Homann gibt Produktion in Dissen auf
Der Nahrungsmittelkonzern Theo Müller will mehrere Produktionsstandorte seiner Feinkost-Tochter Homann schließen, unter anderem den in Dissen an der Grenze zum Kreis Gütersloh.

 „Für unsere Region ist das ein herber Verlust“, erklärte Borgholzhausens Bürgermeister Dirk Speckmann (SPD) im Einvernehmen mit seinem Versmolder Kollegen Michael Meyer-Hermann (CDU) gegenüber der „Glocke“. Gleichwohl seien die absehbaren Auswirkungen der neuen Situation „überschaubar und gestaltbar und kein Grund für Schwarzmalerei“. Viele Firmen in der wirtschaftsstarken Region suchten Arbeitskräfte. Ferner werde der A-33-Lückenschluss weitere Unternehmen anziehen, so Speckmann.

Keine Ansiedlung im Kreis Gütersloh

Bis 2020 soll in Dissen weiter „voll gearbeitet und produziert werden“, teilte Homann am Freitag mit. Gleiches treffe auch auf die Standorte Lintorf, Bottrop und Floh-Seligenthal zu. Sie alle will die Firmengruppe Theo Müller als Muttergesellschaft des Feinkostherstellers (3000 Mitarbeiter, 630 Millionen Euro Jahresumsatz) wahrscheinlich im sächsischen Leppersdorf zusammenführen, wo nach eigenen Angaben bereits „Europas modernste Molkerei“ betrieben wird. 500 Millionen Euro sollen dort investiert werden.

Scharfer Wettbewerb

Hintergrund des Vorhabens ist nach eigenen Angaben eine Krise des Unternehmens, „die durch den scharfen Wettbewerb auf dem Feinkost-Markt sowie mangelnde Entwicklungs- und Synergie-Potenziale“ in Dissen und an den anderen drei Produktionsorten entstanden sei. Der langfristige profitable Betrieb der vier Werke sei nicht mehr möglich.

500 Millionen Euro werden vermutlich in Sachsen investiert

Bei der Suche nach einem geeigneten Standort hatte Homann – ihre Ursprünge hatte die Firma in Borgholzhausen – nach eigenen Angaben 40 Alternativen in ganz Europa geprüft, Deutschland aber favorisiert. Auch eine Verlagerung an die A 33 im Kreis Gütersloh stand – wie berichtet – im Raum. Hoffnungen hatten sich Versmold und Borgholzhausen zuletzt nicht mehr gemacht. Dirk Speckmann zur „Glocke“: „Seit Herbst gab es keine Kontakte mehr. Und insofern war es keine Überraschung, dass wir leer ausgegangen sind.“

Absage ist bedauerlich

Man hätte auch erst noch Planungs- und Baurecht in einem dritten Abschnitt des Gewerbegebiets schaffen müssen, so der Bürgermeister von Borgholzhausen. „Wir haben aber der Stadt Dissen die Daumen gedrückt, die die bau- und eigentumsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen hat.“ Insofern sei die Absage Homanns an die Nachbarstadt sehr bedauerlich.

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