Merkel übergibt „Reinhard Mohn Preis“
Bundeskanzlerin Angela Merkel gratuliert beim Festakt zum Reinhard Mohn Preis 2011 dem Bürgermeister der ausgezeichneten Stadt Recife, Joao da Costa Bezerra Filho. Der mit 150 000 Euro dotierte Preis für Bürgerbeteiligung wurde erstmals vergeben.

Die Festrede hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Den Preis entgegen nahm Recifes Bürgermeister Joao da Costa Bezerra Filho. Die Bertelsmann Stiftung stelle mit dem Preis die entscheidende Frage der Demokratie, nämlich die nach mehr Teilhabe der Bürger, sagte Merkel.

Der Vorsitzende der Stiftung, Gunter Thielen, sprach von einem gewachsenen Einfluss der Bürger. Dennoch hätten klassische Formen des organisierten politischen Engagements wie Parteien an Attraktivität verloren. Das Gefühl mangelnder Mitwirkungsmöglichkeiten führe zu Parteien- und Politikerverdrossenheit.

Auszeichnung würdigt Einbindung der Einwohner

Mit der Auszeichnung, die im Gedenken an den 2009 verstorbenen Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn vergeben wurde, wird die Einbindung der Einwohner Recifes in die Weiterentwicklung der Stadt gewürdigt. Seit 2001 beteiligen sich laut Stiftung dort jährlich mehr als 100.000 Menschen beispielsweise mit Vorschlägen zu städtebaulichen Maßnahmen am politischen Prozess. Auch könnten die Bewohner der Millionenstadt im Norden des Landes über einen Teil des Haushaltsbudgets bestimmen, weil der Stadtrat die Vorschläge der Bürger fast ausnahmslos umsetze.

Bertelsmann Stiftung 1977 gegründet

Die 1977 gegründete Bertelsmann Stiftung gehört mit Ausgaben von mehr als 60 Millionen Euro im Jahr zu den größten Stiftungen Deutschlands und engagiert sich unter anderem in den Bereichen Medizin und Gesundheitswesen, Staat und Verwaltung sowie auf dem kulturellen Sektor.

Der in diesem Jahr erstmals ausgelobte Reinhard-Mohn-Preis hatte einen Vorläufer: Seit 1988 vergab die Bertelsmann Stiftung den Carl-Bertelsmann-Preis. Zu Ehren des im Oktober 2009 gestorbenen Stiftungsgründers wurde die Auszeichnung umbenannt. Sie ist in diesem Jahr dem Ziel „Demokratie vitalisieren - politische Teilhabe stärken“ gewidmet und mit 150 000 Euro dotiert. Gesucht wurden Projekte, die vorbildlich Demokratie beleben, unterrepräsentierte Bürger beteiligen und neue Formen demokratischer Problemlösung bieten.

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  Wut Bürger, Gütersloh 17.06.2011 09:55:13
Viele schöne Worte, es wird Zeit, das Landesregierungen, Kommunen und vielleicht auch die Bürger was davon merken, denn >>> Ihr werdet uns nicht los, wir Euch schon! <<< aus der Festrede: Reinhard Mohn Preis Kanzlerin: Internet zur Bürgerbeteiligung nutzen "Sie machen Demokratie lebendig, sie stärken politische Teilhabe - ganz im Sinne des Reinhard-Mohn-Preises", lobte Merkel das Modell. Eine direkte Einflussnahme der Bevölkerung ist eine wichtige Ergänzung repräsentativer politischer Verfahren. Der Einfluss der Menschen könne eine bessere Basis für politische Entscheidungen liefern und zu mehr Transparenz führen. Dabei böten die neuen Medien, das Internet, eine Vielfalt neuer Chancen für mehr Bürgerbeteiligung. Aber auch traditionelle Instrumente direkter Demokratie, wie Volksbegehren und Volksentscheidungen, hätten sich in den Ländern und Kommunen in Deutschland bewährt.
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