Und seitdem ist den Initiatoren nicht mehr bange, dass es klappt mit der „Energiewende“ in der Doppelstadt. Warum auch? Es gebe mehr als 500 Energiegenossenschaften bundesweit, erläuterte Rentrup zu Beginn, und alle seien in den vergangenen drei Jahren entstanden.
„Ausdrücklich“, sagte Bürgermeister Theo Mettenborg, unterstütze die Stadt die Bürgeridee. Das sei ein willkommener Schritt auf dem Weg hin zu einer „energieautarken Stadt“. „Ich bin sicher“, zeigte sich der Ratsvorsitzende geradezu euphorisch, „das wird etwas ganz Großes“.
Als „nicht neue, aber brillante“ Idee stufte Hans-Hermann Heller-Jordan von der Initiatorengruppe die Bürgergenossenschaft ein. „Dezentral, konzernunabhängig, ökologisch“, das seien drei Prädikate der künftigen Vereinigung. „Gute Rahmenbedingungen“ gebe es für moderne Windenergieanlagen in Rheda-Wiedenbrück. „Leuchtturmprojekte“ seien das, denen später Wasserkraft-, Photovoltaik- und andere Energieprojekte folgen könnten.
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Man sei intensiv dabei, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Windkraftanlagen in Rheda-Wiedenbrück zu überarbeiten, berichtete Inga Linzel, zuständige Fachbereichsleiterin im Rathaus. Bis Jahresende 2013 kann mit einem Ergebnis gerecht werden. Die bislang ausgewiesenen Konzentrationszonen, vor allem in St. Vit, sind nach ihrer Aussage obsolet. Die Gesamthöhenbegrenzung auf 100 Meter sei nicht mehr haltbar. Von der Errichtung bis zu 200 Meter hoher Windräder wird jetzt ausgegangen.
Als Vertreter der Firma WPD (Wind Park Development) zeigte Wilhelm Rohlfing aus Minden mögliche Standorte für Windkraftanlagen auf. Demnach könnten sich auf maximal acht Flächen im gesamten Rheda-Wiedenbrücker Außenbereich bis zu elf Windräder drehen, die 47,3 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugten, ausreichend für 47 000 Einwohner.
Er hoffe jetzt auf „mehrere Hundert“ Genossen, sagte Hubert Leiwes von der Windenergieinitiative. 160 meldeten noch am Abend ihr Beitrittsinteresse für die Bürger-Energiegenossenschaft an. Jeder sei erst einmal mit 100 Euro dabei – und hafte auch nicht mit mehr Geld. Wenn alle Voraussetzungen zur Errichtung des ersten Windrads (Kosten drei bis fünf Millionen Euro, notwendiges Eigenkapital etwa 25 Prozent) gegeben seien, ginge es daran, größere Beträge zusammenzubekommen. „Fünf bis acht Prozent“ Rendite wird für die Einlagen erwartet.

