Cor: Händler bereitet Millionenklage vor

Der Online- und Fachhändler Reuter (Mönchengladbach) bereitet eine Schadensersatzklage in Millionenhöhe gegen den Sitzmöbelhersteller Cor aus Rheda-Wiedenbrück vor. Cor hat Anwälte eingeschaltet. Das Bild zeigt Marketingleiter Berthold Strüve (l.) und Geschäftsführer Leo Lübke.

In einer Mitteilung beschuldigt der Fach- und Onlinehändler Reuter unter anderem auch Cor-Geschäftsführer Leo Lübke persönlich. Cor habe Reuter zunächst in einem so genannten „Partnervertrag“ unverbindliche Preisempfehlungen mitgeteilt. Leo Lübke habe darüber hinaus aber wiederholt darauf hingewiesen, dass Reuter seinen Endkunden allenfalls bestimmte „Maximalrabatte“ zu gewähren habe. Dieses Vorgehen hält Reuter für eine „unzulässige Einflussnahme auf die eigene Preisgestaltung“. „Als Händler will ich meine Verkaufspreise selbst festlegen“, teilte Geschäftsführer Bernd Reuter mit. Er wolle Cor auch im Interesse der Kunden zur Verantwortung ziehen.

Auf der Webseite Reuter.de verkauft das Unternehmen Cor-Sessel und Sofas mit einem Rabatt von 25 Prozent. Das Sofa Conseta mit Lederbezug etwa kostet statt 6210 Euro bei Reuter nur 4657 Euro inklusive Versand. Den Sessel Sinus gibt es bei Reuter schon für 3251 Euro (statt 4335 Euro). Der Umsatz mit Cor-Produkten sei erst mit Beginn der 25-Prozent-Marketingaktion sprunghaft angestiegen, teilte Reuter mit.

Laut Reuter seien Preisvorgaben eine Beschränkung des Wettbewerbs und damit ein Kartellverstoß. Darüber hinaus sieht Reuter Anzeichen für Preisabsprachen von Händlern.

Die Androhung einer Klage durch Reuter wird bei Cor sehr ernst genommen, wie Marketingleiter Berthold Strüwe auf Anfrage der „Glocke“ am Freitag mitteilte. Zu den Vorwürfen selbst wollte Strüwe nichts sagen. Anwälte seien eingeschaltet. Er kündigte für die kommende Woche eine Stellungnahme an.

Cor arbeitete seit August 2012 mit Reuter zusammen. Die Verbindung endete Ende Januar, weil die Vertriebsziele nicht erreicht worden seien, heißt es in einer Mitteilung von Cor.

SOCIAL BOOKMARKS