Gregor Gysi zu Gast in der Martin-Luther-Kirche
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Dr. Gregor Gysi, früherer Fraktionschef der Linken, referiert auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde am 2. März in Gütersloh über „Gerechtigkeit und Frieden in der Einen Welt“.
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Mit einer hochkarätig besetzten Seminarreihe hinterfragt die Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh, was in Sachen Weltgestaltung und -verantwortung zu tun und vor allem, was machbar ist – international, national sowie auch und gerade vor Ort.

 Die Veranstaltungen gehören zur Reformationsdekade: Seit 2007 widmet die Evangelische Kirche Deutschland mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 (500. Jahrestag von Luthers Thesenanschlag) jedes Jahr einem Schwerpunkt. Standen bislang unter anderem die Kirchenmusik oder „Kunst und Bild“ im Mittelpunkt der Diskussion, so geht es 2016 um die „Reformation und die Eine Welt.“ „Denn“, so erklären Professor Dr. Rolf Wischnath und Pfarrer Andreas Walczak-Detert: „Die Reformation ist mehr als nur eine spirituelle Angelegenheit. Sie wirkt bis heute in die Welt hinein.“ Es gilt, sich ihr mit neuen Denkansätzen zu stellen.

Die sollen profunde, aus unterschiedlichen politischen und geistlichen Lagern stammende Referenten liefern. Prominentester und wohl auch publikumswirksamster Redner dürfte dabei Dr. Gregor Gysi sein. Der wortgewandte, langjährige Fraktionsvorsitzende der Linken wird am Mittwoch, 2. März, ab 19.30 Uhr in der Martin-Luther-Kirche über „Gerechtigkeit und Frieden in der Einen Welt“ sprechen. Dabei werde es sicherlich nicht nur um das Thema „Arm und Reich“ gehen, das der rote Faden der Reihe ist, sondern auch um die Hintergründe der aktuellen Flüchtlingsströme, betonen die Veranstaltungsmacher.

Auch Güterslohs Bürgermeister Henning Schulz wird eine Bestandsaufnahme „Arm und Reich in Gütersloh“ wagen und die Forstingenieurin Katja Breyer, Beauftragte für die Aktion „Brot für die Welt“  erläutert, was zu tun ist, „Damit Menschen nicht zur Flucht gezwungen sind“.

Sechs der insgesamt sieben Vorträge (siehe Programm), die „nicht nur das Herz berühren“, sondern laut den Organisatoren „auch den Kopf herausfordern sollen“ sind im Haus der Begegnung, Kirchstraße 14 a, geplant. Sollte der Andrang sehr groß sein, wird die jeweilige Veranstaltung wie bei Dr. Gregor Gysi in die Martin-Luther-Kirche verlegt.

Programm „Reformation und die Eine Welt“

Mittwoch, 27. Januar:  „Für Gott ist auch das Unmögliche möglich“, Vortrag von Professorin Dr. Klara Butting, Pfarrerin der Landeskirche Hannover und Leiterin des Zentrums für biblische Spiritualität, Autorin und Herausgeberin der Zeitschrift „Junge Kirche“.

 Mittwoch, 17. Februar: „Damit Menschen nicht zur Flucht gezwungen werden“, Katja Breyer (Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung) über  die Aktion „Brot für die Welt“.

Mittwoch, 2. März: „Gerechtigkeit und Frieden in der Einen Welt“, Vortrag mit Dr. Gregor Gysi.

 Mittwoch, 16. März: „Gleichgültigkeit und Solidarität – aktuelle Herausforderungen der Sozialpolitik“ mit Klaus Brandner (SPD), langjähriger Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Mittwoch, 13. April: „Zusammenarbeit mit den Kirchen in der Entwicklungsarbeit“; Erläuterungen von Dr. Bernhard Felmberg (CDU), Leiter der Abteilung Zivilgesellschaft, Kirchen und Wirtschaft im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Mittwoch, 11. Mai:  „Arm und Reich in Gütersloh – die soziale Lage der Stadt“, eine Bestandsaufnahme von Bürgermeister Henning Schulz.

 Mittwoch, 25. Mai: „Liberalismus und Gerechtigkeit“, Vortrag von Angela Freimuth, stellvertretende FDP-Vorsitzende der NRW-Landtagsfraktion.

Alle Vorträge beginnen um 19.30 Uhr 

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