„Briefwahl kann uns aus dem Ruder laufen“
Bild: Bitter
Der Kreiswahlausschuss hat das Ergebnis im Bundestagswahlkreis 131 Gütersloh I festgestellt (v. l.): Ann-Kathrin Peek und Michael Hellweg vom Büro des Kreistages sowie Kreisdirektorin Susanne Koch. 
Bild: Bitter

Intensive Prüfungen im Kreishaus seit dem 24. September gingen der Feststellung voraus. Dazu gehörten Kontrollzählungen – allein sechs in der Stadt Güterloh. Sie ergaben unbedeutende Korrekturen.

Wahlsieger Ralph Brinkhaus (CDU) kommt auf 81 298 Erststimmen – zwei weniger gegenüber der Schnellmeldung. Elvan Korkmaz (SPD) erhielt 48 492 Erststimmen (minus vier), Dr. Hans-Jürgen Wächter (Grüne) 9992 (minus eins), Shen Ibrahimsadeh (Linke) 7582 (minus eins), Philip Winkler (FDP) 11 401, Bernd Kirmes (Freie Wähler) 1415 und Udo Hemmelgarn (AfD) 13 996 (minus zwei).

Bei den Zweitstimmen hat die CDU die Nase vorn mit 67 175, gefolgt von der SPD mit 40 104, der FDP mit 22 848, der AfD mit 15 081, den Grünen mit 13 817 und der Linken mit 10 595. Das Schlusslicht bildete die Sozialistische Gleichheitspartei (SGP) mit zehn Stimmen.

Referatsleiter Michael Hellweg vom Büro des Kreistags und seine Kollegin Ann-Kathrin Peek erläuterten die Details. In einem Borgholzhausener Wahllokal verzögerte sich der Ablauf, weil sich die Wahlhelfer um ein Mädchen kümmerten, das draußen von einem freilaufenden Hund gebissen worden war.

Hellweg mit seiner Wahlerfahrung sprach von Formularkram, was die „verschlimmbesserten“ Vorlagen für die Niederschriften betraf. Seine Befürchtung: „Die Briefwahl kann uns aus dem Ruder laufen.“ Waren es 2013 noch 45 000 Briefwähler, so stieg die Zahl diesmal auf 57 000. In Steinhagen mit zwei Briefwahlvorständen hatte jeder 2300 Einsendungen vor der Brust. Man begann um 13 Uhr mit dem Öffnen der Umschläge, prüfte die Wahlberechtigung am unterschriebenen Wahlschein und packte dann den blauen Umschlag mit der Stimmabgabe auf den großen Haufen zur Auszählung nach 18 Uhr, was teils bis 22 Uhr dauerte.

Kreative Wähler malten Smileys vor ihre Lieblingspartei. Bei manchen Kreuzen musste genau hingeschaut werden, wo sich der Schnittpunkt befand. Kreiswahlleiterin Susanne Koch dankte den 2500 ehrenamtlichen Wahlhelfern und Teams in den Rathäusern.

SOCIAL BOOKMARKS