Heimat, Flucht und Gewalt in einer Reihe
Sitten eines fremden Landes: Das Foto von Veit Mette zeigt eine Hochzeitsfeier gegenüber einer Flüchtlingsunterkunft.

 Die Wanderausstellung des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung setzt sich auf 22 Tafeln mit den Verbrechen der Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) auseinander. Die Biographien der Opfer gehören ebenso zur Präsentation wie Stimmen der Angehörigen. Die Ausstellung ist vom 13. bis 21. September in der Stadthalle zu sehen und vom 22. September bis zum 9. Oktober in der Anne-Frank-Gesamtschule.

Die Fraktionen von SPD und Linken hatten im Kulturausschuss den Antrag gestellt, die Wanderausstellung nach Gütersloh zu holen. Gemeinsam mit unterschiedlichen Organisationen wie zum Beispiel Arbeiterwohlfahrt, Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge und Stiftung Begegnung sowie mit Unterstützung von Stadtarchiv und Stadtmuseum und der Anne-Frank-Gesamtschule bereiteten Karin Hauertmann und Heinrich Lahkämper-Lührs vom Fachbereich Kultur die Reihe vor.

Bereits seit Mai sind Bilder von Anja Niedringhaus in der Stadthalle zu sehen (bis zum 18. September), die zeigen, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Die Fotojournalistin berichtete aus Krisengebieten. 2014 wurde sie bei ihrer Arbeit in Afghanistan erschossen.

„Geflohen, vertrieben – angekommen? Aspekte der Gewaltmigration im 20. und 21. Jahrhundert“ ist die Wanderausstellung des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge überschrieben. Sie wird am Montag, 5. September, eröffnet und ist bis zum 16. September in der Anne-Frank-Schule zu sehen. Darin werden die Emigration vor den Nazis 1933, Vertreibung aus Ostpreußen 1945 und Flucht aus Syrien 2016 nebeneinander gestellt. Gezeigt wird, wie Mechanismen der Gewaltmigration funktionieren, aber auch, wie die Opfer dort, wo sie ankommen, mit ihrer neuen Situation zurechtkommen.

Den Abschluss der Reihe bilden Fotografien von Veit Mette. Sie sind unter dem Titel „Der Blick des Anderen – Bilder zu Migration 1985 bis 2015“ vom 7. Oktober bis zum 16. November in der Stadthallengalerie zu sehen. Ergänzend zu den Ausstellungen gibt es Berichte von geflüchteten Menschen, Vorträge, Lesungen, eine Podiumsdiskussion, das Bühnenstück „Schmerzliche Heimat“ und Vorstellungen des Diyar Dance Theatre Bethlehem (30. September, 16.30 und 19.30 Uhr im Theater). Das detaillierte Programm ist im Internet einsehbar. www.wasistheimat.guetersloh.de

SOCIAL BOOKMARKS