Katze warnt Frauchen vor Flammen
Retter in der Not: Der acht Jahre alte Hauskater „Cookie“ hat sein Frauchen mit lautem Miauen vor einer Katastrophe gewarnt. Als eine Pfanne mit Fett in Flammen aufging, schlug das Tier Alarm.

„Der Kater hat mit seinem Miauen einen schweren Wohnungsbrand verhindert“, sagt Ingrid Bocksch.

Rückblende: Im Winter 2008 kauert Nacht für Nacht ein rot-braun-getigerter Kater vor der Eingangstür des Hauses von Ingrid Bocksch an der Franz-Knöbel-Straße in Wiedenbrück. Auf der Fußmatte im Windfang ist es wenigstens ein bisschen wärmer als in den verschneiten Vorgärten ringsum. Schon seit Wochen versorgt die Tierfreundin den Kater regelmäßig mit frischem Wasser und Dosenfutter. In einer besonders frostigen Nacht fasst Ingrid Bocksch einen Entschluss: „Der Kater kommt ins Haus.“

Ungewöhnliche Rettungsaktion

Weil sie damals noch zwei andere Katzen hatte, zögerte die Wiedenbrückerin mit der Einquartierung des später „Cookie“ getauften Pelztiers zunächst. „Man weiß schließlich nie, ob sich die Tiere vertragen.“ In diesem Fall ging es gut. Drei Jahre später bedankte sich Kater „Cookie“ bei seinem neuen Frauchen mit einer „Heldentat“, wie Ingrid Bocksch die ungewöhnliche Rettungsaktion des Haustiers bezeichnet.

Pfanne gerät in Brand

An einem Freitag um die Jahreswende steht die Rentnerin im Obergeschoss ihres Hauses in der Küche. Der Reis und der Zucchinisalat sind schon fertig. Die Pfanne, in der sie gleich den Fisch braten will, steht schon auf dem Herd. „Damit das Öl schnell heiß wird, habe ich die Platte auf die höchste Stufe gestellt“, erinnert sich Ingrid Bocksch.

Ingrid Bocksch mit der Pfanne
In diesem Moment schellt es unten an der Haustür. Der Briefträger übergibt ihr Post von einer alten Bekannten, von der sie jahrelang nichts gehört hat. Noch im Flur beginnt Ingrid Bocksch zu lesen. Oben in der Küche fängt derweil das Bratfett Feuer. Beißender, grauschwarzer Qualm breitet sich in der gesamten Etage aus.

Kater schlägt Alarm

Das ruft Kater „Cookie“ auf den Plan, der im Nebenzimmer schläft. Mit lautem Miauen alarmiert er durch die geschlossene Entreetür seine Besitzerin, die im Erdgeschoss noch immer in den Brief der Freundin vertieft ist.

Plötzlich fährt Ingrid Bocksch der Schreck durch die Glieder. „Herd, Pfanne, Feuer“ schießt es ihr in Sekundenbruchteilen durch den Kopf. „Um Himmels Willen“, denkt sie und stürmt mit schlimmsten Befürchtungen die Treppe hoch ins Obergeschoss.

Geistesgegenwärtig gehandelt

Oben angekommen, wartet der getigerte Kater hinter der geschlossenen Flurtür auf sie. Geistesgegenwärtig nimmt Ingrid Bocksch die Pfanne mit dem inzwischen völlig verkohlten Fett vom Herd. Ein Küchentuch dient ihr als Atemschutz. Die pensionierte Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch, Französisch und Spanisch wartet, bis die knapp einen Meter hohe Stichflamme, die aus der pechschwarzen Pfanne züngelt, erloschen ist. Dann stellt sie das Küchenutensil nach draußen auf das Fenstersims und sorgt für Durchzug im ganzen Haus.

Die Feuerwehr musste Ingrid Bocksch nicht rufen. „Aber es hätte nicht viel gefehlt, und die ganze Küche wäre abgebrannt“, ist sich die Wiedenbrückerin sicher. „Mein Schutzengel war Kater ,Cookie‘, der an diesem Tag Rauchmelder gespielt hat. Ich weiß nicht, was ich ohne ihn gemacht hätte.“

„Whiskas“ zur Belohnung

Zur Belohnung gibt es für den Feuerwehrmann auf vier Pfoten jetzt täglich sein Lieblingsfutter von „Whiskas“. Manchmal lässt „Cookie“ seinen schneeweißen Kater-Kollegen „Blacky“ probieren, obwohl der das Beinahe-Unglück komplett verschlafen hat.

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