Der letzte Weg eines Naturfreunds
Bild: Dresmann
In der Schlosskapelle nahm die Familie von Moritz-Casimir Fürst zu Bentheim-Tecklenburg zusammen mit einigen geladenen Gästen Abschied von dem Verstorbenen. Die Totenwache hielten die Fürstlichen Förster und Jäger.  
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 In einer bewegenden Trauerfeier ist dem 90-Jährigen zuvor gedacht worden. Moritz-Casimir war am 21. März im Kreise seiner Familie im Kloster Herzebrock entschlafen. Ein Leben, das von Traditionsbewusstsein ebenso geprägt war wie von der Aufarbeitung der Geschichte sei mit dem Tod Moritz-Casimirs zu Ende gegangen, erinnerte Patronatspfarrer Rainer Moritz in seiner Predigt. Der „im Zweiten Weltkrieg an Leib und Seele Verwundete“ habe die Worte der Bibel tief verinnerlicht und stets in seinem Herzen getragen, betonte der Geistliche. Davon zeugten auch seine letzten Worte, die Moritz-Casimir Fürst zu Bentheim-Tecklenburg auf dem Krankenbett im Kreise seiner Familie gesprochen habe: „Führe mich aus der Zeitlichkeit in die Ewigkeit“, gefolgt von dem Vaterunser.

„Fürchte Dich nicht, denn ich habe Dich erlöst ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein!“ – unter diesen Vers aus dem Buch Jesaja war die Trauerfeier für den Verstorbenen, der seinen Lebensabend mit seiner Gattin Sissi Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg im Kloster Herzebrock verbrachte, gestellt. Pfarrer Rainer Moritz rief in seiner Predigt die letzten Tage Moritz-Casimirs in Erinnerung, die „eingehüllt von Frieden“ und „trotz Sterbens von intensivem Leben und erfüllenden Begegnungen geprägt“ gewesen seien.

Mit einer Kutsche, gezogen von vier schwarzen Friesen, wurde der in den Farben des Fürstenhauses gehüllte Sarg zum Erbbegräbnis im Schlosspark zu Rheda geleitet. Dort wurde der verzinkte Totenschrein im Kreise der Familie und geladenen Gästen verwandter Adelshäuser und der Kirche sowie von Vertretern aus Politik und Wirtschaft von Wehrleuten des Löschzugs Rheda nach der Segnung und einem Gebet zu Grabe gelassen. Musikalisch begleitet wurde der letzte Weg von Moritz-Casimir Widukind Gumprecht Fürst zu Bentheim-Tecklenburg vom Bläserkorps des Hegerings Hohenlimburg. Die Ortsgemeinschaft Bosfeld hatte zuvor die Ruhestätte des Fürstenhauses in Rheda mit insgesamt 67 Metern Girlande geschmückt.

450 geladene Gäste haben an der Trauerfeier anlässlich des Tods von Moritz-Casimir Fürst zu Bentheim-Tecklenburg teilgenommen. Abschied genommen haben unter anderem der Herzog von Cröy aus der französischen Picardie, Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, Christian Fürst zu Bentheim-Steinfurt sowie weitere Vertreter deutscher Adelshäuser. Zu den Gästen zählten zudem Bürgermeister Theo Mettenborg nebst Gattin, die stellvertretende Landrätin des Kreises Gütersloh, Elke Hardiek, die Superintendentin des Kirchenkreises Iserlohn, Martina Espelöer, sowie die Familien Dr. Zinkann, Oetker und Delius.

Die Trauerfeier in der Schlosskapelle, die von Pfarrer Rainer Moritz geleitet wurde und der insgesamt 13 Geistliche beiwohnten, wurde auf einer Leinwand im Weißen Saal sowie über Lautsprecher im Innenhof des Schlosses übertragen. Die musikalische Gestaltung der einstündigen Zeremonie übernahmen das Ensemble „Brass Unlimited“ und vier Gesangssolisten. Erstmals als Erbprinz in der Öffentlichkeit war Moritz zu Bentheim-Tecklenburg, der älteste Sohn von Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg und Gattin Marissa, der eine Lesung hielt.

Mit Ehrenabordnungen und Fahnenträgern bildeten die Stadtschützen aus Rheda und die Grünröcke der Landgemeinde Rheda, aus Herzebrock, aus Hohenlimburg und des Bürgerschützenvereins St. Sebastian Wiedenbrück zusammen mit Abordnungen der Rhedaer Altstädter, des Fürstlichen Trompetercorps, des Löschzugs Rheda und des Deutschen Roten Kreuzes die Ehrenwache. Die Totenwache hatten die Fürstlichen Förster und Jäger übernommen. Den Verstorbenen auf seinem letzten Weg begleiten wollten zudem die Heimatvereine Rheda und Herzebrock, die Volkstanzgruppe, die Faltbootgilde und der Freundeskreis Schloss-Spiele-Hohenlimburg. Das Interesse bei den Bürgern der Doppelstadt schien sich vielleicht auch wegen des trüben Wetters in Grenzen zu halten: Lediglich 50 Besucher wohnten der Trauerfeier bei. Viele hatten sich im Zuge der Aufbahrung von Moritz-Casimir verabschiedet.

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