Breitbandausbau geht Politik zu langsam“
Bild: Neitemeier
Teilweise sind die Kabelverzweiger im Kreis bereits mit Glasfaserleitungen aufgerüstet worden. Vielfach fehlt das schnelle Internet aber noch. Der Politik geht der Ausbau zu langsam voran. Die Auftragsvergabe für Projekte in acht Kommunen steht allerdings bevor.
Bild: Neitemeier

 „Es geht um die Frage: Wann?“, wurde Sökeland deutlich. Kochjohann verwies darauf, dass der Infokom-Verband sich im Ausschreibungsverfahren befinde. Am 18. Oktober erwarte man die endgültigen Angebote der ausgewählten Telekommunikationsfirmen und nach einer Prüfung werde man die Aufträge erteilen. Eins machte Kochjohann gleich klar: „Alle acht Lose werden wir 2018 nicht abarbeiten können. Das reicht bis ins Jahr 2019.“

Auftragsvergaben zeichnen sich ab

Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) assistierte den Kritikern: „Es geht zu langsam.“ Dabei räumte er ein: „Wir könnten weiter sein, wenn die Kommunen nicht zwei Jahre gesagt hätten: Wir machen das allein.“ Kochjohann erläuterte, man habe auftragsgemäß für Borgholzhausen, Herzebrock-Clarholz, Langenberg, Rheda-Wiedenbrück, Schloß Holte-Stukenbrock. Steinhagen, Versmold und Werther Förderanträge gestellt.

Es gehe um 5,6 Millionen Euro vom Bund, 4,5 Millionen Euro vom Land und 1,1 Millionen Euro Eigenmittel. Profitieren würden 6000 Haushalte und 220 Unternehmen. Rede man jetzt in unterversorgten Gebieten über eine Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde, müsse die Entwicklung bis 2025 ins Gigabyte-Netz führen, bis 95 Prozent der Gebäude mit Glaserfasernetz versorgt seien, so der Infokom-Vertreter.

„Freiberufler nicht vergessen“

Dr. Sökeland mahnte, die Freiberufler nicht zu vergessen, die hohen Bedarf hätten, aber nicht nur in Gewerbe-, sondern auch in Wohngebieten ansässig seien. Breitbandkoordinator Jan Christoph Dübner merkte an, dass alle 139 Schulstandorte im Kreis als unterversorgt gelten würden. Fritz Spratte (SPD) warf ein: „An Schulen besteht besonderes Interesse, weil der Kreis zum Teil selbst Schulträger ist.“

Dezernent Frank Scheffer sagte, man sei mit den Schulträgern über ein gemeinsames Konzept im Gespräch. Scheffer: „Es geht darum ob wir es selbst machen oder Hilfe holen müssen.“ Auf eine Anfrage von Dr. Annegreth Schütze (FWG/UWG) sagte Kochjohann, die förderungswürdigen Gebiete lägen am Rand von Benteler und Langenberg sowie im Gewerbegebiet dazwischen.

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