627 Unterschriften für Gesamtschule
Die Fußgängerzone vor dem Rathaus in Rheda wurde am Dienstag zum Schauplatz einer denkwürdigen Unterschriftenübergabe: (v.l.) Christiane Wulff, Claudia Schneider, Bürgermeister Theo Mettenborg, Michaela Koroch, Brigitte Frisch-Linnhoff und Waltraud Gelhaar (Stadtschulpflegschaft).

Der Verwaltungschef lobte das „gewaltige Engagement“ der Elterninitiative. Die Gruppe habe in den vergangenen Wochen großen Einsatz gezeigt. „Die Einrichtung einer Gesamtschule ist eines der emotionalsten Themen, über die wir in diesem Jahr diskutieren müssen“, sagte Mettenborg. „Denn alle Eltern fordern zurecht bestmögliche Bildungschancen für ihre Kinder.“

Schulausschuss berät am Dienstag

Allerdings hütete sich der Bürgermeister nach der Unterschriftenübergabe davor, klar Stellung für oder gegen die Gründung einer Gesamtschule zu beziehen. Stattdessen verwies er auf die nächste Sitzung des Schulausschusses am Dienstag, 28. Juni. Die Verwaltung habe das Thema auf die Tagesordnung gesetzt und den Politikern auch einen Beschlussvorschlag unterbreitet, der das weitere Vorgehen regelt.

„Wichtig ist mir die Feststellung, dass der Schulausschuss den von der Initiative geäußerten Elternwillen ernst nimmt“, unterstrich Theo Mettenborg.

Vier gymnasiale Oberstufen sinnvoll?

Wesentlicher Bestandteil des Beschlussvorschlags ist die Prüfung durch ein externes Gutachterbüro, ob in Rheda-Wiedenbrück die Einrichtung einer weiteren gymnasialen Oberstufe sinnvoll ist. Denn eine vierte Möglichkeit, in der Doppelstadt das Abitur abzulegen, wäre die mit einer Gesamtschul-Gründung zwingend verbundene Folge. Bislang bieten die beiden Gymnasien und die Kreisberufsschule gymnasiale Oberstufen an.

Elternbefragung im Herbst

Der Beschlussvorschlag sieht ferner die Durchführung einer Bedarfsanalyse für kommenden Herbst vor. Durch eine Umfrage soll geprüft werden, wie viele Eltern ihre Kinder tatsächlich zur Gesamtschule schicken würden.

„Entscheidung muss gut überlegt sein“

Mettenborg betonte, dass die Entscheidung für oder gegen eine Gesamtschule gut überlegt sein müsse. „Denn wir binden uns damit langfristig.“ In jüngster Zeit habe er nicht nur das gestiegene Interesse an einer Gesamtschule wahrgenommen, sondern auch Eltern gehört, die sich für den Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems ausgesprochen haben.

Eine Entscheidung in den kommenden Monaten sei wünschenswert, sagte der Bürgermeister. Zum Schuljahr 2012/13 sollten die beschlossenen Maßnahmen greifen – „welche auch immer das sein werden“.

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