Bürger stellen bohrende Fragen
Bild: Dinkels
Volles Haus im Kleinen Saal der Stadthalle: Bürgermeister Henning Schulz (mit Mikrofon), seine Beigeordneten Christine Lang und Andreas Kimpel sowie Dezernent Joachim Martensmeier standen den Bürgern Rede und Antwort.
Bild: Dinkels

Schnell ging es um die Sporthalle der Anne-Frank-Gesamtschule. Die Schulpflegschaftsvorsitzende wollte beispielsweise wissen, wie das Schulleben ablaufen solle, wenn dort 120 Flüchtlinge wohnten. Eine Mutter sah die Gefahr, einen Brennpunkt an die Schule zu verlagern, vor allem wegen der vielen jungen Männer unter den Flüchtlingen. Andere mutmaßten, die Innenstadtschulen, vor allem die beiden Gymnasien, würden bewusst ausgeklammert.

Schuldezernent Joachim Martensmeier garantierte die Sicherheit. Die Flüchtlinge würden betreut und es gebe einen Sicherheitsdienst. Die Auswahl erfolge nach bestimmten Kriterien und danach, ob in einem Quartier schon viele Flüchtlinge vorhanden seien. Das sei in der Innenstadt der Fall. Auch die Sporthalle des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums an der Herzebrocker Straße sei geprüft worden. Martensmeier: „Es hat absolut nichts mit dem Schultypus zu tun.“

Ein Vater zweier Töchter an der Gesamtschule meinte aber auch, es stelle sich nicht in erster Linie die Frage, wie Sportunterricht verlagert werden könne, sondern wie man Menschen Schutz gewährt werden könne, zumal an einer Schule, die den Namen von Anne Frank trage.

Bürgermeister Henning Schulz (CDU) sagte, es sei nicht das Ziel, Sporthallen zu nutzen, aber es gehe darum, Obdachlosigkeit zu vermeiden. Kämmerin Christine Lang sagte, Sporthallen seien wegen der hohen Betriebskosten die teuerste Form der Unterbringung.

„Warum können wir nicht mit unserem Partner die Probleme kurzfristig lösen“, fragte ein Mann mit Blick auf leerstehende Sporthallen und Wohnungen bei den Britischen Streitkräften. Weil die Briten nein gesagt hätten, entgegnete Schulz. „Perspektivisch werden wir auf die Einrichtungen der Britischen Streitkräfte erst Anfang 2017 zugreifen können.“

Gefragt wurde nach leerstehenden Gewerbehallen (Huga an der Osnabrücker Landstraße), dem ehemaligen Teppichlager Dettmer an der Berliner Straße, der leerstehenden Diskothek an der Hans-Böckler-Straße und anderen Immobilien. Alles geprüft, sagte Schulz, aber die Stadt sei auch nicht bereit, Preise für Luxuswohnungen zu bezahlen.

Anwohner aus Niehorst wollten wissen, wie es vereinbar sei, bei knapp 300 Einwohnern am Ellernhagen für 60 Flüchtlinge Unterkünfte zu bauen, das wären dann gut 20 Prozent der Einwohner. Schulz entgegnete, es seien Menschen, die zu ihnen kämen.

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