Die Blechkanne wird zum Elefanten
Bild: Neitemeier
Mächtig stolz ist Albert Kliewer (21) aus Rietberg auf seine Rakete, die er in dieser Woche im Filb-Förderzentrum in Gütersloh im Rahmen des Schrott-Skulpturen-Kursusses zusammengebaut hat.
Bild: Neitemeier

Der Fantasie sind in der Metallwerkstatt des Filb-Förderzentrums in Gütersloh in dieser Woche mal wieder keine Grenzen gesetzt gewesen. Die Funken flogen. Aus allerlei Schrott entstanden witzig-pfiffige, teils skurrile Skulpturen – allesamt unter dem Motto „Das Kunst-Werk kennt kein Handicap“.

Wertkreis fördert Kreativität der Behinderten

Mit Eifer bei der Sache: sieben Menschen mit Behinderungen, die normalerweise in einer Werkstatt oder im Berufsbildungsbereich des Wertkreises arbeiten. Eine Woche haben sie ihrem Alltag adé sagen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen dürfen. Angeregt und begleitet in erster Linie vom Rietberger Objektkünstler Angelo Monitillo.

Zum dritten Mal formt der 52-Jährige mit Menschen vom Wertkreis aus alten Schrauben, weggeworfenen Felgen, durchlöcherten Sieben, defekten Heizspiralen und anderem Schrott auf wundersame und lehrreiche Weise Neues – von der Rakete über die Ente bis hin zum Mini-Hochrad. Da wird ein Flaschenöffner zur Nase, ein Hufeisen zu Stierhörnern.

Objektkünstler Angelo Monitillo attestiert

Aber nicht Monitillo, sondern die behinderten Künstler haben das Sagen. Sie fügen die Metallreste so zusammen, wie es ihnen sinnvoll erscheint. Auch zum Schweißgerät greifen sie zumeist selbst, Monitillo attestiert – und hat selbst viel Spaß dabei. „Die Arbeit hier mache ich sehr gern“, so der Rietberger.

Corinna Freitag (20) hat es besonders die schön geschwungene Mutter einer Hantelstange angetan. „Die sieht aus wie eine Blume“, sagt sie mit einem Leuchten in den Augen. Was sie aus dem Silberling machen wird, weiß sie noch nicht. „Ich werde die Mutter auf jeden Fall noch verarbeiten“, so die 20-Jährige aus Halle.

Viel Spaß auf dem Schrottplatz

Auch bei Jan Gehle (20) ist die Begeisterung über das Kunstprojekt spürbar. Mehrere Tage hat er, der von einem Bauernhof in Verl kommt, an einem sehenswerten Mähdrescher gearbeitet. Noch mehr als das hat ihm zu Beginn der gemeinsame Besuch auf dem Schrottplatz gefallen. Dort wurde gesammelt, was den Teilnehmern gefiel und als Kunst-Stück brauchbar schien.

Seit Jahren fördert das Kunstwerk-Atelier des Wertkreises die Behinderten durch ein breites Kreativangebot. „Für den Schrott-Skulpturen-Kursus haben wir immer mehr Interessenten als Plätze, so dass wir eine Auswahl treffen müssen“, sagt Barbara Ambrosy, die Leiterin des Kunstwerk-Ateliers. Der Eifer der Teilnehmer zeigt, dass die Behinderteneinrichtung mit diesem Angebot richtig liegt.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom15. August.

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