Tweed Run findet immer mehr Fans
Bild: Dinkels
Startschuss am Stadtmuseum: Nach einem musikalischen Auftakt setzten sich die Teilnehmer in Richtung Marienfeld zur Klosterpforte in Bewegung.
Bild: Dinkels

 „Ich finde, Sie sehen großartig aus“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Paskarbies, bevor sie die Radler auf die Reise schickte. Die Fahrräder seien schon beeindruckend, die Kostüme klasse und insgesamt ergebe die Veranstaltung für Gütersloh ein tolles Bild. Sie wünschte den Teilnehmern ebenso eine „gute Tour“ wie Dr. Franz Jungbluth, Leiter des Stadtmuseums.

Laut Jan-Erik Weinekötter, Geschäftsführer von Gütersloh Marketing, war das Starterfeld mit 80 Anmeldungen ausverkauft. Die weiteste Anreise hatten laut Organisatorin Eva Willenborg Teilnehmer aus Köln und Düsseldorf. Die wohl jüngsten Teilnehmer waren Thaddäus (11) und sein Schwester Fenja (10), beide zum ersten Mal dabei. Die Eltern sind schon früher mitgefahren.

Treffpunkt vor dem Start war der Hof des Stadtmuseums, wo die Sazerac Swingers die Gäste mit Klassikern und einer Prise Humor zum Tanzen brachten: „Wir spielen jetzt einen Hit aus dem Jahr 1904. Viele erinnern sich. Er heißt Chinatown“, meinte Frontmann Max Oestersötebier.

Die Teilnehmer bestachen mit ihren Fahrrädern, darunter echte Raritäten, Kleidern im Retro-Look, Blumen in den Knopflöchern und an Lenkern, historischen Frisuren und ausgefallenem Kopfschmuck. Manche hatten Decken auf ihre Gepäckträger geschnallt. Ein Barbier und ein Fotograf standen bereit.

Außer ein paar Tropfen vor der Ausfahrt hatten die Tweed-Runner Glück mit dem Wetter. Tweed wärmt nicht nur. „Er ist wasserabweisend und saugt sich nicht voll wie Baumwolle“, erklärte Maßschneider Maro Beckert der „Glocke“, es sei ein „Allwetterstoff“. Beckert fuhr selbst zum dritten Mal mit auf einem Rad des Bielefelder Herstellers Göricke.

Aus dem münsterländischen Rheine war Gerrit Musekamp angereist. Der Geschäftsführer des Klosters Bentlage richtet dort am 14. Mai den nächsten Tweed Ride aus. In Gütersloh fuhr er auf einem Rad der niederländischen Marke Gruno aus dem Jahr 1936 mit, an der Stange eine Notfall-Flasche mit Resten von Whiskey, wie er mit einem Augenzwinkern sagte. Für die Gütersloher hatte er nur Lob: gut organisiert sei der Tweed Run mit einem schönen Ambiente am Stadtmuseum.

Für Susanne und ihren Mann Jeremy Buxton, der aus Nottingham stammt, war am Sonntag nicht nur Tweed Run, sondern auch St.-George’s-Day, der Tag des englischen Schutzheiligen. Entsprechend hatten sie ihre Räder mit britischen Fähnchen ausstaffiert.

Die gut dreistündige Ausfahrt führte nach Marienfeld zur Klosterpforte und wieder zurück. Zum Abschluss wurden die schönsten Räder, Frisuren und die originellste Kleidung prämiiert.

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