Polizist für Besitz von Kinderpornos verurteilt
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Ein Polizist zog seine Berufung im Prozess wegen des Besitzes von Kinderpornos zurück. Er muss jetzt 3200 Euro zahlen.
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Gelegentlich spricht man vom Kommissar Zufall, der der Polizei hilft, eine Tat aufzuklären. 2011 war er wieder einmal im Einsatz. Er fasste einen Kollegen, einen Polizeibeamten der Kreispolizeibehörde Gütersloh. Der 34-Jährige aus Schloß Holte-Stukenbrock besaß auf seinem Rechner kinderpornografische Bilder.

Im Juni 2012 verurteilte ihn das Bielefelder Amtsgericht deswegen bereits zu einer Geldstrafe von 3200 Euro (80 Tagessätzen zu je 40 Euro). Am Mittwoch wurde dieses Urteil rechtskräftig. Denn der Angeklagte und auch die Staatsanwaltschaft nahmen ihre Berufungen gegen das Urteil zurück.

Angeklagter brachte privaten Laptop mit zum Dienst

Mehr als zehn Jahre arbeitete der Angeklagte bei der Polizei, als er im Frühjahr 2011 ein privates Laptop mit zum Dienst brachte. Er wollte die Bereitschaftszeit nutzen, um mit den Kollegen einen Film zu schauen. Er startete den Rechner und musste dann weg: ein Einsatz. Zurück blieben die Kollegen ohne Film, aber mit dem hochgefahrenen Computer. Auf ihm fielen ihnen Dateinamen auf, die auf kinderpornografische Inhalte schließen ließen.

Ein paar Tage später durchsuchten Polizisten die Wohnung ihres Kollegen und fanden 3000 Bilder auf mehreren Rechnern. Auch in einem Tresor bewahrte der Beamte CDs mit Kinderpornografie auf. Er wurde nach diesen Funden bei 70 Prozent seiner Bezüge vorläufig suspendiert. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

Erstes Urteil war Polizist zu hart

In der ersten Runde vor dem Amtsgericht gab der 34-Jährige an, er habe sich die Dateien irgendwann im Jahr 2002 auf seinen Rechner geladen und dann schlicht vergessen, dass er sie besitze. Der Strafrichter mochte das nicht glauben und verurteilte den Angeklagten zu der Geldstrafe von 3200 Euro. Der Angeklagte legte Berufung ein. Ihm war das Urteil zu hart. Der Staatsanwaltschaft war das Urteil zu milde – ebenfalls Berufung.

In der Verhandlung vor dem Landgericht kam dann jetzt das schnelle Ende. Der Angeklagte war an einen Richter geraten, der sich sehr gut mit Computern auskennt. Der widerlegte die Aussage des Mannes, als er ihm nachweisen konnte, dass er noch im Jahr 2005 kinderpornografische Dateien gespeichert hatte. Der Polizist legte daraufhin ein Geständnis ab und nahm die Berufung zurück. Und auch die Staatsanwaltschaft akzeptierte den erstinstanzlichen Richterspruch.

Wahrscheinlich Karriere-Ende

Damit ist der strafrechtliche Teil des Verfahrens abgeschlossen. Offen ist noch, ob die Polizei den 34-Jährigen weiter beschäftigen wird. Das Verfahren läuft noch. Aber wahrscheinlich sei das das Karriere-Ende, sagte der Vorsitzende Richter.

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