„Wir machen da einen sehr guten Deal“
Unumgängliche Maßnahmen für 17,1 Millionen Euro bis zum Jahr 2022 listet das von der Geschäftsführung des Flughafens vorlegte Investitionspaket auf. Darüber hinaus sind weitere Projekte für 7,1 Millionen Euro wünschenswert. Der Kreis Gütersloh will eine knappe halbe Million Euro bereitstellen.

Dagegen, dass der Kreis dem Flughafen Paderborn-Lippstadt einen außerordentlichen Zuschuss von je 244 000 Euro in den Jahren 2018 und 2020 überweist. Alle übrigen Politiker votierten dafür.

Die 488 000 Euro sind allerdings nicht die einzigen Mittel, die der seit 2009 Verlust machende Airport vom Kreis bekommt. Denn als Acht-Prozent-Anteilseigner schießt Gütersloh seit 2015 jährlich auch noch maximal 200 000 Euro als Verlustabdeckung zu. Von 2012 bis 2014 waren es jeweils 100 000 Euro.

Investitionszuschuss vom Kreis für den Flughafen Paderborn

Angesichts der Bedeutung des Flughafens für die Wirtschaft und die Menschen im Kreis Gütersloh hält die klare Mehrheit im Kreistag diese Aufwendungen für gerechtfertigt. Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU): „Wir als Kreis halten 7,99 Prozent der Anteile. Aus unserem Bereich kommen aber 16 Prozent der Nutzer. Da machen wir einen sehr guten Deal.“

Man betrachte die Situation in Paderborn seit Jahren zwar kritisch, der Airport habe aber die geringste Verlustquote aller Regionalflughäfen, erklärte CDU-Sprecher Dr. Heinrich Sökeland. Der Deckel bei der Verlustabdeckung „tut uns ganz gut“, den notwendigen Investitionen dürfe man sich aber nicht verschließen. „Wir sind nicht berechtigt, den Flughafen sterben zu lassen“, sagte Sökeland. Im gleichen Atemzug lobte er den neuen Geschäftsführer, der sein Handwerk verstehe.

Grüne wollen Beteiligung der Wirtschaft

Gleiches machte auch Helga Lange, die insgesamt aber das ständige Hin und Her bei Stammkapital, Verlustabdeckung, Darlehen und Investitionszuschuss kritisierte. „Die Rahmenbedingungen sind nicht in Ordnung. Wir brauchen ein Luftverkehrsabkommen“, sagte die Grünen-Politikerin mit Blick auf viele defizitäre Regionalflughäfen. Mit Verweis auf das Beispiel Siegerlandflughafen forderte Lange zur Entlastung der Kommunen eine finanzielle Beteiligung der den Airport immer wieder fordernden heimischen Wirtschaft.

Dr. Annegreth Schütze (Freie Wähler) bezeichnete diesen Vorschlag als „überlegenswert“. Für die Langenbergerin steht fest, dass der Flughafen „dauerhaft zu subventionieren ist“.

Kaltefleiter weist Lange-Äußerung zurück

Helga Langes Aussage in puncto Beteiligung der Wirtschaft brachte Helmut Kaltefleiter (CDU) auf die Palme. „Die Wirtschaft immer wieder als bösen Buben darzustellen, ist nicht in Ordnung“, sagte der Verler. Die Unternehmer zahlten auf ihre erwirtschafteten Erlöse ja schon Steuern, die den Kommunen als Haupteinnahmequellen dienten.

Für die SPD erklärte Liane Fülling, der Flughafen müsse nicht nur am Leben gehalten werden, sondern benötige auch Mittel für nötige Investitionen.

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