Kulturräume zahlen 445.000 Euro zurück
Positiv ist die Entwicklung der Kulturräume. Die Jahresbilanz von Stadthalle und Theater zeigt ein deutliches Besucherplus in beiden Häusern und spült 445 000 Euro zurück in die Stadtkasse.

Ihre Bilanz: Durch Mehreinnahmen können rund 445.000 Euro an die Stadt zurückgezahlt werden – womit die Kulturräume 13 Prozent unter dem Planansatz von 3,48 Millionen Euro liegen.

Beide Häuser konnten sich im vergangenen Jahr über wachsende Besucherzahlen freuen. 63.500 (gegenüber 50.500 in 2015) waren es im Theater. Allein die Neal-Preston-Ausstellung brachte 10.000 Besucher. Das Theater erreichte bei den Abendvorstellungen eine Auslastung von 90,3 Prozent. Die Kindervorstellungen waren nahezu komplett ausverkauft. Insgesamt lag die Auslastung damit bei 79,8 Prozent.

Ein weiterer wichtiger Faktor sind die deutlich gestiegenen Vermietungen im gewerblichen Bereich. Und weil sich die Skylobby dauerhaften Nachfragen für Hochzeiten und Fototermine erfreut, stiegen auch dort die Pachterträge – macht 52 000 Euro. Die Stadthalle meldet ein Besucherplus von 10 500, also insgesamt 85 000 Gäste – und dass trotz sanierungsbedingter Beeinträchtigungen.

Kimpel führt das nicht zuletzt auf die bereits renovierten Konferenzräume und das moderne Foyer sowie auf die neue Medientechnik und Ausstattung im großen Saal zurück. Der Erlös aus den Vermietungen in der Stadthalle: 82 .00 Euro mehr.

Wenn in 2018/19 die Sanierung der Fassade in Angriff genommen wird, werde zwar der Kleine Saal aufgrund seiner direkten Verbindung mit der Außenhaut dadurch Einbußen erleben. Doch der innenliegende große Saal dürfte weiterhin ungehindert nutzbar bleiben. Kimpel und Fritzsche ist es wichtig, dass traditionelle Großveranstaltungen wie der Zahnärztetag oder der Gesangswettbewerb „Neue Stimmen“ gehalten werden.

Insgesamt hat es 1052 Nutzungen der Kulturräume gegeben, macht vier pro Kalendertag. Gezählt werden aber nicht nur die reinen Veranstaltungen, sondern alles, was Personal erfordert. So schlägt der Reinhard-Mohn-Preis mit einem Veranstaltungstag sowie fünf Auf- und Abbau-Tagen zu Buche.

Zufrieden ist die Betriebsleitung auch mit der gastronomischen Entwicklung. Sowohl durch lukrative Veranstaltungen in der Skylobby als auch durch den ganzjährigen Betrieb des Restaurants „Fritz“ seien die Pachterträge um 14 000 Euro gesteigert worden. „Sie liegen jetzt wieder auf dem Niveau, das wir hatten, als Sieweke noch die ,Sinfonie‘ in der Stadthalle betrieb“, hieß es gestern.

„An Gütersloh kommt man nicht vorbei“

Wir können wirklich nicht meckern“, betonte Andreas Kimpel. Sowohl die Stadthalle als auch das Theater dürfen sich über ein starkes und vor allem treues Besucherklientel sowie über neue, buchungsfreudige Kunden freuen. „Und die Resonanz aus beiden Gruppen auf die Häuser ist durchweg positiv“, so der Beigeordnete.

Das Konzept der Kulturräume sei mittlerweile so erfolgreich, „dass man an Gütersloh nicht mehr vorkomme, wenn irgendwo in Nordrhein-Westfalen über Kultur gesprochen wird“, betonte Kimpel selbstbewusst. Für solch eine Außenwirkung sei in den vergangenen Jahren auch viel getan worden, unter anderem in Kooperation mit dem ortsansässigen Kultursekretariat NRW, aber auch in diversen Foren. „Dass die Situation der Bespieltheater und deren Förderung mit ins neue Kulturfördergesetz eingeflossen ist, das kommt aus diesem Stall“, betonte Kimpel. Er erhofft sich auch von der neuen Landesregierung offene Ohren und Türen für Kulturpläne made in Gütersloh.

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