Mit Schildern gegen illegale Entsorgung
Bild: Walkusch
Wollen mit Schildern Anwohner sensibilisieren, Gartenabfälle nicht in der freien Natur zu entsorgen: (v. l.) Anke Ulonska (Abfallberatung der Gemeinde Steinhagen), André Westerheide und Uwe Schneider (beide Bauhof Steinhagen), Wolfgang Schulze (Abteilung Umwelt des Kreises Gütersloh) sowie Johannes-Otto Lübke (Regionalforstamt OWL).
Bild: Walkusch

Als erste Kommune im Kreis hat die Gemeinde Steinhagen am Mittwoch die Schilder aufgestellt. Das kommt nicht von ungefähr. Schließlich hatte Anke Ulonska von der Abfallberatung der Gemeinde die Anregung für solche Tafeln gegeben. Der Kreis fand die Idee gut und fragte auch bei den anderen Gemeinden und Städten an. „Zehn Kommunen haben die Schilder mittlerweile auch bestellt“, sagte Wolfgang Schulze von der Umweltabteilung des Kreises. Die Kosten tragen zur Hälfte die Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh (GEG) und zur Hälfte die Kommunen.

Aufgestellt werden die Tafeln an Orten, die in den Städten und Gemeinden bekannt dafür sind, dass dort Garten- und Grünabfälle abgeladen werden. „Meist in kleinen Wäldern, die an Siedlungen grenzen“, erklärte Schulze. Und als hätten sie es geahnt, fanden die Mitarbeiter des Steinhagener Bauhofs dort, wo das erste Schild am Mittwoch aufgestellt werden sollte, einen zwei Quadratmeter großen Haufen mit Grünabfällen. „Das geht so nicht“, machte Anke Ulonska deutlich. „Im Garten wird alles schöngemacht und dann werden die Abfälle mit der Schubkarre im Wald entsorgt. Das ist schon dreist.“

Das Verhalten schade nicht nur der Natur, sondern gehe auch auf die Kosten der Bürger. Schließlich müsse der Bauhof das Ganze wegräumen. Dass Gartenbesitzer auf diese Art Kosten für Kompostierung sparen wollen, ist für Wolfgang Schulze ebenfalls unverständlich. „Sie geben viel Geld bei den Baumschulen aus, die Kosten für die Entsorgung wollen sie aber nicht tragen“, sagte er.

Auf den Schildern steht eine Mahnung, dass die Gartenabfälle nicht in die Natur gehören. „Wir wollen damit die Menschen sensibilisieren“, sagte Anke Ulonska. Die Anwohner sollten sehen, dass man diese Verstöße verfolge und eventuell auch Nachbarn ein Auge offen halten. „Es handelt sich dabei nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine Ordnungswidrigkeit“, machte die Abfallberaterin deutlich. Die Kommunen hätten die Freiheit, Verstöße mit einem Bußgeld von bis zu 50 000 Euro zu ahnden. So weit ist es bisher aber noch nicht gekommen. „Wir wollen eher an das Verantwortungsbewusstsein appellieren“, so Anke Ulonska.

Wer Gartenabfälle in der Natur ablade, könne großen Schaden anrichten, sagte Wolfgang Schulze von der Umweltabteilung des Kreises. „Erst einmal werden die Pflanzen, die dort natürlich wachsen, platt gedrückt.“ Zudem wüchsen im Garten auch Arten, die es in der Region normalerweise nicht gebe. Manche seien ungefährlich, andere wiederum invasiv, breiteten sich in Deutschland aus und verdrängten heimische Pflanzen. Das passiere vor allem dann, wenn das Grün noch nicht ganz abgestorben sei. Dann könnten Wurzeln weiter wachsen oder Samen verstreut werden.

Auch wenn die Abfälle abgebaut würden und somit ein Dünger entstehe, werde das Gleichgewicht gestört, so Schulze. Asseln, Regenwürmer, Springschwänze, Bodenmilben, Pilze und Bakterien, die sogenannte zersetzende Gesellschaft der Kleinlebewesen, seien auf solche organischen Massen in der freien Landschaft nicht eingestellt. Im Extremfall könnten Bodenlebewesen unter den Gartenabfallmengen sterben. Sickersäfte aus den Pflanzenresten könnten das Grundwasser schädigen.

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