Circus Roncalli startet in Gütersloh
Bild: Dinkels
Freuen sich auf das Gastspiel in Gütersloh: (v. l.) Kulturdezernent Andreas Kimpel, Bürgermeisterin Maria Unger, Clown Sergej Maslennikov, Direktor Bernhard Paul und Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Libuda. Die SWG sponsern den Strom (für die Glühbirnen).
Bild: Dinkels

Perfektionismus bezeichnet Paul als sein größtes Laster. Und zu einem perfekten Ambiente gehört für ihn angenehmes Licht. LED-Leuchten und Energiesparlampen fehle der Warmlichtanteil, sagt der Österreicher. Und seine üppige Glühbirnen-Reserve werde ihn wohl noch überleben.

Mit dem Programm „Salto Vitale“ startet der Circus Roncalli am 28. August in Gütersloh eine zweijährige Tournee, die durch mittelgroße Kommunen führt. „Es gibt so viele Städte, in denen wir noch nicht waren“, sagte Paul. Roncalli werde sonst eher mit Metropolen in Verbindung gebracht. Das solle sich ändern. Parallel tourt ein zweites Programm mit dem Titel „Time is Honey!“ vornehmlich durch Österreich. Beide seien absolut gleichwertig, versicherte Paul.

Die Professionalität der Partner in Gütersloh nannte Professor Peter Schwenkow, Vorstandschef des Partners und Veranstalters Deutsche Entertainment AG, als Grund für den Start in der Kreisstadt. Durch die DEAG war schon der Pianist Lang Lang nach Gütersloh gelangt. „Wir kommen her, weil wir uns hier wohl fühlen“, sagte Paul bei seinem ersten Besuch in Gütersloh. Laut Schwenkow wurden bereits an die 1000 Eintrittskarten für das zehntägige Gastspiel verkauft. Insgesamt gibt es 16 Vorstellungen. Das Zelt fasst 1500 Besucher.

Und was erwartet sie außer der besonderen und oftmals beschriebenen Roncalli-Atmosphäre im nostalgischen Manegenrund? Unter anderen der jonglierende Clown Sergej Maslennikov, vor dem ganze Orchesterausrüstungen nicht sicher sind. Außerdem kommen Zebras, die nicht haaren und kein Heu brauchen. Das menschliche Quintett in tierischen Kostümen zeigt Hochleistungsakrobatik. Als besondere Gäste nur in Gütersloh lassen die Pantomimen Les Frères Taquins eine Automatenpuppe lebendig werden. Weitere Künstler beeindrucken am Trapez, auf dem Schlappseil, mit Ringen, im Rhönrad und auf dem Schleuderbrett. Außerdem sind Schlittenhunde mit von der Partie.

Für die Sondertournee bringt Paul Künstler früherer Programme wieder zusammen und verspricht ein „Gesamtkunstwerk, in dem Ambiente, Atmosphäre und Artisten perfekt zusammenwirken“. Dazu gehören auch Gabor Vosteen, der „Flötenmann“, die formvollendet reitende Saabel Family sowie die Schwestern Kelly und Alexandra, die zeigen, was sich im Handstand alles leisten lässt. Die Grenzen zum Varieté sind an manchen Stellen fließend.

„Es freut uns, dass Sie in Gütersloh starten“, sagte Bürgermeisterin Maria Unger (SPD). Kulturdezernent Andreas Kimpel sagte, es gelte den Begriff Zirkus kulturpolitisch neu zu definieren.

Übrigens: Vor Roncalli kommt noch der Großzirkus Krone vom 17. bis zum 21. Juli nach Gütersloh. Das macht den Kölnern aber nach den Worten von Pressesprecherin Meike Schütte keine Sorgen – Roncalli sei einzigartig.

Vorstellungen sind vom 28. August bis zum 7. Dezember dienstags bis freitags ab 20 Uhr, mittwochs auch 16 Uhr, samstags ab 15 und 20 Uhr sowie sonntags ab 14 und 18 Uhr. Der Montag ist spielfrei. Weitere Tourorte sind Göttingen, Paderborn, Celle, Wolfenbüttel, Hildesheim und Hameln. Karten gibt es in allen Geschäftsstellen der „Glocke“ und unter Telefon 01806/999000400. Die Preise variieren je nach Platz zwischen 17,50 und 54,90 Euro. Ermäßigte Tickets gibt es für Kinder bis 14 Jahre, Schüler und Studenten bis 27 Jahre sowie Schwerbehinderte und Senioren ab 65 Jahren.

SOCIAL BOOKMARKS