Prozess gegen Felix Vossen am 22. November
Einen einzigen Tag hat das Bezirksgericht Zürich für die Verhandlung gegen Felix Vossen angesetzt.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte hat nach Informationen des Zürcher Tagesanzeigers eine Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten beantragt. Außer seine Eltern soll der heute 43-jährige Felix Vossen – wie berichtet – auch Freunde und Bekannte um viel Geld gebracht haben. Der stets charmant, fürsorglich und bescheiden auftretende Sohn der in Gütersloh bekannten Frottier-Vossen-Unternehmerfamilie soll bei den Menschen, die er um ihr Geld gebracht hat, jegliche Art von Bedenken ausgeschaltet haben. Selbst als er Renditen in Höhe von 20 Prozent versprach, wurde offenbar niemand misstrauisch.

„Hinterhältiges Verhalten“

Die Staatsanwaltschaft Zürich soll in ihrer Anklageschrift von einem „hinterhältigen Verhalten“ sprechen. Die Angaben Vossens seien auch wegen des Schweizer Bankgeheimnisses „nicht oder nur mit besonderer Mühe überprüfbar“ gewesen. Vossen hatte ein dichtes Geflecht aus Lügen gesponnen. Das Geld der einen Anleger zahlte er immer wieder an andere Anleger aus – angeblich als erzielte Gewinne. Das funktioniert so lange, bis zu viele Kunden gleichzeitig auf eine Rückzahlung pochen. Die Lügen seien raffiniert aufeinander abgestimmt gewesen, schreibt die Staatsanwaltschaft.

Häufig zu Gast auf Roten Teppichen

Zudem habe sich Vossen mit Prominenten umgeben, wie zum Beispiel mit der englischen Schauspielerin Charlotte Rampling, und sich in der Öffentlichkeit als einflussreicher Filmproduzent präsentiert. Auf den Roten Teppichen in Berlin, London und Cannes soll sich der gebürtige Gütersloher zu Hause gefühlt haben. Die Eltern vertrauten ihrem Sohn, weil er eben ihr Sohn war.

Nur noch eine Rest vom ergaunertem Geld übrig

Im März 2015 verschwand Felix Vossen von der Bildfläche. Rund 40,9 Millionen Schweizer Franken soll Vossen mit seiner Masche ergaunert haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es 30 Geschädigte gibt. Ein Jahr später wurde Vossen in Valencia verhaftet. Die Polizei ertappte ihn zufällig bei einer Kontrolle. Zuvor war Vossen von den Ermittlern des FBI und von Scotland Yard gejagt worden. Bei Vossens Verhaftung sollen 85 000 Franken von dem ergaunerten Geld übrig gewesen sein.

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