Zankapfel Gemeinschaftsschule
Bild: Mlawski
Uneinig über die Schullandschaft: (stehend, v. l.) Hubert Möller (FDP), Michael Pfläging (CDU), Dirk Kamin (UWG), Ludger Klein-Ridder (Linkspartei) sowie (sitzend, v. l.) Brigitte Frisch-Linnhoff (SPD) und Volker Brüggenjürgen (Bündnisgrüne). Sie stellten sich im Ratsgymnasium Wiedenbrück den Fragen der Jugendlichen.
Bild: Mlawski

Als souveräner Moderator wirkte Patrik Büker, Schüler der Klasse 13. Sechs Kommunalpolitiker von CDU, SPD, Bündnis 90/ Die Grünen, FDP, UWG und der Linken nahmen an der Diskussion teil.

Die Schüler hatten sich im Vorfeld während des Sozialkundeunterrichts mit dem Thema beschäftigt. Sie konnten bei dem regen Austausch der Argumente hautnah erleben, wie stark die Ansichten der Parteien über die Bildungspolitik der Stadt auseinanderdriften. Während sich SPD, Grüne, UWG und Linke für die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule aussprachen, bekräftigten die Vertreter von CDU und FDP ihr Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem.

„So, wie unser Schulsystem augenblicklich strukturiert ist, wird es den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder am ehesten gerecht“, betonte Michael Pfläging (CDU). Brigitte Frisch-Linnhof von der SPD entgegnete: „Wir brauchen eine bessere Bildungsgerechtigkeit. Es wird der Stadt nicht schaden, die Schullandschaft um eine Gemeinschaftsschule zu erweitern.“

Volker Brüggenjürgen (Bündnisgrüne) bemängelte die frühe Selektion in der Grundschule: „Die Kinder sollten mindestens bis zur sechsten Klasse gemeinsam lernen.“ Hubert Möller (FDP) fragte, warum eine Gemeinschaftsschule besser als das dreigliedrige System sein solle. Fakt sei, dass die Förderung in allen Schulformen ausgebaut werden müsse. Dirk Kamin von der UWG bekräftigte, die Gemeinschaftsschule sei am besten geeignet, die Neigungen und Talente der Kinder zu fördern. „Das dreigliedrige Schulsystem ist ein großes Übel. Wir haben eine soziale Verantwortung für die Benachteiligten“, kritisierte Ludger Klein-Ridder von der Linken.

Zum Ende der Diskussion erhielten die Schüler Gelegenheit, Fragen zu stellen. Sie interessierte besonders, wie sich die Schullandschaft mit der Errichtung einer Gemeinschaftsschule verändern würde, oder wie es mit der Förderung von Hochbegabten an diesen Schulen aussehe. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer über das Thema „Inklusion“. Die Einbindung von Kindern mit Förderbedarf in Regelschulen fand einen breiten Konsens.

SOCIAL BOOKMARKS