Doppelausstellung in Valmiera eröffnet
Im Museum Valmiera bei der Ausstellungseröffnung: (v. l.) Schmuckdesignerin Kerstin Uhlmann, Dr. Silvana Kreyer (Kulturbeauftragte der Partnerschaft) und Künstler Christoph Winkler. Im Vordergrund die Kette „Sonnenrad der Frya“, in der Uhlmann auch baltischen Bernstein verarbeitet hat.

Und so nahm sie auch beim jüngsten Delegationsbesuch anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft einen breiten Raum ein. Im Rahmen des Aufenthalts wurde im Museum Valmiera eine Doppelausstellung mit Werken des Gütersloher Künstlers Christoph Winkler und der Schmuckdesignerin Kerstin Uhlmann eröffnet. Organisiert – wie alle Ausstellungen und sonstigen Veranstaltungen in den 25 Jahren zuvor – von Dr. Silvana Kreyer. „Der kulturelle Austausch zwischen der Region Valmiera und dem Kreis Gütersloh trägt einen Namen“, hatte Landrat Sven-Georg Adenauer nicht ohne Grund in seiner Festrede zum Jubiläum hervorgehoben. Der in Deutschland aufgewachsenen Lettin Silvana Kreyer sei der kulturelle Austausch auf Augenhöhe von Beginn an ein Anliegen gewesen.

Viel Lob für Kulturbeauftragte Dr. Silvana Kreyer

„Am Anfang haben wir nur lettische Künstler in Gütersloh ausgestellt. Inzwischen ist es die zehnte Ausstellung deutscher Künstler in Lettland“, berichtete die Kulturbeauftragte der Partnerschaft. Barbara Körkemeier, Wolfgang Meluhn, Beate Freier-Bongaertz und der unlängst verstorbene Arnold Busch – viele Künstler aus dem Kreis hat Kreyer mit nach Lettland genommen und Einzel- wie auch Gruppenausstellungen organisiert. Jetzt Christoph Winkler und seine Lebensgefährtin Kerstin Uhlmann. Winklers teils großformatige Assemblagen nehmen im Museum Valmiera den größten Teil des Erdgeschosses ein. 10 der dort gezeigten 26 Werke sind zum ersten Mal überhaupt zu sehen.

Auch Kunstsymposien gehören inzwischen zum Repertoire des kulturellen Austauschs. Im Zwei-Jahres-Rhythmus treffen sich lettische und deutsche Künstler, um gemeinsam zu arbeiten. „Symposium heißt bei uns nicht, dass man Reden schwingt“, erläutert Winkler. Zusammen arbeiten und am Ende gemeinsam ausstellen – das sind deutsch-lettische Künstler-Zusammenkünfte – mal hier, mal dort. Zeichner, Maler, Objektkünstler, Bildhauer – Kreyer war es von Anfang an wichtig, eine breite Palette zu zeigen. Das Ergebnis des nächsten Symposiums soll übrigens im öffentlichen Raum in Valmiera verbleiben, eine gemeinsam geschaffene Skulptur – ein weiteres Symbol für die 25-jährige Freundschaft.

Auch Katalysator in Kunst eingearbeitet

Nicht Maler, nicht Bildhauer. „Ich bezeichne mich als Objektkünstler“, sagt Christoph Winkler. Alles, was ihm unter die Finger komme, wird in seinen für ihn typischen Assemblagen verarbeitet.

Diese dreidimensionalen Kunstwerke aus Malerei, Objekten, Fundsachen und Papierkollagen in den Rahmen mit Tiefgang – er baut auch diese Rahmen alle selbst – entstehen nach keinem festgelegten Prinzip. „Irgendwelche gefundenen Dinge“, so Winkler, die ihn faszinieren, verwende er. Manchmal baue er sie sofort ein, manchmal schlummerten sie in Kisten in seinem Atelier, bis eines Tages die Fundstücke dazukommen, die zusammenpassen.

Das kann, wie jetzt in dem lettischen Museum zu sehen, auch ein Katalysator sein, für den Winkler auf einer Landstraße in die Eisen stieg, um ihn einzusammeln. In Valmiera zeigt er keine Skulpturen – allein aus Transportgründen. Seine Assemblagen konnten gut verpackt mit einem Hilfstransport per Lastwagen nach Lettland gebracht werden. Kerstin Uhlmanns Stücke hätte man größtenteils sogar als Handgepäck mitnehmen können.

Zwischenfingerring ist eine Besonderheit

Die Schmuckdesignerin zeigt in Valmiera eine Besonderheit, die sie eigentlich zum Patent anmelden müsste: den Zwischenfingerring. Sowohl der Ring als auch das Wort dürften Uhlmanns Schöpfung sein. Das Werk ist im klassischen Sinn gar kein Ring, sondern ein T-Stück, das ein wenig an einen Manschettenknopf erinnert. Das silberne T wird – auf den Kopf gestellt – zwischen den Fingern getragen, obenauf der Schmuck, etwa eine Silber gefasste Gussfrucht aus Kunstharz. Für ihre Schmuckobjekte, die sie über drei Galerien vertreibt, benutzt Uhlmann auch alltägliche Dinge wie Elektrokabel. Andere wiederum sind mehr als Schmuck: Man kann sie mit Rahmen an die Wand hängen oder aus diesem entnehmen und um den Hals tragen.

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