Förderschulen feiern Zehnjähriges
Bild: Neitemeier
Gutes Miteinander: Die beiden Förderschulen des Kreises in Rietberg nutzten nicht nur die gemeinsame Turnhalle, sondern feiern am Freitag auch zusammen „Zehnjähriges“; vorn André Müller (links), der Leiter der Wiesenschule, und Klaus Biener, der kommissarische Chef der Paul-Maar-Schule.
Bild: Neitemeier

Dazu gehören auch interessante  Einblicken in die unterschiedliche pädagogische Arbeit der beiden Einrichtungen: Die die Wiesenschule (türkisfarbene Fassade) hat den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bei Kindern der Jahrgangsstufen eins bis zehn, während die Paul-Maar-Schule (blaue Fassade) die emotionale und soziale Entwicklung (ESE) von Jungen und Mädchen im Primarbereich fördert.

Unterschiedliche Schwerpunkte in Rietberg unter einem Dach

Beide Schulen an einem Standort nahezu unter einem Dach zu konzentrieren, hatte vor zehn Jahren angesichts der gemeinsamen Nutzung von Bereichen wie zum Beispiel der Turnhalle wirtschaftliche Gründe. Diese Überlegungen führten seinerzeit nach langen Diskussionen auch dazu, dass der Kreis Gütersloh als Schulträger mit der Firma Eggersmann eine damals noch außergewöhnliche Partnerschaft (Public-Private-Partnership, PPP) einging.

Das Marienfelder Bauunternehmen errichtete die Gebäude als Investor und sorgt seitdem kontinuierlich für deren Unterhaltung. Ferner stellt es den Hausmeister sowie die Schulsekretärinnen. Im Gegenzug hat der Kreis den Komplex – einschließlich der Dienstleistungen – langfristig gemietet.

Gutes Miteinander auch mit Investor und dem Kreis

Das Miteinander funktioniert seit der ersten Stunde, berichten die Schulleiter André Müller (41) und Klaus Biener (59), auch wenn sie nicht von Anfang an dabei waren. Übereinstimmend loben sie das Engagement ihrer Kollegien, der Eltern, des Kreises und der Firma Eggersmann. Nachdem das PPP-Modell gerade anfangs zahlreiche Abstimmung erfordert habe, „läuft jetzt alles hervorragend und unkompliziert“, so Müller. Er und sein Paul-Maar-Kollege lassen auf den Gebäudeeigentümer und den Kreis nichts kommen. „Die Arbeitsbedingungen sind ausgezeichnet.“

Das gute Miteinander ist nach Angaben der Schulleiter auch daran zu erkennen, dass die Paul-Maar-Schule seit 2013 für ihren offenen Ganztag vier Räume im Trakt der Wiesenschule nutzt. Die einst auf maximal 126 Kinder ausgelegte Förderschule ist mit derzeit im Schnitt rund 80 Jungen und Mädchen nicht ausgelastet, während die Paul-Maar-Schule aus allen Nähten platzt. Mit 55 Kindern hatte sie noch nie so viele Schüler wie jetzt. Für Entspannung könnte im nächsten Jahr die neue Förderschulstruktur des Kreises sorgen, wenn möglicherweise ESE-Kinder mit dem zusätzlichen Förderschwerpunkt Lernen zur Martinschule nach Rietberg wechseln.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 18. November.

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