Krankenhaus Rheda schließt seine Pforten
Bild: Werneke
Chefarzt Dr. Eugen Klein ist noch am Standort Rheda fleißig. Erst jüngst hat er Rainer Hölscher und Rosalie Fink operiert (v.l.). Ab dem 1. Juli wird er am Klinikum Gütersloh tätig sein.
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Der 30. Juni ist der offizielle Schließungstermin der Betriebsstätte Rheda des Klinikums Gütersloh. Es herrsche „Abschiedsatmosphäre“, und es sei still geworden, sagt Karin Linnemann-May. Die Leiterin für das Medizincontrolling beim Klinikum hat die Projektkoordination für Rheda übernommen. Manche Station ist bereits geschlossen und in ehemaligen Patientenzimmern herrscht gähnende Leere. Allein 30 Betten wurden jüngst dem General Hospital im kroatischen Nasice überlassen. Nachttischchen, Infusionsständer und anderes Mobiliar wie Kinderbetten, für das es im Klinikum Gütersloh keine Verwendung mehr gibt, wurden an verschiedene Einrichtungen gespendet.

„Wir werden hier verwöhnt“

Auf der Station 1 herrscht noch geregelter Krankenhausalltag. Chefarzt Dr. Eugen Klein, zuständig für die Abteilung für Allgemein- und Unfallchirurgie, versorgt wie üblich seine Patienten. So zum Beispiel Rainer Hölscher, der sich am Knie hat behandeln lassen, und Rosalie Fink, die sich einer Hüftoperation unterzogen hat. Sie gehören zu den rund 20 Patienten, die zurzeit noch auf der Station sind. „Wir werden hier verwöhnt“, erklären beide einmütig. Ab dem 1. Juli wird Dr. Klein mit seinem Team in Gütersloh tätig sein. Die „Abteilung für Endoprothetik“ ist dort seine Wirkungsstätte. Er weiß, dass er schon die ersten zwei Wochen dort gut zu tun haben wird.

Umzug nach Gütersloh

In Rheda konzentriert Dr. Klein seine Arbeit zurzeit auf einen Operationssaal. Der Verlagerung der Rhedaer Betriebsstätte – sie verfügte zuletzt über die Schwerpunkte Allgemeine und Unfallchirurgie sowie Plastische, Ästhetische und Handchirurgie (Chefarzt Dr. Bernd Ruhnke) – an den Hauptstandort des Klinikums in Gütersloh sieht er positiv entgegen. Er hofft, dass der finanzielle Druck nachlassen werde.

Stürmische Zeiten

Der Mediziner hat bereits die stürmischen Zeiten 2005 miterlebt, als das Rhedaer Krankenhaus vorübergehend geschlossen wurde. Seinerzeit hätte er woanders hingehen können, verrät er, sei aber geblieben, denn das Haus in Rheda „war wie eine zweite Familie“. Er wünscht sich, dass etwas dieser „sehr familiären Atmosphäre“ auch in der größeren Klinik bewahrt werden kann. Seine Patienten wurden so aufgenommen, dass sie zum 26. Juni entweder entlassen werden oder Rehamaßnahmen wahrnehmen können.

„Niemals geht man so ganz“

Unter dem Motto „Niemals geht man so ganz – Auf Wiedersehen in Gütersloh“ wird am Sonntag 30. Juni, von 11 bis 15 Uhr Abschied vom Krankenhaus in Rheda gefeiert. Zum Fest an der Gütersloher Straße 62 bis 64 sind alle Bürger willkommen. Das Team der Betriebsstätte Rheda des Klinikums Gütersloh möchte sich für das ihm entgegen gebrachte Vertrauen bedanken. Es wird eine Tombola und eine Hüpfburg geben. Würstchen werden gegrillt und Getränke angeboten. Der gesamte Erlös der Abschiedsfeier ist für den Verein „Hand an Hand – Elterninitiative krebskranker Kinder“ bestimmt.

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