ESG installiert Videoüberwachung
Bild: Kottmann
Reinigungsarbeiten: Hausmeister Martin Reckersdrees begann am Montag nach dem Einbruch schon um 7 Uhr damit, Böden und Mobiliar vom Pulver aus den Feuerlöschern zu reinigen.
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Die Eindringlinge hatten zwei Feuerlöscher im Flur der Schule ausgeleert. Die Lehrer, die die Verwüstung am Sonntagnachmittag entdeckt hatten, waren zunächst davon ausgegangen, dass die feine weiße Masse Zementstaub sei. Das Lehrerzimmer wird zurzeit saniert. Dort lagerten die Papiersäcke mit dem Material. Zwei der Beutel hatten die Vandalen auf den Schulhof geschleudert. Dort wurde die Spachtelmasse feucht und härtete anschließend aus. Das Pulver in den unteren Gängen sei jedoch die Füllung aus den Feuerlöschern, erklärte Thomas Rimpel am Montag an Ort und Stelle.

Hausmeister und Reinigungsteam beseitigen Löschpulver

Irgendwann zwischen Samstagnachmittag und Sonntagmittag waren – wie berichtet – Einbrecher in die Schule an der Feldstraße eingedrungen. Sie hebelten ein Fenster zum Computerraum des Gymnasiums im Erdgeschoss auf. Von dort aus gelangten sie in die anderen Räume. Hausmeister Martin Reckersdrees machte sich am Montagmorgen gleich um 7 Uhr an die Arbeit und rückte dem Löschpulver mit einem Industriesauger zu Leibe. Gegen Mittag war ein großer Teil der weißen Schicht schon wieder verschwunden. Gemeinsam mit neun Kräften der Reinigungsfirma, die auch sonst die Schule putzt, entfernte Reckersdress das feine Pulver auch von den Treppenstufen, den Handläufen, von Tischen und Polsterstühlen.

Am Dienstag wieder Unterricht

„Ich gehe fest davon aus, dass am Dienstag wieder normal Unterricht stattfinden kann“, sagte Rimpel bei der Besichtigung der Schäden auf dem Schulhof. Zwei Schüler aus einer der unteren Klassen kommentierten diese Auskunft mit einem „och, schade“ und radelten davon. Wie hoch der Schaden insgesamt sein wird, vermochte Thomas Rimpel Anfang der Woche noch nicht einzuschätzen.

Videoanlage zum Schutz vor weiteren Einbrüchen

Die Kriminellen hatten nicht nur das Fenster beschädigt, sondern auch einen Computer mitgenommen. Das ESG will jetzt aber eine Videoüberwachungsanlage installieren, erklärte der Stellvertretende Schulleiter. Etwa 15 000 bis 20 000 Euro werde das kosten. Auf dem Schulhof werde immer wieder randaliert. Oft müssten am Wochenanfang zerbrochene Flaschen beseitigt werden. Aus den Blumenkübeln würden immer wieder Pflanzen herausgerissen. Hin und wieder fänden sich auch Drogenreste auf dem Gelände.

Gruppen nutzen Schulhöfe oft als Treffpunkt

„Das ist bekannt, aber nicht ungewöhnlich“, sagte Polizeisprecherin Corinna Koptik auf Nachfrage. Schulhöfe, aber auch Spielplätze und Parks würden vor allem an Wochenenden und in den Ferien – besonders gern im Sommer – von unterschiedlichen Gruppen als Treffpunkt genutzt. Nicht selten werde dort auch randaliert.

Spuren werden ausgewertet

Die Ermittler der Polizei werten die Spuren aus, die sie in den Räumen des Gymnasiums gefunden haben. Die Einbrecher hatten sowohl Fingerabdrücke als auch Spuren von Schuhsohlen hinterlassen. Zudem hatten die Beamten DNA-Material gesichert. Das sei eine gute Grundlage, um weiter ermitteln zu können, sagte Corinna Koptik. Eine konkrete Spur gebe es noch nicht, sagte sie am Montag. Auch Hinweise von Zeugen habe es so kurz nach dem Einbruch noch nicht gegeben. Dass ein Schriftzug „SSG – Städtisches Gymnasium Gütersloh“ auf einem Active Board in der Mediathek des Stiftischen Gymnasiums mit den Einbruch zu tun haben könnte, wurde von der Polizei nicht bestätigt.

Eltern reagieren gelassen auf einen Tag Unterrichtsausfall

Über den Einbruch und den dadurch erforderlichen Unterrichtsausfall hatte die Schulleitung die Eltern und die Schüler am Sonntagabend über die Internetseite des ESG und über die Medien informiert. Lediglich zwei Schüler seien trotzdem am Montagmorgen an der Schule erschienen, weil sie die Nachricht nicht erreicht habe, erklärte Thomas Rimpel. Um vor allem für die jüngeren Schüler eine Betreuung über Mittag einzurichten, seien zwei Kolleginen eingesetzt worden, sagte Rimpel. Die Eltern hätten aber gelassen auf den Schulausfall reagiert. Das Angebot sei von niemandem in Anspruch genommen worden.

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