Lkw-Unfall in Halle, Fahrer tot
Bilder G. Darhoven
Nach dem Unfall ist das Wohnhaus einsturzgefärdet.
Bilder G. Darhoven

Der Sattelschlepper war gegen 3.20 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und in das Wohnhaus gefahren. Das Fahrzeug entzündete sich und die Flammen griffen auf das Haus über. Der Fahrer des Lastwagens wurde tot in seinem Führerhaus gefunden. Die Polizei ermittelt. Der Fahrer kommt aus Hamm, der Lkw gehört zu einer Spedition in Münster. Die Bewohner konnten das Haus selbständig verlassen. Zwei von ihnen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus Halle gefahren.

„Es gab einen gigantischen Knall, den man kaum beschreiben kann. Ich bin raus aus meinen Bett und runter zu meiner Frau und da stand plötzlich ein LKW in unserem Haus“, berichtet Matthias Deppner  und schaut sichtlich schockiert auf sein brennendes Wohnhaus an der Bielefelder Straße 41 in Halle/Westfalen. Die 45-jährige Ehefrau des Hauseigentümers erlitt dabei etliche Schnittverletzungen. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht. Zwei Frauen aus dem hinteren Wohnteil des Hauses erlitten schwere Schocks.

Rund 80 Einsatzkräfte der Feuerwehrlöschzüge Halle, Hörste und Kölkebeck bekämpften die Flammen an Lastwagen und Wohnhaus von mehreren Seiten. Bei Eintreffen der ersten Kräfte haben der LKW sowie das Haus bereits in hellen Flammen gestanden, berichtete Einsatzleiter Wilhelm Köhne. Der lediglich mit Paletten beladene Lkw brannte nahezu aus. Der vordere Teil des Hauses ist nach dem Unfall stark einsturzgefährdet.

Ortsdurchfahrt ist eigentlich für Schwerlastverkehr gesperrt

Bislang ist unklar, warum es zu diesem Unfall gekommen ist und ob der Fahrer berechtigt war, trotz erst vor eineinhalb Wochen in Kraft getretenen beidseitigen Sperrung der Ortsdurchfahrt für den Schwerlastverkehr, mit Ausnahme für gewerbliche Anlieferungen, in den Ortskern zu fahren. Lkw ab 7,5 Tonnen dürfen nur noch über die neue Haller Südumgehung fahren.

„Wir haben tief und fest geschlafen, als es plötzlich einen entsetzlichen Knall gab. Da ich im oberen Stockwerk des Hauses schlafe und meine Frau mit dem Hund unten, bin ich natürlich sofort runter. Da habe ich meine Frau schon schreien hören“, erzählt Deppner. Nachdem seine Frau in Sicherheit war, rannte Matthias Deppner zum hinteren Anbau des Hauses, das er vermietet hat. Getrieben von der Angst, dass das Feuer sich schneller ausbreiten könnte, als die Feuerwehr eingreifen kann oder es zu einer Gasexplosion kommen könnte, trat er eine Wohnungstür ein und weckte zwei schlafende Frauen. Unverletzt aber schockiert brachten sich alle in Sicherheit.

Der Unfallort auf der Bielefelder Straße (B68) war für die Unfallaufnahme zwischen Grüner Weg und Kreisstraße/Teichstraße weiträumig bis zum Nachmittag abgesperrt. Eine Umleitung ist eingerichtet. Zur Klärung der Unfallursache wurde ein Sachverständiger hinzugezogen.

Polizei sucht Zeugen

Zeugen, die die B68 zum fraglichen Zeitpunkt befahren und das Unfallgeschehen beobachtet haben, werden von der Polizei dringend gebeten, sich unter 05241/8690 melden.

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