Straßenkünstler mit Shows auf höchsten Niveau
Bild: Bojak
Mr. Mostacho und Assistent Martin aus Rietberg: Der Chilenische Straßenkünstler überzeugte mit Jonglage auf dem Einrad.
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„Gefeuert“, sagte der Chilene dann ganz nüchtern, und reichte dem Besitzer sein Mobiltelefon zurück. Der hatte am Sonntag auf dem Berliner Platz das Telefonat angenommen und seine Aufmerksamkeit nicht ungeteilt Mr. Mostacho zukommen lassen. Der Chilene rächte sich auf seine Art.

Flausen im Kopf

Aber auch Demenzio aus Italien, mit im wahrsten Sinne des Wortes haarsträubender Frisur auf dem – und wilden Flausen im Kopf – trieb seinen Schabernack mit dem Publikum. Mit Dauerlutscher und viel Überredungskunst erkaufte sich der Italiener einen hingehauchten Kuss von der dreijährigen Amelia, die sich zunächst zierte.

Assistenten aus dem Publikum

Mr. Mostacho ließ sich von Zuschauern aufs Einrad helfen – mit halsbrecherischen Verrenkungen, die ebenso gut einstudiert sein wollen, wie die Jonglage mit den Macheten oder das Seilspringen auf dem Einrad. Und die Hilfsartisten machten gern mit.

Hervorragende Straßenshow

Die Straßenkünstler, die beim Gütersloher Straßenfiffi ihr Können zeigen, sind gut – richtig gut. Wie in den vergangenen Jahren hatte das Organisationsteam von Gütersloh Marketing mit dem künstlerischen Berater Andreas „Krawalli“ Wetzig aus mehr als 100 Bewerbungen die sieben besten Künstler ausgewählt. Die Gütersloher und Besucher aus den angrenzenden Städten wissen inzwischen, was sie erwarten dürfen. Am Sonntag waren es gut fünf Stunden hervorragendes Showprogramm.

Umziehen auf dem Hochseil

Espuma Bruma ließ ihre Zuschauer ebenfalls nicht tatenlos zusehen. Bevor sie vor der Citywache aufs Seil stieg, trainierte sie das Ringe-Fangen und suchte sich ihre Assistenten aus dem Publikum. Dass Frauen sich überall umziehen können, bewies die Argentinierin, indem sie sich elegant aus ihrer schwarzen Latzhose schälte um anschließend im fliederfarbenen Ballett-Tutu dazustehen – immer einige Meter über dem Boden auf dem Seil balancierend wohlbemerkt.

Hut-Spende mehr als verdient

Dem charmanten Lächeln des Venezolaners Darwin Pimentel und seiner Jonglage-Show konnten sich die Zuschauer ebenso wenig entziehen, wie dem Clown Lukas Besuch und seinen melodramatischen Alltagsgeschichten, dem Stepptanz von DJ Capuzzi und Senorita X oder der Stunt-Show von Ernest the Magnifico. Immer wieder war am Sonntag auf dem Berliner Platz zu hören: „Komm, wir müssen weiter“, wenn sich ein Familienmitglied nicht von den Vorführungen lösen konnte und die anderen einkaufen wollten. Schließlich hatten die Geschäfte geöffnet. Bleibt nur zu hoffen, dass das Publikum den einen oder anderen Geldschein für die Sammel-Hüte der Künstler reserviert hatten. Die hatten sich eine Gage vom Publikum nämlich redlich verdient.

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