder beschnitten und drohen ganz wegzufallen, die wir – leider – immer noch nötig haben. Die externe gleichstellungspolitische Arbeit für Gütersloh und damit auch für die Gesellschaft ist in Zeiten zunehmender Verarmung von Frauen sowie notwendiger Arbeit mit und für Migrantinnen weiterhin erforderlich.
Die Gleichstellungsstelle leistet zum Beispiel neben dem Ausländerbeauftragten einen wichtigen Teil der Integrationsarbeit mit Frauen durch das Internationale Frauenfrühstück, den Fahrradkurs sowie individuelle Beratungen.
Mitnichten ist das Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen erreicht. So sollte bei den Haushaltsberatungen am 1. März bedacht werden, dass die Gleichstellungsarbeit für Frau und Mann der Stadt (!) Gütersloh in der Gesellschaft ebenso förderungswürdig ist wie die in der Verwaltung.
 Rheda-Wiedenbrück: Inge Kaller zum Abschiebefall Anna und Susanna Asatryan
Zum Rheda-Wiedenbrücker Abschiebefall Asatryan meldet sich Inge Kaller, Im Grund 10, Rietberg-Bokel, zu Wort.
Sie schreibt:

Ich kann es nicht lassen und muss dem Leserbrief vom 6. Februar widersprechen. Der „Fall“ Asatryan hat meiner Meinung nach sehr viel mit Moral zu tun. Vielleicht ändert es ja die Sichtweise, wenn man nicht den „Fall Asatyran“, sondern den „Menschen Asatyran“ in den Blick nimmt. Die Grundlage für Moral bilden dann nicht mehr Paragraphen, sondern die Gottes- und Nächstenliebe.

Wer so hinschaut, der sieht nicht die straffällig gewordene Ausländerin, der sieht eine Mutter, die ihr Kind liebt. Dann muss es einem doch das Herz zerreißen, wenn diese beiden auseinander gerissen werden sollen. Annas „Freiheit“, auch nach Armenien auszuwandern, kann mir da auch nur ein trauriges Lächeln entlocken. Das ist doch nur die Freiheit zwischen Läusen oder Flöhen zu wählen. Herr Michael Schlepphorst hat auf jeden Fall meinen vollen Respekt, und das hat auch was mit Moral zu tun. Gottes reichen Segen für sie alle!
 Herzebrock-Clarholz: Maria-Luise Wessel zum Thema Ortsvorsteher
Zum Thema Ortsvorsteher („Die Glocke“ berichtete mehrfach) äußert sich Maria-Luise Wessel, Thomas-Mann-Straße 51 in Herzebrock. Sie schreibt:

Ich vermisse die Stimme des Bürgermeisters zum Thema Ortsvorsteher. Durch die Falschaussagen und das Mobbing beim Sammeln der Unterschriften ist viel Unruhe und sind auch Ängste in der Bevölkerung entstanden. Ein klares Wort, frühzeitig gesprochen, hätte viel Ärger erspart und die Kluft zwischen Clarholz und Herzebrock wäre nicht so groß geworden. Schade.

Ein klares Wort heißt: Clarholz bleibt Clarholz; Herzebrock bleibt Herzebrock; jeder Ort behält sein Ortsschild; die Feuerwehren behalten ihren Namen; die Historie jeden Ortes bleibt (die kann ihm keiner nehmen). Einzig das Amt „Ortsvorsteher“ fällt weg.

Die eingesparten 4000 Euro plus Aufwandsentschädigung pro Jahr könnte man sinnvoll für andere Dinge einsetzen, die aufgrund der akuten Geldknappheit gestrichen worden sind. Die rechtzeitige Stellungnahme von Herrn Lohmann, auf die jeder gewartet hat, wäre wünschenswert gewesen.
 Wirtschaft/Politik: Gesellschaft spaltet sich
Zum Thema „RAG stoppt hohe Honorare an Politiker“ schreibt Kurt Fichtner aus Beckum:

„‚So schön – schön war die Zeit ...‘ als man noch unbeobachtet war im ‚RAG-Regionalbeirat‘. Das Gremium – eigentlich eine Art Bestattungsunternehmen für Zechen – ist gespickt mit Landes - und Kommunalpolitikern, die nützlich für die Ruhrkohle-AG (RAG) sind und ihre knappen Diäten etwas aufbessern wollen.

Was diese Funktionäre – allen voran die Landtagspräsidentin – längst beerdigt haben, sind moralische Werte wie Anstand, Moral, Unrechtsbewußtsein. Für ein paar Sitzungen bis zu 30 000 Euro einzustreichen, ist eine schallende Ohrfeige für die Bergleute, die ihre Arbeitsplätze verlieren und einer ungewissen Zukunft entgegenblicken.

Aber nicht nur das: Es ist ein weiteres Beispiel für eine auseinanderfallende Gesellschaft. Während bei Hartz-IV-Empfängern die 20 Euro Kindergelderhöhung wieder einkassiert wird, dürfen sich unsere Eliten hemmungslos bedienen. Wahrscheinlich wird Frau van Dinther das erhaltene Sitzungsgeld jetzt umgehend für einen sozialen Zweck spenden und sich dafür auch noch medial feiern lassen.“
 Poliitik: Turboabitur muss reformiert werden
Hildegard May aus Rheda-Wiedenbrück schreibt zur Diskussion über eine „Reform des Turboabiturs“:

„Mit Freude las ich am 3. Februar in der Glocke, dass Politiker über eine Reform des Turboabiturs nachdenken. So scheint die Meinung des Volkes doch bis zu einigen Volksvertretern vorgedrungen zu sein. Mir sind nämlich noch
keine Lehrer, Schüler oder Eltern begegnet, die das Turboabitur begrüßt hätten.

Dabei beziehen sich meine Bedenken gegen das Abitur nach zwölf statt nach 13 Schuljahren nicht nur auf eine zu hohe Wochenstundenzahl. Denn als Mutter zweier Kinder weiß ich, dass die Arbeitszeit je nach Veranlagung des Kindes sehr unterschiedlich sein kann. Ich gewinne vielmehr zunehmend den Eindruck, dass Jugendliche das eine Jahr mehr für ihre Gesamtentwicklung brauchen.

Die durchaus intelligente Tochter von Bekannten in Bremen hat das Gymnasium vor dem Eintritt in die Oberstufe gewechselt, um das Abitur am bisher besuchten Gymnasium nicht schon nach zwölf Jahren Schulzeit machen zu müssen, sondern um am anderen Gymnasium 13 Jahre Zeit zu haben. Der Sohn von Bekannten in Bielfeld hat als Hochbegabter sein Abitur nach zwölf Schuljahren bestanden, nimmt sich aber jetzt ein Jahr Auszeit. Und wenn ich im Augenblick die Teenager vor Augen habe, die mitten in der Pubertät stecken, so zweifle ich zwar nicht daran, dass sie das Abitur schaffen werden, aber ich meine, Eltern, Lehrer und die Schüler/-innen selbst könnten gelassener sein, wenn sie wüssten, dass das Abitur erst dann ansteht, wenn die jungen Menschen wieder „alle Sinne beisammen haben“.

Vor diesem Hintergrund wäre ich froh, wenn das Turboabitur wirklich sinnvoll reformiert würde, auch wenn meine Kinder wahrscheinlich nichts mehr davon hätten, weil sie die Schulzeit dann wohl schon hinter sich haben werden.“

 Politik: Zusatzbeiträge nicht zumutbar
Zur Diskussion über Zusatzbeiträge der Krankenkassen schreibt Bernhard Feidieker aus Warendorf:

„Grundsätzlich wäre es der einfachste Weg, die Krankenkassenbeiträge von zur Zeit 7,9 Porzent für alle gleich zu erhöhen. Es gibt allerdings viele Menschen, ob Renter oder Arbeitnehmer, die kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Zu der schon zu leistenden Praxisgebühr für Arzt und Zahnarzt wäre eine Mehrbelastung von acht Euro pro Monat (96 im Jahr) nicht hinzunehmen. Diese Änderung wurde von der letzten CDU/SPD-Regierung ausgearbeitet und soll jetzt von der CDU/FDP-Regierung umgesetzt werden, wobei viele Menschen dann noch mehr um ihre Existenz bangen müssen.

Ich spreche sicher für viele Beitragzahler und hoffe, dass die Abgeordneten im Bundestag etwas Gefühl für soziale Gerechtigkeit zeigen und das Gesetz nicht in Kraft treten lassen. So eine Mehrbelastung kann man bei einer Mindestrentenerhöhung von zehn Euro verkraften, aber nicht bei wiederholten Nullrunden. Ich hoffe, dass die Gewerkschaften auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht im Stich lassen.“
 Politik: Bürokratieabbau sieht anders aus
Jana Wehrmeyer aus Rheda-Wiedenbrück schreibt zur geplanten Einstellung von neuen Beamten durch den Bund:

„War es nicht die FDP, die vor der Bundestagswahl 2009 immer gewettert hat, der Staat und somit auch die Regierung müsse schlanker werden? Es war sogar von Stellenabbau Land auf und Land ab die Rede. Jetzt wollen die Schwarz-Gelben sogar noch 1000 Personen als Beamte einstellen. Als wenn wir von dieser Klientel nicht schon genug hätten – bei leeren Kassen im Haushalt. Meint die CDU/FDP in Berlin eigentlich, die Bürger seien alle dumm?“
 Kreis Gütersloh: Bei der Frühförderung wird am falschen Ende gespart
Leeann Buch vom Brinkeweg 74 in Schloß Holte-Stukenbrock schreibt für den Arbeitskreis betroffener „Eltern von Kindern mit Behinderung und von Behinderung bedrohter Kinder“ zu den Kürzungen bei der Interdisziplinären Frühförderung durch den Kreis:

Ich war entsetzt und empört, über die geplanten Einsparungen im Bereich Heilpädagogik und Frühforderung im Kreis lesen zu müssen. Ich bin Mutter eines Kindes mit Entwicklungsverzögerungen und multimodalen Wahrnehmungsstörungen. Ich iebe mein Kind und deswegen kämpfe ich für es.
Dr. Sökeland (Arzt für Allgemeinmedizin) behauptet, dass es nur um Zusatzleistungen gehe – die Behandlung am Kind werde nicht verkürzt. Das ist aber schon geschehen. Statt 60 Minuten medizinisch-therapeutischer Maßnahmen (Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie) sind es jetzt nur noch 45 Minuten. Der Kreis ist der Meinung, dass statt 120 nur 90 Minuten nötig sind. Die 90 Minuten beinhalten jetzt die Arbeit am Kind plus die Vor- und Nachbereitung, Dokumentation sowie Kindergartenbesuche mit Gespräch.
Ich finde, dass dies eine deutliche Qualitätsminderung ist, auch wenn manche Politiker das abstreiten. Es ist eine Schande, wenn Kreistagsmitglieder über eine Sache abstimmen sollen und sich darüber gar nicht richtig informiert haben. Die Mitglieder werden von einem Arzt für Allegeimmedizin (Kinderärzte wären dafür allerdings geeigneter) informiert, was notwendig ist und was nicht. Dem Allegemeinmediziner wird geglaubt, was ich unglaublich finde. Ich bin keine Expertin, sehe aber die Fortschritte, die mein Sohn in den vergangenen zwei Jahren gemacht hat. Ich bin froh und sehr dankbar, dass er das Glück gehabt hat, verdammt gute Therapeuten zu bekommen, die immer wieder mit Geduld und Fürsorge für mein Kind und uns als Familie da waren und immer noch sind. Diese Kinder brauchen Zeit, um Vertrauen aufzubauen, sehr viel Geduld und klare Strukturen. Nur so können die Kinder sich so entwickeln, dass sie unserer Gesellschaft später etwas zurück geben können.
Hier wird am falschen Ende gespart. Später kostet es doppelt und dreifach soviel, um Störungen zu beheben, wenn dies dann überhaupt noch möglich ist. Jeder kennt doch bestimmt das Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“. Statt zu sparen, sollte lieber dann investiert werden, wenn es noch viel bringt, das heißt in der frühen Kindheit (im Vorschulalter).
Der Kreis Gütersloh möchte der familienfreundlichste Kreis in Deutschland werden. Da kann ich nur lachen, denn hiervon ist er noch ganz weit entfernt.
 Ahlen: Dirk Siepmann zur Hundeerziehung
Die Hinterlassenschaften von Hunden sorgen immer wieder für Ärger. Dazu schreibt Hundebesitzer Dirk Siepmann, Lambertistraße 24, in Dolberg:

„Meine Familie und ich sind selber Besitzer zweier Hunde, einem Dackel und einem größeren Mischling aus Berner-Sennen und Schäferhund. Wenn wir täglich mehrmals mit unseren Hunden Gassi gehen, ist das Laufen im Dunkeln ein Glückslauf. Es gibt in Dolberg einige Hundehalter (große und kleine Hunde), die lassen ihre Hunde ihr Geschäft erledigen, wo sie gerade stehen. Das ist oft mitten auf dem Bürgersteig.

Es ist selbstverständlich, dass wir als Hundehalter von verärgerten Anwohnern und Spaziergängern angesprochen werden. Es werden dann immer gleich alle Hundebesitzer über einen Kamm geschoren, und das sollte nicht so sein. Ein gut erzogener Hund macht nicht mitten auf den Bürgersteig, sondern geht immer in die Grünanlagen. Natürlich sind als Grünanlagen nicht Gärten von Anwohnern gemeint.
Sollte es mal passieren, dass ein Hund sein Geschäft auf dem Gehweg macht, sollte es selbstverständlich sein, dass sein Besitzer dieses entfernt. Ich selber ärger mich täglich darüber, wenn ich in Dolberg die Lambertistraße und den Pfauenweg gehe. Denn dort ist es sehr oft so, dass die ‚Mienen‘ auf dem Gehwegen liegen. Obwohl die betreffenden Hundehalter angesprochen wurden, ändert sich nichts.

Wenn alle Hundebesitzer so denken, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass ein Hass auf Hundebesitzer aufkommt und dass die Anwohner nur noch schimpfen. Der Hund kann am wenigsten dafür. Er wurde halt falsch erzogen. Aber für das Beseitigen des Unrates ist jeder Hundebesitzer zuständig und wartet nicht bis Spaziergänger dort rein treten. Mein Wunsch an alle Hundebesitzer: Beseitigt den Hundehaufen oder zieht den Hund sofort in den Graben. Ein Hund lernt schneller als manches Herrchen! Einen Beutel oder ein Taschentuch sollte jeder Hundebesitzer mit sich führen.“
 Rheda-Wiedenbrück: Arno Scheller zum Abschiebefall Anna und Susanna Asatryan
Den Abschiebefall Asatryan und den Leserbrief von Michael Schlepphorst („Die Glocke“ vom 4. Februar) greift Arno Scheller, Herzebrocker Straße 41, Rheda-Wiedenbrück, in seinem Schreiben an die Redaktion auf.

Mit so hehren Worten wie Menschlichkeit, Gerechtigkeit und moralische Verantwortung auch des Rats und des Bürgermeisters eröffnet Herr Schlepphorst den nächsten Waffengang um Anna A.

Laut Gemeindeordnung für Nordrhein Westfalen hat der Rat der Stadt zwar die Allzuständigkeit, sofern nicht Landesrecht – Schulangelegenheiten – oder Bundesrecht zum Vollzug anstehen. Landrat Adenauer müsste Bürgermeister Mettenborg einen Rüffel erteilen nach dem Motto „Schuster bleib bei deinen Leisten“, wenn er sich offiziell in ein laufendes Verfahren nach Bundesrecht einmischen würde.

Menschlichkeit ist doch nicht nur positiv besetzt. Wenn ein verzweifelter Hartz-IV-Empfänger sich in einer „Bank bedient“, ist das nicht auch zutiefst menschlich? Schufen und schaffen die drei großen Religionen im Kampf gegen die Gottlosigkeit und der damit angeblich einhergehenden Unmoral, der Liberalismus oder der Kommunismus mit Hass auf die Besitzende Gerechtigkeit?

Die Bundesrepublik hat bewusst darauf verzichtet, Gerechtigkeit per Gesetz zu versprechen. Bei Gericht gibt es ein Urteil. Bei Vollzug der Gesetzte gibt es die Gesetzmäßigkeit und den Interessenausgleich. Gerechtigkeit – so gottgleich waren, sind und werden wir Menschen nie.

Anna A. mit der Mutter auszuweisen ist schon ein harter Entschluss. Sie ist noch minderjährig und noch nicht voll eigenverantwortlich. Der Gesetzgeber hat Gesetze auch zum Schutz Heranwachsender erlassen, die man nicht ohne Weiteres übersehen darf.

Herr Schlepphorst macht moralische Verantwortung geltend. Wer hat die denn? Moral ist Bindung an ethische Werte wie Ehrlichkeit, Treue, Zuverlässigkeit oder hier Verantwortung für Kinder. Ob diese Werte religiös, kommunistisch, liberal oder nationalsozialistisch begründet werden, der Aufenthalt in der Bundesrepublik ist in all diesen Weltanschauungen kein moralischer Wert. Er kann nicht eingeklagt werden, und mit ihm zu argumentieren ist verfehlt.

Mit der von Herrn Schlepphorst und seinen Mitstreitern/-innen betriebenen Trennung von Mutter und Kind leisten sie sogar der Unmoral Vorschub, denn sie verstoßen gegen die Verantwortung der Mutter für ihre minderjährige Tochter. Vorwürfe gegen die Mutter wegen möglicher Vernachlässigung ihrer Tochter sind im ganzen Verfahren noch nicht laut geworden.

Was bleibt? Eine Anwaltsrechnung und eine Bürgerinitiative, die der Publicity einer sich hier illegal aufhaltenden Frau aufgesessen ist, die sich in Kenntnis der Gefühle der jungen Anna glaubt, aber in Unkenntnis der Begriffe Menschlichkeit, Gerechtigkeit und moralische Verantwortung, der bösen Verwaltung bei Vollzug eines Gesetzes eben die Verachtung dieser Werte, die in keinem Gesetz stehen, vorwirft.

Sind Herr Schlepphorst oder seine Mitstreiter/-innen denn auch bereit, die persönliche und wirtschaftliche Verantwortung für das junge Mädchen zu übernehmen, für das sie sich jetzt so einsetzen? Oder landet Anna A. in der Obhut des Jugendamts vielleicht in einem Heim? In der sicherlich ärmeren Heimat kann die Mutter der Heranwachsenden bis zur Volljährigkeit noch menschliche Wärme geben. Haben diese Kämpfer gegen angebliche Bürokratenwillkür diesen Aspekt vergessen?
 Rheda-Wiedenbrück: Jana Wehrmeyer zum Abschiebefall Asatryan
Zum Abschiebefall Asatryan und dem jüngsten Leserbrief dazu schreibt Jana Wehrmeyer, Wasserstraße 31 in Rheda-Wiedenbrück:

Herr Michael Schlepphorst, Birnstraße 1, in Rheda-Wiedenbrück, wie Sie sich für die Familie Asatryan einsetzen, ist ehrenwert, und in vielen Dingen haben Sie vielleicht auch Recht.

Aber letztlich ist, was Sie betreiben, Heuchelei. Sie setzen sich so vehement für die minderjährige Anna ein, die natürlich nichts für die Straftaten ihrer Mutter kann. Wenn Ihnen an Anna so viel liegt, warum übernehmen Sie nicht das Sorgerecht im vollen Umfang bis zu ihrer Volljährigkeit? Dann beweisen sie Charakterstärke, und viele Bürger, auch ich, würden den Hut vor Ihnen ziehen.

Aber nein, Sie fordern und fordern. Der Bürgermeister hat schon im Oktober 2009 abgewinkt, weil er das Ausländergesetz kennt. Wer mit einer Aufenthaltsgenehmigung straffällig wird, wird abgeschoben.

Wenn Anna die Trennung von der Mutter so schwer fällt, dann steht es ihr frei, auch nach Armenien auszuwandern. Sie würde zur deutschen Sprache auch noch eine zweite lernen. Ich hoffe nur, dass der Petitionsausschuss des Landtags sich gegen das Bleiberecht der Mutter entscheidet. Es kann und darf nicht sein, dass wir ausländische Straftäter in unserem Land dulden. Das hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun. Ganz zu schweigen von dem kostenlosen Unterhalt, der aus Steuergeldern finanziert, dieser Frau mit ihren Kindern 13 Jahre lang und mehr zugeflossen ist. Und noch eins, Herr Schlepphorst, mit Moral hat dieser Fall nichts zu tun.
 Gütersloh: Jörg Laufkötter zu den geplanten Kürzungen in der Grünflächenpflege
Zu den geplanten Kürzungen beim Fachbereich Grünflächen schreibt Jörg Laufkötter (Freisen Garten- und Landschaftsbau), Brockweg 256, Gütersloh:

Vor Jahren ist auf Beschluss der politischen Mehrheit dazu übergegangen worden, vergabefähige Leistungen auszuschreiben, die bis dahin vom Fachbereich Grünflächen in Eigenregie ausgeführt wurden. Eine konsequente Vorgehensweise, die dem städtischen Etat in all den Jahren durch fairen Wettbewerb erhebliche Einsparungen gebracht hat. Im Gegenzug haben heimische, mittelständische Unternehmen Personaleinstellungen vorgenommen, darunter Arbeitnehmer, die aufgrund fehlender oder geringer beruflicher Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt nur eingeschränkte Chancen hatten/haben. Die aber in Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus nicht mit 5 oder 6 EUR/Std. abgespeist werden, sondern gemäß gültigem Tarifvertrag je nach Betriebszugehörigkeit zwischen 10 und 12 EUR/Std. verdienen und somit nicht auf ergänzende Leistungen aus den Sozialkassen angewiesen sind.

Weiterhin haben diese Betriebe erhebliche Investitionen getätigt, um die hohen Anforderungen an eine fachgerechte Grünflächenpflege zu erfüllen: Es sind Fahrzeuge, Geräte und Kleinmaschinen angeschafft worden, ein Investitionsvolumen, das sich für die Tätigkeit von zwei Arbeitskräften auf rund 40.000 EUR beziffert. Für mittelständische Betriebe sehr mutige Investitionen, weil mehrjährige Vergaben mit entsprechender Kalkulations- und Planungssicherheit leider seltene Ausnahmen blieben, dem städtischen Etat aber durch gestiegenen Wettbewerbsdruck weitere Kostenvorteile gebracht haben. Investitionen, die finanziert sein wollen und deren Abschreibung man sich leisten können muss.

Nicht zuletzt hat diese Vergabepraxis den städtischen Etat auch durch entsprechende Mehreinnahmen bei der Steuer entlastet.

Bei Durchsetzung der geplanten Kürzungen und Ausbleiben städtischer Aufträge werden Mitarbeiter in der Grünflächenpflege nicht weiter beschäftigt werden können. Davon betroffen ist ebenfalls die Berufsausbildung: Die Ausbildungsquote wird sich verringern.

Da betroffene Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt vermutlich kaum Chancen auf einen gerecht entlohnten Arbeitsplatz haben, werden sie über kurz oder lang in die Hartz IV-Falle tappen. Ist bereits gegengerechnet worden, wie sich das auf den städtischen Etat auswirkt?

Als Privatperson bin ich empört darüber, wie in einem überschaubaren Zeitraum von wenigen Jahren das Eigentum der Gütersloher Bürger an Straßenbegleitgrün, Parks, Bäumen und Kinderspielplätzen beschädigt werden wird. Anlagevermögen von unermesslichem Wert, weil es Lebensqualität für jeden einzelnen Bürger darstellt – im Gegensatz zu sicherlich ebenso wertvollen Kultureinrichtungen, die aber stets nur von einem Teil der Bevölkerung genutzt werden, sich aber ebenfalls nicht selbst finanzieren und erheblichen Zuschussbedarf haben.

Sollte die Pflege der städtischen (und damit bürgereigenen) Grünflächen aufgrund fehlender Mittel unterbleiben bzw. auch der Fachbereich Grünflächen wegen mangelnder (weil bereits abgebauter) Kapazitäten die Leistungen nicht erbringen können, kann der Aufschrei nicht laut genug sein.

Wer die nachhaltige Beschädigung dieses Gemeineigentums billigend in Kauf
nimmt, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, mit elementaren Werten verantwortungslos umzugehen. Klimaschutz beginnt nicht in Kopenhagen, sondern vor der eigenen Haustür. Dazu gehört zwingend die Pflege und der
Erhalt des städtischen Grüns: unerlässlich für „Gütersloh, die Stadt im Grünen“ und ihr städtisches Klima, das wir, auch wenn es pathetisch klingt, unseren nachfolgenden Generationen schuldig sind.
 Gütersloh: Andreas Drücker zu den städtischen Finanzen
Zu den städtischen Finanzen schreibt Andreas Drücker, Austernbrede 27, Gütersloh:

Kein Tag vergeht, ohne neue Horror-Meldungen aus dem Rathaus zu vernehmen. Neben verschiedenen Kürzungen/Steuererhöhungen, folgen nun also auch die Kinderspielplätze auf der großzügigen Streichliste. Interessant ist die Aussage, dass nur „sozialpädagogisch unwichtige“ Standorte aufgegeben werden. Ich hoffe, dass wir soviel Sozialpädagogen im Stadtrat haben, die so etwas beschließen. Geradezu widersprüchlich zu sämtlichen Parteiveröffentlichungen sind insbesondere die gesamten Streichungen im Kinder- und Jugendbereich.

Anstatt in Bildung und Betreuung zu investieren, um die Wettbewerbsbedingungen unserer Kommune zu steigern, lassen wir sie dramatisch fallen. Mehr als zwölf Prozent Mittelstreichung bei unseren städtischen Schulen bedeuten einen dauerhaften Schaden, der länger andauern wird, als das eine Jahr Finanzkrise! Wenn man alle Streichungen und Beitragserhöhungen im Kinder- und Jugendbereich addiert (Kita-Gebühren, Spielplätze, Hausmeisterleistungen, Schulbibliotheken, Außenanlagen der Schulen) kann man kaum noch von einer kinder- und jugendfreundlichen Politik sprechen.

Grotesk erscheint da die Aussage einzelner Politiker, die Bürger würden sich zu wenig in die Haushaltsdiskussionen einmischen und mitdiskutieren. Soll der Bürger jetzt noch selbst weitere Grausamkeiten erfinden? Eine Bürgerbeteiligung hätte zu Beginn der Streichungen erfolgen sollen. Jetzt ist es ohnehin zu spät, da zahlreiche Maßnahmen bereits beschlossen worden sind.

Interessant ist die Tatsache, dass laut den veröffentlichten, geplanten Streichungen der erste Fachbereich 01 Rat und Bürgermeister mit einem jährlichen Gesamtzuschuss von 1.389.430 € bislang noch keine Einsparungen beschlossen hat.

Wie wäre es, bei einer so dramatischen Haushaltslage, bei der selbst Schlaglöcher auf den Straßen nur noch provisorisch repariert werden sollen, wenn alle Ratsmitglieder ein Jahr komplett auf ihre Aufwandsentschädigungen verzichten? Es ist ein Ehrenamt, und die Ehre wäre in diesem Fall die Kürzungen im Schulbereich zu verhindern.
Trotzdem sollten möglichst viele Bürger auf dem „Haushaltsworkshop“ erscheinen, um deutlich zu machen, was man von den getroffenen Entscheidungen hält. Das Theater, das kaum noch jemand will, wird ja bald feierlich eröffnet. Wie wäre es, wenn wir das Bauende auf nächstes Jahr schieben…denn jeder Tag, den das Theater nicht Verluste produziert ist ein gewonnner Tag, schließlich werden die „Kulturräume“ von Herrn Kimpel jeden Tag 6.381,09 € Miese in die Stadtkasse bringen, somit 2.329.097 € jährlich.

(sämtliche Zahlen nachzulesen unter www.haushalt.guetersloh.de).
 Herzebrock-Clarholz: Meik Nörling zum Thema Ortsvorsteher
Zum Thema Ortsvorsteher („Die Glocke“ berichtete mehrfach) äußert sich Meik Nörling, Brahmsweg 11 in Clarholz. Er schreibt:
Mit Beschluss vom 16. Dezember hat der Rat der Gemeinde Herzebrock-Clarholz den Paragraphen drei der Hauptsatzung, in dem die Bildung von Ortschaften geregelt wurde, gestrichen. Vor allem viele Clarholzer waren mit diesem Beschluss nicht einverstanden und sammelten nun Unterschriften, um eine erneute Abstimmung mit hoffentlich anderem Ergebnis herbeizuführen.
Ich gehöre zu den Leuten, die ihre Unterschrift geleistet haben. Mir wurde als Begründung für die Aktion erklärt, dass Clarholz nach der besagten Abstimmung im Rat nicht mehr hinreichend präsentiert wird, da der Bürgermeister und alle Stellvertreter aus Herzebrock stammen. Die Vereine in Clarholz hätten gern Ansprechpartner vor Or. Diese Begründung konnte ich nachvollziehen und damit auch eine erneute Abstimmung befürworten.
Seither machen allerdings die wildesten Gerüchte, Propagandameldungen und Schlimmeres die Runde. Die Bevölkerung wird bewusst fehlinformiert und aufgehetzt. So heißt es, dass wegen des Beschlusses vom 16. Dezember alle Ortseingangsschilder ausgetauscht werden müssen, dass die einzelnen Sport- und Schützenvereine nach dem Beschluss zwangsvereinigt werden müssen und dass die eigenständigen Historien der Ortschaften wegfallen – keine 1150-Jahr-Feier mehr für Herzebrock. Es soll bereits anonyme Drohungen gegen einzelne Ratsmitglieder gegeben haben, und in einigen Betrieben nötigen Unterschriftensammler ihre Kollegen mit Mobbingmethoden zur Unterschrift.
Die Unterschriftenaktion ist mittlerweile beendet und ich gehe davon aus, dass eine Neuabstimmung im Rat bevorsteht. Vielleicht ist das mal eine Gelegenheit öffentlich zu erklären, worum es bei der Abstimmung ursprünglich ging – um die Abschaffung des Postens „Ortsvorstehr“ – nicht weniger, aber auch nicht mehr. Eine solche öffentliche Klarstellung könnte helfen, der derzeit schlechten Stimnung in der Gemeinde, was die Trennung der beiden Ortschaften angeht, eintgegenzuwirken und würde den Hetzern den Wind aus den Segeln nehmen.
Ich selbst habe, wie gesagt, aus Überzeugung meine Unterschrift gegeben, um die Ortsvorsteher beizubehalten. Allein aus diesem Grund. Wenn es zu einer erneuten Unterschriftenaktion kommen sollte, um einen Bürgerentscheid herbeizuführen, dann weiß ich bereits jetzt, dass meine Unterschrift nicht Teil der Aktion sein wird.
 Politik: Ankauf der Steuersünder-CD nicht rechtens
Berthold F. Sindermann schreibt zum geplanten Ankauf der CD mit Kontodaten von Steuersündern:
Es ist schon erstaunlich wie in Zeiten knapper Gelder und leerer Kassen, die ja nebenbei bemerkt nicht deshalb leer sind weil es so viele Steuerflüchtlinge und Steuerhinterzieher gibt, sondern wohl eher weil die Politik nicht in der Lage ist über den Tellerrand der Legislaturperiode hinaus zu schauen und Probleme tatsächlich zu lösen, Teile der Bevölkerung in wildem Populismus und lautstarken Stammtischparolen bereit sind, diesen Rechtsstaat zu opfern.
Auch wenn die schwarz-rote Koalition mit einem Finanzminister Steinbrück die Grenze bereits vor zwei Jahren überschritten hat, darf doch das Recht nicht erneut mit Füßen getreten werden. Es ist in vielen Bereichen festzustellen, dass dieser Staat dabei ist, sein Gesicht komplett zu ändern. Da wird im Bereich der Steuerpolitik und der Sozialpolitik die Beweislast quasi umgekehrt, und nicht der Staat, der z. B. Steuerschulden behauptet, muss es nachweisen, sondern der Bürger muss dem Staat nachweisen, dass er rechtmäßig gehandelt hat.
Bei der jetzigen Debatte geht es nicht um die vordergründige Möglichkeit fehlendes Geld zu beschaffen, auch wenn ein Sigmar Gabriel versucht uns vom Gegenteil zu überzeugen und erneut das Handeln der schwarz-roten Koalition rechtfertigt, und es geht auch nicht darum, Kriminellen, die Geld nicht versteuern zu beschützen. Vor allen Dingen geht es nicht um das, was der Volksmund als Gerechtigkeit bezeichnet, auch wenn Volkes Stimme vor Schmerz aufschreit. sondern es geht um das Recht als eigenständiges Gut.
Es geht darum, ob wir uns an die Regeln halten die wir uns selbst gegeben haben oder ob wir für 30 Silberlinge unsere Seele zu verkaufen bereit sind. Es geht um die Verlässlichkeit des Gemeinwesens. Es geht letztendlich um die Demokratie. Dieses hohe Gut sollten wir nicht leichtfertig opfern.
 Politik: Anspurchsdenken überdenken
Magdalena Drinkuth aus Oelde schreibt zum Thema Kindergelderhöhung:
„Mit leichtem Unverständnis habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Erhöhung des Kindergeldes bei einigen Familien auch kritisch beurteilt wird, da 20 Euro ‚keinen großen Unterschied im monatlichen Verbrauch ausmachen würden‘. Wir sollten an dieser Stelle unser Anspruchsdenken mal überdenken und nicht immer nur über zu wenig Unterstützung durch den Staat meckern. In der wohl größten globalen Wirtschaftskrise seit Ende der 20er-Jahre nimmt der Staat trotz wegbrechender Einnahmen freiwillig Geld für Familien in die Hand, um Kindergeld und Kinderfreibetrag zu erhöhen, „insgesamt 4,6 Milliarden Euro“ in 2010. Das kann ich nur als Zeichen interpretieren, dass der Staat in die Zukunft unseres Landes, nämlich unsere Kinder, investiert. Hier zu kritisieren, dass man mit 20 Euro nicht viel anfangen kann, finde ich einfach unpassend. “
 Wirtschaft: Bauernverband reagiert peinlich
Anne Halbuer aus Freckenhorst schreibt zur Kritik des Bauernverbandes an des Senkung des Butterpreises durch die Discounter:
„Mit der Aussage, durch die Preissenkungen ‚hätten Produkte wie die faire Milch, die zu höheren Preisen verkauft wird, auf Dauer keine Chance‘, fällt der Bauernverband allen Milchviehhaltern in den Rücken. Hier drückt der Bauernverband klar aus: er möchte keine kostendeckenden Preise für Milchbauern. Der Bauernverband zeigt auf, dass er auf Seiten der Agrarindustrie steht. Dies wird bestätigt durch die vielen Vorstands- und Aufsichtsratsposten der Bauernverbandsfunktionäre in Firmen der Agrarindustrie. Zum Vergleich: Der Verbraucher hat sich nicht für die Eier aus Käfighaltung entschieden, sondern für Eier aus Boden- oder Freilandhaltung und zahlt auch den höheren angemessenen Preis. Der Verbraucher wird sich auch für die „Faire Milch“ entscheiden, wenn ihm der qualitative und gesellschaftliche Nutzen einer umweltgerechten, nachhaltigen Landwirtschaft bewusst wird. Peinlich, dass der Bauernverband den Milchbauern in den Rücken fällt, und beim Kritisieren der Preissenkungen und am Festhalten der Subventionen stehen bleibt.
 Politik: Solarstrom wird massiv subventioniert
Zur Debatte um die Finanzierung von Solarstrom schreibt Heinrich Düpmann aus Gütersloh:„Die Aussage, dass Solarstrom nicht subventioniert wird, ist schlichtweg falsch. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft an der Uni Kiel, die Institution, die für die Bundesregierung den Subventionsbericht zusammenstellt, hat bereits 2004 die EEG-Beträge (Erlöse aus Zwangseinspeisung von Strom zu staatlich festgesetzten weit über dem konventionellen Strom liegenden Sätzen) in den Subventionskatalog aufgenommen. Es spielt letztlich keine Rolle, ob der Bürger zunächst Steuern bezahlt und der Staat die dann weitergibt oder ob er direkte Weitergabe des Geldes des Bürgers per Gesetz anordnet. Es ist auch für die Zuordnung nicht relevant, dass das Bundesverfassungsgericht diese Subvention nicht verboten hat – immerhin steht es dem Staat innerhalb des Grundgesetzes frei, entsprechende Gesetze zu erlassen. Fakt immerhin ist, dass die laut BDEW (Versorgungswirtschaft) in 2010 zu erwartende Summe in der unvorstellbaren Höhe von 12,5 Milliarden Euro an EEG-Erlösen letztendlich auch in dem zunächst von den industriellen Verbrauchern gezahlten Anteilen von allen Bürgern mitbezahlt werden. Das führt dann zu einer Durchschnittsbelastung von cirka 420 (!!!) Euro je Haushalt, in direkter Zahlung und über verteuerte Waren. Immerhin hat bereits zu Zeiten der Rot-Grünen Koalition das Bundeswirtschaftsministerium berechnet, dass jeder Arbeitsplatz in der Voltaik-Industrie mit 176 000 Euro bezuschusst wird (über das EEG).
 Rheda-Wiedenbrück: Michael Schlepphorst zum Abschiebefall Asatryan
Zu den jüngsten Entwicklungen im Abschiebefall Asatryan schreibt Michael Schlepphorst, Birnstraße 1 in Rheda-Wiedenbrück, unter anderem:

Bei der Familie Asatryan will bei aller Anerkennung des bisher Erreichten keine rechte Jubelstimmung aufkommen. Warum nicht? Der Grundgedanke aller Unterstützer war, dass man Anna nicht für die geringfügigen Gesetzesverstöße der Mutter bestrafen darf. Diesem Umstand hat die Kreisverwaltung aufgrund des öffentlichen Drucks und dank hervorragender anwaltlicher Bemühungen jetzt durch ihr Einlenken scheinbar Rechnung getragen.

Man sollte aber nicht übersehen, dass durch die Zusage, Anna unter bestimmten Bedingungen doch noch ein Verbleiben in Deutschland zu ermöglichen, nicht mehr und nicht weniger als eine bloße Voraussetzung für Menschlichkeit und Gerechtigkeit geschaffen wurde. Ich muss niemandem erklären, was es für ein minderjähriges Kind – und natürlich auch für seine Mutter – bedeutet, wenn sich beide von heute auf morgen für immer „Lebewohl“ sagen müssen. Genau das aber sieht der abgeschlossene Vergleich vor.

Bleibt es dabei, müsste Frau Asatryan am 30. April freiwillig ausreisen. Was also ist das bisherige Ergebnis wert? Was ist die Trennung einer Minderjährigen von ihrer Mutter anderes als die gleichsam höchste Form der Familientrennung? Was wäre diese „Lösung“ anderes als eine Fortsetzung der Bestrafung Annas mit anderen Mitteln für Vergehen, die man ihr nicht zurechnen kann?

Wenn sich die Unterstützer jetzt zur Ruhe setzen würden, dann würden sie auf halber Strecke stehen bleiben. Steht nun der halb zurückgelegte Weg für eine zur Hälfte erreichte Menschlichkeit und Gerechtigkeit? Es gibt in dieser Frage keine Entscheidung für ein bisschen Menschlichkeit oder Gerechtigkeit. Beides ist nur ganz oder gar nicht zu haben.

Die einzige wirklich ethisch vertretbare Entscheidung bestünde also darin, der Mutter zwar nicht das Bleiberecht einzuräumen, wohl aber die Duldung auf Bewährung bis zum Eintritt Annas in die Volljährigkeit auszusprechen. Der Petitionsausschuss des Landtags wird sich in einigen Wochen noch einmal mit dem Fall auseinander setzen. Noch ist der Zug also nicht abgefahren.

Wir benötigen jetzt dringend einen breiteren Zuspruch der Bevölkerung. Hier müssen endlich auch einmal der Bürgermeister und der Rat ihre Vorbildfunktion wahrnehmen, wenn sie nur ein Fünkchen moralische Verantwortung zu zeigen bereit sind.

Herr Bürgermeister, dass Sie nicht über die gesetzliche Kompetenz verfügen, über eine Angelegenheit des Kreises zu entscheiden, brauchen Sie den Bürgern nicht zu erklären. Was Sie ihnen erklären müssen, ist, warum ausgerechnet Sie glauben, sich - statt sich klar und öffentlich solidarisch zu äußern - trotz 3000 Unterschriften in einem Fall von längst überregionaler öffentlicher Bedeutung im gleichsam privaten Bereich ´´nicht öffentlicher Sitzungen´´ und Gespräche verschanzen zu können, und sich von jeglicher Verantwortung freisprechen wollen. Wenn Sie als Repräsentant der Stadt in einer menschenrechtlichen Frage nicht wie in vergleichbaren Abschiebefällen anderer Städte zur Unmenschlichkeit der aktuellen Situation klar Stellung beziehen, werden Sie ihr mehr Schaden zufügen, als Sie durch Ihre Zurückhaltung wegen falsch verstandener Loyalität gegenüber dem Kreis von ihr glauben abwenden zu können.

Ich hatte das Glück, einen Tag vor Heiligabend NRW- Integrations- und Familienminister Laschet in einer Rundfunksendung des WDR (´´Westblick - Das Landesmagazin´´) persönlich auf den Fall anzusprechen. Der Minister hat dort versprochen, gemeinsam mit der Ausländerbehörde eine vertretbare Lösung zu suchen. In einem anschließenden Einschreibebrief an ihn, der ihm laut Internetdienst der Post am 04.01. übergeben wurde, habe ich mich klar für die weitere Duldung Frau Asatryans auf Bewährung als einzig in Frage kommende humane Lösung ausgesprochen. Bisher habe ich vom Minister leider keine Antwort erhalten, obwohl jeder, der die Sendung mitgehört hatte, Zeuge seines Versprechens wurde, das er dem WDR gegenüber außerdem wiederholt hat.

Herr Minister, wann dürfen wir damit rechnen, dass Sie sich in den Fall einschalten? Dieses Versprechen ist ein Versprechen, das Sie schon vor der nächsten Landtagswahl einlösen müssten. Nach der Landtagswahl wäre es zu spät dafür.
 Gütersloh: Ohne Fachkräfte keine Schulbibliotheken
Birgit Thiele, Volmaristraße 29, 33378 Rheda-Wiedenbrück, schreibt zu den geplanten Kürzungen im Bereich der Schulbibliotheken:
Zur geplanten Kürzung bei der Schulbibliotheksarbeit und geplanten Streichung der Stellen der hauptamtlichen Mitarbeiter in Schulbibliotheken möchten wir als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Eltern der Janusz-Korczak-Gesamtschule in Gütersloh entsetzt Stellung nehmen: Die Schulbibliotheken sind ein unentbehrlicher Bestandteil des Schul- und Lernalltags in diesen Zeiten, in denen die Schulen, besonders die mit einem Ganztagsangebot, zunehmend zum Lebensort unserer Kinder werden. Wie wichtig und förderbedürftig die Lese- und Medienkompetenz ist, wissen wir nicht erst seit den Pisastudien.
In diesem Zusammenhang sind die Schulbibliotheken dringend notwendig in ihrem breit gefächerten und von den Schülern genutztem Angebot. Es geht ja nicht nur darum, das nächste Buch für die Ferien auszuleihen. In den Bibliotheken werden Unterrichtsmaterialien bereit gestellt, es werden Referate recherchiert und vorbereitet, es werden Fragen aus dem Unterricht selbstständig geklärt. Außerdem es finden AGs, Autorenlesungen, Vorlese- und Schreibaktionen und vieles mehr statt. Das trägt dazu beit die Qualität des schulischen Angebots zu sichern und stetig zu steigern.
Wir als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen geben gern unser Bestes, um dieses Angebot zu unterstützen. Dessen Existenz und Qualität hängt aber ausschließlich von der kompetenten Arbeit der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der Schulbibliotheken ab., die mit ihrem Fachwissen (etwas, was wir Ehrenamtliche nicht vorweisen können) organisieren, strukturieren, notwendige Materialbestellungen vornehmen und kontinuierlich darauf bedacht sind, die Schulbibliotheken in ihrem Angebot zu verbessern. An dieser Stelle ein dickes Lob an alle engagierten hauptamtlichen MitarbeiterInnen!Klar ist, dass die BibliotheksmitarbeiterInnen unersetzlich sind, denn ihre Arbeit ist durch uns Ehrenamtliche nicht zu leisten. Klar ist, dass die Schulbibliotheken unersetzlich sind. Für uns ist es daher unverständlich, wie Gütersloher Politiker die finanzielle Absicherung gefährden können. Wir protestieren mit Nachdruck gegen die geplanten Kürzungen im Bereich der Schulbibliotheken und deren Mitarbeiterinnen.
 Am falschen Ende
Die Schulbibliotheken beschäftigen auch Manuela Richert, Viktorija Hainc und Angela D’Amico, Am Anger 54, Gütersloh:

Ausgerechnet die schulbibliothekarischen Stellen der Stadtbibliothek zu streichen – da fehlen uns die Worte! An anderer Stelle war zu lesen: „Was Kultur für einen Menschen bedeutet, hängt davon ab, wie er als Kind in diesen Lebensbereich eingeführt wurde.“ Wer dem zustimmt, muss an der Stelle anfangen, wo Kinder und Jugendliche sind, nämlich in der Schule.

Wir als ehrenamtlich arbeitende Mütter an der Hauptschule Ost erleben täglich, wie wichtig die Schulbücherei für unsere Schülerinnen und Schüler ist, wo Bücher vor Ort sind, wo Kinder, die vorher freiwillig kein Buch anpackten, mit der Zeit auch zum Buch greifen. Zweimal in der Woche arbeiten die Bibliothekarinnen morgens an unserer Schule, verleihen Bücher und DVD’s, organisieren Leseprojekte und Veranstaltungen und erledigen Organisatorisches. Lehrer können all das nicht zusätzlich leisten: Wir brauchen die Profis für eine funktionierende Bücherei. Sollten diese Stellen gestrichen werden, wird auch unsere ehrenamtliche Arbeit, die wir gern für unsere Kinder erledigen, zunehmend schwieriger, wir brauchen die Zusammenarbeit mit den Fachkräften.
Heißt es nicht überall, dass auch Kinder aus „anderen Kulturkreisen“ gefördert werden sollen? Hier bei uns wäre mit relativ wenigen Mitteln die Gelegenheit dazu! Das einzusparen, heißt wirklich am falschen Ende sparen!
 Der schlechteste Weg
Zum selben Thema schreibt Dr. Bernward Fahlbusch, Düsternstraße 11 aus Warendorf:

Lesen ist die Basisfähigkeit, um am kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Leben teilnehmen zu können. Lesefähigkeit ist Voraussetzung gesellschaftlicher Integration. Daran besteht kein Zweifel, und es besteht auch kein Zweifel daran, dass es um die Lesefähigkeiten in Deutschland schlecht bestellt ist, und zu Recht bemühen sich verantwortungsbewusste Politiker um entsprechende Fördermaßnahmen. Büchereien und Bibliotheken, vor allem aber Schulbibliotheken kommt bei diesen Fördermaßnahmen eine zentrale Rolle zu.
Bibliotheken sind Einrichtungen, die fachlicher und kontinuierlicher Pflege bedürfen, die durch noch so viel und noch besser gemeintes ehrenamtliches Engagement nicht ausreichend ersetzt werden kann. Bibliotheken stellen einen (nicht unerheblichen) Sachwert dar.

Kein Stadtrat und keine Verwaltung wünschen sich den Absturz ins Haushaltssicherungskonzept, aber alle Städte und Gemeinden werden seit Jahren finanziell überfordert: Vom Bund, vom Land, vom Landschaftsverband, vom Kreis. Ergebnis: Die nicht gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen müssen gekürzt, ja ganz beseitigt werden – und Büchereien sind freiwillige Leistungen – obwohl § 18 der Landesverfassung den Städten vorgibt, eine angemessene kulturelle Versorgung bereitzuhalten.
Ich arbeite im fünften Jahr als Lehrer an einer Gütersloher Schule: Die Möglichkeit eine Teilbücherei der Stadtbücherei in den Unterricht einbeziehen zu können empfinde ich mehr als positiv: Die Arbeitsmöglichkeiten für die Schüler und vor allem die professionelle bibliothekarische Betreuung verbessern erheblich die eingangs festgestellte Situation.

Die vorgesehenen Kürzungen im Büchereietat hielte ich mithin für die allerfalscheste Entscheidung in einer misslichen Situation, in die der Gütersloher Stadtrat unverschuldet geraten ist, die er aber gleichwohl ausbaden darf.
 Es geht um mehr
Zum Thema Personalkürzungen bei Schulbibliotheken schreibt Beate Friedrich-Lautenbach, Alsenstraße 30, Gütersloh:

Als ich vor 20 Jahren nach Gütersloh zog, war mir die Stadt vor allem durch ihre öffentliche Bibliothek ein Begriff. Sie galt in der Bundesrepublik als Vorzeigeobjekt der Branche, dank hervorragender Ausstattung und innovativer Konzepte. Seitdem habe ich vor allem die Arbeit in den Schulbibliotheken miterlebt. Es gibt wahrscheinlich nur wenige Gütersloher, die wissen, mit welch ungewöhnlichem Engagement die Fachkräfte dort die Angebote und Leistungen kontinuierlich gesteigert haben. Der Umfang und die Qualität des derzeitigen Angebots waren durch Dienst nach Vorschrift nicht zu erreichen. Mit Idealismus und Herzblut wurden Entwicklungen in die Wege geleitet, für die offiziell noch gar keine Lösungen erdacht waren.

Es ist nicht neu, dass Branchenfremde keine Ahnung haben, welche Qualifizierung in anderen Berufen erforderlich ist. Der eigene Beruf scheint immer der aufwendigste und unentbehrlichste zu sein. Bibliothekare sortieren nicht nur Bücher in Regale. Zeit zum Lesen gehört schon lange nicht mehr zu den vorgesehenen Tätigkeiten. Bibliothekare sind Informationsmanager mit einem gesellschaftswirksamen Aufgabengebiet.
Nun ist in Gütersloh die finanzielle Radikalkur fällig. Verständlich, dass da auch die Bibliotheken unter die Lupe genommen werden. Aber es wurde bereits kräftig abgespeckt. Längst ist Gütersloh keine Modellbibliothek mehr. Die Mittel fehlen. Geld für manche mir unverständliche Maßnahme war jedoch vorhanden. Dabei ist mir völlig egal, welche Partei jeweils dahintersteckte. Von Externen ließ man sich vorrechnen, wie viel Platz das Rathaus in ferner Zukunft benötigen mag; Externe sollen eine Umfrage über die Familienfreundlichkeit der Stadt auswerten. Externe sollten herausfinden, wo Einsparungen ohne Personalkürzungen möglich sind. Und Externe waren noch nie günstig zu haben. Die derzeit vorgesehenen Stellenstreichungen bei den Bibliotheken haben sich aber dann offenbar doch „Interne“ ausgedacht.

Wenn man einen Weg einschlägt, sollte man wissen, wo man ankommen will. Überall ist von zusätzlichen Investitionen in Bildung zu lesen. Aber in Gütersloh sollen die schulbibliothekarischen Kräfte eingespart werden. (Diese Fachkräfte werden schon seit Jahren durch eine Schar von engagierten Ehrenamtlichen unterstützt, die von den Professionellen auch noch betreut und koordiniert werden.) Ist das der Weg zu einer familienfreundlichen Stadt? Wollen wir die Augen vor den Konsequenzen verschließen, die schon jetzt erkennbar sind? Wenn die Bibliotheken jetzt ins Abseits gestellt werden, dann wird das Folgen haben. Wo wollen wir in Gütersloh ankommen?

Spinnen wir diese Strategie doch einmal weiter: Werden auch die Schulen eines Tages ohne Lehrer dastehen, weil man sie sich nicht mehr leisten kann? Wo man jetzt so massiv die Weichen falsch stellt, werden Korrekturen in einigen Jahren teurer sein, als ein vernünftig weitergeführtes Konzept.

Was sind denn Alternativen? Geben wir das, was von den pluralen Bildungsidealen der 70er-Jahre noch übrig ist, endgültig auf? Überlassen wir die Jugendlichen den Freizeitangeboten radikaler Gruppen und dem Verdummungs-Programm des so genannten Unterschichten­fernsehens? Dann dürfen wir darauf vertrauen, dass irgendwann alle so geistig gleichgeschaltet sind, dass niemand mehr eine Bibliothek vermissen wird. Dann wird sich keiner mehr an Goethe erinnern, auf den sich die Deutschen ja so gern berufen und auch niemand mehr an Reinhard Mohn, der sinngemäß gesagt hat: „Lasst uns versuchen, mehr Köpfe ans Denken zu bringen!“ Ja – bitte auch bei der Etatplanung in Gütersloh!
 Gütersloh: Bernward Fahlbusch zu Schülerbibliotheken
Dr. Bernward Fahlbusch, Düsternstraße 11, Warendorf, schreibt:

Die Falscheste aller Möglichkeiten

Lesen ist die Basisfähigkeit, um am kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Leben teilnehmen zu können. Lesefähigkeit ist Voraussetzung gesellschaftlicher Integration.

Daran besteht kein Zweifel, und es besteht auch kein Zweifel daran, dass es um die Lesefähigkeiten in Deutschland schlecht bestellt ist, und zu Recht bemühen sich verantwortungsbewusste Politiker um entsprechende Fördermaßnahmen.

Büchereien und Bibliotheken, vor allem aber Schulbiblitoheken kommt bei diesen Fördermaßnahmen eine zentrale Rolle zu. Bibliotheken sind Einrichtungen, die fachlicher und kontinuierlicher Pflege bedürfen, die durch noch so viel und noch besser gemeintes ehrenamtliches Engagement nicht ausreichend ersetzt werden kann. Bibliotheken stellen einen (nicht unerheblichen) Sachwert dar.

Kein Stadtrat und keine Verwaltung wünschen sich den Absturz ins Haushaltssicherungskon-zept, aber alle Städte und Gemeinden werden seit Jahren finanziell überfordert: Vom Bund, vom Land, vom Landschaftsverband, vom Kreis. Ergebnis: Die nicht gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen müssen gekürzt, ja ganz beseitigt werden, - und Büchereien sind freiwillige Leistungen, - obwohl § 18 der Landesverfassung den Städten vorgibt, eine angemessene kulturelle Versorgung bereitzuhalten.

Ich arbeite im 5. Jahr als Lehrer an einer Gütersloher Schule: Die Möglichkeit eine Teilbücherei der Stadtbücherei in den Unterricht einbeziehen zu können empfinde ich mehr denn positiv: Die Arbeitsmöglichkeiten für die Schüler und vor allem die professionelle bibliothekarische Betreuung verbessern erheblich die eingangs festgestellte Situation. Die vorgesehenen Kürzungen im Büchereietat hielte ich mithin für die allerfalscheste Entscheidung in einer misslichen Situation, in die der Gütersloher Stadtrat unverschuldet geraten ist, die er aber gleichwohl ausbaden darf.


 Gütersloh: Michael Möhlen zu den Schulbibliotheken
Michael Möhlen, Stellvertretender Leiter der Anne-Frank-Gesamtschule, schreibt:

Die Plattform, hier eher verstanden als Grundlage, die es Kindern und Jugendlichen ermöglicht, Lesefähigkeit aufzubauen, ist das Lesen. Lesen ist „ein wichtiges Hilfsmittel für das Erreichen persönlicher Ziele, Bedingung für die Weiterentwicklung des eigenen Wissens und der eigenen Fähigkeiten und Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben,“ so das PISA-Konsortium. Lesen klassischer Komödien, Dramen etc. schafft u.a erst das Interesse, ins Theater zu gehen. Lesen fördert zudem eine effektive Informationsverarbeitung und vermittelt Wertvorstellungen. Hierzu leisten neben dem Unterricht die Schulbibliotheken mit ihren fest angestellten Bibliothekarinnen und den vielen ehrenamtlichen Helfern, mit ihrem beachtlich großen Bestand an Literatur und anderen Medien an neun Gütersloher Schulen einen wesentlichen Beitrag. Mehrere Tausend Schüler profitieren täglich von dieser durch die Stadt finanzierten freiwilligen Leistung in Höhe von nur 280.000 € jährlich. Mehrere tausend Eltern zahlen seit Jahren zudem einen Bibliotheksbeitrag von 6 € pro Schuljahr. Sie beteiligen sich freiwillig an den Kosten
der „Leistung plus“, weil ihnen die Bildung ihrer Kinder am Herzen liegt.
Zudem füllen die Schulvereine der Schulen aus eigenen Mitteln den Bestand an Büchern auf.
Wäre es da nicht verantwortungslos, Heranwachsenden diese „Leistung plus“ wegzunehmen, die nicht einmal 10 Prozent von der Summe kostet, die das Theater benötigt, um für 500 Gäste spielen zu können ?
Wäre es nicht auch kurzsichtig, der Nachfolgegeneration fürs Theater den Zugang für das Kulturgut Lesen zu erschweren ?
 Gütersloh: Ehrenamtliche der Anne-Frank-Gesamtschule zu Schulbibliotheken
Andrea Hanhart, Rolf Hauser, Stefanie Krämer-Thiele, Ute Krullmann, Reinhold Scheulen, Karin Schmikale, Ulrike, Siewert, Susanne Utler, Cornelia Wenzel, Sandra Wittenstein, Regine Wonnemann:

Der Schock sitzt tief!
Wir ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in der Mediothek der Anne-Frank-Gesamtschule sind zutiefst schockiert über die Pläne der Stadt Gütersloh, die Stellen der Bibliotheksmitarbeiterinnen an den Schulen zu streichen.
Schulbibliotheken sind ein unentbehrliches Mittel, jungen Menschen „barrierefrei“ Fach- und Medienkompetenz zu vermitteln. Das Stundenpotential der Schulbibliotheksmitarbeiterinnen ist ohnehin sehr knapp bemessen. Als Ehrenamtliche sehen wir uns weder fachlich noch zeitlich in der Lage, die notwendige sachkundige Koordination und die fachkundige Beratung zu leisten. Daher steht hier die Medienkompetenz der Kinder auf dem Spiel!
In der Konsequenz bedeutet das: Keine fachliche Beratung, keine Lese- und Schreibwettbewerbe mehr, weder Autorenlesungen noch Vorleseaktionen sowie Unterricht in der Bibliothek und vieles mehr. Wir protestieren energisch gegen die geplante Zerschlagung der erfolgreichen Arbeit in den Schulbibliotheken!
 Sassenberg: Einkaufszentrum am 25. Februar wieder Thema
Sassenberg (gl). Zum geplanten Einkaufszentrum in der Innenstadt („Die Glocke“ berichtete mehrfach) schreibt Alfons Westhoff, Gröblingen 122 in 48336 Sassenberg: „Der Gewerbeverein Sassenberg-Füchtorf unterstützt die Errichtung eines Fachmarktzentrums auf dem Scheffergelände in der jetzigen Form nicht. Das macht der Verein in einem Schreiben an die Mitglieder des Infrastrukturausschusses deutlich. Er tritt damit anderslautende Behauptungen entgegen. Ich denke, in der Diskussion um die Auswirkungen einer solchen Entwicklung sollte die Öffentlichkeit auch hierüber informiert sein. Nach der Offenlegung der Pläne mit den gravierenden verkehrlichen Auswirkungen auf die gesamte Stadt, wird der Bürgermeister den so genannten Bebauungsplan Stadtmitte voraussichtlich in der Sitzung des Infrastrukturausschusses am 25. Februar wieder zur Diskussion stellen.
 Kultur ist etwas wert
Mit Zuschusskürzungen für den Kultur-Bereich befasst sich der Leserbrief von Franz Kiesl, Vorsitzender des Forums Russische Kultur Gütersloh:

Es ist ja gut, dass sich die Politik jetzt sehr intensiv mit der Sanierung des städtischen Haushalts beschäftigt. Das „jetzt“ möchte ich betonen, ohne diese Betonung zu kommentieren. Am Samstag, 23. Januar 2010, war in den Gütersloher Tageszeitung von weiteren Kürzungen des Zuschusses für den Bereich Kultur zu lesen. Welche Meinung werden sich die Bürger bilden, wenn sie immer wieder von den Einsparungen auf dem Gebiet der Kultur lesen? Die Ansichten zu diesem Thema werden sehr differenziert sein. Die einen werden sagen, es hätte noch mehr gekürzt werden können, weil sie persönlich die Angebote der Kultur nicht nutzen. Andere werden die Auffassung vertreten, dass die Kürzung des Kultur-Etats der Stadt deshalb sein müsse, weil es auch in anderen Bereichen Reduzierungen gebe. Und die, die Kulturveranstaltungen öfter oder regelmäßig besuchen, werden hoffen, dass die Zuschusskürzungen vielleicht doch nicht zur Verringerung des Angebots in der Zahl und Qualität führen. Was Kultur für einen Menschen bedeutet, hängt davon ab, wie er als Kind in diesen Lebensbereich eingeführt wurde. Welchen Wert die Kultur für eine Gesellschaft hat, wird wesentlich von der Politik und ihren Diskussionen bestimmt.

Die Ausgaben für die Kultur sind ein Ausdruck der Wertschätzung der Kultur. Kürzungen der Zuschüsse dürfen aber nicht zum Symbol geringerer Wertschätzung werden. Die Gefahr besteht. Wenn weniger Geld für die Kultur zu einer geringeren Bedeutung der Kultur und als Folge zu weniger Kultur führen sollte, dann verändert sich auch eine Gesellschaft, dann wandeln sich auch Werte eines Volks.

Mir liegt sehr viel daran, herauszuarbeiten, dass der Zuschuss ein Ergebnis zwischen Einnahmen und Ausgaben des Bereichs „Kulturräume“ (Stadthalle und Theater) ist. Sehen unsere Politiker nur den Zuschuss oder nehmen sie auch die Einnahmen und Ausgaben ins Visier ihrer Überlegungen, ihrer Empfehlungen und ihrer Entscheidungen? Das Defizit hängt doch wesentlich davon ab, wie viele Menschen das Kulturangebot nutzen. Wenn Konzerte beispielsweise statt von 600 von 800 Menschen besucht werden, so ergibt sich daraus eine um etwa 4.000 € höhere Einnahme pro Konzert. Die Frage, ob die niedrigsten Preisgruppen der Eintrittskarten für Meisterkonzerte 16,00 und 13.00 € sein sollen oder müssen, kann sich die Politik doch auch mal stellen und beantworten.

Das neue Theater bietet riesengroße Chancen für Einnahmen. Ein solch wunderschönes Gebäude ist ein Aushängeschild der Stadt. Es kann durch ein attraktives Programm eine Anziehungskraft weit über die Grenzen des Kreises hinaus ausüben. Die Einnahmen werden ganz stark durch die Zahl der Besucher und nicht nur durch den Preis der Eintrittskarten bestimmt. Über diesen beeinflussbaren Faktor zu diskutieren und die erfolgreichen Maßnahmen zu finden, das ist eine Aufgabe, um die sich die Gedanken der Politik drehen sollten. Der Geist bestimmt das Ergebnis. Die derzeitigen Diskussionen der Politik lassen den Geist vermissen, den ich mir wünsche. Nämlich: Kultur ist etwas wert. Denn, je mehr Bürger dazu motiviert werden, die Angebote der Kultur zu nutzen, desto geringer ist der Zuschussbedarf.

Sind die gegenwärtigen Diskussionen eine solche Motivation?
 ,,Zutiefst schockiert´´ über Sparpläne
Zu den Sparplänen der Stadt erreichte uns ein Leserbrief des ehrenamtlichen Helferkreises in der Mediothek der Anne-Frank-Gesamtschule, Andrea Hanhart, Rolf Hauser, Stefanie Krämer-Thiele, Ute Krullmann, Reinhold Scheulen, Karin Schmikale, Ulrike Siewert, Susanne Utler, Cornelia Wenzel, Sandra Wittenstein und Regine Wonnemann:
Wir sind zutiefst schockiert über die Pläne der Stadt Gütersloh, die Stellen der Bibliotheksmitarbeiterinnen an den Schulen zu streichen. Schulbibliotheken sind ein unentbehrliches Mittel, jungen Menschen „barrierefrei“ Fach- und Medienkompetenz zu vermitteln. Das Stundenpotenzial der Schulbibliotheksmitarbeiterinnen ist ohnehin sehr knapp bemessen. Als Ehrenamtliche sehen wir uns weder fachlich noch zeitlich in der Lage, die notwendige sachkundige Koordination und die fachkundige Beratung zu leisten. Daher steht hier die Medienkompetenz der Kinder auf dem Spiel.
In der Konsequenz bedeutet das: Keine fachliche Beratung, keine Lese- und Schreibwettbewerbe mehr, weder Autorenlesungen noch Vorleseaktionen sowie Unterricht in der Bibliothek und vieles mehr. Wir protestieren energisch gegen die geplante Zerschlagung der erfolgreichen Arbeit in den Schulbibliotheken.


 Sassenberg: Neues Einkaufszentrum hätte nur Vorteile
Sassenberg(gl). Zum geplanten Einkaufszentrum in der Innenstadt („Die Glocke“ berichtete mehrfach“ schreibt Siegfried Nährig, Johann-Strauß-Straße 2 aus 48336 Sassenberg: „Ein gut geplantes Einkaufszentrum in der Ortsmitte Sassenbergs muss kein seelenloses sein. Für mich wäre es nicht nur Einkaufszentrum, sondern gleichzeitig ein Kommunikations-Zentrum, in dem sich Sassenberger Bürger nicht nur zum Einkaufen, sondern auch zur Kommunikation treffen können.
Es wird viel von vorhandener Grundversorgung gesprochen. Für mich und viele weitere Bürger reicht diese Grundversorgung aber nicht aus. Tatsache ist, dass viele Bürger regelmäßig mehrmals wöchentlich auswärts einkaufen fahren. Es gibt aber auch Sassenberger, die sich nicht schnell mal ins Auto setzen und nach Warendorf, Versmold oder Münster zum Einkaufen fahren können. Zudem gibt es Untersuchungen und Erfahrungen aus anderen Städten, dass alteingesessene Geschäfte nur Vorteile aus einem Einkaufszentrum hätten. Bürger, die ihren Bedarf bisher außerhalb decken, kaufen dann Dinge, die sie in Sassenberg kaufen können, auch dort ein.
Helmi Geilen hat es kürzlich in einem Bericht auf den Punkt gebracht. Sie muss ihr Geschäft unter anderem deshalb schließen, weil Sassenberger ihren Einkaufsbedarf außerhalb decken. Da ähnliche Einkaufszentren in Nachbargemeinden bereits vorhanden sind oder noch entstehen werden, wird sich diese Situation für Sassenberger Geschäfte im Laufe der Jahre nicht verbessern.
Ebenfalls konnte man in einem Glocke-Bericht lesen, dass sich Bürger beschweren, weil ihre Einfahrten am Klingenhagen oft von parkenden Pkw zugestellt werden. Fast jeden Tag ist zu beobachten, dass die gesamte Länge der Parkstreifen ausgenutzt ist. Weiter ist zu beobachten, dass es sich bei den parkenden Autos fast ausschließlich um Autos Sassenberger Bürger handelt. Auswärtige Gäste haben kaum die Möglichkeit, hier ihre Autos abzustellen. Man kann feststellen, dass auswärtige Pkw in die Stadt fahren und am Ende gleich wieder hinaus, da sie die wenigen anderen Parkmöglichkeiten nicht finden.
Hier würde ein zentraler Parkplatz Abhilfe schaffen. Von einem zentralen Parkplatz aus sind alle Geschäfte, Ärzte, Banken etc. bestens zu Fuß zu erreichen. Verkehrstechnisch hätte dies zudem den Vorteil, dass der Verkehr gleichmäßig in alle Richtungen abfließen kann. Dann noch ein paar Parkschein-Automaten entlang der Parkstreifen, und da größte Verkehrsproblem wäre gelöst. Außerdem wären Fußgänger und Radfahrer auf ihren schmalen Wegen weniger gefährdet. Da nicht davon auszugehen ist, dass ein Einkaufszentrum mehr Auswärtige zum Einkaufen nach Sassenberg lockt, wird auch der allgemeine Verkehr durch einen Parkplatz eher geringer.
Eine ins Gespräch gebrachte Wohnbebauung kann keine Alternative sein. Bei der augenblicklichen Situation am Markt wird sich kein Bauträger finden, der hier Eigentumswohnungen oder ähnliches baut, bevor diese nicht verkauft oder vermietet sind. Jeder kann sich vorstellen, viel viele Jahre hinweg wir mitten in der Stadt eine Baustelle hätten, da sich heutzutage kaum noch jemand eine so genannte Komfortwohnung leisten kann. Im Wohnbereich haben wir zudem bereits eine Überversorgung.
Bei allen bisher negativen Stellungnahmen konnte man zwischen den Zeilen die Meinungen bestimmter Interessengruppen heraushören. Ich gehe davon aus, dass hier nicht die allgemeine Meinung der Bürger wiedergegeben wurde.
 Gütersloh: Marita Wiehenstroth zu den Schulbibliotheken
Zum Thema Schulbibliotheken äußert sich auch Marita Wiehenstroth, Bäckerkamp 33, Gütersloh:

Bei allem Verständnis für dringend erforderliche Sparmaßnahmen will es mir nicht gelingen, mir ein Städtisches Gymnasium ohne kompetent geleitete Mediothek vorzustellen. Eine Entscheidung aller Verantwortlichen von derartiger Tragweite, ohne sich zumindest einmal persönlich vor Ort ein Bild der Situation verschafft zu haben, bedeutet für mich einen Schildbürgerstreich zu Lasten der Zukunft unserer Kinder und zeugt nicht von großem Verantwortungsbewusstsein. Ich erlaube mir diesen „Protest“ als ehrenamtliche Mediotheksmitarbeiterin des Städtischen Gymnasiums und hoffe auf ein baldiges Umdenken!

 Gütersloh: Susanne Röbling zu den Schulbibliotheken
Zur geplanten Streichung der Stellen der fest angestellten Mitarbeiter in Schulbibliotheken schreibt Susanne Röbling, Fasanenweg 75, 33335 Gütersloh, an die Verwaltung:

Die Ankündigung über die Streichung der Stellen der fest angestellten Kräfte in den Schulbibliotheken hat mich nicht verwundert. Gibt es in Ihrem Kreise auch Leute, die noch schulpflichtige Kinder haben? Mit meinem Eindruck würde ich diese Frage mit „Nein“ beantworten, denn sonst wüssten Sie, dass der Bereich Schule heutzutage schon genug Einsatz von den Eltern fordert: Wir denken an Lesestunden in den Grundschulen, Deeskalationstraining, Streichen der Klassenräume, Ausführung anderer baulicher Maßnahmen und so weiter. Und alles natürlich ehrenamtlich.
Nun soll das Ehrenamt der Eltern noch ausgeweitet werden, indem den angestellten Mitarbeiterinnen in den Schulbibliotheken gekündigt werden soll, denn wir Eltern springen natürlich gern in die Bresche, um diese Lücke zu schließen. Ich selbst bin eine ehrenamtlich tätige Mutter, die in der Bibliothek des Städtischen Gymnasiums Dienst verrichtet. Vielleicht soll es auch uns Eltern zeigen, wie gut wir unsere Ehrenämter führen, so dass man uns – als Laien – auch die alleinige Leitung einer Bibliothek zutraut. Das wäre natürlich schmeichelhaft. Nur stelle ich mir die Frage, was wir noch alles für Aufgaben – natürlich ehrenamtlich – übernehmen sollen?
Es wird der Tag kommen, da werden wir – natürlich ehrenamtlich – Stunden der Lehrkräfte übernehmen, und, wenn wir diese Aufgabe gut meistern, können wir die Arbeit – ehrenamtlich – ganz übernehmen. Das wäre kostengünstig und praktisch. Daher kann es nicht sein, dass die Stadt wieder auf Kosten der Bildung, der Kinder und der Familien Geld sparen will!
 Gütersloh: Schildbürgerstreich zu Lasten der Kinder
Zum Thema Schulbibliotheken äußert sich auch Marita Wiehenstroth, Bäckerkamp 33, Gütersloh:
Bei allem Verständnis für dringend erforderliche Sparmaßnahmen will es mir nicht gelingen, mir ein Städtisches Gymnasium ohne kompetent geleitete Mediothek vorzustellen. Eine Entscheidung aller Verantwortlichen von derartiger Tragweite, ohne sich zumindest einmal persönlich vor Ort ein Bild der Situation zu verschaffen, bedeutet für mich einen Schildbürgerstreich zu Lasten der Zukunft unserer Kinder und zeugt nicht von großem Verantwortungsbewusstseins.
Ich erlaube mir diesen „Protest“ als ehrenamtliche Mediotheksmitarbeiterin des Städtischen Gymnasiums und hoffe auf ein baldiges Umdenken!
 Gütersloh: Ehrenamt der Eltern soll unendlich weitergehen
Zur geplanten Streichung der Stellen der fest angestellten Mitarbeiter in Schulbibliotheken schreibt Susanne Röbling, Fasanenweg 75, 33335 Gütersloh, an die Verwaltung:Die Ankündigung über die Streichung der Stellen der fest angestellten Kräfte in den Schulbibliotheken hat mich nicht verwundert. Gibt es in Ihrem Kreise auch Leute, die noch schulpflichtige Kinder haben? Mit meinem Eindruck würde ich diese Frage mit einem klaren Nein beantworten, denn sonst wüssten Sie, dass der Bereich Schule heutzutage eh schon genug Einsatz von den Eltern fordert: wir denken an Lesestunden in den Grundschulen, Deeskalationstraining, Streichen der Klassenräume, Ausführung anderer baulicher Maßnahmen und so weiter. Und alles natürlich ehrenamtlich.
Nun soll das Ehrenamt der Eltern noch ausgeweitet werden, indem den angestellten Mitarbeiterinnen in den Schulbibliotheken gekündigt werden soll, denn wir Eltern springen natürlich gern in die Bresche, um diese Lücke zu schließen. Ich selbst bin eine ehrenamtliche Mutter, die in der Bibliothek des Städtischen Gymnasiums Dienst verrichtet.
Vielleicht soll es natürlich auch uns Eltern zeigen wie gut wir unsere Ehrenämter führen, sodass man uns – als Laien – auch die alleinige Leitung einer Bibliothek zutraut. Das wäre natürlich schmeichelhaft, nur stelle ich mir die Frage, was wir noch alles für Aufgaben – natürlich ehrenamtlich – übernehmen sollen?
Es wir der Tag kommen, da werden wir – natürlich ehrenamtlich – Stunden der Lehrkräfte übernehmen, und, wenn wir diese Aufgabe gut meistern, können wir die Arbeit – ehrenamtlich – ganz übernehmen. Das wäre kostengünstig und praktisch. Daher kann es nicht sein, dass die Stadt wieder auf Kosten der Bildung, der Kinder und der Familien Geld sparen will!
 Gütersloh: Elternrat zu den Kita-Gebühren
Zu den neuen Gebührensätzen für die Kindertagesstätten schreiben Katrin Lundström, Silke Enke, Corinna Kremer, Pamela Scheppeit, Sandra Leuschner, Sonja Milbradt, Simone Schwake und Hartmut Salzmann für den Elternbeirat der städtischen Tagesstätte Niehorster Straße:

„Familienfreundlich“ – mit diesem Attribut schmückt sich die Stadt Gütersloh selbst auf ihrer eigenen Internetseite. Diesen Titel hat die Stadtverwaltung verwirkt, seit sie die Pläne zur drastischen Erhöhung der Kita-Gebühren verfolgt. Und als ob das nicht reichte, werden nun auch noch die Betreuungszeiten zum Teil in ein enges Korsett geschnürt, das keine Flexibilität mehr zulässt.

Wir, der Elternbeirat der Städtischen Kindertagesstätte Niehorster Straße in Isselhorst, lehnen diese Pläne als unsozial und familienfeindlich ab. Besonders bitter stößt uns auf, dass das Ganze handstreichartig durchgezogen und dabei mit Unwahrheiten agiert wurde. Vor dem Jugendhilfeausschuss behauptete der Jugenddezernent der Stadt, Herr Joachim Martensmeier, in dieser Frage stünden die Elternbeiräte mit den Kita-Leitungen in „ständiger Kommunikation“. Dies ist schlichtweg unwahr. Eltern und Elternbeiräte in unserer Kita waren allesamt vollkommen überrascht, als sie in der Zeitung von den Sparmaßnahmen lasen. Und den Kita-Leitungen selbst fehlte bei dem Tempo, das im Rathaus vorgelegt wurde, offenbar die Zeit, die Elternvertreter zu informieren.

Gerade mal zwei Wochen vor der entscheidenden Ratssitzung wurden die Pläne der Presse zur Kenntnis gegeben. In dieser knappen Zeit konnte sich kein ernsthafter Protest formieren – erst recht nicht bei Familien, die mitten in den Weihnachtsvorbereitungen steckten. Hier handelte die Stadt eigenmächtig und selbstherrlich nach dem Motto „Demokratie ja, aber bitte nicht zu viel“. Das zerstört das Vertrauen in öffentliche Verwaltungen.

Gerne wird von offizieller Seite betont, dass Familien mit niedrigen Einkommen durch die neuen Kita-Gebühren nicht so stark belastet werden. Diese Aussage zeugt von einer gewissen Realitätsferne. Es sind doch nicht nur die „paar Euros“, um die sich die Kita-Gebühren erhöhen. Lebensmittel, Heizung, Strom, Sprit – alles wird teuer. Schnell sind da monatlich 100 oder 150 Euro an Mehrkosten zusammen. Geradezu wahnwitzig steigen die Betreuungskosten außerdem bei den so genannten „Mittelstands-Familien“ und „Besserverdienenden“: Hier schraubt man die Kitagebühren je nach Einkommen um 40 bis 106 Prozent nach oben. Die Folge: Wer es sich leisten kann, wird Kinderbetreuung privat organisieren. Damit fallen wichtige Gebührenzahler weg, den Kitas fehlt das Geld, die Einrichtungen arbeiten immer unrentabler.

Vielleicht hat das Ganze ja auch System, weil die Stadt ein Argument mehr hat, weniger an teurer Betreuungsinfrastruktur anbieten zu müssen und sich nach und nach vom Betreuungspersonal zu trennen. Die Erzieherinnen, die hervorragende Arbeit in einem sehr belastenden Job leisten, werden die Nächsten sein, die den Sparwillen dieser Stadt zu spüren bekommen. Sie werden um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen.
 Gütersloh: Silke Knipper zu Schulbibliotheken
Ebenfalls zu den Schulbibliotheken schreibt Silke Knipper, Auf’m Brinkkamp 11, Gütersloh:

Ich bin entsetzt über das Vorhaben, die hauptamtlichen Bibliotheksmitarbeiterinnen an den Gütersloher Schulen einzusparen. Unsere Tochter besucht das Städtische Gymnasium. Sie kann sich in der Schulbibliothek wichtige Bücher für den Unterricht oder Lesestoff für zu Hause ausleihen. Mit Frau Blum-Heckmann und Frau Brinkmann hat sie dort kompetente Ansprechpartnerinnen.
Durch meine ehrenamtliche Mitarbeit in der Schulbibliothek habe ich einen Einblick gewinnen können, wie es dort zugeht. Sie ist Anlaufpunkt für viele Schüler, um sich mit wichtigem Lesestoff und anderem Informationsmaterial zu versorgen. Außerdem ist sie Ruheort für Schüler, die ausgefallene Stunden während der Unterrichtszeit dort verbringen können. Ohne zusätzliche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen wäre die gesamte Öffnungszeit schon jetzt nicht abzudecken.
Wenn man aber jetzt auch noch die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen aus den Schulbibliotheken ziehen will, die ja den Hauptanteil der Öffnungszeiten tragen, wird man die Mediothek schließen müssen. Die Idee, dass die Lehrerinnen und Lehrer diesen Dienst so ganz „nebenbei“ erledigen könnten, ist vollkommen absurd, angesichts des noch immer bestehenden Lehrermangels. Das Streichen der Stellen der hauptamtlichen Bibliotheksmitarbeiterinnen wäre für unsere Kinder eine Katastrophe. Ich kann nur hoffen, dass sich diese Sparpläne nicht bewahrheiten und dass sich die Politik jetzt, nachdem wir ein Theater bekommen, auch mal für unsere Kinder einsetzt.
 Gütersloh: Renate Gräwe zu Schulbibliotheken
Das Thema Schulbibliotheken treibt auch Renate Gräwe, Erpestraße 90, Bielefeld, um:

Es vergeht eigentlich kein Tag in dem gerade begonnenen Jahr 2010, an dem wir nicht an das riesige Haushaltsloch erinnert werden. Haben wir uns doch mit einschneidenden Kürzungen in vielen Bereichen abzufinden, so muss ich jetzt doch einmal meinem Unmut Luft machen.
War doch am Freitag, 22. Januar, zu lesen, dass es nun neuerlich zu schmerzhaften Kürzungen beim Betriebskostenzuschuss für die Stadtbibliothek kommen soll. Das ist so nicht hinnehmbar. Ich selbst bin Mutter eines Schülers des Städtischen Gymnasiums und ehrenamtlich in der von der Stadtbibliothek in der Schule geleiteten Mediothek. Die Qualität und daraus resultierende Besucherfrequenz zeigen mir, dass diese Einrichtung für die Schüler von größter Wichtigkeit ist. In einer Zeit, in der ohne Informationen – ganz gleich ob durch elektronische oder Printmedien – kein Lernen mehr möglich ist, darf diese Einrichtung nicht immer durch weitere Kürzungen in Frage gestellt werden.
Personelle Kürzungen werden in jedem Fall zu Qualitätseinbußen führen. Ohne die ausgebildeten und kompetenten Fachkräfte geht es nicht. Das ist auch von noch so engagierten Hilfskräften nicht zu stemmen.
 Gütersloh: Eltern zu Schulbibliotheken
Zu den geplanten Kürzungen bei den Schulbibliotheken schreiben Adelheid Eimer, Cornelia Hanhart und Kornelia Wagener, Eltern von Schülern am Evangelisch Stiftischen Gymnasium, in der Glocke vom 27. Januar:


Wahrscheinlich ist den Gütersloher Schülern und ihren Eltern noch nicht klar, was es bedeutet, keine Schulbibliothek mehr in ihrer Schule zur Verfügung zu haben. Umgang mit Medien – sprich die Medienkompetenz – in der heutigen Informationsgesellschaft eine unerlässliche Fähigkeit und nicht zuletzt ein wichtiger Anlaufplatz in der Schule, gehen verloren. Die heutige faktische Ganztagssituation in der Sekundarstufe I würde sich für die Schülerinnen und Schüler verschlechtern. Wir wissen, wovon wir sprechen, denn wir helfen ehrenamtlich in der Mediothek des ESG.
Ohne fachliche Leitung und verantwortliche Koordination der Aufgaben in der Schulbibliothek kann eine solche Einrichtung nicht effektiv arbeiten. Uns ist bewusst, dass Bibliotheken freiwillige Aufgaben einer Kommune sind, aber sollten sich nicht alle Ratsmitglieder überlegen, ob nicht die Schulbibliotheken als verhältnismäßig preiswerte Kultur- und Bildungseinrichtung doch erhaltenswert erscheinen?
 Kreis Gütersloh: Wir Eltern fühlen uns verraten
Dieter Lauer aus Herzebrock-Clarholz, Am Holzplatz 3, äußert sich zur geplanten Erhöhung der Elternbeiträge für die Kindertageseinrichtungen im Kreis:

Im Kreis Gütersloh spielt sich in diesen Tagen etwas ab, was skandalös und traurig zugleich ist und sicher nicht ins Bild unserer angeblich familienfreundlichen Politik passt. Als Folge der wohl leeren Haushaltskassen haben der Jugendhilfeausschuss und der Kreisausschuss im Dezember 2009 beschlossen, die fehlenden Gelder durch eine Erhöhung der Beiträge für Kindergärten auf die Eltern abzuwälzen.
Von dieser Erhöhung sind vorwiegend Doppel- und Alleinverdiener mit höherem Einkommen betroffen, die, wie alle anderen, auf die zuverlässige Betreuung ihrer Kinder zwingend angewiesen sind. Die Erhöhung der Beiträge beträgt bis zu 50 Prozent (Gruppentyp I/III – 35 Wochenstunden), so dass – in Abhängigkeit zum Einkommen – anstatt 170 nunmehr 255 Euro monatlich anfallen. Das ergibt eine Mehrbelastung von 1020 Euro im Jahr. Preiserhöhungen von 50 Prozent würde man bei anderen Rechtsgeschäften, bei gleicher Gegenleistung, durchaus als Wucher bezeichnen können.
Diese Summen sind für die meisten Familien absolut nicht mehr zu stemmen, als Eltern sind wir sehr enttäuscht über diese Form von Familienpolitik. Wir Eltern fühlen uns verraten, über die Maßen belastet und enttäuscht über diese Form von Familienpolitik. Die Mittelschicht ist wieder mal von Erhöhungen voll getroffen, aber von Vergünstigungen stets ausgenommen.
Es kann doch nicht Ziel unserer Politiker sein, als einer der familienunfreundlichsten Kreise, zu gelten. Andere Bundesländer, Städte oder Kreise bieten die beitragsfreie oder wesentlich günstigere Kinderbetreuung an.
Die vorschulische Bildung in den Kindergärten ist für unsere Kinder ein wichtiger Baustein für die soziale und berufliche Entwicklung. Jedoch werden sich durch die geplanten Erhöhungen einige Eltern gezwungen sehen ihre Kinder zum Teil oder ganz aus dieser Förderung abzumelden, da man sich das Grundrecht auf Bildung bald nicht mehr leisten kann. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass diese familienunfreundliche Beschlussvorlage im Kreistag am 8. März nicht angenommen wird.
Kinder sind die Zukunft unseres Landes, und diese kann nur gelingen, wenn den immer weniger werdenden Eltern nicht ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen werden.
 Herzebrock-Clarholz: Detlef Nahrmann zum Bürgerbegehren
Zum Bürgerbegehren in Herzebrock-Clarholz äußert sich Detlef Nahrmann, Jodokus-Temme-Ring 9 in Clarholz. Er schreibt:
Das Bürgerbegehren zur Erhaltung der Ortschaften und die damit verbundene Wiedereinsetzung der Ortsvorsteher läuft überaus erfolgreich. Bisher haben über 3200 Bürger durch ihre Unterschrift dem Bürgerbegehren zugestimmt.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch öffentlich bei den Organisatoren Norbert Pollmeyer, Manfred Nöger, Stefan Wellerdiek, Christine Rohmann und den zahlreichen Helfern bedanken, die es erst möglich gemacht haben, dass dieses Bürgerbegehren so erfolgreich verläuft. Es dürfte auch den Parteien, die für die Abschaffung der Ortsteile gestimmt haben, nicht verborgen geblieben sein, dass sehr viele Bürger ihre Unterschrift zur Erhaltung der Ortschaften abgegeben haben.
Warum bisher keine der Parteien den Mut hat, an die Öffentlichkeit zu gehen, um einen Antrag auf Neuabstimmung zu stellen, kann ich nicht verstehen. Auch für bevorstehende Wahlen wäre es sicherlich von den Bürgern positiv aufgenommen worden, wenn Entscheidungen, mit denen viele Bürger nicht einverstanden sind, letzten Endes dann doch noch früh genug revidiert werden. Ich gehe aber auf jeden Fall davon aus, dass das Bürgerbegehren dazu führen wird, dass die Ortschaften Herzebrock und Clarholz erhalten bleiben