Parkour trifft den Nerv der Jugend
Bild: Steinecke
Ohne Aufwärmen geht es nicht: Die Traceure machen sich gemeinsam fit für die in Gütersloh anstehenden Hindernisläufe.
Bild: Steinecke

Veranstalter war der Treff Bauteil 5, der für seine innovative Jugendarbeit ausgezeichnet wurde. Vor drei Jahren hatte Bauteil-Leiter Björn Otto auf das richtige Pferd gesetzt. Konzentriert-kontrollierte Bewegung, das Ausloten der eigenen Grenzen sowie ein kommunikatives Miteinander sind die Basis für das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Pestalozzischule und dem Netzwerk Gewaltprävention im Kreis Gütersloh entstand.

Bei der Kampagne „Unterstützung, die ankommt“ der Bundesarbeitsgemeinschaft deutscher Landesjugendämter wurde das Pilotprojekt jetzt prämiert. 97 Bewerbungen waren eingereicht worden. Von denen wurden sechs für einen Imagefilm ausgewählt. Der sechsminütige Gütersloher Beitrag wurde am Samstag im Rahmen des Parkour-Camps vorgestellt.

„Dieser Film ist keine leere Hülse. Man sieht, dass die weit verbreitete Meinung, die Jugend sei träge, so nicht stimmt“, zeigte sich Bürgermeisterin Maria Unger von dem Erfolg beeindruckt.

„Parkour ist bei uns inzwischen zu einem richtigen Schmelztiegel geworden. Jugendliche aus allen Schulbereichen kommen hierher“, freut sich Björn Otto über die schichtübergreifende Resonanz. Mit 14 Jugendlichen war er angefangen. Inzwischen begeistern sich 120 Mitglieder für den Hochleistungssport im stylischen Gewand.

Am Wochenende gab es an der Janusz-Korczak-Gesamtschule „Hindernislauf“ im Überfluss. Schrottautos, Paletten und Gerüste dienten draußen als überwindbare Hürden für den Spaß am kleinen Flug, während in der Sporthalle die Grundlagen geübt wurden. Die Element Springen und Abrollen waren dort angesagt.

Wer sich anschließend sicher fühlte, durfte sich am „lebenden Objekt“ versuchen. Aufwärmen war jedoch Pflicht, bevor es in luftige Höhen ging oder der Hecht übers Autodach in Angriff genommen wurde. Anschließend wurde geübt, bis das T-Shirt trotz des kalten Wetters durchgeschwitzt war.

 Da spielte es dann auch keine Rolle, dass nicht alles gleich beim ersten Mal klappte. Am Rande gab es gegenseitig Ratschläge oder man spähte aus, wie die Route am besten zu meistern sei. Nach einem arbeitsreichen Samstag lud der Hip-Hopper Liam Back zum Chill-Out ein. 

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