Nur der Hagel kann die Traceure stoppen
Bild: Dünhölter
Rund 200 Jugendliche aus Deutschland und der Schweiz haben sehenswerten Sport gezeigt, hier Lokalmatador Malte Lucietto.
Bild: Dünhölter

Rund 200 Jugendliche aus Deutschland und der Schweiz nahmen daran teil. Die Begeisterung der Bürgermeisterin wurde nicht enttäuscht. Scheinbar ohne den Gesetzen der Schwerkraft zu unterliegen, sprangen die jungen Menschen zwei Tage mit der Geschmeidigkeit und der Kraft von Raubkatzen über Autos, klettern schnell wie Spinnen an Gebäuden hoch, wanden sich wie Schlangen um Metallstangen oder sprangen gekonnt wie Affen über Entfernungen bis zu drei Metern.

200 Jugendliche begeistern

Stoppen konnte die Akteure nur der schwere Hagelschauer am Samstagnachmittag. Die Traceure und Traceurinnen, so der Name der Sportler, mussten warten, bis die künstlich aufgebauten Hindernisse, die Kästen und die neue Kletterwand nach dem Guss wieder abgetrocknet waren. „Bei Feuchtigkeit ist es zu gefährlich. Man hat keinen Griff und keinen sicheren Tritt“, so ein Teilnehmer.

Mit Camp-Leiter Claus-Peter Mosner kletterte Maria Unger auf einen gut zwei Meter hohen Kasten, und beide sprangen Hand-in-Hand leicht wie Federn in die Tiefe. Ein dicke Sprungmatte sorgte dabei für die nötige Absicherung. Darauf gelandet, strahlte die 60-Jährige: „Das hat richtig Spaß gemacht“. Wie in den Vorjahren gehörte das Gelände rund um die Janusz-Korczak-Gesamtschule von Freitag bis Sonntag den jungen Traceuren aus Berlin, Hamburg, Stuttgart, dem Ruhrgebiet – und aus Gütersloh.

Treffen mit familiärem Charakter

„Parkour ist eine Mischung aus Sport, Lebensgefühl, Phantasie, Kreativität und Prävention“, erläutert Klaus-Peter Mosner vom federführenden Fachbereich Jugend der Stadt Gütersloh. Was in Gütersloh 2009 mit 30 Personen begann, hat sich längst zu einer Welle entwickelt.

Die Hälfte der rund 200 Startplätze war wenige Tage nach Anmeldestart vergeben. Leicht hätte die Camp-Größe 300 bis 400 Personen betragen können. Mosner: „Wir haben uns bewusst für eine Begrenzung entschieden. Es soll persönlich und quasi familiär bleiben. Die Teilnehmer sollen sich ja auch untereinander austauschen und kennenlernen“.

Stets Grenzen überwinden

Als einer von gut 50 freiwilligen Helfern hatte sich der 18-jährige Malte Lucietto in die Reihen der Hindernisüberwinder eingereiht. Der junge Dachdecker-Azubi ist so etwas wie einer der Trendsetter der Gütersloher Traceure-Szene. Seit gut sechs Jahren springt Malte schon über Autos, vollführt Saltos in der Luft und turnt auf Gerüsten herum. Der Reiz liegt für ihn – trotz aller Erfahrung – in den „immer wieder neuen Erlebnissen und Möglichkeiten“.

Malte Lucietto: „Jeder Parkour, jedes Hindernis ist anders. Man muss immer wieder neue Lösungen suchen. Dabei überwinde man auch seine Grenzen immer wieder neu. Darum wird Parkour nie langweilig.“

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