Dieser Entwicklung will die Evangelische Versöhnungskirchengemeinde Rechnung tragen. Auf einer Freifläche zwischen Einzel- und Doppelgräbern unweit des Mausoleums ist in den vergangenen Monaten ein so genannter Friedhain entstanden, auf dem evangelische wie katholische Christen unter Bäumen die letzte Ruhe finden können. Zehn Laubbäume ließ die Gemeinde auf dem Areal pflanzen, ringsum können Urnengräber angelegt werden – acht pro Baum, insgesamt also 80. Die erste Grabstätte ist seit kurzem vergeben.
Pfarrer Artur Töws sowie Ulrich Welp und Roland Bänisch vom Friedhofsausschuss gehen aber fest davon aus, dass bald weitere Beerdigungen auf dem Friedhain folgen werden. „Die Nachfrage nach neuen Bestattungsformen ist enorm“, sagt Töws.
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Hintergrund
2256 Grabstätten stehen auf dem Evangelischen Friedhof zwischen Fürst-Bentheim- und Oelder Straße nach Angaben der Gemeinde zur Verfügung. Ein früheres Gutachten ging davon aus, dass die Aufnahmegrenze des Friedhofs im Jahr 2010 erreicht werde – eine Fehleinschätzung, wie sich im Nachhinein herausstellte. „Die Verfasser der Studie hatten nicht berücksichtigt, dass Erdbestattungen deutlich zurückgehen und im Gegenzug die Nachfrage nach alternativen Bestattungsformen wie Urnen- oder Friedhain-Gräbern steigt“, erklärt Pfarrer Töws. Diese Gräber seien deutlich platzsparender.
Denn hier halte sich der Pflegeaufwand in engen Grenzen, unterstreicht Petra Jagiella von der Friedhofsverwaltung. Das Mähen des Rasens sei ebenso in der Grabgebühr enthalten wie ein kleiner Gedenkstein. 1190 Euro würden für die letzte Ruhestätte im Friedhain bei 20-jähriger Grablaufzeit fällig.
Vor zweieinhalb Jahren habe die Gemeinde den Beschluss gefasst, mit dem Friedhain neue Wege zu gehen, sagt Presbyter Bernhard Stoelzel. Das überschaubare Areal unweit des Mausoleums sei jedoch nur ein „Testballon“, unterstreicht Artur Töws. Einen deutlich größeren Friedhain wollen die Verantwortlichen auf dem ehemaligen Schrebergartengelände neben der Oelder Straße anlegen.
Das 4000 Quadratmeter umfassende Grundstück in direkter Nachbarschaft zum Friedhof ist bereits gerodet und vom Sperrmüll, den Umweltfrevler hier innerhalb von 35 Jahren abgeladen hatten, befreit worden. Nur einige Bäume blieben stehen.
Demnächst soll die Aufforstung des Areals beginnen. In einigen Jahren, wenn die Gestaltung des Geländes abgeschlossen und die Aufnahmekapazität des kleinen Friedhains ausgeschöpft ist, könnten auf der ehemaligen Schrebergartenkolonie die ersten Beisetzungen stattfinden, sagt Pfarrer Töws. Einen konkreten Termin gebe es aber noch nicht.

