Unterhaltung durch perfekte Illusion
Bild: Dünhölter
Andreas und Christian Reinelt (v. l.) zogen die Zuschauer durch Magie und Illusion in den Bann  
Bild: Dünhölter

Innerhalb von 15 Sekunden sollte sich Andreas Reinelt (38) aus Ketten und Schlössern befreien. Das klappte leider nicht. Die riesige Kreissäge schlug zu. Kein Grund für Bruder Christian Reinelt (34) Trübsal zu blasen. Stattdessen tänzelte der jüngere der Ehrlich-Brüder froh gelaunt über die Showbühne. Illusion pur: Zum Auftakt hatte Andreas Reinelt seinen Bruder auf die Größe einer Handpuppe geschrumpft. Mittels einer überdimensionalen Streckbank zog er diesen dann langsam wieder auf seine normale Größe.

Charmante Plauderei und Magie

Mit Zauberei hatte die auf sehr charmante Art präsentierte Wiedergeburt des Kunststücks der „Zersägten Jungfrau“ ebenso wenig zu tun, wie der „geschrumpfte Bruder“ – oder alle anderen wunderbaren Illusionen, mit denen die Ehrlich-Brüder am Samstag mehr als 12 000 Besucher schlichtweg verzauberten. Für die echten Sunnyboys gab es nach der Aufführung nur Komplimente.

Die Brüder, vom magischen Zirkel im vorigen Jahr zum dritten Mal mit dem Titel „Magier des Jahres“ gekürt, knüpften mit ihrer Show „Faszination“ genau da an, wo sie mit dem von einer Millionen Menschen besuchten Vorgängerprogramm aufgehört haben. Seit 13 Jahren leben die Reinelts ihren eigenen magischen Traum (seit 2004 unter ihrem Künstlernamen „Ehrlich-Brothers“), an dem sie mit jeder Menge Humor sowie Spielfreude die Zuschauer teilhaben lassen. Für ihre aktuelle Show hatten die Magier in ihrer Zauberwerkstatt in Bünde-Hüffen wieder unglaubliche Sinnestäuschungen ersonnen.

Vom Spielzeug zum Monstertruck

 Als einer der Glanznummern verwandelte sich ein Spielzeug-Truck unter einer Plane zu einem angeblich acht Tonnen schweren, 2000 Pferdestärken starken Monstertruck. Uwe Buschsieweke, Tischlermeister aus Avenwedde, hatte versucht, sich nicht durch einen anderen Blickpunkt ablenken zu lassen und genau hingeschaut: „Unter der Plane haben 1000 Leute herumgewuselt. Die müssen durch ein Loch im Boden eine Truck-Fassade aufgebaut haben. Anders geht es nicht.“

 Ein für das Publikum unsichtbares Loch spielt auch beim Teleportations-Zauber eine Hauptrolle. Sieben Schwiegermütter „verschwanden“ aus einem optisch geschlossenen „Teleportationskäfig“ auf der Bühne – um wenig später im Innenraum wieder aufzutauchen. Allein dieser Nummer brauchte zwei Jahre Vorbereitungszeit. Natürlich war alles nur perfekte Sinnestäuschung: Aber das Zuschauen machte einfach Spaß.

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