Kriegsbilder in 3 D noch eindringlicher
Bild: Scheffler
Mit 3-D-Brillen ausgerüstet, können Giesbert Nunnemann (links, Vorsitzender des Heimatvereins) und Museumsdirektor Dr. Franz Jungbluth die Bilder der Ausstellung räumlich sehen.
Bild: Scheffler

Zu sehen ist eine Auswahl der räumlich wirkenden Fotos in der jetzt startenden Ausstellung im Stadtmuseum Gütersloh mit dem Titel „Front 14/18. Der Erste Weltkrieg in 3 D“. Ab heute, Samstag, bis zum 10. Juni erhalten die Besucher des Gütersloher Stadtmuseums deshalb ein besonderes Utensil, um die Bilder der Wanderausstellung räumlich betrachten zu können: eine 3-D-Brille mit den typischen Rot- und Cyan-Sichtfeldern. Umso eindringlicher wirken die Fotografien von der Front in Frankreich und Belgien durch die Brille.

Wanderausstellung mit Bildern aus Familienbesitz

Konzipiert hat die seit 2014 tourende Ausstellung, die auch schon in England zu sehen war, das Medienzentrum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Es handelt sich um Fotografien, die sich 90 Jahre lang im Familienbesitz befunden haben und von den LWL-Experten rekonstruiert und in moderne 3-D-Aufnahmen umgewandelt wurden. Von den insgesamt 500 Bildern der beiden Soldaten sind in Gütersloh 80 zu sehen.

Stereoskopie-Kamera als Ausstellungsstück

„Es handelt sich in dieser Wanderausstellung wohl um die größten zusammenhängenden 3-D-Nachlässe aus dem Ersten Weltkrieg“, erläutert Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth. Die Stereoskopie sei damals weniger unbekannt gewesen, als heute vermutet werde. Etliche wohlhabende Menschen hätten Fotoapparate besessen. Einige davon sind in einer Vitrine ausgestellt.

Dokumentation des militärischen Lebens

Karl Bußhoff, der tragischerweise in den letzten Kriegstagen im September 1918 an der Front umkam, und Otto Mätje waren in zwei verschiedenen Regimentern stationiert und kannten sich nicht. Ihnen ging es bei ihren Aufnahmen nicht um Propaganda, sondern um das Dokumentieren des militärischen Lebens. Dabei wird sowohl das Grauen des Stellungskriegs ab 1915 spürbar, aber auch Episoden am Rande der Kämpfe. „Es sind Privataufnahmen ohne Zensur“, sagt Jungbluth. Die Negative seien vor Ort entwickelt worden.

Kinder haben nicht zu allen Räumen Zutritt

Komplettiert werden die Zeugnisse aus dem Ersten Weltkrieg durch Fotografien aus Frankreich. Die Bilderfolge läuft auf einem Monitor im Nebenraum. Mit Bedacht, denn sie enthält teilweise krasse Fotos mit getöteten Soldaten. „Diese herberen Szenen dienten Propagandazwecken“, erklärt der Museumsdirektor. Kindern unter zehn Jahren könne er den Zutritt in diesen Bereich deshalb nicht gewähren.

Öffnungszeiten: samstags und sonntags 11 bis 18 Uhr; mittwochs bis freitags 15 bis 18 Uhr.

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