Kirche stellt die Frage: „Was ist eigentlich evangelisch?“
Bild: Bojak
Freuen sich auf zahlreiche Gäste: Professor Dr. Rolf Wischnath (links) und Pfarrer Andreas Walczak-Detert, die die Veranstaltungsreihe zum Reformationsjubiläum zusammengestellt haben.
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„Wir wollen uns das Thema mit einer Veranstaltungsreihe vornehmen, in der durchaus ein kritischer Blick auf die evangelische Kirche geworfen wird“, erklärt Professor Dr. Rolf Wischnath, Lehrauftrag für Systematische Theologie und ihre Didaktik an der Universität Paderborn. Trotz der immer weiter voranschreitenden Ökumene hätten katholische und evangelische Kirche ihre jeweils eigene Linie. Die protestantische wird ab Mittwoch, 26. Oktober, von namhaften Referenten ins Visier genommen.

Nachdrückliche Kritik von innen

Professor Dr. Gisela Kittel wird als Theologin und Didaktikerin kritisch mit ihrer Kirche ins Gericht gehen, nach dem Sinn von Fusionen der Gemeinden fragen und betrachten, wie weit sich die evangelische Kirche noch von ihrem reformatorischen Erbe leiten lässt. „Das wird sie sehr nachdrücklich tun“, verspricht Wischnath eine kritische Innensicht. Gisela Kittel wird um 19.30 Uhr im Haus der Begegnung, Kirchstraße 14 a erwartet.

Aus der Kirchenspaltung lernen

Am 20. Februar, 19.30 Uhr, nimmt der Journalist und Autor Tillmann Bendikowski den deutschen Glaubenskrieg unter die Lupe. In der Buchhandlung Markus wird der Historiker die Frage stellen, was aus der Kirchenspaltung für ein friedliches Miteinander von Religionen gelernt werden kann.

Vortragsabend mit Eugen Drewermann

„Höhepunkt der Reihe wird der Vortrag von Eugen Drewermann sein“, sagt Wischnath bei der Vorstellung der Reihe. Der suspendierte Priester, Psychoanalytiker und Schriftsteller fülle noch immer große Säle. Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt entzog dem Kirchenkritiker Drewermann Anfang der 90er-Jahre die Lehr- und Predigtbefugnis und suspendierte ihn vom Priesteramt. Drewermann hatte unter anderem einige zentrale Glaubensinhalte der römisch-katholischen Kirche infrage gestellt. Drewermann soll am 14. März in der Martin-Luther-Kirchen auch einen kritischen Blick auf die evangelische Kirche werfen.

Biblische Wurzeln

Weitere Referenten sind Dr. Okko Herlyn, der es als Pfarrer, Professor für Ethik, Anthropologie und Theologie verstehe, „den Menschen auf humorvolle Weise den Spiegel vorzuhalten“, wie Rolf Wischnath betont. Den Abschluss der Reihe bilden die „Katholischen Antwortversuche“ von Professor Dr. Thomas Söding am 3. Mai 2017. Der katholische Theologe wird darauf hinweisen, dass auch die Katholiken die Reformation etwas angeht und dass sich Ökumene nur umsetzen lässt, wenn erkannt wird, dass beide Kirchen tiefe biblische Wurzeln haben, die für die Zukunft sowohl des katholischen als auch des evangelischen Christentums wesentlich sind.

Kantaten und Ausstellung

Ergänzt wird die Reihe durch Kantatengottesdienste mit dem Bachchor und dem Bachorchester sowie mit einer Ausstellung „Reformation in Gütersloh“ vom 11. Juni bis zum 27. August 2017 im Stadtmuseum an der Kökerstraße

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