Stiftungen fördern digitales Lernen
Technik ist kein Selbstzweck: Beim Projekt „Schule und digitale Bildung“ geht es darum, wie der Unterricht mit digitalen Medien verbessert werden kann.

Das Geld geht weder direkt an die Schulen, noch ist es für die technische Ausrüstung etwa mit Computern oder Infrastruktur bestimmt. Die Schulen sollen vielmehr angeleitet werden, selbst Konzepte für die Nutzung digitaler Medien im Unterricht zu entwickeln.

„Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft, und Schulen müssen die Kinder auf die veränderte Gesellschaft vorbereiten“, sagte Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, am Mittwoch bei der Vorstellung des Projekts. Digitalisierung sei dabei nicht in erster Linie ein technisches Problem, sondern ein pädagogisches.

„Es geht darum, Schule zu verbessern, und nicht darum, mehr Technik zu haben“, sagte Christoph Mohn, Vorstandsvorsitzender der Reinhard-Mohn-Stiftung. Es gebe für viele Probleme unterschiedliche Lösungen. Das könnten auch IT-basierte sein.

Fortbildungsangebote für Lehrer

Konkret erhalten die Schulen Fortbildungsangebote für Lehrkräfte, Steuergruppen, Medienbeauftragte und Schulleitungen. Allein dafür stehen und 750 000 Euro bereit. Für alle Schulen, die noch kein eigenes Konzept haben, werden modulare Beratungs- und Unterstützungsangebote bereitgestellt. Außerdem werden mit den Projektmitteln 2,5 Stellen finanziert, die eng mit dem Bildungsbüro des Kreises Gütersloh zusammenarbeiten sollen. Kommunalverwaltungen sollen Hilfe bei der Erarbeitung eigener Medienentwicklungspläne erhalten. Schließlich soll nach fünf Jahren eine Auswertung (Evaluierung) folgen.

„Wir sind sehr froh über dieses Engagement“, sagt Kreisdirektorin Susanne Koch. Die Stiftung und die Familie Mohn sendeten damit ein Zeichen der Verbundenheit mit dem Kreis. Der Kreis habe gerade selbst eine Medienentwicklungsplanung für seine 18 Schulen von der Förderschule bis zum Berufskolleg beschlossen und werde viel Geld in die technische Ausstattung stecken.

„Es geht nicht darum, mit der Digitalisierung Technik in Schulen zu gießen. Wir möchten wissen, was am Ende des Tages damit passieren soll“, sagte Güterslohs Bürgermeister Henning Schulz (CDU). „Wir müssen als Gesellschaft einen Nutzen haben.“

In einem ersten Schritt erhalten die Schulen im Kreis das Angebot, sich zu beteiligen, die schon über eine zeitgemäße IT-Ausstattung verfügen und die bereits mit ihrem Träger ein Medienkonzept ausgearbeitet haben. Das könnten anfangs 30 bis 40 Schulen sein, so Dräger. Am Ende sollen alle 122 Schulen profitieren. Dräger: „Es ist das erste Mal, dass sich eine so große Gruppe von Schulen im Kreis gemeinsam auf den Weg machen wird.“

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