Heimspiel für den Außenminister in OWL
Bild: Dünhölter
Gut aufgelegt: Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier war am Abend Gast beim Bertelsmann Forum.
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Es war binnen zweieinhalb Monaten das zweite Mal, dass Steinmeier einen Abstecher nach Gütersloh machte. Am 1. Dezember hatte er – damals auf dem Weg nach Brüssel – einen als privat deklarierten Zwischenstopp eingelegt, um bei der Jubiläumsgala des Möbelunternehmens Porta (50 Jahre) in der Stadthalle zu sprechen. Steinmeier ist ein Duzfreund des Seniorchefs Hermann Gärtner (der auch beim Forum weilte).

Wie damals galt auch an diesem Montag bei Bertelsmann die höchste Sicherheitsstufe. Steinmeier wird auf Schritt und Tritt von Mitarbeitern des Bundeskriminalamts geschützt. Vor der Veranstaltung wurde der Saal mit Spürhunden durchsucht.

Das Interesse war riesig. An die 520 Anmeldungen verzeichnete Bertelsmann für den Abend, und auch die Medien waren diesmal zahlreich vertreten. Selbst die ARD-Tagesthemen hätten angefragt, sagte ein Sprecher. Der Krieg in Syrien, der Kampf gegen den Terror, die Ukraine, die Flüchtlingsfrage – Steinmeier spielt überall eine zentrale Rolle und sitzt bei den Verhandlungen am Tisch. Das Wort des Vielfliegers (385 000 Flugkilometer im vergangenen Jahr) hat Gewicht, weshalb alles, was er sagt und ankündigt, aufmerksam verfolgt wird.

In Brüssel hielt er an diesem Nachmittag außerdem eine Rede anlässlich der Vorstellung des „European Medical Corps“. Vor dem Forum wurde Steinmeier bei Bertelsmann von Vorstandschef Dr. Thomas Rabe und Liz Mohn, Sprecherin der Eigentümerfamilie, begrüßt. Es folgte ein kurzes Gespräch in kleiner Runde. Den Auftritt beim Forum moderierte Christian Krug, Chefredakteur der Bertelsmann gehörenden Zeitschrift „Stern“. Steinmeiers Thema: „Die Welt aus den Fugen – was hält uns zusammen?“

„Wenn die Menschen sich für Außenpolitik interessieren, ist das selten ein Zeichen für einen guten Zustand der Welt“, sagte Steinmeier, eher das Gegenteil. Er bekannte sich zu seiner ostwestfälisch-lippischen Herkunft: „Die Region hat mich geprägt und liegt mir am Herzen.“ Auf den Mittelstand und verantwortungsvolles Unternehmertum werde er auch im Ausland angesprochen. Typisch sei die besondere Verantwortung für die Betriebe, die Qualität der Produkte, die Mitarbeiter und die Region.

Steinmeier wurde 1956 in Detmold geboren. Kindheit und Jugend verbrachte er in Brakelsiek. Sein Abitur baute der Lipper in Blomberg. Zum Studium ging Steinmeier nach Gießen, wo er 1991 mit der Arbeit „Bürger ohne Obdach“ promovierte. 2005 bis 2009 war der Sozialdemokrat schon einmal Außenminister einer Großen Koalition, seit Dezember 2013 ist er es wieder.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Dienstag in der „Glocke“.

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