Orgel pfeift aus dem letzten Loch
Wollen der Orgel von St. Friedrich wieder zu einem klaren Klang verhelfen: Orgelbauer Friedrich Kampherm (links) mit einer kleinen Zinkpfeife und Organist Christoph Süßer. 

 „Vor allem die Spalten der kleinen Pfeifen wachsen durch Feuchtigkeit und Schmutz regelrecht zu“, erklärt Orgelbauer Friedrich Kampherm. Dadurch leidet natürlich die Qualität des Instruments. Die Orgel strahlt nicht mehr. Der Klang ist nicht mehr rein.“ Christoph Süßer, Organist im Pastoralverbung Avenwedde-Friedrichsdorf, kennt die Macken der Orgel am besten. Er hört jede kleine Verstimmung. Bemerkt beim Spiel, wo etwas klemmt. Wenn der Musiker zum Beispiel zwei Werke koppelt, sind die Tasten nur noch schwer zu bedienen. „Zudem ist das Bassregister sehr schwach”, erklärt er. „Wenn die Gemeinde laut und kräftig singt, geht der Bass einfach unter.“ Das Tremolo funktioniert nicht mehr und quietscht nur noch leise vor sich hin.

Pfarrheim hatte Vorrang

Etwa alle 20 Jahre müsse eine Orgel gesäubert werden, erklärt Friedrich Kampherm. „Ich bin seit 18 Jahren Organist in St. Friedrich“, rechnet Süßer zurück. In dieser Zeit sei nichts an der Orgel gemacht worden. Süßer hat schon vor einigen Jahren darauf hingewiesen, dass das Instrument dringend gereinigt und überholt werden müsse. Den letzten Kostenvoranschlag hat Friedrich Kampherm 2003 erstellt. „Der Neubau des Pfarrheims und andere notwendige Reparaturen hatten dann aber Vorrang“, erklärt Organist Süßer. Jetzt seien Pfarrer Markus Korsus und die Mitglieder des Pfarrgemeinderats aber ebenfalls der Meinung, dass das Instrument aufgewertet werden müsse. Eine neue Orgel in der Größenordnung koste rund 200 000 Euro, schätzt Kampherm. Für die Instandsetzung kalkuliert er mindestens 25 000 Euro.

Pfeifen in Seifenlauge

Rund fünf Wochen müsste die Gemeinde auf die Orgel verzichten. Mit seinen Mitarbeitern würde Friedrich Kampherm, der selbst in Friedrichsdorf wohnt und seine Werkstatt in Verl hat, alle Pfeifen ausbauen. „Die großen werden mit feuchten Tüchern von innen und außen gereinigt. Die kleineren können direkt in einem Seifenlaugenbad vom Schmutz befreit werden.“ Auch das Innenleben wird gesäubert. Kampherm öffnet eine Seitenwand des Aufbaus und zeigt, dass die Verbindungen zwischen Tasten und Pfeifen schmierig sind. Überall im Korpus hat sich eine dichte Staubschicht abgesetzt. „Und die kann man bei so einem Instrument nicht einfach mit einem Staubwedel entfernen“, betont der Fachmann.

Kräftige Trompete und ein Schweller

Christoph Süßer hofft, dass das Budget der Gemeinde es zulässt, die Orgel, die als neobarockes Instrument gebaut wurde, den Ansprüchen an die heutige Kirchenmusik anzupassen. „Eine kräftige Trompete für das tiefe Register wäre schön“, sagt er. „Und ein Schweller, der die Töne dämpft, fehlt.“ Den Kostenvoranschlag hat die Gemeinde bei der Diözese Paderborn eingereicht. Dort muss jetzt entschieden werden, welchen Teil die Diözese übernimmt und wie viel Geld St. Friedrich selbst aufbringen muss. Damit Friedrich Kampherm sich darum kümmern kann, dass die Orgelpfeifen bald wieder klar und glockenhell durch das Kirchenschiff klingen können. Ein Spendenkonto für die Reinigung der Kirchenorgel ist bereits eingerichtet. Musikliebhaber aus der Gemeinde können die Daten im Pfarrbüro erfragen.

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