Von Rhythmus, Bewegung und Gemeinschaft
Bild: Hein
Beim Tanztag OWL sind in der Stadthalle Gütersloh am Sonntag auch Tänzerinnen der Gütersloher Tanzschule Sport & Ballett Neumann aufgetreten.
Bild: Hein

Aber auch für die regionale Tanzszene fällt ein erkleckliches Sümmchen ab. Wie die einzelnen Studios und freien Tanzgruppen diese öffentliche Unterstützung nutzen, wurde beim Tanztag OWL am vergangenen Sonntag in der Stadthalle in Gütersloh offenkundig. Das Treffen von Compagnien aus Paderborn, Bielefeld, Herford, Detmold und Gütersloh zeichnete ein buntes Bild von Temporary Dance und Hip Hop, von Tango und klassischem Ballett. „Es gilt, Laien und Fortgeschrittene zusammenzubringen, sie aus dem Elfenbeinturm der Ballettstudios herauszuholen“, begründete Kulturdezernent Andreas Kimpel einleitend das weit gesteckte Ziel der regionalen Tanzförderung.

Tanztag OWL zeigt Vielfalt choreografischer Möglichkeiten

Das junge Format Tanz OWL bilde bereits die ostwestfälische Tanzlandschaft in ihrer Breite ab: „Tanz“, so Kimpel, „ist inzwischen in die Region ausgeschwärmt. Seine Markenzeichen sind die Botschafter, die auf der Stadthallenbühne stehen.“

Die zeigten dann in etwa fünfzehnminütigen Vorstellungen eine große Vielfalt tänzerischer und choreografischer Möglichkeiten. Dabei ging es um Rhythmus, Bewegung und Gemeinschaft. Auch wenn nicht alles gelang, wenn die Bühne für die eine oder andere Gruppe etwas zu groß geraten war – es gab anmutige sowie artistische Szenen und es blieb Raum für große Gefühle. So beim Tango Argentino mit seinen Spielarten, die der heimische Tango-Salon „Con Pasión“ aufs Parkett zelebrierte, so auch beim gefühlsgeladenen Pas de Deux zwischen Lilli Neumann und Reza Jaxon von Sport & Ballett Neumann aus der Dalkestadt.

Projekt soll Tanzszene positiv prägen

Der Tanztag OWL ist keine Leistungsschau. Er soll die am Projekt beteiligten Städte und Menschen miteinander verbinden, die vorhandenen Elemente in der Tanzszene von OWL positiv ergänzen und den Austausch untereinander fördern. Er gibt auch Anregungen für die weitere Arbeit bei der Nachwuchs- und Talentförderung. Die junge Truppe des Bielefelder Dance-Art-Studios etwa sieht sich als eine Bewegung, die Publikum und Tanzende mit Hip-Hop-Musik konfrontiert und tänzerisch die Frage klärt: Was bedeutet es, einer Gruppe zugehörig zu sein?

Oder die Tänzerinnen von Sport & Ballett Neumann, die in ihrem Stück „Spektrum“ menschliche Gefühle in den Mittelpunkt rücken. Wie kann deren Vielfältigkeit dargestellt werden? Ein Kaleidoskop von Farben zog die Zuschauer in der Stadthalle durch einen wirbelnden Strudel von Neugier, Freude, Freundschaft und Leidenschaft. Alles zur Nachahmung empfohlen.

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