Petition: Kirche soll Fehler verzeihen
Bild: Grujic
Im Dezember hatte sich der Elternrat des St.-Vitus-Kindergartens gegen die Kündigung der langjährigen Leiterin der Betreuungseinrichtung ausgesprochen, allerdings ohne Erfolg. Das Bild zeigt (v.l.) Katrin Speckmann, Kathrin Gerhard (beide Elternrat), die damalige St. Viter Kindergartenleiterin Elisabeth Sinnerbink sowie Gordon Köhler und Meike Altemeier (beide Elternrat). Jetzt haben die Väter und Mütter eine Online-Petition gestartet.
Bild: Grujic

Die Petition soll im September dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, übergeben werden. Hintergrund für das Engagement des St. Viter Elternrats ist die Kündigung der langjährigen Leiterin des katholischen Kindergartens am Lattenbusch. Elisabeth Sinnerbrink hatte zum zweiten Mal geheiratet und daraufhin ihren Job verloren („Die Glocke“ berichtete). Ihr war zum 31. März vom Träger der St. Viter Betreuungseinrichtung gekündigt worden. Die Katholische Kindertageseinrichtungen gGmbH Minden-Ravensberg-Lippe hatte sich seinerzeit auf die Rechtsordnung der Kirche berufen, wonach der Abschluss einer nach dem Glaubensverständnis ungültigen Ehe einen schwerwiegenden Loyalitätsverstoß darstelle.

Kündigung der St. Viter Kindergartenleiterin sorgt für Wirbel

Die Kündigung von Elisabeth Sinnerbrink hatte über den Jahreswechsel für Wirbel gesorgt. Die Unterstützung von Eltern, deren Kinder die St. Viter Einrichtung besuchen, sowie anderen Bürgern aus Rheda-Wiedenbrück und darüber hinaus war enorm. Trotzdem konnte der Protest der Elterninitiative nichts an der bereits ausgesprochenen Kündigung ändern. Zum 31. März musste die 48-jährige Verlerin ihren Posten räumen. Nach mehrmonatiger Vakanz soll die Stelle zum 1. August neu besetzt werden, informierte am Montag Meike Altemeier vom Elternrat.

Zum zweiten Mal geheiratet

Damit kirchlichen Mitarbeitern, die zum zweiten Mal heiraten, in Zukunft nicht mehr die Kündigung droht, hat der St. Viter Elternrat am Wochenende eine Online-Petition gestartet. Mehr als 230 Unterstützer haben schon mit ihrer virtuellen Unterschrift ihre Sympathie für das Vorhaben bekundet. Die gesammelten Unterschriften sollen Kardinal Reinhard Marx während der nächsten Tagung der deutschen Bischofskonferenz überreicht werden.

„Die erneute Heirat Geschiedener in kirchlichen Arbeitsverhältnissen darf kein Kündigungsgrund mehr sein“, lautet die Hauptforderung. Diese überkommene Praxis habe nichts mit dem Selbstverständnis einer liebenden und verzeihenden Kirche gemein. Die Verfasser der Petition wünschen sich eine Kirche, „die Fehler und Schwächen verzeiht und das Leben bejaht“.

St. Viter Petition online

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