Einigungsgespräche im Tönnies-Streit ausgesetzt
Seit mittlerweile vier Jahren streiten sich Clemens Tönnies (l.) und sein Neffe Robert Tönnies. Die außergerichtlichen Einigungsgespräche sind derzeit ausgesetzt.

In einem Schreiben hatte der Unterhändler von Robert Tönnies, der Bielefelder Wirtschaftsprüfer Jens-Uwe Göke, den Finanzchef des Tönnies-Konzerns, Daniel Nottbrock, zu Verhandlungen an drei möglichen Terminen (25. Februar, 29. Februar oder 1. März) eingeladen. Eine Antwort darauf gab es bis Donnerstag trotz einer Fristsetzung nicht.

„Robert Tönnies ist jederzeit dazu bereit, die Gespräche fortzusetzen“, teilte sein Sprecher am Donnerstag mit. Die außergerichtlichen Einigungsgespräche seien weit fortgeschritten, in Grundzügen seien sich beide Seiten einig. Es gehe um Detailfragen.

Clemens Tönnies stellt Bedingungen

Auf Seiten von Clemens Tönnies werden derzeit drei Bedingungen für die Fortsetzung der Einigungsgespräche gestellt. So wird „Ein klares Bekenntnis von Seiten Robert Tönnies zu einer gemeinsamen Unternehmensführung“ verlangt. Es dürfe kein Unternehmensverkauf angestrebt werden. In einem möglichen Einigungsvertrag dürfe es auch keine Verkaufspflichten für Clemens Tönnies geben, heißt es von der Seite Clemens Tönnies.

Altbundespräsident Herzog als Schlichter

Verlangt wird zudem eine „Einigung unter Leitung eines neutralen Mediators. Zu den Anwälten von Robert Tönnies fehlt das Vertrauen.“ Die Anwälte hätten eine Einigung bisher immer verhindert. Als Schlichter schweben Clemens Tönnies nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Capital Politiker wie Altbundespräsident Roman Herzog oder Ex-Ministerpräsident Wolfgang Clement vor.

Prozess läuft weiter

Die juristische Auseinandersetzung der beiden Seiten läuft unterdessen weiter. Am 7. März treffen die beiden Kontrahenten wieder vor dem Landgericht Bielefeld aufeinander. In dem zentralen Prozess fordert Robert von seinem Onkel wegen „groben Undanks“ eine Schenkung von fünf Prozent der Firmenanteile zurück. Sollte er das Verfahren gewinnen, hätte er die Macht im Unternehmen. Robert und Clemens halten beide je 50 Prozent der Anteile.

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