Boote sind nicht mehr zu retten
Bild: Dinkels
"Bootshaus Retter": Die Vorstände (v.l.) Rolf Theiß, Dirk Langnau und Norbert Kleinegrauthoff wollen mit dem Verkauf von T-Shirts Einnahmen zur Rettung des Bootshauses erzielen.
Bild: Dinkels

Am Freitag waren einige Boote zur Firma Husemann geschafft worden, die über eine Trafowaschanlage verfügt. Schnell war klar: „Wir kriegen die nicht sauber“, erklärten Theiß und seine Vorstandskollegen Norbert Kleinegrauthoff und Dirk Langnau am Donnerstag unisono. „Zu 99 Prozent sind sie nicht mehr zu gebrauchen.“ Schon wegen des Geruchs nicht, der sich nicht beseitigen lasse. Besonders bitter: Die vereinseigenen Boote (25 bis 30) waren wegen hoher Prämien nicht versichert.

Eingelagerte Privatboote müssen bei der Hausratsversicherung gemeldet werden. Bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend in der Neuen Mühle haben alle Eigner ein Formular mit den notwendigen Informationen erhalten. Nicht nur die Boote sind hin. Auch Paddel, Spritzdecken, Westen und Helme haben nur noch Schrottwert.

Die zweistündige Mitgliederversammlung verlief ausgesprochen ruhig. An die 90 Wassersportler nahmen teil. Aus Teilnehmerkreisen verlautete, es habe Solidaritätsbekundungen für das Krisenmanagement des Vorstands gegeben. Wie es mit dem abgebrannten Bootshaus weitergeht, ist noch völlig offen. Die Gutachter hätten ihre Arbeit noch nicht abgeschlossen, sagte Theiß. Sicher sei nur: „Wir wollen ein Bootshaus.“

Anfang Mai soll auf der Wiese zunächst ein zehn mal zwölf Meter großes Zelt(-bootshaus) aufgestellt werden, an dem am 13. Juli auch das traditionelle Sommerfest mit Live-Musik gefeiert werden soll. Der Trainingsbetrieb soll Anfang Mai im Wapelbad wieder aufgenommen werden. Auch dort herrschten gute Bedingungen, hieß es am Donnerstag. Die Nachbarvereine in Verl und Rheda-Wiedenbrück sowie Freunde in OWL hätten angeboten, mit Kanus auszuhelfen.

Was in Hamburg St. Pauli funktioniert, soll auch der Faltbootgilde helfen. „Bootshaus-Retter“ steht auf dunkelblauen Shirts, die für einen Mindestpreis von 30 Euro verkauft werden sollen. In einem ersten Rutsch werden 400 hergestellt, 4000 und mehr würde Theiß gern verkaufen. Am Samstag, 23. März, stehen die Wassersportler damit in der Fußgängerzone.

Für den 13. April ist in der Stadthalle ein Benefiz-Konzert mit Gerry Spooner and Friends geplant. Noch offen ist das Datum für ein Benefizspiel der Handballspielgemeinschaft (HSG) Gütersloh gegen Steinhagen. Außerdem hat die Faltbootgilde bei der Sparkasse Gütersloh ein Spendenkonto eingerichtet.

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