Weinert-Brüder rücken Armut in den Fokus
Bild: Weinert
Auf abenteuerliche Fotoreisen haben sich die Brüder Patrick und Dennis Weinert (v. l.) aus Rheda begeben. Ihr Projekt zum Thema Armut hat sie unter anderem nach Nepal geführt.
Bild: Weinert

Sie ist Teil der „Welt in Not“, die die Brüder Patrick und Dennis Weinert aus Rheda fotografisch in den Fokus rücken. „A World in Distress“ titeln die zwei ehemaligen Einstein-Gymnasiasten ihr zweisprachiges Buch, das sie im kommenden Jahr im Selbstverlag herausbringen wollen, und das damit verbundene Spendenprojekt zugunsten dreier Hilfsorganisationen. Mittel dafür wollen sie durch eine Crowdfunding-Kampagne erzielen, die am 25. Oktober startet. Rund 5000 Bilder haben die zwei Brüder mit nach Hause gebracht, die sich dieses Jahr auf den Weg in drei der ärmsten Länder der Welt gemacht haben: das afrikanische Burkina Faso, das südasiatische Nepal und das amerikanische Haiti. „Wir wollten ein Bild davon bekommen, wie Armut global aussieht“, erläutert Dennis Weinert, warum er und sein Bruder bewusst verschiedene Kontinente ausgesucht haben. Zugleich gaben Zeit und finanzielles Budget einen Rahmen vor.

Eine Welt in Not

„A World in Distress“ ist das erste sozialdokumentarische Projekt des 22- und des 20-Jährigen, die schon als Jugendliche zum Spaß im Hambusch filmten. Mitte 2012 haben sich die Autodidakten im Bereich der Fotografie und des Films unter dem Namen „Weinert Brothers“ selbstständig gemacht. Vor dem aktuellen Projekt haben sie hauptsächlich Werbeaufträge umgesetzt. Die Idee, dokumentarisch zum Thema Armut zu arbeiten, hat sie seit ihrem dreiwöchigen Philippinen-Aufenthalt Ende 2013 nicht mehr losgelassen. Kinder, die für eine Holzkohlefabrik arbeiten, statt eine Schule zu besuchen, Rauch, der die Augen tränen lässt, ein Vater, der berichtet, dass er für 3000 Euro seine Niere verkauft hat, um seine Familie durchzubringen – solches Elend hautnah zu spüren, hat die jungen Männer, die im Elternhaus in Rheda leben, „gepackt“. Nach ihrem Besuch der Slums in Manila stand fest: „Wir müssen mehr machen.“ Vom Nomaden bis zum Gangsterboss haben sie ihre folgenden Projektreisen geführt. An ihren Begegnungen und Erfahrungen wollen sie die Leser ihres Bildbands – er soll auf 160 Seiten Texte und zirka 80 Fotos enthalten – teilhaben lassen und dazu anregen, das Verhältnis zwischen so genannter erster und dritter Welt sowie wirtschaftliche Zusammenhänge zu hinterfragen.

Hilfsprojekte unterstützen

Drei Kameras, drei Objektive und zwei in Reserve, eine Solarladestation und rund 20 Akkus hatten Patrick und Dennis Weinert in ihrem je rund 20 Kilo schweren Gepäck, als sie aufbrachen, um den Fragen nachzuspüren: Wie fühlt sich Armut an? Wer ist für die Zustände verantwortlich? Wie kann man dem entgegenwirken? Zu ihren drei Zielländern sind sie jeweils vom Düsseldorfer Flughafen aus gestartet und zwischendurch immer wieder nach Hause zurückgekehrt. Ende August endete ihre Reisephase. Jetzt arbeiten sie mit Hochdruck daran, ihr Buchprojekt zu verwirklichen und zugleich drei Hilfsprojekte zu unterstützen. Am 25.Oktober wird im Kreis geladener Gäste in Bielefeld das Buch im Vorverkauf vorgestellt, und die Crowdfunding-Kampagne über eine Internetplattform startet. Druck und Vertrieb des Bildbands sollen so finanziert werden, und sämtliche Gewinne aus dem Buchverkauf sollen die  Hilfsprojekte Maiti Nepal, Restavek Freedom und Katrin-Rohde-Stiftung fließen.

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