Kraftvoller Tribut an Afrikas Tierwelt
Bild: Pieper
Pure Kraft und Stärke in vollendeter Form: Bernd Bergkemper vor seinem jüngsten Meisterwerk, einem aus einem 16 Tonnen schweren südafrikanischen Granit-Rohling herausgeschälten, immer noch 6 Tonnen wiegenden Nashorn.
Bild: Pieper

 ie Antwort ist nach fast zwei Jahren kräftezehrender Arbeit ab Samstag, 30. September, im Atelier des Bildhauers an der Eichenallee 28 in Langenberg zu sehen. Um 17 Uhr eröffnet der just 60 Jahre alt gewordene Künstler seine neue, dem Thema „Afrika“ gewidmete Ausstellung – mit einem perfekt proportionierten Nashorn im Mittelpunkt.

Es ist ein grauer, massiv-majestätischer Riese geworden. In angespannt-wachsamer Dehnung wendet er sich dem Besucher zu. Sechs Tonnen pure Form gewordene Kraft und Dynamik – befreit von zehn Tonnen überflüssigem Gestein, Stück für Stück präzise abgeschlagen und in wochenlanger Feinarbeit akkurat geschliffen. Eine Skulptur von beeindruckender physischer Präsenz, unter deren glattpolierter Oberfläche man die Energie des Tiers zu spüren glaubt. Ein Wesen, dessen unbändige Stärke nur von stringenten, aufs Charakteristische reduzierenden Linien domestiziert wird.

Es ist nicht nur die bislang größte Arbeit, die der Langenberger geschaffen hat, es ist auch die herausforderndste. Das gilt nicht nur für den intensiven Schaffensprozess, sondern auch für die Vermarktung, denn sein Meisterwerk ist keine Auftragsarbeit.

Dass er sich den „großen Fünf“ Afrikas in seiner Ausstellung widmet, kommt nicht von ungefähr. Eine Reise durch den Süden des schwarzen Kontinents hat Bergkempers Begeisterung für die dortige Tierwelt geweckt. Und so reckt nun auf weißem Sockel ein Löwe aus schwarzem Diabas (Vulkangestein) aufmerksam seinen Kopf. Der dunkle Antilopenbock gegenüber senkt angriffslustig sein Geweih, und ein glatt geschliffener Elefant zeigt unantastbare Dominanz.

Figuren aus Stein, die in der eleganten Formensprache des Künstlers einmal mehr dessen sicheres Auge für Bewegung und Dynamik offenbaren. Dass er seine Ideen auch in Bronze umsetzen kann, zeigen ein patinierter Löwenkopf und eine Giraffe. Insgesamt sind rund 20 Skulpturen ausgestellt. Hingucker allesamt – und auch Mahner. Bernd Bergkemper: „Wenn man bedenkt, dass sich in den vergangenen 15 Jahren allein die Zahl der Nashörner in Afrika halbiert hat, dann ist es gut zu wissen, dass wenigstens meine Skulpturen überdauern werden.“

Die Ausstellung ist bis zum 15. Oktober täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet.

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