Rheda ab Herbst 2013 ohne Krankenhaus
Bild: Wassum
Das Krankenhaus in Rheda steht vor dem Aus. Voraussichtlich im Herbst kommenden Jahres sollen in dem 50-Betten-Haus an der Gütersloher Straße endgültig die Lichter aus gehen.
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Den zunehmenden Kostendruck im Gesundheitswesen nannte Maud Beste, Geschäftsführerin des Klinikums Gütersloh, als Hauptgrund für die Entscheidung. Häuser mit geringer Bettenzahl könnten kaum noch wirtschaftlich betrieben werden. Das Krankenhaus in Rheda habe zuletzt einen sechsstelligen Fehlbetrag erwirtschaftet.

„Entscheidung nicht leicht gemacht“

Die 2010 eingeleiteten Einsparmaßnahmen hätten das Ruder nicht herumreißen können. Hinzu komme, dass in den kommenden Jahren umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich gewesen wären. Das Bettenhaus stammt aus den 1960er-Jahren, der vorgelagerte Trakt mit Ambulanzen, OP-Sälen und Haupteingang ist knapp 30 Jahre alt.

Hintergrund

Die Evangelische Stiftung Rheda als Eigentümerin der Krankenhaus-Immobilie an der Gütersloher Straße hat noch „keine auch nur vagen Pläne, was mit dem Haus geschehen wird“. Die Verwaltungsdirektorin der Stiftung, Gabriele Walczak, wies auf Anfrage der „Glocke“ darauf hin, dass ihr die konkrete Mitteilung des Klinikums Gütersloh, den Nutzungvertrag zum Jahresende 2013 auslaufen zu lassen, erst kurzfristig zugegangen sei. Zwar habe sie seit Frühjahr gewusst, dass das Klinikum beabsichtige, den Standort Rheda einmal aufzugeben, „aber nicht wann“. „Wir sind mit niemandem im Gespräch“, will Gabriele Walczak allen möglichen Spekulationen und Gerüchten in der Stadt von Anfang entgegentreten.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, weil wir die Bedeutung des Hauses für Patienten und Mitarbeiter kennen“, sagte Maud Beste. „Viele der Kollegen haben noch nie woanders gearbeitet.“ Die Belegschaft am Standort Gütersloher Straße habe auf die Nachricht von der drohenden Schließung mit großer Betroffenheit reagiert.

Mitarbeiter werden übernommen

Ein Trostpflaster für die 71 Mitarbeiter aus Rheda ist die Beschäftigungsgarantie. Alle werden künftig am Hauptstandort des Klinikums in Gütersloh arbeiten. Auch die beiden Behandlungsschwerpunkte der Zweigstelle Rheda werden komplett in die Kreisstadt verlagert: Die Allgemein- und Unfallchirurgie (Chefarzt Dr. Eugen Klein) sowie die Plastische, Ästhetische und Handchirurgie (Chefarzt Dr. Bernd Ruhnke).

Zu geringe Fallzahlen

Am Standort Rheda waren im Jahr 2011 4300 Patienten ambulant und 2050 stationär behandelt worden. Die Hochrechnungen für das laufende Jahr liegen auf ähnlichem Niveau. „Die geringen Fallzahlen erschweren den kostendeckenden Betrieb zusätzlich“, erklärte Klinikums-Geschäftsführerin Maud Beste. Die medizinische Versorgung der Patienten aus Rheda sei mit dem St.-Vinzenz-Hospital in Wiedenbrück und den drei Häuserin in Gütersloh auch künftig gegeben.

Aus drohte schon vor sieben Jahren

Das Rhedaer Haus stand schon 2005 vor dem Aus. Damals bedeutete die Fusion mit dem Gütersloher Klinikum die – vorläufige – Rettung.

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