Flugplatz Gütersloh kampflos eingenommen
Bild: Stadtarchiv
Amerikanische Soldaten inspizierten Anfang April 1945 Trümmer auf dem Flugplatz Gütersloh.
Bild: Stadtarchiv

Als US-Truppen am Ostersonntag 1945 Gütersloh erreichen, weist die Stadt nach Bielefeld und Paderborn die meisten Zerstörungen auf. Ein Drittel der Wohnhäuser sind stark beschädigt. Am Ostermontag wird die Stadt kampflos übergeben. Die Amerikaner bleiben auf dem Flugplatz bis zur Übergabe an die Briten im Juni.

Den Fliegerhorst fanden die Amerikaner verlassen vor. Auf Bitten des nationalsozialistischen Bürgermeisters Josef Bauer hatte die Luftwaffe das Gelände ohne größere Zerstörungen geräumt. Die Gebäude sollten im Fall einer notwendigen Evakuierung der Stadt genutzt werden. Vernichtet wurden nur das Munitionslager, Nachrichteneinrichtungen und einige Flugzeuge. Die Hochbauten wiesen die Schäden auf, die sie bei den vorausgegangenen Luftangriffen der Amerikaner davongetragen hatten.

Allerdings hatte es nach dem Abrücken der Luftwaffe Plünderungen durch Gütersloher Bürger und durch freigelassene Zwangsarbeiter gegeben. „Es gab kaum ein bewegliches Teil, das nicht brauchbar gewesen wäre“, berichtet Dr. Wolfgang Büscher in seinem Buch „Der Flugplatz Gütersloh im Wandel der Zeit“ mit Verweis auf Zeitzeugen.

Die offizielle Übergabe des Fliegerhorsts erfolgte am 6. April 1945, obwohl die ersten Soldaten – eine Vorausabteilung des 851. Engineer Aviation Battalions – das Gelände schon früher besetzt haben dürften. Die Amerikaner begannen zügig, Kriegsschäden zu beseitigen und das Flugfeld wieder nutzbar zu machen. Es wurde in der Folgezeit auch für Versorgungs- und Transportflüge genutzt.

Auf dem Gelände befanden sich nach einer Aufzählung des britischen Offiziers Gerry Lewis noch Maschinen der Luftwaffe: 16 Junkers J 88 Nachtjäger, 7 Messerschmitt Me 109, drei Focke Wulf FW 190 Tagjäger, fünf Heinkel He 111 Bomber, vier Messerschmitt 410 Nachtjäger und ein Focke Wulf 200 Langstreckenbomber sowie Reste von 16 weiteren zerstörten Maschinen.

Das XXIX US Tactical Air Command nutzte den Flugplatz vom 14. bis um 22. April 1945 kurzzeitig als Hauptquartier. Außerdem waren dort verschiedene fliegende Einheiten stationiert. Unter anderen war dort vom 20. April bis zum 27. Juni die 370th Fighter Group mit drei Staffeln und P 51 Mustangs untergebracht, bevor sie später nach Sandhofen verlegt wurde.

Den vollständigen dritten Teil der Serie lesen Sie am Mittwoch, 20. Juli, in der Gütersloher Ausgabe der „Glocke“.

SOCIAL BOOKMARKS