„Selten so gute Werte gesehen“
Bild: Walkusch
Die Stimmung unter den Unternehmen im Kreis Gütersloh ist so gut wie zuletzt 2007. Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage stellten (v. l.) IHK-Vizepräsident Dr. Markus Miele, Arne Potthoff und IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden vor.
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Die Stimmung unter den Betrieben im Kreis Gütersloh ist im Vergleich zur Frühjahrsumfrage noch einmal besser geworden, wie Miele erläuterte. „Der Indexwert für die gesamte Wirtschaft im Kreis ist von 132 auf 139 Punkte geklettert“, sagte er.

Das liege vor allem an der Industrie. Mit einem Indexwert von 143 (plus 13) sind die Einschätzungen der momentan Lage und der Zukunftserwartungen auf dem höchsten Stand seit 2007. „Kurz vor der damaligen Krise“, erinnerte Miele. Auch im Handel ist die Stimmung besser (von 141 auf 149 Punkte).

Lediglich der Wert für die Dienstleister im Kreis Gütersloh ist gesunken, um 16 Punkte auf 120. Dort bewerteten zwar 97 Prozent der Betriebe die Situation als gut oder befriedigend. Aber wenige große Firmen, die durch die Anzahl der Mitarbeiter bei der Wertung mehr Gewicht haben, sehen die wirtschaftliche Lage eher negativ. Das ziehe die Ergebnisse etwas herunter. Dennoch sei die Lage zum größten Teil durchweg positiv. „Angesichts dieser Stimmung sind weitere Verbesserungen nur noch schwerlich möglich“, so Miele.

Aber nicht nur die gefühlte Situation ist gut. Denn die Statistik gibt den Unternehmern recht. Der Kreis Gütersloh konnte demnach seinen Vorsprung in der Region weiter ausbauen, wie IHK-Geschäftsführer Dr. Stephan von der Heiden verdeutlichte.

Dabei hatte er auch immer wieder neue Rekorde zu vermelden. Beispielsweise bei den Gesamtumsätzen der Industriebetriebe. Die betrugen in den ersten sieben Monaten des Jahres 10,9 Milliarden Euro – 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr und innerhalb Ostwestfalens der höchste Wert. Die Auslandsumsätze sind mit 4,5 Milliarden Euro ebenfalls auf dem Höchststand. Und auch beim Umsatzwachstum von 7,5 Prozent liegt die heimische Industrie weit über dem ostwestfälischen, dem Landes- und dem Bundesdurchschnitt.

Ähnlich sieht es beim Beschäftigungswachstum aus. Acht Prozent mehr Mitarbeiter vermeldet das verarbeitende Gewerbe im Kreis Gütersloh. Das liegt laut von der Heiden aber vor allem daran, dass die Fleischindustrie eine Selbstverpflichtung unterzeichnet hat, wonach Werkverträge in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse umgewandelt werden. „Das ist also kein rein wirtschaftlicher Wachstum“, sagte er.

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