Firmen schätzen den Standort Gütersloh
Bild: Dinkels
Stellten die Ergebnisse vor: (v. l.) Bürgermeister Henning Schulz, Burkhard Marcinkowski (Unternehmerverband) und Dr. Christoph von der Heiden (IHK Ostwestfalen zu Bielefeld).
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Das ist der beste Wert unter zehn Kommunen im Kreis. Im Gesamtranking kam Gütersloh auf Platz zwei hinter Schloß Holte-Stukenbrock. Verl war nicht dabei. In Langenberg und Rietberg folgt die Befragung nächstes Jahr.

Demnach kann die Kreisstadt aus Sicht ihrer Unternehmen vor allem mit der Nähe zu den Kunden und der Erreichbarkeit über die Straße punkten. Weitere Stärken liegen im Vergleich beim Kaufkraftpotenzial, bei den Sport- und Freizeitmöglichkeiten sowie beim Kulturangebot. „Auch die Wirtschaftsfreundlichkeit der Bevölkerung und die Bewertung der Stadt als Wirtschaftsstandort insgesamt werden im Kreisvergleich überdurchschnittlich positiv gesehen“, sagte IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden am Donnerstag in einem Pressegespräch im Rathaus.

So würden 84 Prozent der Firmen den Wirtschaftsstandort weiterempfehlen. 39 Prozent planten überdies, sich in den nächsten fünf Jahren am Standort zu erweitern. Bis hierhin zeigte sich auch Bürgermeister Henning Schulz (CDU) zufrieden mit dem Ausgang der Befragung. Gütersloh sei ein starker Wirtschaftsstandort mit investitionsfreudigen Unternehmen, sagte Schulz.

Damit ist aber gleichzeitig eine Kehrseite der Medaille erreicht. Was die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen angeht, ist die Zufriedenheit bei den Gütersloher Firmen deutlich geringer als im Durchschnitt der Kommunen des Kreises. „Es gibt Bedarf an Flächen“, sagte Burkhard Marcinkowski, Geschäftsführer des Unternehmerverbands. „Deshalb appellieren wir an die Kommune, vor allem aber an das Land, Betrieben die Möglichkeit zu eröffnen, hier zu expandieren.“ Mit Blick auf das kommende Gewerbegebiet am Hüttenbrink und das Kasernengelände an der Marienfelder Straße sagte Schulz: „Da ist mehr als Land in Sicht.“

Den größten Handlungsbedarf sahen die Firmen in Gütersloh indes bei der Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften, der Dauer von Genehmigungsverfahren, bei der Breitbandversorgung, der Ausbildungsreife der Jugendlichen und bei der Gewerbesteuer. Auch die generelle Bewertung der Wirtschaftsfreundlichkeit der Verwaltung fällt im Kreisvergleich unterdurchschnittlich aus. Das hänge auch mit der Größe der Verwaltung und mit der Art der Kommunikation zusammen, sagte von der Heiden.

Fazit: „Die Ergebnisse zeigen, dass es trotz guter Standortqualitäten noch Verbesserungspotenziale gibt“, sagte der Geschäftsführer. Und: „Wirtschaft ist nicht alles, aber die Grundlage für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.“

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