Famoser Auftakt zum Jazz-Marathon
Bild: Klostermeier
Starker Auftritt: Der französische Bassklarinettist und Sopransaxofonist Louis Sclavis eröffnete das WDR 3-Jazz-Fest in Gütersloh.
Bild: Klostermeier

Das erste Konzert des Jazz-Marathons war Louis Sclavis vorbehalten, der auf der kleinen Studiobühne, hoch über den Dächern von Gütersloh seinen „European Jazz Legends“-Aufritt zelebrierte. Ganz nebenbei feierte der Franzose an diesem Abend auch noch seinen 64. Geburtstag. Zur kleinen, aber feinen Party hatte er sich drei junge Kollegen eingeladen: Sylvain Rifflet (Saxofon), Sarah Murcia (Kontrabass) und Schlagzeuger Christophe Lavergne. Das Quartett präsentierte modernen, energiegeladenen Jazz, der vor allem durch die schönen Klangfarben von Bassklarinette und Tenorsaxofon dominiert wurde.

Für die nächsten beiden Programmpunkte zog die Jazzkarawane vom dritten Stock  nach unten in den Theatersaal um. Dort war es zunächst am Detmolder Pianisten Florian Weber – zusammen mit dem Dogma Chamber Orchestra – eine spektakuläre Uraufführung auf die Bühne zu bringen: Weber hatte im Auftrag des Kammerorchesters sechs wunderschöne Stücke mit dem ironischen Titel „Dogma WDR 1 - 6“ komponiert – wobei „Dogma WDR 3“ eine Ballade war. Musik, die das Potenzial des Streichorchesters im Zusammenspiel mit einer Jazzcombo – Tobias Hoffmann (E-Gitarre), Robert Landfermann (Kontrabass) und Dan Weiss (Schlagzeug) – perfekt inszenierte.

Vor dem Festival hatten die Musiker drei Tage lang im Gütersloher Theater geprobt. Optimale Arbeitsbedingungen, so dass die Uraufführung ein voller Erfolg wurde. Die ausgeklügelten Kompositionen waren gespickt mit kleinen, schönen Melodien, raffinierten Ostinati, mutigen Kontrasten und mächtigen Klangflächen. Die Musiker hatten dabei enorm viel Spaß. Und was machte der Komponist? Bescheiden saß er inmitten seiner Kollegen, integrierte sich mit seinem feinen Klavierspiel unprätentiös ins Ensemble und dirigierte das Ganze mit kleinen, unaufgeregten Gesten. Ein überwältigendes Konzerterlebnis, das vom Publikum mit begeistertem Applaus belohnt wurde.

Nach der Pause übernahm die NDR-Bigband unter der Leitung von Niels Klein den musikalischen Staffelstab. Das zweite große Ensemble des Abends präsentierte mit „Outbound Songs“ ebenfalls Stücke aus der Feder seines Dirigenten, die den erstklassigen Solisten, allen voran Christof Lauer am Tenorsaxofon, auf den Leib geschneidert waren. Fürs vierte Konzert mit dem geheimnisvollen Titel „Krypotografie“ ging es zurück auf die Studiobühne.

Den kompletten Bericht vom Eröffnungsabend lesen Sie in der „Glocke“ vom 4. Februar.

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