James Blunt rockt Gerry-Weber-Stadion
Bild: Reinkemeier
Bei seinem Auftritt im Haller Gerry-Weber-Stadion begeisterte James Blunt am Dienstagabend seine Fans.
Bild: Reinkemeier

Weg vom Schmusesänger-Image, hinein in die Musikwelt mit Rock, Pop und Synthesizer: So klingt der „neue“ James Blunt.

„Ich weiß, Ihr habt Sitzplatzkarten gekauft. Doch die sind für Eure Handtaschen“, ruft er den Fans in Halle zu. Eine Aufforderung, die es nicht gebraucht hätte. Denn wenn das sympathische Energiebündel aus Großbritannien gleich zu Beginn des Konzerts zu „Heart to Heart“ über die Bühne hüpft, kann einfach niemand ruhig auf seinem Sitz hocken.

Musik ist nicht mehr nur für Romantiker

Gleich mit dem ersten Lied des Abends macht er deutlich: Ich bin’s, der neue James Blunt. Alles wirkt rockiger, rhythmischer – eben weniger schnulzig.

James Blunt hat sich entwickelt. Mit dem Lied „Ok“, das er gemeinsam mit DJ Robin Schulz geschrieben hat, schwebt der Brite auf einer Erfolgswelle. In Deutschland schaffte es das Duo mit dem Hit auf Platz zwei der Charts, in Österreich erreichte das Lied Goldstatus.

Damit hat er nicht nur seine Fans begeistert – nein auch Blunt-Verächter dürften Gefallen daran finden. Denn plötzlich ist der Schmusesänger musikalisch in der eher cooleren Liga angekommen. Und das merkt man auch am Dienstag. Denn das Lied „Ok“ reißt auch den letzten Fan von seinem Stuhl. Das Stadion steht, die Party steigt.

Blunt begeistert nicht nur mit seinen Hits

Zwar kann es der 42-Jährige auch nicht ganz lassen, die Herzen der weiblichen Fans zum Schmelzen zu bringen, wenn er etwa am weißen Klavier sitzend „Good Bye my Lover“ trällert und damit das Stadion mit seiner Stimme erfüllt.

Doch ansonsten zeigt er vor allem sein neues Gesicht. Wie ein Flummi springt er teils über die Bühne, wird dabei von seiner fantastischen Band in Szene gesetzt. Die verleiht selbst Blunt-Gassenhauern wie „You‘re Beautiful“ oder „Wiseman“ eine moderne Note.

Blunt schafft es an diesem Abend, auch seine eingefleischten Fans mit ins Boot zu holen. Mit einer Ukulele ausgestattet, ertönen die ersten Takte von „Postcard“ – und schon entbrennt großer Jubel im Tennistempel im Schatten das Teutos.

Doch er bleibt eben nicht bei seinem alten Muster: Statt sich mit der Klampfe in der Hand in die Herzen der Fans zu singen, wechselt er mit dem Song nach wenigen Augenblicken ins Rockige und heizt damit ordentlich ein. Da lässt sich glatt darüber hinwegsehen, dass die neuen Lieder seines Albums „The Afterlove“ noch nicht so recht zünden.

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